mini|Guo Songtao, mit Kolinskypelz und -mütze (vor 1891) Der Artikel behandelt die Felle und Fellprodukte des Kolinsky (Kolinski) oder Kolonok und des Solongoi oder Altaiwiesels.

Die im Pelzhandel selten noch auftauchenden Namen für Erzeugnisse aus Kolinskyfell sind irreführend: Sibirischer Nerz, Chinesischer Nerz, Japanischer Nerz, Koli-Nerz,Friedrich Lorenz: Rauchwarenkunde. Selbstverlag, Berlin 1958, S. 99. daneben auch Feuermarder, Erdmarder oder Tartarischer Marder.Christian Franke, Johanna Kroll: Jury Fränkel’s Rauchwaren-Handbuch 1988/89. 10. überarbeitete und ergänzte Neuauflage. Rifra-Verlag, Murrhardt, S. 22–24. Weder weist die Haarstruktur auf ein Wassertier hin noch ähnelt die Lebensweise des Kolinsky dem des Nerzes. Ältere Bezeichnungen sind Kalinken-, Kulonki-, auch Kolänka-, Karlinken- und Kolinkenfelle.Christian Heinrich Schmidt: Die Kürschnerkunst. Verlag B. F. Voigt, Weimar 1844, S. 23.

Seit dem 15. April 1967 sind nach den RAL-Bestimmungen im Handel, neben Kolinsky, nur noch die Namen Chinesisches Wiesel und Japanisches Wiesel zulässig.

Die Felle waren bis in die neuere Zeit in den Ländern und Gebieten besonders gefragt, in denen Gelb als Farbe des Staates und der Macht besonderen Rang hatte. Sie bildeten einen bedeutenden Artikel des Pelzhandels in China, der Mandschurei und der Türkei.Fritz Schmidt: Das Buch von den Pelztieren und Pelzen. F. C. Mayer Verlag, München 1970, S. 279–282. In westlichen Ländern fand die rötlichgelbe Farbe weniger Anklang, so dass die Felle hier fast immer vor der Endverarbeitung gefärbt wurden. Neben der Fellverwertung wurden früher, auch heute noch in geringem Umfang, die Haare des buschigen Schweifes zu feinen Malerpinseln verarbeitet. Die natürliche Elastizität, die Feinheit und die große Farbaufnahme der schuppigen Haaroberfläche macht das Haar anderen Materialien überlegen.

Aufgrund seiner Seltenheit spielte das Kolinskyfell pelzwirtschaftlich jedoch keine wesentliche Rolle.N. Dawaa, M. Nicht, G. Schünzel: Über die Pelztiere der Mongolischen Volksrepublik. In: Das Pelzgewerbe. Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, 1971, Nr. 1, S. 9. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES führt diese Art in Appendix III der Übereinkunft. Sie wird damit als eine in Indien mit besonderen Handelsbestimmungen versehene Art bezeichnet. Die Europäische Union beurteilt sie in der EU-Artenschutzverordnung (EG) Nr. 338/97 bzw. in der Änderung durch EG-Verordnung 407/2009 Anhang D als Art, deren Einfuhrmenge in die Europäische Union eine Handelsüberwachung rechtfertigt.

Die in der Zoologie beschriebenen Unterarten des Feuermarders lassen sich nicht mit den im Pelzhandel üblichen Benennungen in Übereinstimmung bringen.Dr. Ingrid Weigel: Der Kolonok – Seine Handelsnamen. In: Das Pelzgewerbe. Hermelin Verlag Dr. Paul Schöps, Leipzig/Wien 1961 Nr. 2, S. 75–76.

Kolinsky (Kolonok) mini|Pinsel aus Kolinskyschweifhaaren mini|Kollier aus nerzgefärbtem Kolinskyfell (1. Hälfte 20. Jh.) Kolinskyfelle kommen aus den Gegenden vom Ural bis zum Amur, Korea, der Mandschurei, teils aus Nordchina.

Die Jungtiere sind anfangs graublau, das erst dunklere, meist bräunliche Sommerfell des erwachsenen Tieres wird im Laufe des Sommers fahlgelb, die Fellfarbe im Winter ist rötlichgelb. Der Name Feuermarder leitet sich von dem leuchtenden, mitunter fast grellem, feurigem ockergelb ab. Stirn und Kopfseite, die Maske, sind braun, an Hals und Kehle befinden sich mitunter kleine weißliche Abzeichen, sonst meist gleichmäßig gefärbt. Die weiße Schnauze ist stets mit einem schwarzen Ring eingefasst. Die Fellseiten sind nur wenig blasser als die Oberseite. Die Fellstruktur ähnelt der des Hermelins, das Haar ist länger und gröber als bei den europäischen oder amerikanischen Nerzen, die Oberhaarlänge des Winterfells beträgt 30 bis 40 mm.Prof. Dr. sc. nat. Dr. med vet. h. c. Heinrich Dathe, Berlin; Dr. rer. pol. Paul Schöps, Leipzig unter Mitarbeit von 11 Fachwissenschaftlern: Pelztieratlas. Gustav Fischer Verlag, Jena 1986, S. 162–163. Die Behaarung ist dicht, weich und mittellang, das gut entwickelte Unterhaar ist weich. Das langgestreckte Fell des Kolinsky hat eine Felllänge von etwa 31 bis 39 cm und ist etwas langhaariger als beim normalen Wiesel. Der Kopf ist schmal und spitz, die Gliedmaßen sind relativ kurz.

