Kollweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie ist gemessen an der Einwohnerzahl die zweitkleinste und am weitesten nördlich liegende Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Weilerbach, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Weilerbach hat.

Die Gemarkung Kollweiler umfasst derzeit 559 Hektar Fläche.

Geographie Lage Kollweiler liegt im Nordpfälzer Bergland in dessen Teilbereich Obere Lauterhöhen im sogenannten Musikantenland. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Rothselberg, Frankelbach, Sulzbachtal, Erzenhausen, Schwedelbach, Reichenbach-Steegen und Jettenbach. Die nächstgelegene Stadt ist das 15 Kilometer entfernte Kaiserslautern im Südosten. Abseits, auf der Höhe, stehen die Häuser des Gosenbergerhofes, der unweit der Gemarkungsgrenze an die von Rothselberg, Erzenhausen und Kreimbach-Kaulbach anknüpfen. Seit geraumer Zeit wird ein Neubaugebiet vom Gosenbergerhof bis in den Rain – Richtung Ortsmitte – erschlossen.

Erhebungen Die ertragreichsten Gewannen liegen auf den lehmhaltigen Höhen nördlich des Dorfes im Bangert, auf dem Tal, am Spannagelberg, am Jungenwald bis Blaul. Vom Spannagelberg (449 m ü. M.) hat man bei gutem Wetter eine gute Aussicht nach Kaiserslautern, Landstuhl, Sickinger Höhe bis hin nach Homburg sowie über den Pfälzerwald. Ganz im Osten der Gemarkung erhebt sich der Galgenberg.

Gewässer Auf 318 m über dem Meeresspiegel liegt die in einem engen Tal des Reichenbaches zwischen Glan und Lauter. Im Norden der Gemarkung entspringt der nach Norden fließende Talbach und im Südosten der Rischbach.

Geschichte Vorgeschichte Schon vor den Römern besiedelte der keltische Volksstamm der Mediomatriker die Gegend um Kollweiler. In römischer Zeit entstanden in der Nähe von Kollweier zwei Kastelle, bei Oberstaufenbach und Kreimbach, in ungefähr zehn Kilometer Entfernung. Der Verbindungsweg zwischen den Kastellen führte teilweise über die heutige Gemarkung von Spannnagel, Jungenwald, Blaul und Birken. Nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft am Rhein im Jahr 405 nach Christus verschwand die römisch-germanische Bevölkerung, über 200 Jahre war die Gegend wahrscheinlich unbewohnt.

Aus römischer Zeit stammen viele Funde, die bei Ausgrabungen zum Vorschein kommen. 1921 legte ein örtlicher Heimatforscher ein keltisches Hügelgrab frei, dessen Grabbeigaben sich im Historischen Museum in Speyer befinden.

Mittelalter Die Wiederbesiedlung der Westpfalz begann im siebten und achten Jahrhundert durch die Franken. Die auf Rodungsstellen entstandenen Gehöfte nannte man „wilari“, später „Wiler“, letztlich „Weiler“. Die Siedlung Kollweiler wurde nach ihrem Begründer „Colo“ benannt.

Entstehung des Ortes Kollweiler In Urkunden, in denen der Ort erwähnt wird, heißt er:

Jahr Name 1321 Kolwilr 1332 Colwylre 1480 Kolwiler

Seit 1588 wird der Ortsname „Kollweiler“ geschrieben.Martin Dolch, Albert Greule: Historisches Siedlungsnamensbuch der Pfalz. 1991

Die Römer legten ihre Heer- und Handelsstraßen häufig auf Höhen an, um sumpfiges oder anders unwegsames Gelände zu meiden. So führt eine wichtige Straße von Worms über Kaiserslautern nach Saarbrücken und Metz. Von dieser Hauptstraße zweigt bei Lautern eine Nebenstraße ab und führt über Rodenbach (alte Gaudingstätte), Eulenkopf, Galgenberg, Jettenbach, Elzweiler, Ulmet, Kusel nach Trier. Sie wird deshalb auch „Hohe Straße“ genannt. Am Galgenberg kreuzt nun der vorher erwähnte Verbindungsweg zwischen den beiden Heidenburgen.

Etwa ein Kilometer südwestlich dieser Hochstraße legten die Franken einen Königshof an, der wohl im Zusammenhang mit den Feldzügen von Karl Martell, dem Großvater von Karl dem Großen, stehen dürfte. Diese Königshöfe entstanden jeweils in Abständen von 15 bis 20 Kilometer entlang der Heerstraße und bildeten Verpflegungs- und Etappenstationen. Gleichzeitig waren sie wirtschaftliche und militärische Stützpunkte.

