Cadel Lee Evans AM (* 14. Februar 1977 in Katherine, Northern Territory) ist ein ehemaliger australischer Radrennfahrer.
Als Mountainbiker gewann er 1998 und 1999 den Mountainbike-Weltcup, bevor er nach einigen Ausflügen in den Straßenradsport im Jahr 2001 endgültig auf die Straße wechselte. Seine größten Erfolge auf der Straße waren der Sieg bei der Tour de France 2011 und der Weltmeistertitel 2009.
Sportliche Karriere Mountainbike und erste Jahre als Straßenprofi Cadel Evans begann seine Radsportkarriere als Mountainbiker beim Australian Institute of Sport. abgerufen am 21. November 2014 In den Jahren 1998 und 1999 gewann er den Mountainbike-Weltcup. Bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney wurde er Siebter im Cross Country.
In der Saison 2001 konzentrierte sich Evans auf den Straßenradsport und schloss sich dem italienischen Radsportteam Saeco an. 2002 wechselte er zu Mapei und konnte beim Giro d’Italia nach der 16. Etappe das Rosa Trikot des Gesamtführenden von Jens Heppner übernehmen, brach aber auf der folgenden Etappe ein und verlor am letzten Anstieg zehn Minuten.radsport-news.com vom 30. Mai 2002: Savoldelli führt beim Giro - Neue Doping-Fahndungen Er beendete seine erste Grand Tour auf Rang 14.
2003 und 2004 fuhr er für das deutsche T-Mobile Team. Nachdem er sich in seinem ersten Jahr dort dreimal das Schlüsselbein gebrochen hatte, wurde er durch den Teamleiter Walter Godefroot als „Sicherheitsrisiko“ eingestuft und nicht für die Tour de France 2004 nominiert.radsport-news.com vom 6. Juli 2011: Evans hat auch sein Pech besiegt
Erste Karrierehöhepunkte auf der Straße mini|links|Evans im Jahr 2008 In der Saison 2005 wechselte Evans zum belgischen UCI ProTeam Davitamon-Lotto. Mit dieser Mannschaft gelangen ihm seine bis dahin größten Erfolge auf der Straße: 2006 gewann er durch einen Sieg im Einzelzeitfahren das UCI ProTour-Etappenrennen Tour de Romandie. Nach der Dopingsperre von Danilo di Luca und einem sechsten Platz bei der Lombardei-Rundfahrt gewann er die Gesamtwertung der UCI ProTour 2007.radsport-news.com vom 18. Oktober 2007: UCI nimmt Di Luca aus ProTour-Wertung
Evans entwickelte sich außerdem zu einem Favoriten für die Tour de France. 2005 wurde er Siebter, 2006 Vierter sowie 2007 und 2008 jeweils Zweiter. Er wurde dabei 2007 um 23 Sekunden von Alberto Contador und 2008 von Carlos Sastre um 58 Sekunden geschlagen. Bei der Tour de France 2009 bestätigte Evans diese Platzierungen nicht und erreichte im Gesamtklassement den 30. Platz.
Nachdem Evans Dritter der Vuelta a España 2009 geworden war, wurde er nach einer Attacke am letzten Anstieg der Straßenweltmeisterschaft im schweizerischen Mendrisio Eliteweltmeister im Straßenrennen und feierte damit den bis dahin größten Erfolg seiner Karriere.radsport-news.com vom 27. September 2009:Evans triumphiert beim "Heimspiel" Er wurde damit der zweite australische Titelträger nach Jack Hoobin, der 1950 bei den Amateuren gewann.Jack Hoobin: Australia's first world road race champion auf www.cyclingweekly.co.uk v. 6. Oktober 2009 (englisch)
Nach kritischen Äußerungen über die seiner Meinung nach mangelnde Unterstützung durch die Mannschaft bei der Tour de France einigte sich das Teammanagement mit Evans darauf, nach Ende der Saison den noch laufenden Vertrag vorzeitig zu beenden,cyclingnews.com vom 31. Oktober 2009:Evans to leave Silence-Lotto sodass er bereits 2010 zum BMC Racing Team, das damals noch eine Lizenz als Professional Continental Team hatte, wechseln konnte.
Tour-de-France-Sieg 2011 mini|Evans beim Prolog zur Tour de Romandie 2011 Seinen ersten Sieg für das BMC-Team feierte Evans am 21. April 2010 bei der Flèche Wallonne nach einer Attacke an der Schlusssteigung in Huy vor Alberto Contador. Dies war zugleich sein erster Sieg bei einem Klassiker und der erste Sieg eines Australiers bei diesem Rennen.radsport-news.com vom 21. April 2010: Evans diesmal mit der richtigen Taktik Beim Giro d’Italia 2010 gewann Evans eine Etappe, die Punktewertung und erreichte im Gesamtklassement den fünften Rang. Auf der achten Etappe der Tour de France 2010 eroberte Evans das Gelbe Trikot, musste die Führung auf der nächsten Etappe wegen eines Ellbogenbruchs abgeben.radsport-news.com vom 23. Juli 2010: Evans fuhr mit gebrochenem Ellenbogen Er fuhr die Tour bis Paris zu Ende und wurde 26.
Nachdem Evans 2011 bereits die Etappenrennen Tirreno–Adriatico und Tour de Romandie gewonnen hatte, konnte er durch den Sieg bei der Tour de France 2011 seinen größten Karriereerfolg erzielen. Im Gegensatz zu den Vorjahren konnte er auf den Flachetappen Stürze vermeiden.radsport-news.com vom 24. Juli 2011:Evans - der Anti-Armstrong In den Bergen verlor er nur wenig Zeit auf die Brüder Andy und Fränk Schleck, neutralisierte insbesondere deren Angriff auf der 19. Etappe nach Alpe d’Huezradsport-news.com vom 22. Juli 2011:Evans auch durch drei frühe Stopps nicht zu bremsen und konnte im Zeitfahren der 20. Etappe seinen Rückstand aufholen und von Rang drei die Gesamtführung übernehmen und wurde damit erster australischer Tour-de-France-Sieger.
