mini|Landschaftsbild innerhalb von Bruchmühlbach-Miesau Bruchmühlbach-Miesau ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Die Gemeinde ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.
Geographie Geographische Lage Bruchmühlbach-Miesau liegt in der Westpfalz im äußersten Westen des Landkreises Kaiserslautern an der Grenze zum Saarland etwa 11 km nordöstlich von Homburg im Landstuhler Bruch am Glan, einem rechten Nebenfluss der Nahe. Große Teile der Gemeinde gehören zur Westricher Moorniederung.
Nachbarorte Die benachbarten Orte von Bruchmühlbach-Miesau sind im Uhrzeigersinn Nanzdietschweiler, Hütschenhausen, Hauptstuhl, Langwieden, Martinshöhe, Lambsborn, Bechhofen, der Homburger Stadtteil Bruchhof-Sanddorf mit seinem Ortsteil Eichelscheid, Waldmohr, Schönenberg-Kübelberg und Gries.
Ortsteile und Wohnplätze Die 8093 Einwohner (Stand 31. Dezember 2004) verteilten sich wie folgt auf die einzelnen Ortsbezirke: Ortsbezirk zugehörende Wohnplätze Einw. Bruchmühlbach Auf dem Bergfeld, Belzmühle, Tausendmühle, Bruchwiesenhof 2813 Buchholz 1028 Elschbach Am Bahnhof, Am Schwimmbad, Schanzermühle 411 Miesau Birkenhof, Schanzerhof 2550 Vogelbach Am Alten Zoll, Bahnposten 20, Vogelbachermühle 1241 (Wohnplätze laut Statistischem Landesamt Rheinland-Pfalz)
Gewässer mini|Glan innerhalb der Gemeindegrenzen
Mitten durch das Gemeindegebiet verläuft der Glan. Er nimmt dort mehrere Zuflüsse auf, zunächst von links den Vogelbach und den Kohlbach sowie von rechts den Frohnbach und den Mühlbach. Letzterer besitzt als Zweig den Tausendmühlbach. Danach folgt von links der Bruchgraben, der Lettengraben, der Schanzergraben und entlang der Gemarkungsgrenze zu Gries der Ohmbach.
Geschichte Bis 1798 gehörte Bruchmühlbach (westlich des Frohnbachs) zu Pfalz-Zweibrücken. Mühlbach im Bruch (östlich des Frohnbachs) gehörte zur Herrschaft Landstuhl der Herren von Sickingen. Vogelbach gehörte zu Pfalz-Zweibrücken. Elschbach, Niedermiesau und Obermiesau gehörten bis 1779 zu Kurpfalz und kamen dann mit dem Amt Kübelberg tauschweise an Pfalz-Zweibrücken.
Während der sogenannten Franzosenzeit (1798–1814) bildeten Bruchmühlbach und Mühlbach im Bruch eine Gemeinde, die Sitz einer Mairie im Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg war. Zur Mairie gehörten auch die Gemeinden Hauptstuhl und Vogelbach.Statistisches Jahrbuch für das Departement von Donnersberg, 1811, S. 270 (Google Books) Elschbach, Niedermiesau und Obermiesau gehörten zum Kanton Waldmohr im Saardepartement.
1816 kamen alle Gemeinden im Rheinkreis, der späteren Pfalz, zum Königreich Bayern.
Am 7. Januar 1918 ereignete sich ein schwerer Eisenbahnunfall, als in Bruchmühlbach ein Urlauberzug mit einem zweiten Zug zusammenstieß. 33 Menschen starben, weitere 121 wurden verletzt.Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Bd. 1: Landsberg-Pürgen 1979, S. 72
Die Gemeinde Bruchmühlbach wurde am 1. Oktober 1938 durch Eingliederung der vorherigen Gemeinde Mühlbach vergrößert,Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939, S. 269 die auch Mühlbach im Bruch genannt wurde. Der spätere Ortsteil Miesau gliederte sich bis 1937 in die getrennten Gemeinden Niedermiesau und Obermiesau. Der Miesauer Ortsteil Buchholz entstand erst in den 1930er Jahren.
