James Bond 007 – GoldenEye (Originaltitel: GoldenEye) ist der 17. von Eon Productions Ltd. produzierte James-Bond-Film. Erstmals spielte Pierce Brosnan die Rolle des MI6-Agenten. Die Regie führte der Neuseeländer Martin Campbell.
Aufgrund rechtlicher und künstlerischer Differenzen zwischen den Produzenten Albert R. Broccoli, Michael G. Wilson und Barbara Broccoli auf der einen Seite und United Artists und deren Mutterfirma Metro-Goldwyn-Mayer auf der anderen erschien dieser Bond erst nach einer sechsjährigen Pause der Serie in den Kinos. Der Film kam am 15. Dezember 1995 in die schweizerischen, am 28. Dezember 1995 in die deutschen und am 29. Dezember 1995 in die österreichischen Kinos.
Den Titelsong GoldenEye sang die Soul- und Pop-Sängerin Tina Turner.
Handlung Zur Zeit des Kalten Krieges sollen 007 James Bond und sein Partner 006 Alec Trevelyan eine sowjetische Chemiewaffenfabrik in Archangelsk vernichten. Beide platzieren Bomben mit Zeitzündern, um die Fabrik zu sprengen, doch 006 wird festgenommen, um Bond zur Aufgabe zu zwingen. 006 bittet Bond „für England“, sich nicht zu ergeben, worauf dieser um sich schießt und versucht, 006 zu befreien. Der wird jedoch vor den Augen Bonds von Oberst Ourumov scheinbar hingerichtet. Anschließend gelingt Bond per Flugzeug die Flucht aus der Fabrik.
Neun Jahre später – nach dem Ende des Kalten Krieges – kommt Bond in Monaco der Pilotin Xenia Onatopp auf die Spur. Diese hat Kontakte zur russischen Terrororganisation Janus, benannt nach dem römischen Gott Janus mit zwei Gesichtern. Xenia ermordet einen Admiral und zwei Hubschrauberpiloten, und Bond kann nicht verhindern, dass sie bei einer Testvorführung einen Tiger-Hubschrauber stiehlt, der stärkster elektromagnetischer Strahlung widerstehen kann.
Mithilfe des Hubschraubers stehlen Onatopp und Ourumov (inzwischen zum General befördert) das geheime russische Waffensystem GoldenEye. Dies ist eine Weltraumwaffe, bei der eine Atombombe in der oberen Erdatmosphäre gezündet wird und so einen nuklearen elektromagnetischen Impuls auslöst, der alle elektronischen Geräte im Umkreis des anvisierten Ziels zerstört. Bei dem Waffenraub töten Ourumov und Onatopp fast alle Mitarbeiter des GoldenEye-Satellitenkontrollzentrums Sewernaja in Sibirien – einzig die beiden Programmierer Natalya Simonova und Boris Grischenko überleben. Um die Spur ihres Diebstahls zu verwischen, zerstören Ourumov und Onatopp mit einem der beiden GoldenEye-Satelliten das Kontrollzentrum. Sie entkommen mit dem Tiger-Hubschrauber, während drei zur Aufklärung geschickte russische MiG-29-Kampfflugzeuge durch den elektromagnetischen Impuls abstürzen.
Die Vorgänge in Sibirien werden vom MI6 über Satellit beobachtet. Dabei wird der gestohlene Tiger-Hubschrauber entdeckt und Natalya wird beobachtet, wie sie aus den Trümmern des Kontrollzentrums entkommt. Ouromov erfährt davon, dass Natalia als Zeugin seines Verbrechens überlebt hat und beginnt mit der Suche nach ihr. Bond macht sich auf den Weg nach Sankt Petersburg und trifft dort Jack Wade, seinen Kontaktmann von der CIA. Mit dessen Hilfe nimmt Bond Kontakt zu dem ehemaligen KGB-Agenten Valentin Zukovsky auf, der trotz alter Feindschaft zu Bond gegen Geld ein Treffen Bonds mit Janus arrangiert. Inzwischen trifft Natalya sich mit Grischenko, der sie jedoch gefangen nimmt, denn er arbeitet für Janus und war am Raub von GoldenEye beteiligt. Bond erfährt, dass der totgeglaubte Agent 006, Alec Trevelyan, hinter Janus steckt. Das ganze Unternehmen ist seine persönliche Rache an Großbritannien, das er für den Tod seiner Eltern verantwortlich macht. Als Lienzer Kosaken waren Trevelyans Eltern von den Briten nach dem Zweiten Weltkrieg mit 25.000 anderen Kosaken bei Lienz an Stalin und seine Exekutionskommandos ausgeliefert worden; Trevelyans Eltern hatten zwar überlebt, begingen aber später aus Scham Selbstmord. Trevelyan versucht, 007 und Natalya in dem nun ausgedienten Tiger-Hubschrauber zu töten. Dies kann Bond zwar in letzter Sekunde verhindern, doch werden beide vom russischen Militär verhaftet und ins Verteidigungsministerium gebracht.
