mini|Blick auf die Bergstadt Bad Grund vom Aussichtspunkt Fritze’s Ruh
Bad Grund (Harz) ist eine Einheitsgemeinde im westlichen Harz im Landkreis Göttingen, Niedersachsen und ein Heilklimatischer Kurort mit Heilstollen-Kurbetrieb. Der Verwaltungssitz befindet sich im Ortsteil Windhausen; namensgebend ist der Ortsteil Bergstadt Bad Grund (Harz).
Geographie Geographische Lage Bad Grund liegt in einem Tal am westlichen Rand des Harzes zwischen Seesen im Nordnordwesten, Clausthal-Zellerfeld im Osten und Osterode am Harz im Süden. Nördlich befindet sich an der Bundesstraße 242 der Hübichenstein und nordnordöstlich dieser Straße der Iberg. Durch Bad Grund führt der Harzer Försterstieg.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Bad Grund (Harz) besteht aus sechs Ortschaften. Zu ihnen gehören fünf Siedlungen. Die Einwohnerzahlen betrugen am 31. Dezember 2021:
Ortschaft Einwohnerzahl Bergstadt Bad Grund (Harz) mit Laubhütte und Taubenborn 2281 Flecken Gittelde mit Teichhütte 1760 Badenhausen mit Neuhütte und Oberhütte 1724 Eisdorf 1243 Windhausen 905 Willensen 283 Gemeinde Bad Grund (Harz) 8196
Nachbargemeinden Die Gemeinde Bad Grund (Harz) grenzt im Norden an die Stadt Seesen (Landkreis Goslar), im Süden an die Stadt Osterode am Harz (Landkreis Göttingen) und im Westen an die Gemeinde Kalefeld (Landkreis Northeim). Weitere Grenzen besitzt die Gemeinde mit den zwei gemeindefreien Gebieten Harz (Landkreis Goslar) im Nordwesten und Nordosten sowie Harz (Landkreis Göttingen) im Osten.
Geschichte → Zur Ortsgeschichte des namensgebenden Ortsteils siehe: Bergstadt Bad Grund – Geschichte
Ortsname Frühere Ortsnamen von Grund waren in den Jahren 1317 Fundo, 1321 Grunt, 1322 Grunt, 1405 Grund, 1504 Grunde, 1505 Grunde, 1505 Grunde und 1519 Grunde. Zugrunde liegt dem Ortsnamen der Grund im Sinne von Niederung. Im Hoch- wie im Niederdeutschen ist dies gleichermaßen bezeugt, zum Beispiel , altsächsisch grund für „Grund“, „Boden“. In Nordwestsachsen bezeichnet das Wort einen „tiefen, allmählich auslaufenden Geländeeinschnitt“. Mittelniederdeutsch ist es als grunt, also „Tiefe“, „Tal“, „Talgrund“, „Talsohle“ bekannt. Norddeutsch bedeutet grund „eine Niederung zwischen Bergen“, „ein kleines Tal“.
Die katholische St.-Barbara-Kirche wurde 1961/62 an der Danziger Straße erbaut. Zur Pfarrgemeinde gehörten auch die Orte Lautenthal und Wildemann. Am 6. Februar 2010 erfolgte die Profanierung. Die 1926 erbaute neuapostolische Kirche im Hübichweg 12 wurde 2007 geschlossen. Das Kirchengebäude wurde verkauft und wird inzwischen als Wohngebäude genutzt.
Eingemeindungen Zum 1. März 2013 schlossen sich die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Bad Grund (Harz) zur neuen Einheitsgemeinde Bad Grund (Harz) zusammen.
Seit dem Zusammenschluss der Landkreise Osterode am Harz und Göttingen am 1. November 2016 gehört Bad Grund (Harz) zum Landkreis Göttingen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 2013 8749 2014 8666 2015 8638 2016 8522 2017 8425 2018 8344 2019 8238 2020 8184 2021 8094 Angegeben ist jeweils die Einwohnerzahl lt. Landesamt für Statistik Niedersachsen zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres.
Konfessionsstatistik Jahresende 2020 waren von den Einwohnern 39,2 % evangelisch und 30,2 % katholisch. 30,6 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Jahresende 2024 waren von den Einwohnern 36,9 % evangelisch und 27,8 % katholisch. Der Rest 35,3 % war konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung sinkt jährlich.Servicestelle Statistik im Referat Demografie und Sozialplanung des Landkreises Göttingen, Statistische Gemeindeprofile Tabellenteil Demografie-, Sozial- und Wohnstrukturdaten, abgerufen am 13. Juli 2025Berichtsheft 2024 Teil 1 Landkreis Göttingen Bevölkerungsbestand nach Religion Seite 44, abgerufen am 13. Juli 2025
Religionen mini|St.-Antonius-Kirche Die evangelisch-lutherische St.-Antonius-Kirche befindet sich im Zentrum der Bergstadt Bad Grund am Markt, die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Clausthal-Zellerfeld. In der ab den 1950er Jahren errichteten Siedlung Taubenborn wurde am 12. Juni 1960 die Kapelle am Taubenborn (Am Rösteberg) geweiht.