Ein solcher „Königshof“ befand sich vermutlich auf dem Gosenberger Hof. Ernst Christmann – ein Heimathistoriker – vermutet hier die erste Siedlung fränkischer Bauern in der weiteren Umgebung. Dieser Königshof wurde durch königliche Beamte verwaltet. Aus dem Hof entstand schließlich die erste Siedlung unter dem Namen „Hildenborn“, was so viel wie „Born“ beziehungsweise „Brunnen auf der Halde“, also an einem Hang gelegen, bedeutet. Eine Gewanne zeugt bis in die Gegenwart von diesem Namen.

Geschichte von Kollweiler ab dem 19. Jahrhundert Bis zum Ersten Weltkrieg war Kollweiler ein ausgesprochenes Bauerndorf. Heute sind fast alle Einwohner als Facharbeiter, Fabrikarbeiter oder Angestellte tätig. Einige sind selbständige Unternehmer, die Landwirtschaft ist für die Bürger als Erwerbsquelle fast bedeutungslos. Aus dem Zweiten Weltkrieg kehrten 35 eingezogene Einwohner nicht mehr zurück. Die Gemeinde hat ihren Toten aus den beiden Weltkriegen Gedenktafeln in der Aussegnungshalle des Friedhofes gewidmet.

Von 1798 bis 1905 gehörte die Gemeinde zur Bürgermeisterei Jettenbach. Danach hatte sie bis zum Jahr 1972 eine eigene Bürgermeisterei. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war der Ort in den Kanton Wolfstein eingegliedert. 1815 gehörte Kollweiler zunächst zu Österreich. Nach dem Wiener Kongress wurde er ein Jahr später Bayern zugeschlagen. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde weiterhin dem Kanton Wolfstein an und war Bestandteil des Landkommissariats Kusel, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde der Ort in den Landkreis Kusel eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kollweiler innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Der Landkreis war weiterhin Kusel.

Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Kollweiler in den Landkreis Kaiserslautern umgegliedert. Drei Jahre später folgte die Zuordnung zur neu gebildeten Verbandsgemeinde Weilerbach.

Der Gosenberger Hof Der Berg in der Nähe ist der des „Gozo“ (z ist als s zu lesen). Der altdeutsche Rufname Gozo ist schon früh bekannt und findet sich ebenfalls in den heutigen Familiennamen „Goos“ oder „Gooß“ wieder. Später geht der Name auf die entstandene Siedlung über.

Gosenberg war ursprünglich ein Dorf und wird in mehreren alten Urkunden genannt:

Jahr Name 1313 Gosenberg 1580 Collweiler mit Hof Gosenberg 1590 uff den huben zu hildenborn oder Gosenberg 1610 Hoff zu Gosenberg

An der Kreuzung der beiden Hochstraßen wurde bereits zu fränkischer Zeit eine Dingstätte – Gerichtsstätte – angelegt. In diesem Bereich stoßen fünf Gemarkungen zusammen: Kollweiler, Rothselberg, Frankelbach, Obersulzbach und Erzenhausen. Der Galgenberg war eine Hinrichtungsstätte, die von vielen Orten der Umgebung genutzt wurde. Die Flurnamen – Galgenberg, Am Hochgericht und Rabenacker – deuten darauf hin. Das „Hochgericht“ liegt dabei etwas abseits. Es ist die Stelle, an der die „peinlichen“ Urteile gefällt wurden. Da diese „Dingstatt“ für einen großen Umkreis galt, wurde sie alternativ „Hundertschaftsdingstatt“ genannt. Der bis in die Gegenwart bekannte „Hundsweg“ leitet sich vom Hundertschaftsführer „Hundo“ ab, der diesen Weg zur Gerichtsstätte nimmt. Folglich ist der Name nicht im Zusammenhang mit dem Haustier „Hund“ zu deuten.

Im Bewidmungsbrief aus dem Jahr 1393 überschrieb Graf Friedrich von Veldenz seiner Gemahlin Margarethe von Nassau für den Fall seines Ablebens unter anderem Einkünfte aus den Dörfern des „Richenbecher und Deinßberger ambt“ – Reichenbach und Theisberg –, wozu Kollweiler ebenfalls gehörte. Kollweiler war ursprünglich Bestandteil des Reichslandes, das östlich von Lautern bis westlich nach Kusel reichte. Ludwig der Bayer verpfändete um das Jahr 1320 das Amt Reichenbach an die Grafen der Grafschaft Veldenz. Mit dem Tod des letzten Grafen von Veldenz im Jahre 1444 gelangte Kollweiler zu Pfalz-Zweibrücken, bis es 1733 im Rahmen eines Gebietstausches an die Kurpfalz fiel.

Das Jahr 1597 brachte weitreichende Änderungen an den Eigentumsverhältnissen. Damals kaufte der Veldenzer Pfalzgraf Georg Gustav den Erben des zu Lauterecken verstorbenen Pfarrers Nikolaus Stipping dessen Hofanteile ab.

