mini|St. Peter

Sinbronn ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Dinkelsbühl im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Sinbronn hat eine Fläche von 13,880 km². Sie ist in 1341 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10.350,45 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bernhardswend, Botzenweiler, Karlsholz, Rosenhof und Tiefweg.

Geografie Das Pfarrdorf Sinbronn liegt in Luftlinie etwa fünf Kilometer östlich der Stadtmitte von Dinkelsbühl kurz vor der Wasserscheide zwischen der näheren Wörnitz im Südwesten, welcher der im Ort entstehende Lohgraben über eine fast ununterbrochene Kette von Fischteichen zufließt, und deren großem Zufluss Sulzach im Osten. Das Dorf ist überwiegend von offener Flur umgeben, in welcher der Ackerbau dominiert. Im Nordwesten wird die Flur Schwarzfeld genannt, im Norden Bogenfeld, im Osten Aucht, im Südosten Schwarzenerde. Im Südwesten befinden sich die Anhöhen Hammerbuck und Rechenberg. Im Osten liegt das Oberholz. Die Staatsstraße 2218 führt zur Bundesstraße 25 bei Dinkelsbühl (3,3 km westlich) bzw. an Illenschwang vorbei nach Wittelshofen (7,1 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Bernhardswend (2,5 km nordöstlich) und nach Karlsholz (1,3 km nördlich).

Geschichte Die Fraisch über Sinbronn war strittig zwischen dem ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen, dem oettingen-spielbergischen Oberamt Dürrwangen und der Reichsstadt Dinkelsbühl. Nur innerhalb des Etters stand sie Dinkelsbühl alleine zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte Dinkelsbühl, was aber von Wassertrüdingen bestritten wurde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand der Ort aus 31 Anwesen. Grundherren waren das Kastenamt Wassertrüdingen (15 Anwesen; unmittelbar: 1 Gut; mittelbar Frühmesse Sinbronn: 3 Lehengüter, 4 Sölden, Kirche Sinbronn: 7 Güter), die Reichsstadt Dinkelsbühl (15 Anwesen; Stadtkammer: 4 Häuser, 1 Haus mit Backrecht, 3 Halbhöfe, 1 Halbhof mit Brauerei- und Branntweingerechtigkeit, 1 Gut, 1 Gut mit Wirtschaft; Siechenpflege: 1 Halbhof, 1 Gut; Reichalmosenpflege: 2 Güter) und 1 Gut, das keinen Grundherrn hatte, sondern freieigen war. Außerdem gab es 1 Kirche, 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus, 1 Gemeinschaftshaus, 1 Gemeindehirtenhaus, 1 Ochsenhirtenhaus.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 461ff. Es gab 28 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 497. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 579.

1806 kam Sinbronn an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1809 der Steuerdistrikt Sinbronn gebildet. Zu diesem gehörten Bernhardswend, Botzenweiler, Dorfkemmathen, Karlsholz, Fallhaus bei Bernhardswend und Tiefweg. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Sinbronn, die – mit Ausnahme von Dorfkemmathen – deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 533. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt kam Welchenholz hinzu, das aber bereits 1827 nach Illenschwang umgemeindet wurde.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 539. Die Gemeinde Sinbronn war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Dinkelsbühl zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Dinkelsbühl (1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Finanzamt Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag beim im gleichen Jahr gebildeten Stadt- und Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach). Rain wurde erst nach 1950 von Segringen umgemeindet. Die Gemeinde Sinbronn hatte 1964 eine Gebietsfläche von 13,870 km². Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Sinbronn an den Landkreis Ansbach. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Sinbronn am 1. Mai 1978 nach Dinkelsbühl eingemeindet.

Ortsname Die früheren Bezeichnungen „Siebenbrunnen“ und „Siebenbronn“ entwickelten sich über „Simbrunn“, „Sinnbronn“ und „Synbronn“ zu „Sinbronn“.A. Steichele: Das Bisthum Augsburg historisch und statistisch beschrieben, Bd. 3, S. 513.

