Weyma Lübbe (* 18. Dezember 1961 in Münster) ist eine deutsche Philosophin und Hochschullehrerin.

Leben und Beruf Lübbe zog mit ihrer Familie 1971 nach Einsiedeln (Schweiz). Ihr Vater ist der Philosoph Hermann Lübbe, ihre eine Schwester ist die Professorin und frühere Bundesverfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolff und ihre andere Schwester die Jura-Professorin Anna Lübbe.

Nach ihrer Schulzeit studierte sie ab 1979 Philosophie, Soziologie, Literaturwissenschaften, Volkswirtschaftslehre in Zürich, Konstanz und München. An der Universität Konstanz promovierte sie 1989 im Fach Philosophie mit einer Schrift über „Legitimität kraft Legalität“. 1997 habilitierte sie sich dort mit „Verantwortung in komplexen kulturellen Prozessen“. 1997/98 wurde sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Lübbe erhielt 1999 eine Anstellung als Hochschullehrerin im Fachbereich Philosophie an der Universität Leipzig. 2009 wechselte sie als Hochschullehrerin für Philosophie an die Universität Regensburg.Universität Regensburg:Biografie von Lübbe Lübbe war von 2008 bis 2012 Mitglied im Deutschen Ethikrat. Seit März 2011 ist sie Mitglied der Ethikkommission für sichere Energieversorgung.

Arbeitsschwerpunkte Zu Lübbes Forschungsgebieten gehören Themen der Rechtsphilosophie (darunter Straf- und Verfassungsrecht), Sozialphilosophie und der Politischen Philosophie (darunter Gehorsam und Gewissen) sowie der Ethik (darunter Verantwortung) und Angewandten Ethik (darunter normative Aspekte von Krisen und Katastrophen).

Stipendien, Auszeichnungen Lübbe erhielt die folgenden Stipendien und Auszeichnungen:

1988: Promotionsstipendium der Hanns-Martin-Schleyer-Stiftung 1995 Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 1998: Heisenberg-Stipendium der DFG 1999: Rudolf-Meimberg-Preis der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur 2007: Opus Magnum-Stipendium der Volkswagenstiftung 2009: Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet von der Commerzbank Stiftung)

Veröffentlichungen (Auswahl)

Bücher

Legitimität kraft Legalität. Sinnverstehen und Institutionenanalyse bei Max Weber und seinen Kritikern. Tübingen: Mohr (1991), Neu 2024, ISBN 978-3161628573. (als Hrsg.:) Kausalität und Zurechnung. Über Verantwortung in komplexen kulturellen Prozessen. de Gruyter, Berlin 1994, ISBN 978-3110143980. (als Hrsg. zusammen mit Thomas Grosse-Wilde:) Abwägung. Voraussetzungen und Grenzen einer Metapher für rationales Entscheiden. Brill/mentis, Paderborn 2022, ISBN 978-3-9574-3253-7.

Aufsätze

Fromm oder unfromm? Zur religiösen Lyrik Christine Lavants. In: Über Christine Lavant. Leseerfahrungen, Interpretationen, Selbstdeutungen. G. Lübbe-Grothues (Hrsg.), Otto Müller, Salzburg 1984, S. 91–102.

Die Fäden im Gewebe der Natur. Determinismus und Probabilismus in der Kausalitätstheorie John Stuart Mills. In: Zeitschrift für philosophische Forschung 47, 1993, S. 370–387.

Numbers Scepticism, Pairwise Comparison and Common-Sense Morality (Comment on Michael Otsuka). In: Oliver Rauprich, Georg Marckmann, Jochen Vollmann (Hrsg.:) Gleichheit und Gerechtigkeit in der Medizin. mentis, Paderborn 2005, S. 159–166.

Handlungen, Handlungskonsequenzen und das Vollständigkeitsaxiom. Ein handlungstheoretischer Kommentar zum entscheidungstheoretischen Konsequentialismus. In: Zeitschrift für philosophische Forschung 70, 2016, S. 325–341.

Handlungspflichten in Krisenzeiten: Formen und Grenzen der Zurechnungsexpansion. In: Laurence O’Hara und Thomas Grosse-Wilde (Hrsg.:) Der Staat, der handeln muss. Mohr Siebeck, Tübingen 2025, S. 24–51.

Weblinks

Universität Regensburg:Biografie von Lübbe

Einzelnachweise

Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Regensburg) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leipzig) Kategorie:Mitglied des Deutschen Ethikrates Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Frau