Die Milseburger Kuppenrhön (auch: Westliche Kuppenrhön) liegt fast komplett im Landkreis Fulda in Hessen, ist der zentral westliche Naturraum der Rhön, der die bis hohe Wasserkuppenrhön von westlichen Richtungen her umschließt. Mit der namensgebenden, hohen Milseburg trägt er die mit Abstand höchste Erhebung der Kuppenrhön.

Lage und Grenzen Die Milseburger Kuppenrhön reicht nach Norden bis zum Nüsttal bei Obernüst, nach Osten in etwa verlängert um die Landesstraße nach (Habel-)Esbachsgraben. Hinter dieser Linie schließt sich die bis hohe Soisberger Kuppenrhön an.

Im nördlichen Osten stößt sie ans (Mittlere) Ulstertal, hinter dem sich die bis hohe Auersberger Kuppenrhön anschließt, im mittleren Osten legt sie sich entlang einer Höhenlinie bei etwa 650 m um die Wasserkuppenrhön mit der hohen Wasserkuppe.

Von Südosten bis Süden flankiert sie zwischen Gersfeld und Thalau den Dammersfeldrücken um die hohe Dammersfeldkuppe. Nach Grenzziehung des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands (Blatt Schweinfurt) liegt nördlich von Motten, im äußersten Südwesten, die den Dammersfeld abdachende Hohe Kammer () als einzige bayerische (Landkreis Bad Kissingen) Erhebung im Naturraum, die ihn zur Brückenauer Kuppenrhön verriegelt. Deren Sandsteinrücken ist allerdings lediglich Sockel der Dammersfeldkuppe, von dieser durch eine Scharte auf 675 m kaum abgetrennt und trägt deren Wald und Truppenübungsplatz, weshalb sie eher deren Naturraum angehörig ist. Am Döllbach-Oberlauf Döllau steht sie der Großen Haube (Mottener Haube, ) im Norden der Brückenauer Kuppenrhön gegenüber, die zwar ebenfalls dem Dammersfeldrücken tributär ist, deren Scharte jedoch auf nur 498 m liegt, was sie zu einer sehr eigenständigen Erhebung macht.

Nach Westen flacht die Landschaft knapp östlich der Linie Thalau – Weyhers – Friesenhausen – Hofbieber (Verwerfung Weyhers-Schmalnau-Altenhof) zum selten über erreichenden Westlichen Rhönvorland ab. Auf Blatt Fulda des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands wurde die Westgrenze als nicht linienhaft festlegbar gekennzeichnet und zwischen Hofbieber und Rimmels ans Tal der Nässe gelegt. Betrachtet man indes die Höhenlagen, erreicht der das Nüsttal von Süden rahmende Rücken im Segment zwischen Rimmels, Hofbieber und Gotthards nur Höhen von deutlich unter 500 m (Stockküppel: 471,8 m), während er südöstlich jenseits der Straße Hofbieber–Gotthards am Sandberg bereits 560,4 m erreicht. Dies spräche dafür, das Nüsttal unterhalb Obernüst und den Nüsttalsaum nordwestlich jener Straße eher dem Westlichen Rhönvorland zuzurechnen.

Westliche Randberge der Milseburger Kuppenrhön wären demnach: Bernhardser Kuppe (571,0 m) Schweinsberg Nord- bis Nordwestabdachung mit Bergfeld (ca. 555 m; Flurname), Ulrichshauk (gut 550 m), Arnsberg (ca. 525 m) und Sandberg (560,4 m) Becken von Elters mit Sandberg im NO und Hessenliede im W: Schweinsberg (654,6 m, zurück versetzt) im O Hohlstein (684,7 m) im SO Schackenberg (557,1 m) im S Hessenliede (517,7 m) und Kugelberg (505,1 m) mit Schloss Bieberstein Wadberg (537,1 m) Stellberg (727,4 m, zurück versetzt) Schnegelsberg (509,6 m) Steinwand (645,9 m) Giebelrain (587,8 m) nebst Haimberg (537,8 m) Ebersberg (689,0 m) nebst ausladender Südwestabdachung mit Heidküppel (ca. 615 m) Großer Nallenberg (768,3 m) und Kleiner Nallenberg (704,1 m) nebst ausladender Westabdachung

In den o. g. Grenzen ist die Milseburger Kuppenrhön in Nordnordost-Südsüdwest-Richtung (Esbachsgraben bis Thalau) 25 km lang bei nur 5–10 km Breite und hat eine Fläche von etwa 190 km².

Andere Grenzziehung mini|300px|Geologische Karte der Milseburger Kuppenrhön (mit Wasserkuppenrhön und Westlichem Rhönvorland)Der Umweltatlas Hessen des Landesministeriums setzt die Nordgrenze deutlich nördlicher an, was aber weder geologisch (vgl. nebenstehende Karte) noch orographisch schlüssig erscheint – siehe Soisberger Kuppenrhön#Andere Grenzziehung.Karte und Beschreibung im Umweltatlas Hessen (in neuem Fenster öffnen!)

