Linden ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Landstuhl an, innerhalb derer sie sowohl hinsichtlich der Zahl der Einwohner als auch hinsichtlich der Fläche die drittkleinste Ortsgemeinde ist.

Geographie Lage Die Gemeinde liegt am Rand des Pfälzerwaldes, der in diesem Bereich nach Westen in die Sickinger Höhe übergeht. Zu Linden gehören die Wohnplätze Ländler-Hof, Lindener Mühle und Weiherhof. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Queidersbach, Krickenbach, Schopp, Horbach und Weselberg.

Erhebungen und Gewässer Durch Linden fließt der Queidersbach, volkstümlich auch Steinalb genannt. Im Südosten der Gemarkung erstreckt sich das Eichköpfchen.

Geschichte Der Ort wurde 1363 erstmals urkundlich erwähnt.

Das Dorf Linden gehörte vom frühen 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum sogenannten Großgericht der Herrschaft Landstuhl, das im Besitz der Freiherren von Sickingen der Linie zu Hohenburg war.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufers im Ersten Koalitionskrieg besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte Linden zum Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Queidersbach in den Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg eingegliedert und unterstand der Mairie Queidersbach.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Linden von 1817 an zum Landkommissariat Homburg im Rheinkreis, ab 1862 zum Bezirksamt Homburg und wechselte 1929 zum Bezirksamt Kaiserslautern.

Seit 1939 ist die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Linden innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz sowie des Regierungsbezirks Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd eingegliedert. Zum 1. Juli 2019 wechselte Linden in die Verbandsgemeinde Landstuhl.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Linden, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 198 1835 314 1871 408 1905 501 1939 833 1950 923 1961 1.100 Jahr Einwohner 1970 1.268 1987 1.206 1997 1.321 2005 1.194 2011 1.179 2017 1.145

Religion Linden hat eine protestantische sowie eine katholische Kirche. Letztere heißt Herz Mariä; sie enthält eine von Hugo Mayer Orgelbau gefertigte Orgel aus dem Jahr 1968.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Linden besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG BFL Gesamt 2024 2 4 10 – 16 Sitze 2019 2 2 12 – 16 Sitze 2014 1 3 12 – 16 Sitze 2009 1 2 10 3 16 Sitze 2004 2 5 9 – 16 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Linden e. V. BFL = Unabhängige Liste Bürger für Linden e. V.

Bürgermeister Max Richtscheid (FWG) wurde am 3. September 2024 Ortsbürgermeister von Linden, nachdem er bereits seit Januar des Jahres als Erster Beigeordneter die Amtsgeschäfte übergangsweise geführt hatte. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 83,4 % für fünf Jahre gewählt worden.

Richtscheids Vorgängerin Nicole Meier (FWG) wurde bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit 87,36 % gewählt und damit Nachfolgerin von Uwe Unnold, der nach zehn Jahren im Amt nicht erneut angetreten war. Anfang 2024 legte sie ihr Amt als Ortsbürgermeisterin vorzeitig nieder, als sie hauptamtliche Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Landstuhl wurde.

Wappen

Kultur Kulturdenkmäler Die Gemeinde hat drei Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Natur Derjenige Teil der Gemeindegemarkung östlich des Queidersbach liegt im Naturpark Pfälzerwald, der wiederum zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord gehört.

Regelmäßige Veranstaltungen Alle zwei Jahre wird an einem Sonntag im Mai der autofreie Erlebnistag Radelspaß im Sickinger Land durchgeführt und die Hauptstraße für den motorisierten Verkehr gesperrt. Davon ausgenommen sind lediglich Radfahrer und Inline-Skater von Landstuhl über Linden bis Waldfischbach-Burgalben.

Sport In Linden gibt es den Fußballverein FV Linden 1931. Am 15. Juli 2017 war die Gemeinde Austragungsort des DM Einzelzeitfahrens und einen Tag später des Straßenrennens der Rad-Bundesliga. Am 28. Juni 2019 fand in Linden erneut das DM Einzelzeitfahren der Rad-Bundesliga statt.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Linden liegt an der in Nord-Süd-Richtung von Landstuhl nach Steinalben verlaufenden Landesstraße 363. Von ihr zweigt nach Osten die Kreisstraße 59 über Krickenbach in Richtung Moosalbtal ab. Östlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 270, die Kaiserslautern mit Pirmasens verbindet. Zur Bundesautobahn 62 (Landstuhl–Zweibrücken) mit der Anschlussstelle Bann sind es sieben Kilometer. Nächstgelegener Bahnhof ist Schopp an der Biebermühlbahn.

Tourismus Durch die Gemeinde verlaufen mit der Pfälzerwald-Tour ein Radweg, der von Kaiserslautern bis nach Hinterweidenthal führt und der Skulpturenweg Schweinstal. Zudem führt durch den Osten der Gemarkung ein Wanderweg, der mit einem grün-gelben Balken markiert ist und der von Kirchheimbolanden bis nach Hirschthal verläuft.

Söhne und Töchter Jürgen Lutz (* 1961), Fußballspieler Roger Lutz (* 1964), Fußballspieler

Weblinks

Ortsgemeinde Linden auf den Seiten der Verbandsgemeinde Landstuhl

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Kaiserslautern Kategorie:Geographie (Pfälzerwald) Kategorie:Ersterwähnung 1363