Stippings Frau Cathrein war dabei dem vorher erwähnten Hans Deboldts Tochter. Sie hatte noch einen Bruder den „törichten“ Johannes. Dessen Anteile er für seine Unterkunft bei dem Pfarrer übergab.

Alle Anteile des Besitzes der Familie erhielt der Graf am 27./28. April 1597. Der Pfalzgraf entschloss sich 1610 die Güter an seine Frau, die Pfalzgräfin Maria Elisabetha weiterzuverkaufen, für mehr als 1015 Gulden heißt es im Kaufbrief:

„Unseren Hof, Hauß und Scheuer und Ställe Und alle darZu gehörigen Liegenden Güter zue Gossenberg als Äcker, Wiesen, Felder, Wäld, Hecken, Weyer, Bäume und Weyden“. Die Urkunde ist datiert auf den 1. Mai 1610.

Mit diesem Datum vergrößerte sich der Gosenbergerhof im Besitz des Pfalzgrafen durch kontinuierlichen Ankauf weiterer Grundstücke.

Die Veldenzer nutzten den Hof zur Ergänzung ihrer Haushaltung. So setzten sie schon im Jahre 1600 einen Hofmann ein. Im Jahr wurde hier Johann Simon Gläser als erster Hofmann zu Gosenberg erwähnt.

Am 2. April 1610 wurde Hans Appel als Hofmann angenommen. In der Urkunde heißt es, dass Hans Appel, aus Thüringen, der neue Hofmann und Schäfer ist.

Im August 1620 marschierte ein großes Heer unter Führung des spanischen Marquis Spinola, von dem heutigen Belgien kommend, in der Gegend ein. Es besetzte den Bereich zwischen Mainz und Bad Kreuznach und Meisenheim. Dabei mussten die protestantischen Truppen weichen.

In dieser Zeit starb der Pfalzgraf Georg Gustav († 3. Juni 1634).

Der Höhepunkt des Krieges war wohl das Jahr 1635. Die Lage spitzte sich empfindlich zu und im Sommer wurde Kaiserslautern von katholischen Truppen belagert. Am 17. Juli 1635 gelang es dann den kaiserlichen Truppen die Stadt Lautern wieder einzunehmen und für 3 Tage zu plündern. Der größte Teil der Bevölkerung wurde grausam ermordet. Es wird auch berichtet, dass am 20. Juli Kroaten ins Glantal eindrangen, nach dem dies schwedischen Truppen zur Mittagszeit das Eßweilertal plündernd verließen. Die Kroaten nahmen die letzten Überbleibsel, die der Bevölkerung geblieben waren, mit. Es ist also naheliegend, dass der Gosenbergerhof sowie Kollweiler in diesen Tagen ebenfalls ausgeplündert wurde und die wenigen Überlebenden nichts weiter als ihr nacktes Leben hatten. Viele verließen daraufhin den Ort und den Hof und waren in alle Winde verstreut.

Erst 1642 wird berichtet, dass Kollweiler wieder geringe Zehntlieferungen an das Kloster Offenbach leistet. Wie es zu dieser Zeit auf dem Hof aussah, ist nicht überliefert. Der Krieg endete 1648.

Die Wiederbesiedlung des Hofes

Als erster Pächter nach dem Krieg wird der Pächter Dietrich Fischer aus Harskirchen (Lothringen) genannt. Eine Urkunde aus dem Jahr 1664 verlängerte die Pacht um wiederum 6 Jahre. Daraus ist zu folgern, dass der Hof 1658 an ihn verpachtet wurde. Eine längere Zeitspanne vergeht nun in der bisher bekannten Aktenlage.

Erst 1682 wird berichtet, dass der Hof von Claus Lenhard, der mit der Tochter des Dietrich Fischer verheiratet war, aufgrund seiner gesundheitlichen Disposition nicht mehr weiterführen konnte und so wollte er das Pachtverhältnis aufgeben.

Trotz der schlechten Gesundheitslage entschloss er sich am 1. März 1682 den Pachtvertrag zu verlängern. Es wird auch berichtet, dass er der erste Erbbeständer des Hofes war. Davor waren nur Hofmänner bekannt. Er starb im Dezember 1694. Seine Frau lebte noch 1702, was mit einer Pachtzahlung von 100 Rheintaler (1 ½ Florin) dokumentiert ist.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der Hof auf vier Kinder von Claus Lenhard aufgeteilt:

Anna Sybilla, verheiratet mit Anton Fell, Anna Maria, verheiratet mit Peter Gall <Peter Karl> Geib, Apollonia, verheiratet mit David Geib und Peter, verheiratet mit Veronica Schack <Jacques>.