Heinrich Fueter (ausgesprochen ;Hans Bickel, Christoph Landolt: Duden. Schweizerhochdeutsch. Wörterbuch der Standardsprache in der deutschen Schweiz. Hrsg. vom Schweizerischen Verein für die deutsche Sprache. Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2012, S. 88. * 17. Februar 1911 in Zürich; † 13. Oktober 1979 ebenda) war ein Schweizer Filmproduzent.
Werdegang Heinrich Fueter war der Sohn des Historikers und NZZ-Redaktors Eduard Fueter Senior. Sein Bruder war der Wissenschaftshistoriker Eduard Fueter junior. Seine Jugend verbrachte er im Haus der Mutter Jenny Faesi-Weber und ihrem zweiten Ehemann Robert Faesi. Nach der Matura an der Kantonsschule Trogen schlug Heinrich Fueter zunächst eine militärische Laufbahn ein und studierte bis zur Promotion Jura.
26-jährig fand er eine Anstellung bei der Filmproduktionsfirma Praesens-Film, wo er mit organisatorischen Aufgaben betraut wurde. Bei dem Wehrertüchtigungsfilm Füsilier Wipf wirkte Heinrich Fueter 1938 unter der Regie von Leopold Lindtberg nicht nur als militärischer Berater mit, sondern trat erstmals auch als Produktionsleiter in Erscheinung. Füsilier Wipf war die Verfilmung eines 1917 veröffentlichten Romans des Zürcher Literaturprofessors Robert Faesi, Fueters Stiefvater. Ebenfalls als militärischer Berater am Filmset aktiv war der ehemalige Mitbewohner Fueters und späterer Rektor der ETH Karl Schmid. Nach drei Spielfilmen wechselte er 1941 zu der von dem deutschen Produzenten Günther Stapenhorst geführten Gloriafilm. Für diese übernahm er, in der Position eines kaufmännischen Leiters, 1942 den Aufbau und die Leitung des Studios Bellerive.
1939 wirkte Fueter als Koordinationschef aller kultureller Veranstaltungen der Schweizerischen Landesausstellung, zudem organisierte er die Eröffnungs- und Schlussfeier sowie die Wehrvorführungen. 1939/1940 wurde Fueter die Leitung des Unterhaltungsdienstes der Sektion «Heer und Haus» im Armeekommando übertragen, welche durch Vorträge, Aufführungen, Film- und Radiovorführungen zu einem wichtigen Werkzeug der Geistigen Landesverteidigung wurde.
Im Sommer 1947 gründete Fueter mit 100.000 Franken Startkapital eine eigene Produktionsfirma, die Condor-Film A.G. Das Unternehmen konnte angesichts knapper Kapitaldecke in den Startjahren nur selten Spielfilme herstellen. Vielmehr konzentrierte sich Heinrich Fueter auf die Produktion ambitionierter Werbe-, Industrie-, Ausbildungs- und Dokumentarfilme. Zahlreiche Schweizer Regisseure wie z. B. Max Haufler konnten nur dank Fueters Auftragsvergabe in ihrem Beruf überleben. Von 1956 bis 1960 weitete Heinrich Fueter seine Firma mit einer Niederlassung nach Deutschland (München) aus.
1966 zog er sich aus dem Produktionsgeschäft endgültig zurück und übergab die Leitung der Firma seinen beiden Söhnen Peter-Christian und Martin Andreas. Heinrich Fueter war mit der Schauspielerin Anne-Marie Blanc verheiratet.
Filmografie (Auswahl) 1938: Füsilier Wipf 1940: Die missbrauchten Liebesbriefe 1941: Gilberte de Courgenay 1942: Menschen die vorüberziehen 1942: Gottesmühlen (Steibruch) 1943: Das Leben beginnt (Matura-Reise) 1943: Komödie um Erika 1950: Fusio 1955: Souvenirs 1956: Sie und Er 1959: Auskunft im Cockpit 1960: Operation Schweiz 1964: Der Gefangene der Botschaft 1964: Mein General-Motors-Abenteuer 1964: Schellen-Ursli
Literatur
Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, . Hervé Dumont: Geschichte des Schweizer Films, Spielfilme 1896–1965. Schweizer Filmarchiv, Lausanne 1987 Anne Cuneo: Anne-Marie Blanc. Römerhof Verlag, Zürich 2009 Bernhard Ruetz: Heinrich Fueter (1911–1979). Produzent – Unternehmer – Filmpionier. Verein für Wirtschaftshistorische Studien, Zürich 2012, ISBN 978-3-909059-56-0.
Weblinks
die von Heinrich Fueter 1947 gegründete Condor Films AG heute: Webpage des Unternehmens Auftragsfilm für General Motors, Herstellungsjahr: 1964, Produzent: Heinrich Fueter, Regie: Kurt Früh, Produktionsfirma: Condor Films Auftragsfilm von Swissair, Herstellungsjahr: 1967, Produzent: Heinrich Fueter, Regie: Ulrich Kündig, Produktionsfirma: Condor Films
Einzelnachweise
Kategorie:Filmproduzent Heinrich Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben 1979 Kategorie:Mann