Evans konnte diesen Erfolg nicht mehr wiederholen, belegte aber weiterhin vordere Platzierungen bei den Grand Tour. Bei der Tour de France 2012 wurde er Siebter, beim Giro d’Italia 2013 Dritter und 2014 Achter. Die Tour de France 2013 verlief dagegen nicht nach seinen Vorstellungen, und nachdem er in den Bergen abgehängt worden war, beendete er die Rundfahrt als 39.radsport-news.com vom 14. Juli 2013: Evans nicht dort, wo er sein wollte Seine letzte große Landesrundfahrt bestritt er mit der Vuelta a España 2014, bei der er 52. wurde.
Am 1. Februar 2015 fuhr Cadel Evans sein letztes Rennen, das Cadel Evans Great Ocean Road Race, das zu seinen Ehren in Geelong erstmals ausgetragen wurde. Er belegte Platz fünf.
Familie und sonstiges Cadel Evans spricht neben Englisch und Italienisch ein wenig Deutsch und Französisch. Er war mit der Italienerin Chiara verheiratet, einer klassisch ausgebildeten Pianistin, die er während seiner Zeit bei Saeco und Mapei kennenlernte.Cadel Evans, in: Internationales Sportarchiv 24/2011 vom 14. Juni 2011, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 29/2011 (abgerufen via Munzinger Online). Die beiden trennten sich im Jahr 2015. Das Ehepaar lebte in Stabio im Kanton Tessin in der Schweiz.So viel Schweiz steckt in Evans' Toursieg bei bazonline.ch, 25. Juli 2011 (abgerufen am 27. Juli 2011).
Cadel Evans unterstützt die Free Tibet Bewegung.smh.com.au vom 13. Juni 2008: Evans gears up for a free Tibet tour
Ehrungen 2006, 2007, 2009 und 2011 wurde Cadel Evans in Australien zum Radsportler des Jahres gewählt und 2020 in die Sport Australia Hall of Fame aufgenommen.Evans ist Australiens Radsportler des Jahres auf radsport-news.com v. 11. November 2011 2013 wurde er zum Member des Order of Australia ernannt.
Erfolge Mountainbike 1993 20px Australischer Meister – Cross-Country (U17)
1994 20px Australischer Meister – Cross-Country (Junioren) Weltmeisterschaft – Cross-Country (Junioren)
1995 Weltmeisterschaft – Cross-Country (Junioren)
1996 20px Australischer Meister – Cross-Country Weltmeisterschaft – Cross-Country (U23)
1997 Weltmeisterschaft – Cross-Country (U23)
1998 20px Gesamt-Weltcupsieger – Cross-Country
1999 Weltmeisterschaft – Cross-Country (U23) 20px Gesamt-Weltcupsieger – Cross-Country
2001 Weltmeisterschaft – Staffel
Straße 1995 Weltmeisterschaft – Einzelzeitfahren (Junioren)
1998 Gesamtwertung und eine Etappe Tour of Tasmania
1999 Gesamtwertung und eine Etappe Tour of Tasmania
2001 Gesamtwertung und eine Etappe Österreich-Rundfahrt Gesamtwertung Brixia Tour
2002 eine Etappe Uniqa Classic Commonwealth Games – Einzelzeitfahren Commonwealth Games – Straßenrennen
2004 Gesamtwertung und eine Etappe Österreich-Rundfahrt
2005 eine Etappe Deutschland Tour
2006 Gesamtwertung und eine Etappe Tour de Romandie
2007 eine Etappe Tour de France (nach Doping-Disqualifikation von Alexander Winokurow) 20px Einzelwertung UCI ProTour
2008 eine Etappe Vuelta a Andalucía eine Etappe Paris–Nizza Gesamtwertung und eine Etappe Settimana Internazionale
2009 eine Etappe Settimana Internazionale Prolog und Punktewertung Critérium du Dauphiné Libéré 20px Weltmeister – Straßenrennen
2010 La Flèche Wallonne eine Etappe und 20px|Rotes Trikot Punktewertung Giro d’Italia
2011 Gesamtwertung und eine Etappe Tirreno–Adriatico Gesamtwertung Tour de Romandie 20px Gesamtwertung und eine Etappe Tour de France
2012 Gesamtwertung und eine Etappe Critérium International eine Etappe Critérium du Dauphiné
2013 eine Etappe Tour of Alberta
2014 eine Etappe Tour Down Under Gesamtwertung, eine Etappe und Mannschaftszeitfahren Giro del Trentino zwei Etappen Tour of Utah
Grand-Tours-Platzierungen
Literatur Der gereizte Gewinner des Jahres. in: procycling Januar 2008, bede-Verlag, Ruhmannsfelden, S. 40–49
Weblinks
Offizielle Website (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Tour-de-France-Sieger Kategorie:Weltmeister (Radsport) Kategorie:Sieger bei den Commonwealth Games (Radsport) Kategorie:Radsportler des Jahres (Australien) Kategorie:Olympiateilnehmer (Australien) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1996 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2000 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2008 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2012 Kategorie:Teilnehmer an den Commonwealth Games (Australien) Kategorie:Mountainbikefahrer Kategorie:Mitglied der Athletenkommission (UCI) Kategorie:Mitglied der Sport Australia Hall of Fame Kategorie:Member des Order of Australia Kategorie:Australier Kategorie:Geboren 1977 Kategorie:Mann