Landschaft und Geologie In der Milseburger Kuppenrhön steht außerhalb der Kuppengipfel fast überall Buntsandstein an, was zur Folge hat, dass die Fulda und ihre Nebenbäche sich um 200–300 m eingetieft haben. Von diesen Tälern aus erheben sich mäßig steile Sockel, denen die einzelnen Basaltkuppen aufsitzen, die sich hier, anders als in den nördlich und östlich angrenzenden Kuppenrhönlandschaften, auffallend oft mit .Phonolithkuppen mischen. Dazwischen findet sich inselartig Muschelkalk. Bereicherungen erfahren die Oberflächenformen durch den periglazialen Kleinformenschatz in Form von Blockhalden und -meeren. Insgesamt ist die Landschaft deutlich weniger „aufgeräumt“ als in der nördlich benachbarten Soisberger Kuppenrhön und der nordöstlich benachbarten Auersberger Kuppenrhön. Natürliche Vegetation ist der Luzulo-Fagetum.

Die Tatsache, dass die Milseburg mit die Berghöhen in anderen Teilen der Kuppenrhön (maximal ) deutlich übersteigt, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass nur wenige Berge des Naturraums eine Höhe von mehr als erreichen. Meistens betragen die Höhen der (höheren) Kuppen um . Da die Landschaft zur Hohen Rhön hin angehoben ist, steigen die Kuppenhöhen in Stufen an und die Schartenhöhe der Kuppen ist durchschnittlich deutlich geringer als in Sois- und Auersberger Kuppenrhön.

Flüsse Fast die gesamte Landschaft entwässert über (von Nord nach Süd) Nüst, Nässe, Bieber, Wanne, Lütter, Fulda und Schmalnau nach Westen zur Fulda – die nördliche Hälfte über den Umweg der Haune. Die Rhein-Weser-Wasserscheide im Süden sowie der Süden der Wasserscheide zwischen Fulda und Werra im südlichen Osten liegen außerhalb, in verschiedenen Teilen der Hohen Rhön. Im Nordosten wiederum flankiert die Fulda-Werra-Wasserscheide die Ulster in nur anderthalb Kilometern Entfernung und bildet gleichzeitig deren Randhöhen. Lediglich ein kleiner Kreis von etwa 7,5 Kilometern Durchmesser zwischen Wasserkuppe, Milseburg und den Lauf der Ulster rund um den Ort Hilders entwässert über Scheppenbach und Brandbach zur Ulster und damit ins System der Werra.

Nordteil

mini|Elters und der Kohlberg Im äußersten Norden schließt sich südlich an das Tal der Nüst ein eher flachwelliges Buntsandstein-Hügelland an. Die erste markante Kuppenreihe zieht sich mit den auffällig gleich hohen Basaltkegeln Eckweisbacher Kuppe (642,3 m), Kleiner Grubenhauck (641,4 m), Großer Grubenhauck (642,8 m), Kirschberg (637,0 m) und Schweinsberg (654,6 m) von Ost nach West, wobei der Kirschberg von der Reihe etwas nach Norden versetzt ist. Während die Grubenhaucke sowie Kirch- und Schweinsberg horizontal nur etwa 600 Meter trennen, sind Kirsch- und Schweinsberg von Großen doppelt, die Eckweisbacher Kuppe vom Kleinen sogar viermal so weit entfernt. Nach Nordwesten werden Kirsch- und Schweinsberg von einem schmalen Muschelkalksaum umgeben und durch den Buntsandsteinrücken des Sandbergs (560,4 m) abgedacht, dem nach Nordwesten (Arnsberg) und Norden (Ulrichshauk) noch kleinere Basaltkuppen aufsitzen.

Nachdem westlich des Schweinsbergs die Landschaft zum eine Bucht des Vorlands bildenden, kleinen Becken von Elters abgefallen ist, erhebt sich knapp 4 km westlich des Schweinsbergs die Muschelkalkanhöhe Hessenliede (417,7 m) unmittelbar südöstlich Hofbiebers, die das Becken von Westen rahmt. Ihr sitzt am Südhang der Kugelberg (505,1 m) mit Schloss Bieberstein auf. Die Hessenliede ist, mit einer Dominanz von 2,4 km und eine Prominenz von etwa 80 m, einer der eigenständigsten Berge der Region.

Die Eckweisbacher Kuppe ist, orographisch gesehen, eine der eigenständigsten Erhebungen der Gesamtlandschaft, da sie nach Norden durch eine 512 m hohe, nach Süden durch eine 517 m hohe Scharte nordwestlich von Eckweisbach von den anderen Kuppen getrennt ist. Gleichwohl geht sie neben dem dreieinhalb Kilometer entfernten Auersberg (756,8 m) jenseits der Ulster etwas unter. Von ihr aus verläuft die Hauptwasserscheide viertelkreisförmig, nach Südosten offen, bis sie die Kuppenrhön verlässt.