Der Haltbarkeitskoeffizient des Kolinskyfells beträgt 20 bis 30 Prozent.Dr. Paul Schöps, Dr. H. Brauckhoff (Stuttgart), K. Häse (Leipzig), Richard König (Frankfurt/Main), W. Straube-Daiber (Stuttgart): Die Haltbarkeitskoeffizienten der Pelzfelle. In: Das Pelzgewerbe. Jahrgang XV, Neue Folge, Nr. 2, Hermelin Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin u. a. 1964, S. 56–58.Die angegebenen vergleichenden Werte (Koeffizienten) sind das Ergebnis vergleichender Prüfung durch Kürschner und Rauchwarenhändler in Bezug auf den Grad der offenbaren Abnutzung. Die Zahlen sind nicht eindeutig, zu den subjektiven Beobachtungen der Haltbarkeit in der Praxis kommen in jedem Einzelfall Beeinflussungen durch Gerbung und Veredlung sowie zahlreiche weitere Faktoren hinzu. Eine genauere Angabe könnte nur auf wissenschaftlicher Grundlage ermittelt werden. Die Einteilung erfolgte in Stufen von jeweils 10 Prozent. Die nach praktischer Erfahrung haltbarsten Fellarten wurden auf 100 Prozent gesetzt. Bei einer Einteilung der Pelztiere in die Feinheitsklassen seidig, fein, mittelfein, gröber und hart wird das Kolinskyhaar und auch das Haar des chinesischen Wiesels als fein eingestuft, das Haar des Bergkolinskys und das des Solongois als mittelfein.Paul Schöps, Kurt Häse: Die Feinheit der Behaarung – Die Feinheits-Klassen. In: Das Pelzgewerbe. Jg. VI / Neue Folge, 1955 Nr. 2, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Leipzig, Berlin, Frankfurt am Main, S. 39–40 (Anmerkung: fein (teils seidig); mittelfein (teils fein); gröber (mittelfein bis grob)).

Charakteristisch ist der auffallende, wie beim Marder buschige, 13 bis 21 cm lange Schweif, der Nerzschweif ist dagegen flacher und schmaler. Die Felle kamen meist ohne die Schwänze in den Handel, die kräftigen seidigen Haare wurden zu Malerpinseln verarbeitet, die zumindest in England auch als Zobelfellpinsel in den Handel kamen.Frank Grover: Practical Fur Cutting and Furriery. The Technical Press, London 1936, S. 64. Das Entfernen der Schwänze vor dem Gerben geschieht, damit das Haar unter dem Gerbprozess nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.Max Bachrach: Fur, a Practical Treatise. Prentice Hall Inc., New York 1936, S. 378–384. Seit dem Ersatz durch Kunststoff werden nur noch wenige, hochwertige Kolinskyhaarpinsel für feine Arbeiten hergestellt. 1906 kostete ein Fell 30 bis 40 Pfennig, 1911 war der Preis auf 1,50 Mark hochgeschnellt, ohne Schweif war es 25 Pfennig billiger.

Provenienzen: Sibirien Westsibirische gelten als die besten, die Differenz zu ostsibirischen Kolinsky ist jedoch gering. Die Unterschiede sind stark witterungsabhängig, das Wertverhältnis kann sich in manchen Jahren auch umkehren.

Der russische Standard unterscheidet Kusnezk, Tomsk, Barabinsk, Tobolsk, Jenniscisk, Lensk, Jakutsk, Amur, Sabajkal und Baschkirien.

Die besten Sorten sind Kusnezk, Tobolsk, Barabinsk und Tomsk. Als weniger edel gelten Jakutsk, Amur, Sabajkal. Diese werden auch schmaler gespannt. Ferner werden sie sortiert in Groß, Mittel, Klein. – I, II.

Die Rohfelle werden in Beutelform, mit dem Haar nach innen, angeliefert.

Mandschurei (Nordöstliches China) Norden (Amur): Nördliche Felle der Mandschurei sind groß, fein und sehr leicht im Leder. Sie sind ähnlich dem Amur-Kolinsky (Russland). Mitte (Kirin): Kleine und helle Felle. Süden (Mukden): Die sogenannten Mukdenkolinsky kommen aus dem Süden der Mandschurei, sie sind klein und dunkel, qualitativ schwächer und mehr dem chinesischen Wiesel ähnlich.Aladar Kölner in Fa. D. Kölner, Leipzig: Chinesische, mandschurische und japanische Pelzfelle. In: Rauchwarenkunde. Elf Vorträge aus der Warenkunde des Pelzes. Verlag Der Rauchwarenmarkt, Leipzig 1931, S. 115–116.