Baudenkmäler Haus Nr. 16: ehemaliges Gasthaus, zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit steilem Satteldach, bezeichnet „1809“ Haus Nr. 31: Gasthaus der ehemaligen Brauerei, zweigeschossiger Satteldachbau mit Putzgliederungen, letztes Drittel 19. Jahrhundert, im Kern älter Haus Nr. 36: im Kern ehemaliger Nordturm der Friedhofsbefestigung, 13./14. Jahrhundert Haus Nr. 43: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Peter, romanische Saalkirche mit polygonalem Chorschluss, südlicher Portalvorhalle und nördlichem Chorflankenturm, frühes 13. Jahrhundert, Chor vermutlich zweites Viertel 14. Jahrhundert, Barockisierung 1667, Erhöhung um Turmokotogon 1722/23; mit Ausstattung; Friedhofsbefestigung, Bruchsteinmauer mit teilweise erhaltenen Rund- und Vierecktürmen, 13./14. Jahrhundert; Torturm, dreigeschossiger Quaderbau mit Fachwerkobergeschoss, 13./14. Jahrhundert; Rest des ehemaligen Nordturms der Friedhofsbefestigung, 13./14. Jahrhundert

Einwohnerentwicklung Gemeinde Sinbronn Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 567 503 495 500 500 504 508 505 504 501 494 491 485 506 521 518 520 501 470 605 601 582 504 519HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 98 84 101 99 101 102 94 101 99 Quelle Für die Gemeinde Sinbronn zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bernhardswend (S. 9), Bozenweiler (S. 11), Carlsholz (S. 16), Fallhaus (S. 24), Tiefweg (S. 92) und Welchenholz (S. 102).

Ort Sinbronn Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 255 245 247 247 250 226 254 336 270 257 282Häuser 43 45 51 51 50 50 53 84Quelle

Religion Sinbronn ist Sitz der Pfarrei St. Peter und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Katholiken sind nach St. Peter und Paul (Halsbach) gepfarrt.

Vereine, Sport, Freizeit und Veranstaltungen Der Sportverein Sinbronn e. V., die Krieger- und Soldatenkameradschaft, der Obst- und Gartenbauverein Sinbronn sowie die Selbsthilfegruppe Brücke zur Arbeit e. V. sind in Sinbronn aktiv.

Eine sportliche Aktivität bietet auch der Deutsche Alpenverein Sektion Dinkelsbühl im alten Trafohäuschen. Dieses wurde umgebaut und dient seit 2008 als Indoor-Kletterturm.

Der Aeroclub Dinkelsbühl e. V. betreibt den kleinen Flugplatz Dinkelsbühl-Sinbronn mit einer 700 Meter langen Graspiste, an dem Rundflüge, Fallschirmspringen und die Ausbildung für Ultraleichtflugzeuge (SPL) sowie zur Motorfluglizenz bis PPL-A-JAR FCL angeboten wird. (Siehe auch Liste der Verkehrs- und Sonderlandeplätze in Deutschland)

Seit 5. September 2015 ist am Flugplatz der Rettungshubschrauber Christoph 65 stationiert. Bayerischer Rundfunk, 2. September 2015.

Seit 2006 findet in Sinbronn jährlich am dritten August-Wochenende das Summer Breeze Open Air statt, mit bis zu 50.000 Besuchern ist es das zweitgrößte Metal-Festival Deutschlands.

Gewerbe Durch seine Nähe zu Dinkelsbühl entwickelte sich ein kleines Industriegebiet östlich des Ortes in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes. Der größte Arbeitgeber ist ein Unternehmen der Elektroindustrie mit knapp 400 Mitarbeitern. Die Erweiterung des Ortes durch das Industriegebiet machte die Einführung von Straßennamen notwendig. Zuvor wurden die Gebäude des Ortes nur durch ihre Nummerierung unterschieden.

Literatur

August Gabler: Altfränkisches Dorf- und Pfarrhausleben 1559–1601. Ein Kulturbild aus der Zeit vor dem 30jährigen Krieg. Dargestellt nach den Tagebüchern des Pfarrherrn Thomas Wirsing von Sinbronn. Nürnberg 1952 (Freie Schriftenfolge der Gesellschaft für Familienforschung in Franken, 3).

Weblinks

Fußnoten

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