Ernst Gronau (* 21. August 1887 in Memel, Ostpreußen; † 11. August 1938 in Hörnum, Sylt, Deutschland) war ein deutscher Schauspieler.
Leben Gronau hatte in seiner ostpreußischen Heimatstadt Memel das Gymnasium besucht und brach anschließend zu mehrjährigen Hochschulstudien nach Paris auf. Zurück in Deutschland besuchte er die „Reichersche Hochschule für dramatische Kunst“ und nahm überdies Schauspielunterricht bei Rudolph Schildkraut.
Erst mit 23 Jahren stand Gronau erstmals auf der Bühne, anfänglich im Rahmen einer Tournee mit Schildkraut. Sein erstes Festengagement führte ihn im Jahr 1911 an die Münchner Kammerspiele. 1913 ging Gronau nach Berlin, wirkte in den folgenden knapp zwei Jahrzehnten an den unterschiedlichsten Bühnen, zum Beispiel „Staatstheater“, „Theater an der Saarlandstraße“, „Theater am Kurfürstendamm“, „Berliner Theater“ und „Deutsches Theater“, gelegentlich auch als Regisseur an der „Tribüne“. Nach seinem letzten Festengagement 1932 erhielt er keine Bühnenverpflichtungen mehr.
1919 debütierte Gronau beim Film, im darauffolgenden Jahr erhielt er eine der beiden männlichen Hauptrollen in Robert Wienes Drama Genuine. Doch recht bald musste er sich mit Nebenrollen begnügen, im Tonfilm schrumpften seine Aufgaben auf Chargenformat. Seinen letzten Auftritt vor der Kamera absolvierte er im Mai 1937: In dem Kurzfilm Der Musikant von Dornburg spielte Gronau die Titelfigur – es sollte seine einzige Tonfilmhauptrolle bleiben.
Gronau starb im Sommer 1938 auf Sylt an einem Herzschlag. In einem kleinen Nachruf hieß es: „Er war ein interessanter Künstler – ein Meister der Episode.“Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1939, S. 121
Filmografie 1919: Die Prostitution (2 Teile) 1919: Tötet nicht mehr! 1920: Genuine 1920: Die Kwannon von Okadera 1921: Die Geliebte Roswolskys 1921: Fräulein Julie 1921: Der Friedhof der Lebenden 1921: Der Fluch des Schweigens 1922: Der Strom 1922: Sodoms Ende 1922: Das Spiel mit dem Weibe 1923: Und dennoch kam das Glück 1923: Der Mensch am Wege 1923: Tragödie der Liebe (4 Teile) 1924: Die Liebesbriefe der Baronin von S… 1925: Zur Chronik von Grieshuus 1925: Ein Sommernachtstraum 1926: Die selige Exzellenz 1927: Prinz Louis Ferdinand 1930: Väter und Söhne 1933: Ich kenn’ Dich nicht und liebe Dich 1934: Ich für Dich – Du für mich 1935: Hundert Tage 1936: Annemarie. Die Geschichte einer jungen Liebe 1937: Der Musikant von Dornburg (Kurzfilm)
Literatur Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Lexikon des Films, S. 67 f. Berlin 1926 Deutsches Bühnen-Jahrbuch, 50. Jahrgang 1939, S. 121. Berlin 1939 Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon, Erster Band, S. 622. Klagenfurt und Wien 1953 Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, , S. 544.
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