Dort werden sie vom russischen Verteidigungsminister Mischkin verhört, wobei Natalia Ouromov belastet und die der Regierung unbekannte Existenz des zweiten Goldeneye-Satelliten bestätigt. Plötzlich taucht Ourumov auf und erschießt den Minister mit Bonds Dienstwaffe, um ihm den Mord anzuhängen. Bond kann erneut fliehen, muss jedoch Natalya zurücklassen. Er verfolgt Ourumov und Natalya in einem T-55-Panzer quer durch Sankt Petersburg, doch Ourumov kann sich absetzen und Natalya zu einem gepanzerten Salonzug der ehemaligen Sowjet-Regierung bringen, wo Trevelyan und Onatopp bereits warten. Bond bringt den Zug schließlich außerhalb der Stadt mit dem Panzer als Sperre zum Entgleisen. Er stürmt den Zug und tötet Ourumov, aber Trevelyan und Onatopp können entkommen. Trevelyan sperrt Bond und Natalya im gepanzerten Zug ein und aktiviert eine Bombe mit Zeitzünder, doch wiederum gelingt beiden knapp die Flucht.
Natalya hat inzwischen herausgefunden, dass Kuba das Ziel von Trevelyan und Onatopp ist. Auf Kuba kommen Natalya und Bond sich näher. Bond macht die geheime Basis von Trevelyan versteckt in einem See ausfindig. Er kann die auf sie angesetzte Onatopp töten und stürmt mit Natalya die Basis. Hier erfahren sie den Plan von 006: Er will zunächst mit Hilfe des Verräters Grischenko Gelder auf seine Konten transferieren und anschließend mit einem Angriff durch GoldenEye auf London alle Daten löschen, um die gesamte britische Finanzwelt ins Chaos zu stürzen und seine Spuren zu verwischen.
Doch Bond und Natalya können Trevelyans Pläne vereiteln: Beim Showdown kämpfen Trevelyan und Bond auf einem Radioteleskop, wobei Bond seinen Widersacher, auf die für Trevelyan übliche Frage „Für England, James?“ mit „Nein, für mich.“ antwortend, in den Tod stürzen lässt. Grischenko, der sich schon gerettet wähnt, wird durch einen Schwall flüssigen Stickstoffs schockgefrostet.
Schließlich lassen Bond und Natalya sich von einem US-amerikanischen Rettungshubschrauber zur Guantanamo Bay Naval Base ausfliegen.
Produktion Verzögerungen durch Rechtsstreit und neuer Hauptdarsteller mini|Logo-Variante für den US-Markt und Soundtrack
Bereits im Frühjahr 1990, im Anschluss an die Veröffentlichung von Lizenz zum Töten, wurde mit der Vorproduktion des 17. James-Bond-Films der Eon Productions begonnen, der 1991 erscheinen sollte. James Bond sollte wieder von Timothy Dalton gespielt werden, dessen VertragTimothy Dalton Gets His ‘License to Kill’ auf bbcamerica.com (englisch), abgerufen am 6. November 2012. noch einen weiteren Film vorsah.GoldenEye – The Road To Production auf mi6-hq.com (englisch), abgerufen am 6. November 2012. Ein entsprechendes Plakat war auf den Filmfestspielen in Cannes 1990 zu sehen.https://www.reddit.com/r/JamesBond/comments/arksdl/eons_official_bond_17_poster_for_daltons_3rd_bond/?rdt=65086
Durch Rechtsstreitigkeiten zwischen Eon Productions und Metro-Goldwyn-Mayer / United Artist (MGM/UA) wurde der Film in den folgenden Jahren immer wieder verschoben. Obwohl diese noch nicht ausgeräumt waren, wollten MGM/UA die Bondserie 1992 fortsetzen, aber mit einem neuen Hauptdarsteller, was Broccoli ablehnte. Erst ein weiteres Jahr später erklärte sich die neu eingesetzte Konzernspitze dazu bereit, auf Broccolis Wünsche einzugehen. Am 6. August 1993 gab Timothy Dalton in einem Interview mit der Daily Mail die Information an die Öffentlichkeit, dass Michael France das Drehbuch schreibe und voraussichtlich im Januar oder Februar 1994 mit den Dreharbeiten begonnen werden sollte.Production Notes auf mi6-hq.com (englisch), abgerufen am 6. November 2012.