Politik Gemeinderat
Der Rat der Gemeinde Bad Grund (Harz) besteht aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 7001 und 8000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Stimm- und Sitzberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister.
Die Kommunalwahl am 13. September 2026 ergab das folgende Ergebnis:
Bürgermeister Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund ist seit 2024 Patrick Schmidt (parteilos). Bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 wurde er mit 63,54 % der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,72 %. Seine Stellvertreter sind Holger Diener (SPD) und Petra Pinnecke (SPD).
Harald Dietzmann, der seit 2001 Bürgermeister der Gemeinde war, zog sich aus gesundheitlichen Gründen zum 1. April 2024 von seinem Posten zurück und ging in den vorzeitigen Ruhestand.
Ortsräte Die Ortschaften Bergstadt Bad Grund (Harz), Badenhausen, Eisdorf, Flecken Gittelde und Windhausen werden durch fünf Ortsräte mit insgesamt 31 Ratsmitgliedern vertreten. Seit der Kommunalwahl 2026 verteilen diese sich wie folgt: +OrtsteileSPDCDUWG∑Namen der WählergruppenBergstadt Bad Grund4–15 PRO Bad GrundBadenhausen4127PRO BadenhausenEisdorf2327PRO EisdorfFlecken Gittelde3227 PRO GitteldeWindhausen–325PRO Windhausen∑1391131
Die Ortschaft Willensen wird durch einen Ortsvorsteher vertreten, der vom Rat der Gemeinde Bad Grund (Harz) bestimmt wird.
Wappen Laut Hauptsatzung werden Wappen und Flagge zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt. Die Ortschaften Bergstadt Bad Grund (Harz), Flecken Gittelde sowie Badenhausen, Eisdorf und Windhausen sind berechtigt, ihre früheren Wappen und Flaggen zu führen. Zudem führt der Ortsteil Willensen ein Wappen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen und touristische Attraktionen mini|Bergbaumuseum „Schachtanlage Knesebeck“ Bergbaumuseum „Schachtanlage Knesebeck“Knesebeckschacht auf erzbergwerkgrund.de (der Knesebeckschacht diente früher u. a. als Fahr- und Materialschacht sowie zuletzt als Wetterschacht und gehörte zum Erzbergwerk Grund) HöhlenErlebnisZentrum Iberger Tropfsteinhöhle am Iberg, mit dem übertägigen Museum am Berg, dem untertägigen Museum im Berg und der Schauhöhle Iberger Tropfsteinhöhle König Hübich Kugelbahnweg.König Hübichs Kugelbahnweg auf der Website des Harzer Tourismusverband Er zieht sich vom HöhlenErlebnisZentrum durch das Teufelstal bis hinunter zum Marktplatz der Bergstadt und kann von beiden Seiten begangen werden. Sechs Stationen mit sechs unterschiedlichen Kugelbahnen, zumeist aus Holz, finden sich entlang des etwa 1,8 Kilometer langen Weges. Das Projekt wurde durch das Leader-Programm der EU gefördert. Die technische und kaufmännische Betreuung des Kugelbahnwegs obliegt dem Verein ZukunftsBergstadt Bad Grund/Harz.Kugelbahnweg entwickelt sich zum Besuchenmagneten. In: Harz Kurier vom 30. Juni 2026.
Musik regelmäßige Heimatabende (Harzer Folklore)
Bauwerke Atrium (ehemaliges Kurgastzentrum) Hydrokompressorenturm auf dem Gelände des Bergbaumuseums „Schachtanlage Knesebeck“ Iberger Albertturm auf dem Iberg Evangelisch-lutherische St.-Antonius-Kirche
Naturdenkmäler Arboretum Bad Grund Hübichenstein Iberger Tropfsteinhöhle
Regelmäßige Veranstaltungen Im Laufe jeden Jahres gehören die Osterfeuer am Karsamstag und die Walpurgisnacht-Feier am 30. April zu den viel besuchten Veranstaltungshöhepunkten. Das Lichterfest Teich in Flammen in der Siedlung Taubenborn, das seit den 1970er Jahren jeweils am dritten Samstag im August stattfindet, hat sich inzwischen zu einer der größten Veranstaltungen in Bad Grund entwickelt.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Blick vom Iberger Kaffeehaus (1907) Unternehmen Bad Grund war vor allem durch den Erzbergbau geprägt. 1992 schloss das Erzbergwerk Grund, das letzte buntmetallfördernde Erzbergwerk in der Bundesrepublik, aus dem sechs Millionen Tonnen Erz und 2500 Tonnen Silber gewonnen wurden.
