Unsere kleine Farm (Originaltitel: Little House on the Prairie, ab 1982 Little House: A New Beginning) ist eine US-amerikanische Fernsehserie in Anlehnung an die gleichnamige autobiografische Buchserie von Laura Ingalls Wilder.

Von Herbst 1974 bis Ende 1983 wurden insgesamt 204 Folgen à ca. 45 Minuten produziert, von denen einige zusammenhängende Doppelfolgen Fernsehfilme à 90 Minuten ergeben. Der auftraggebende Fernsehsender war NBC. In den Hauptrollen sind Michael Landon als Charles Ingalls, Karen Grassle als Caroline Ingalls, Melissa Gilbert als Laura Ingalls und Melissa Sue Anderson als Mary Ingalls zu sehen.

Die Fernsehserie basiert nur lose auf den von Laura Ingalls in den Tagebüchern festgehaltenen Ereignissen und weicht in einigen Punkten auch von der veröffentlichten Buchvorlage ab. So wurden zahlreiche Figuren oder Ereignisse erfunden und hinzugefügt.

Inhalt und Hintergrund Beschrieben wird das Leben einer US-amerikanischen Farmersfamilie, in der Laura Ingalls zusammen mit ihren Schwestern Mary, Carrie und Grace im späten 19. Jahrhundert aufwächst. Familienvater Charles ist ein hilfsbereiter und gottesfürchtiger Mann, der mit viel Liebe, aber auch mit Autorität und Strenge seiner tugendhaften Familie vorsteht.

Im Pilotfilm wird der Auszug der Familie Ingalls vom waldreichen Wisconsin nach Kansas beschrieben, wo sie inmitten des Indianerterritoriums Mr. Edwards kennenlernen. Dieser hilft ihnen beim Bau ihres Hauses und wird ein guter Freund der Familie. Besonders eng freundet er sich mit Laura an. Dort trifft die Familie auch erstmals auf Indianer, die ihnen freundlich gesinnt sind. Nachdem die Regierung das Gebiet, in dem sich das Haus der Ingalls’ befindet, den Indianern als Reservat zugesprochen hat, ziehen Mr. Edwards und die Ingalls’ auf getrennten Wegen weiter.

Die Serie beginnt mit der Niederlassung der Familie Ingalls in Minnesota, wo sie am Plum Creek in der Nähe des kleinen Ortes Walnut Grove eine kleine verfallene Farm, eben die „kleine Farm“, erwirbt. Die Hauptfigur ist Laura Ingalls, die auch als Erzählerin fungiert. Die Serie handelt von der Härte des Landlebens und der Möglichkeit, ihr mit Fleiß, Durchhaltevermögen, Tugend, Ehrlichkeit, Bescheidenheit, christlichem Gottvertrauen und familiärem Zusammenhalt zu begegnen.

Daneben werden auch heute noch aktuelle Probleme wie Rassismus, Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie Intoleranz angesprochen. Dem christlichen Glauben wird in der Serie zeit- und ortstypisch höchste Bedeutung beigemessen. Glaube und Gebet werden als Lösungsmöglichkeit für schwierige Probleme dargestellt.

Ein Gegenbild zur Familie Ingalls ist die Familie Oleson, der der Kaufmannsladen im Ort gehört. Vor allem Mutter Harriet und ihre Tochter Nellie werden als arrogant, eingebildet, habgierig und intrigant dargestellt. Dem gutmütigen Vater Nels gelingt es nicht, seine Autorität als Familienoberhaupt durchzusetzen. Laura Ingalls und Nellie Oleson können einander im Kinder- und Jugendalter nicht ausstehen, und ihre Feindschaft ist einer der Motoren für immer wieder auftretende Verwicklungen. Später, als beide verheiratet sind, verbindet sie eine Freundschaft. Auch der Sohn Willie Oleson entzieht sich mit zunehmendem Alter immer mehr dem Einfluss seiner herrschsüchtigen Mutter.