China: Die Anlieferung erfolgt meist aus dem Gebiet Shanghai-Kwan südwestlich der Mandschurei, nordöstlich Tientsin, allerdings in wenig bedeutender Menge. Die Behaarung im Genick ist auffallend flach.

Korea Von hier kommen sehr große Felle; rötlich bis schwärzlich; schwerledrig. 1984 wurden auf einer Leningrader Auktion 12.360 rohe koreanische Kolinsky verkauft.Redaktion: Koreanische Kolinsky zu 100 Prozent geräumt. In: Pelz International. Heft 11, Rhenania-Verlag, Koblenz November 1984, S. 45. Anmerkung: Als erzielter Preis wird 7,50 bis 0,35 Dollar angegeben, der zweite Preis offensichtlich ein Druckfehler.

Die Felle wurden meist auf Zobel oder Nerz gefärbt, die Verwendung war wie bei Nerz (Bekleidungs-Großteile, Pelzinnenfutter und anderes).

Solongoi, Newchwang Wiesel, zoologisch Altai-Wiesel mini|300px|Chinesische Würdenträger mit Kolinskypelzen mini|Kolinskycape (London 1921) Weitere Namen sind Bergkolinsky, Steinkolinsky, Kolonok kamenniNach Shitkov (die aus der Mandschurei stammenden Felle werden laut Emil Brass mit diesem Namen bezeichnet (1911)).Emil Brass: Aus dem Reiche der Pelze. Verlag der „Neuen Pelzwaren-Zeitung und Kürschner-Zeitung“, Berlin 1911, S. 489–492.

Als Solongoi, auch Berg- oder Steinkolinsky im Handel, ist das Fell des Altaiwiesels aus dem Altai- und Sajangebirge bis zur Mandschurei (Nordöstliches China). Das dichte, glänzende Haar ist mittellang; sandgelb mit bläulich-grauer Unterwolle. Es ist wesentlich flacher und gröber als beim Kolinsky. Die Haarstruktur entspricht etwa der des Chinesischen Wiesels, teils auch dem des russischen Sommerhermelins.

Die Felle weiblicher Tiere sind bis zu einem Drittel kleiner als männlicher Tiere. Die Rohfelle werden meist in Beutelform, Haar nach innen angeliefert, teils nach außen.

Das Fellsortiment entspricht dem des Kolinsky, er wird heute meist auch unter dieser Bezeichnung versteigert.

Die Verarbeitung ist ebenfalls wie der des Kolinsky, meist in braune Farbtöne eingefärbt (Nerz, Marder, Zobel). Vor 1930 wurde das Material von einem Pariser Modehaus stärker forciert, unter anderem für Mäntel, Jacken und Besätze.

Chinesisches Wiesel, auch Compo Wiesel Das Fell ist gelblich, teils bräunlichgelb, mitunter hellrötlich. Das seidige bis grobe Haar ist mittellang (etwa wie beim Nerz), gegenüber dem Kolinsky ist es flacher, gröber und mehr gelbbraun. Die Felle aus Süd-Kiangsi, Sichuan, Kweitschau bis Yunnan haben eine schwärzliche Schwanzspitze, nicht so ausgeprägt wie beim Hermelin. Die Felllänge beträgt etwa 40 cm, die Schwanzlänge etwa 10 bis 15 cm. Die Felle der Weibchen (females) sind teils erheblich kleiner als der Männchen, seidiger und entsprechend der Körpergröße kurzhaariger. Drei zugerichtete weibliche Felle erreichen die Größe zweier männlicher Felle (males).

Asiatische Wieselfelle wurden bis in die 1960er Jahre häufig als Chinesischer Nerz oder Japanischer Nerz gehandelt. 1965 erwog die Internationale Pelzhandelsvereinigung nach einem Vorpreschen des deutschen Pelzhandels, ihren Mitgliedsorganisationen zu empfehlen, künftig auf die Bezeichnung Chinesischer oder Japanischer Nerz, weil irreführend, zu verzichten und sie als Chinesische oder Japanische Wiesel zu bezeichnen. Die britische Pelzhandelsvereinigung wollte dies zunächst nicht akzeptieren, mit Wirkung ab 1. Januar 1966 wurde dann doch diese Empfehlung allgemein genehmigt.Ohne Autorenangabe: Generalversammlung der Internationalen Pelzhandelsvereinigung. In: Die Pelzwirtschaft. 10. Oktober 1965, S. 65.Dr. Paul Schöps (Leipzig), Kurt Häse (Leipzig), Friedrich Hering (Frankfurt am Main), Richard König (Frankfurt am Main): Chinesisches Wiesel, Kolinsky und Solongoy. In: Das Pelzgewerbe. Nr. 3, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Frankfurt am Main/Leipzig 1958, S. 106–110.

Die Schweifhaare werden zu Malerpinseln verarbeitet.

Das Vorkommen ist China, insbesondere der Jangtsekiang-Raum.

Die Felle kommen in Beutelform in den innerasiatischen Handel, das Haar teils nach außen, teils nach innen, heute meist mit Schweif.