Doch der Termin verstrich, und am 12. April 1994 gab Timothy Dalton bekannt, dass er keinen weiteren James-Bond-Film drehen wolle. Die Produzenten begannen mit der Suche nach einem neuen Hauptdarsteller und testeten zehn Kandidaten in Probeaufnahmen. Als Kandidaten waren u. a. Mel Gibson, Hugh Grant, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Lambert Wilson, Mark Frankel sowie Paul McGann für den Posten des smarten Agenten vorgesehen. Am Ende bekam Pierce Brosnan die Rolle, ihm wurde die Nachricht am 1. Juni 1994 mitgeteilt. Eigentlich hätte Brosnan schon in Der Hauch des Todes die Bondrolle übernehmen sollen. Die große Medienpräsenz aufgrund seines Castings als 007 ließ jedoch das Interesse an der Serie Remington Steele, für die er noch unter Vertrag stand, wieder ansteigen, und die Fernsehproduzenten ließen weitere Folgen produzieren. Dadurch war Brosnan nicht rechtzeitig zum Drehbeginn von Der Hauch des Todes verfügbar und musste auf die Rolle verzichten. Am 8. Juni 1994 wurde Pierce Brosnan offiziell als neuer James Bond vorgestellt, er unterschrieb einen Vertrag über drei Filme.
Drehbuch Kurz nach dem Erscheinen des Vorgängers wurde von Michael G. Wilson und Alfonse Ruggiero ein 17-seitiges Outline für den dritten Teil mit Dalton verfasst, welches bereits den Titel GoldenEye trug, jedoch eine völlig andere Handlung aufwies. So sollte dieser Film unter anderem in Asien spielen und Roboter und andere High-Tech-Elemente enthalten. Durch den Eon/MGM-Rechtsstreit und schließlich den Ausstieg Daltons wurde dieses Skript hinfällig. Lediglich einzelne Elemente dieses Outlines wurden in die nachfolgenden Filme übernommen.Timothy Dalton's Unmade James Bond Predicted Brosnan & Craig's 007 Movies
Daltons Aussage, dass Michael France das Drehbuch schreibe, war korrekt. France hatte einen Entwurf verfasst, der von Jeffrey Caine überarbeitet wurde, als Brosnan als neuer Bond feststand. Caine behielt viele Elemente aus Frances Entwurf, fügte aber auch neue hinzu. Der Prolog, der neun Jahre vor der eigentlichen Handlung des Filmes spielt, war Caines Idee. Als dritter Autor wurde Kevin Wade engagiert, der das Drehbuch überarbeitete und kleinere Änderungen vornahm. Weitere kleine Änderungen wurden von Bruce Feirstein vorgenommen. Offiziell wurde Caine und Feirstein das Drehbuch zugeschrieben und France die Story. Wade erhielt keine Nennung im Abspann, aber die Figur des CIA-Agenten Jack Wade wurde nach ihm benannt.
Titel Der Titel des Films, GoldenEye, ist eine Hommage an Ian Flemings Domizil auf Jamaika, das diesen Namen trägt. Dorthin zog sich Fleming jedes Jahr für ein paar Monate zurück, um einen neuen James-Bond-Roman zu schreiben. Fleming hatte den Namen von der Operation Golden Eye übernommen, einem Auftrag, den er während des Zweiten Weltkriegs beim Marinenachrichtendienst geleitet hatte.
Besetzung Als das Drehbuch fertig war, begann man mit der Suche nach einem Regisseur und Darstellern. Als Regisseur verpflichtete man Martin Campbell.
Als Agent 006 wurde Sean Bean verpflichtet, nachdem er für die Hauptrolle als James Bond vorgesprochen hatte.
Als Bond-Girl Natalya Simonova tritt Izabella Scorupco auf. Ihre Gegenspielerin Xenia Onatopp wird von Famke Janssen verkörpert.
In GoldenEye wird die Rolle des Russen Valentin Zukovsky eingeführt und mit Robbie Coltrane besetzt, der bereits in Für alle Fälle Fitz erfolgreich war. Außerdem wird Bond erstmals von dem von Joe Don Baker gespielten Jack Wade unterstützt, der auch im nächsten Film wieder in diese Rolle zurückkehrte. Joe Don Baker spielte bereits in Der Hauch des Todes mit, verkörperte dort allerdings Bonds Gegenspieler Brad Whitaker.
Zum ersten Mal wird „M“ von einer Frau, Judi Dench, gespielt. Diese Entscheidung war die letzte größere Änderung am Drehbuch und wurde erst von Bruce Feirstein und dem Regisseur Martin Campbell getroffen. Miss Moneypenny wird erstmals von Samantha Bond dargestellt. Die Rolle des „Q“ übernahm bereits zum 15. Mal Desmond Llewelyn.
Titeldesign Maurice Binder, bisher für die Gestaltung fast aller Titelsequenzen der James-Bond-Filme zuständig, war 1991 verstorben, und man beauftragte diesmal Daniel Kleinman mit dieser Arbeit. 1989 hatte dieser bereits das Musikvideo für Gladys Knights Titellied zu Lizenz zum Töten aufgenommen.