Die Hohlstein-Gruppe, die sich nach Südwesten im Bereich der Hauptwasserscheide gruppiert, ist geologisch sehr vielfältig; der zentrale Hohlstein (684,7 m) trägt Phonolith, der Bomberg (670,3 m) im Nordosten und der Harbachstein (618,0 m) im äußersten Osten tragen Basalt. Die Oberbernhardser Höhe (660,9 m) im Süden trägt wiederum Muschelkalk, der an der Westabdachung in Basalt übergeht, welcher sich bogenförmig zum Schackenberg (557,1 m) im Westen zieht, der nach Norden hufeisenförmig von Muschelkalk umgeben ist und von Süden ins Becken von Elters ragt; er ist bei einer Schartenhöhe von 65 m einer der prominenteren Berge, die Hessenliede ist orographisch sein Nordwestausläufer. Die Grubenhaucke und der Schweinsberg sind dem Bomberg tributär und können als äußerster Nordteil der Gruppe verstanden werden.

Der bislang beschriebene Nordteil der Milseburger Kuppenrhön wird durch die Straße Langenbieber–Kleinsassen–Eckweisbach–Hilders entlang der Bieber–Hummelborngraben/Dörmbach–Scheppenbach-Talung vom Zentralteil getrennt.

Zentralteil mini|Die Milseburg Das zentrale Segment zwischen der Straße Kleinsassen–Rupsroth im Norden, der dem Scheppenbach folgenden Straße Rupsroth–Dietges im Osten und der Bundesstraße 458 Dietges–Friesenhausen im Süden wird ausschließlich von Phonolithkuppen geprägt; hier stehen sieben der zehn Gipfel der Milseburger Kuppenrhön, die die 700 m übersteigen – wenngleich zwei davon namenlos sind. Das obere Tal der Bieber trennt einen Nordostteil an der Hauptwasserscheide ab, der nur zwei Berge trägt:.

Der Phonolith der Milseburg () folgt auf der Hauptwasserscheide der Oberbernhardser Höhe; er ist der mit Abstand dominanteste (5,2 km) und prominenteste (182 m) Berg des Naturraums. Nach Südwesten schließt sich, jenseits einer 56 m tieferen Scharte, der Bubenbader Stein (758,8 m) an, hinter dem die Wasserscheide am Weiherberg (785,7 m) in die Wasserkuppenrhön entschwindet – von dem den Budenbader indes eine Scharte auf immerhin um 653 m trennt.

Südwestlich des Biebertals ragt eine Gruppe von Phonolithkuppen auf, die die Maulkuppe (706,3 m im Zentrum hat) Im Norden ragt der Stellberg (727,4 m) auf, im Südosten der Teufelstein (729,4 m), während die Steinwand (645,9 m) nach Düdwesten abdacht. Östlich der Maulkuppe stehen überdies zwei weitere, unauffällige Kuppen mit knapp über 700 m Höhe. Während Maulkuppe und Teufelstein jeweils nur mäßig tiefe Scharten zum Weiherberg aufweisen, ist der Stellberg mit einer Prominenz von etwa 65 m einer der eigenständigeren Berge des Naturraums. Seine Dominanz zum Südwesthang der Milseburg beträgt immerhin 1,7 km.

Westlich der Phonolithkuppengruppe wird der Naturraum zwischen der Straße-Langenbieber–Schackau und Friesenhausen wieder durch Muschelkalkanhöhen gesäumt. Der Wadberg (537,1 m) liegt unmittelbar südlich der genannten Straße und südwestlich der Hohlstein-Gruppe. Orographisch ist er ein Ausläufer des Srellbergs, von dem ihn eine Scharte auf etwa 475 m trennt – was ihm eine gewisse Eigenständigkeit verleiht. Deutlich unauffälliger ist der Schnegelsberg (509,6 m) nordwestlich der Steinwand und nördlich Friesenhausens, in dem der geologische Strukturraum Schnegelsberg-Wadberg-Graben (2.2.34) nach Süden endet. Zwischen beiden Anhöhen zieht sich eine Bucht bis vor Wolferts (auf über 520 m gelegen) und den Stellberg.

Nordöstlich von Milseburg und Budenbader Stein zieht sich, zwischen Scheppenbach und Brandbach, noch ein besonders markanter Rücken vom Weiherberg aus nach Nordosten. Er gipfelt im Basaltberg Tannenfels (Rhön) (669,4 m) nebst Ruine Eberstein – mit einer Dominanz von 2,4 km und einer Prominenz von 93 m einer der eigenständigsten Berge des Naturraums. Am Nordwestrand des Rückens wird am Kesselkopf (579,1 m) Phonolith abgebaut, auch der Findloser Berg (635,0 m) im Nordosten trägt dieses Gestein.

Südteil