Verkehr Über die Landesstraße 524 hat Bad Grund Anschluss an die Bundesstraße 243 nach Osterode am Harz und die Bundesstraße 242 nach Clausthal-Zellerfeld und Seesen und damit die Bundesautobahn 7.
Im Ortsteil Gittelde befindet sich der Bahnhof „Gittelde-Bad Grund“ der Bahnstrecke Seesen–Herzberg.
Bad Grund ist mit Bussen des ÖPNV zu erreichen. Bis 1971 hielten hier auch Züge der Bahnstrecke Gittelde–Bad Grund.
Vereine und Verbände Siehe Weblinks: Vereine & Verbände der Gemeinde Bad Grund (Harz)
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Konrad Julius Hieronymus Tuckermann (1765–1831), Jurist und Bürgermeister von Göttingen August Orth (1828–1901), Architekt Eduard Orth (1830–1895), Verwaltungsbeamter Heinrich Rieke (1843–1922), Politiker (SDAP, SPD) und Gewerkschafter Adolf Hartwieg (1849–1914), Jurist, Wirklicher Geheimer Rat und Innenminister des Herzogtums Braunschweig Carl Giesecke (1854–1938), Ingenieur und Industrieller Karl Stisser (1865–1948), evangelisch-lutherischer Geistlicher und letzter Generalsuperintendent von Hildesheim Hermann Stodte (1871–1939), Lehrer und Schulleiter Fritz Beulshausen (1885–1957), Politiker (SPD) Christoph Hesse (1910–1945), Landrat im Landkreis Welun Karl-Hans Lagershausen (1924–1988), Politiker (CDU) Walter Bischoff (1928–2016), Bergingenieur und Fachbuchautor Irmlind Berg (* 1941), Politikerin (SPD) und ehemalige bayerische Landtagsabgeordnete Dierk Sindermann (1945–2021), Journalist Manfred Zach (* 1947), Jurist und Schriftsteller Jörg Binnewies (* 1950), Generalarzt a. D., als ehem. Generalarzt der Luftwaffe Leitender Fliegerarzt und Leiter des Luft- und Raumfahrtmedizinischen Dienstes der Bundeswehr Ulla Beushausen (* 1961), Professorin für Logopädie an der HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen Tina Voß (* 1969), Betriebswirtin, Industriekauffrau, Zeitarbeits-Unternehmerin, Schriftstellerin und Honorarkonsulin von Norwegen Patrick Vollrath (* 1985), Drehbuchautor und Filmregisseur
Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen
Dietrich II. von Katlenburg (10??–1085), Graf im Lies- und Rittigau mit dem Erbgut Einbeck, Graf von Katlenburg Dietrich III. von Katlenburg (um 1075/80–1106), letzter Graf von Katlenburg, nutzte die Stauffenburg bei der wichtigen Münzstätte in Gittelde als Herrschaftssitz Heinrich II. von Braunschweig-Wolfenbüttel (1489–1568), Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, Fürst von Braunschweig-Wolfenbüttel, hatte eine langjährige Affäre mit der Hofdame Eva von Trott, die er heimlich auf der Burg Stauffenburg in Gittelde einquartierte Eva von Trott (um 1506–1567), sie war die Mätresse des Herzogs Heinrich II. von Braunschweig-Wolfenbüttel, sie wurde auf der Burg Stauffenburg in Gittelde einquartiert Heiso Meyer (vor 1650–1704), Glocken- und Geschützgießer, er fertigte 1677 eine Glocke für die Badenhausener St.-Martin-Kirche Friedrich Wilhelm von Reck, Adeliger, Amtmann in Windhausen, Vater von Philipp Georg Friedrich von Reck Anton Detlev Jenner (um 1690–1732), Bildhauer und Bildschnitzer des Barock, schuf den hölzernen Taufständer in der Kirche von Gittelde Johann Christoph Hüsemann (1702–1774), Orgelbauer des Hoch- und Spätbarock und um die Mitte des 18. Jahrhunderts Hof- und Landorgelbauer in Wolfenbüttel, Neubau eines Positivs in der örtlichen Johanniskirche vor 1750 Georg Andreas Steltzner (1725–1802), Bergbeamter, besondere Verdienste erwarb er sich beim Bau des Tiefen Georg-Stollens zwischen Clausthal und der Bergstadt Grund