Die Ortsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau wurde am 22. April 1972 aus den Gemeinden Bruchmühlbach und Miesau neu gebildet. Bereits drei Jahre zuvor, am 7. Juni 1969, waren die Gemeinde Vogelbach nach Bruchmühlbach und die Gemeinde Elschbach nach Miesau eingemeindet worden. Zeitgleich wurde die Ortsgemeinde Sitz der ebenfalls neu geschaffenen gleichnamigen Verbandsgemeinde.
Konfessionsstatistik Ende 2014 waren 37,8 % der Einwohner evangelisch und 28,1 % katholisch. Die übrigen 34,1 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik KommWis, Stand 31. Dezember 2014. Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende September 2025 hatten 25,9 % der Einwohner die evangelische Konfession und 20,1 % die katholische. 53,9 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik Bruchmühlbach-Miesau, abgerufen am 15. Oktober 2025.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Bruchmühlbach-Miesau besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FDP WGH Gesamt 2024 10 9 1 4 24 Sitze 2019 10 9 – 5 24 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2014 15 9 – – 24 Sitze 2009 15 9 – – 24 Sitze 2004 13 11 – – 24 Sitze WGH = Wählergruppe Heintz
Bürgermeister Ortsbürgermeister von Bruchmühlbach-Miesau ist Rüdiger Franz (SPD). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 51,07 % gewählt und damit Nachfolger von Klaus Neumann (SPD), der nach 20 Jahren im Amt nicht erneut angetreten war. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Franz ohne Gegenkandidat mit 63,9 % der Stimmen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmäler mini|Denkmalgeschützte Simultankirche St. Philipp und Jakob
18 Objekte in Bruchmühlbach-Miesau stehen unter Denkmalschutz, darunter die Simultankirche St. Philipp und Jakob und die Tausendmühle.
Natur Im Gemeindegebiet gibt es vier Naturdenkmale, darunter die Elendsklamm. Zudem liegen innerhalb der Gemarkung die Naturschutzgebiete Glanniederung bei Elschbach, Neuwoogmoor, Spießwald-Streitwiese, Wiesen nördlich von Vogelbach und Wiesen westlich der Vogelbacher Mühle.
Freizeit- und Sportanlagen Die Gemeinde besitzt Beherbergungsbetriebe und Gaststätten für alle Ansprüche, Tennisplätze und Kegelbahnen.
Zwischen den Ortsteilen Miesau und Elschbach gibt es ein Waldwarmfreibad mit wettkampfgerechten Anlagen, Familienrutsche sowie Spiel- und Erholungsmöglichkeiten. Es gibt Gelegenheit zum Sportangeln, einen Campingplatz, einen Minigolfplatz und Reitsportanlagen, unter anderem in Form der Rennbahn Miesau.
Regelmäßige Veranstaltungen Traditionelle und jährlich wiederkehrende Feste in der Gemeinde sind: Termin Ereignis Pfingsten Reitturnier in Miesau Erstes Wochenende im Juli Westricher Sommerfest in Bruchmühlbach Letztes Wochenende im Juli Sommerfest im Waldwarmfreibad in Miesau Erstes Wochenende im Juli Kerwe in Bruchmühlbach Zweites Wochenende im August Kerwe in Elschbach Letztes Wochenende im August Kerwe in Vogelbach Erstes Wochenende im September Wikingerfest in Elschbach Viertes Wochenende im Oktober Kerwe in Miesau Jährlich im August Pferderenntag in MiesauReit- und Fahrverein Miesau e. V.:
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft 1951/52 gründete der Porzellanhersteller Gebr. Winterling eine Fabrik in Bruchmühlbach, die unter der Marke Rheinpfalz Hartporzellan Tafelgeschirr, feuerfestes Kochgeschirr und Geschenkartikel produzierte. In den 1970er Jahren wurde die Produktion auf Steingut umgestellt (Pfalzkeramik).Beatrix Münzer-Glas: Gründerfamilien. Familiengründungen. Ein Beitrag zur Geschichte der Porzellanindustrie Nordost-Bayerns (Schriften und Kataloge des Deutschen Porzellanmuseums, Bd. 75). Hohenberg 2002, ISBN 3-927793-74-4, S. 297 f
Verkehr
mini|Bahnhof Bruchmühlbach-Miesau
Bruchmühlbach-Miesau ist durch einen eigenen Autobahnanschluss über die A 6 (Mannheim–Saarbrücken) mit dem überregionalen Straßennetz verbunden und liegt an der parallel verlaufenden Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken. Der inzwischen zum Haltepunkt zurückgebaute frühere Bahnhof Bruchmühlbach-Miesau hieß ursprünglich nur Bruchmühlbach, da er sich im Gebiet des damals selbständigen Ortes befand.
Der Ortsteil Elschbach erhielt 1904 mit Eröffnung der Glantalbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Weil Elschbach sehr am Rande liegt, wurde Anfang der 1960er Jahre rund 800 Meter östlich unweit des Elschbacher Tunnels der Haltepunkt Elschbach Ort eröffnet. Damit sollte die Glantalbahn in ihrem südlichen Abschnitt Homburg–Glan-Münchweiler belebt werden. Der Haltepunkt Elschbach Ort wurde jedoch bereits 1976 aufgelassen, der eigentliche Bahnhof folgte zwei Jahre später. Der Personenverkehr wurde 1981 eingestellt. Da der Güterverkehr bereits zuvor zwischen Schönenberg-Kübelberg und Glan-Münchweiler aufgegeben worden war, war der Streckenabschnitt fortan ohne regulären Verkehr. Ende der 1980er Jahre wurden die Gleise abgebaut.
Bildungseinrichtungen Die Gemeinde verfügt mit der Adam-Müller-Schule über eine Realschule plus, ferner über Grundschulen in Miesau und Bruchmühlbach. Außerdem gibt es vier Kindergärten.
Militär Die US-Heeresgarnison Rheinland-Pfalz unterhält in der Nähe von Miesau („Am Panzergraben“) das Miesau Army Depot, das größte Munitionslager außerhalb der USA und zugleich das größte in Deutschland.globalsecurity.org: Miesau Army Depot (englisch) Das Depot war 1990 kurzfristig Zwischenlager beim Abtransport der etwa 100.000 in Deutschland gelagerten Giftgasgranaten (Aktion Lindwurm). Darüber hinaus existiert innerhalb der Gemeindegemarkung das Miesau Terminal Station sowie früher das nukleare Rhine Ammo Depot sowie bis 1995 das POMCUS Depot.
Tourismus Innerhalb von Bruchmühlbach-Miesau besteht ein Wanderwegenetz mit 120 Kilometern markierter Rundwanderwege. Durch den Süden der Gemeindegemarkung verläuft der Saar-Pfalz-Weg, der die Kennzeichnung Schwarzer Punkt auf weißem Balken trägt und von Saarbrücken bis nach Rülzheim führt. In diesem Bereich steht die vom Pfälzerwald-Verein betriebene Fritz-Claus-Hütte. Vom Ortsteil Bruchmühlbach aus führt ein Wanderweg zur Elendsklamm.Westpfalz-Journal.de: Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau: , abgerufen am 17. Dezember 2018
Persönlichkeiten Ehrenbürger Horst Eckel (1932–2021), Fußballspieler, Mitglied der „Walter-Elf“, Weltmeister 1954, seit 7. November 1998
Söhne und Töchter der Gemeinde Wilhelm Cullmann (1887–1959), Politiker (SPD, SPS) Hanns Haberer (1890–1967), Politiker (CDU), 1946/47 Landesminister für Wirtschaft und Finanzen von Rheinland-Pfalz Ludwig Peetz (1893–1972), Richter Horst Eckel (1932–2021), Fußballspieler, Mitglied der „Walter-Elf“, Weltmeister 1954 Margit Mohr (* 1949), Politikerin (SPD) Alexander Weis (* 1959), Beamter in der Verteidigungspolitik Patricia Brocker (* 1966), Fußballspielerin, 1992–1996 Mitglied der Nationalelf
Personen, die in Bruchmühlbach-Miesau wirkten
Albert F. Heintz, seit 1987 Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz Gonda Korn, seit 1985 Trägerin des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz Matthias Mieves (* 1985), Politiker (SPD), saß von 2004 bis 2009 im Gemeinderat von Bruchmühlbach-Miesau
Weblinks
Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau Ortsteil Miesau Kurzporträt von Bruchmühlbach bei SWR Fernsehen
Einzelnachweise
:Kategorie:Ort im Landkreis Kaiserslautern