Der Hauptschauplatz der Serie ist das Dorf Walnut Grove, das noch sehr vom amerikanischen Pioniergeist geprägt ist und in dem sich ständig problematische gesellschaftliche Entwicklungen der „großen Welt“ im Kleinen ereignen. Die Farm der Familie Ingalls liegt etwa 1,5 Meilen nördlich von Walnut Grove entfernt am sogenannten Plum Creek., abgerufen am 14. November 2011. Oft erwähnt werden das etwa 80 Meilen entfernte Mankato und Sleepy Eye, das etwa auf halber Strecke nach Mankato liegt. Im Gegensatz zum fiktiven Städtchen Winoka, das für die Serie in Westdakota angesiedelt wurde, existieren Walnut Grove, Sleepy Eye und Mankato in Minnesota wirklich, die Serie wurde aber nicht in diesem Gebiet gedreht. Die Serie macht Walnut Grove 30 Jahre älter, als es in Wirklichkeit ist (1840Am Ende der Folge Heimweh auf einem Holzschild zu lesen. statt 1870 gegründet).

Große Probleme treffen Walnut Grove am Schluss der Serie, als bekannt wird, dass es auf Indianerterritorium liegt und der Bau des Ortes seinerzeit ohne Rechtsgrundlage erfolgte. Das Gebiet, auf dem sich Walnut Grove befindet, wird der US-Regierung nun von einer großen Firma abgekauft. Anschließend sollen die Bewohner viel Geld bezahlen, um ihre Häuser zu behalten. Als sie sich weigern, lässt der neue Besitzer die US Army anrücken, um seine Rechte mit Gewalt durchzusetzen. Daraufhin beschließen die Einwohner, ihre Häuser zu sprengen, und auf diese Art endet die Fernsehserie mit der Vernichtung des Ortes durch seine Bewohner, die lieber ihre Heimat zerstören, anstatt sich zu beugen.

Figuren Charles Phillip Ingalls Charles Ingalls beschließt, mit seiner Familie aus Wisconsin wegzuziehen. In der neuen Heimat arbeitet er halbtags als Farmer und in Walnut Grove halbtags für Lars Hanson in dessen Sägemühle. Durch seine Offenheit und Freundlichkeit gewinnt er schnell viele Freunde im Ort. So helfen ihm beispielsweise der ortsansässige Arzt Dr. Baker, Kaufmann Nels Oleson und Hans Dorfler, ein deutschstämmiger Hufschmied, bei der Auslösung seines Ochsengespanns, das er gegen Saatgut und einen Pflug verpfändet hat.

Charles Ingalls ist sehr belesen und raucht in der Freizeit gern Pfeife. Er hat ein inniges Verhältnis zu seiner Familie. Sein Lieblingskind ist Laura, der er vieles verzeiht. Jeden Abend liest Charles in der Bibel und diskutiert gern mit seiner Frau über alle möglichen Gedanken. Er ist auch sehr musikalisch und spielt Geige. In wirtschaftlich schlechten Zeiten übt Charles verschiedene Berufe aus. So arbeitet er als Zimmerer oder Hilfsarbeiter im örtlichen Pferdestall. Wie sehr ihm das Wohl der Familie am Herzen liegt, zeigt die Tatsache, dass er nach einer Missernte 100 Meilen weit wandert, um in einem Steinbruch zu arbeiten. Um das Geld für die Operation seiner Tochter Mary zu verdienen, arbeitet er später als Sprengmeister bei der Eisenbahn.

Nachbarschaftshilfe wird bei Charles Ingalls großgeschrieben. So fertigt er für eine behinderte Nachbarstochter einen Spezialschuh an, damit diese mit den anderen Kindern herumtollen kann. Da Weizen sich schlecht verkaufen lässt, überredet Charles seine Nachbarn, auf Mais umzustellen. Als eine große Wirtschaftskrise über die Region hereinbricht, verlässt Charles mit seiner Familie Walnut Grove und lebt von da an in Winoka, wo Tochter Mary inzwischen als Lehrerin arbeitet. Nachdem er sich finanziell erholt hat, kehrt Charles mit der Familie nach Walnut Grove zurück.

Als Laura heiratet, verlassen die Ingalls-Eltern mit den kleineren Kindern Walnut Grove und ziehen nach Burr Oak in Iowa. Ihre Farm in Plum Creek verkaufen sie an eine Siedlerfamilie. Charles kehrt einige Male zurück und besucht seine Tochter und deren Familie.

Caroline Lake Quiner Ingalls Caroline Ingalls ist die Mutter von Mary, Laura, Carrie und Grace. Sie war vor ihrem Aufbruch in die Prärie von Kansas als Lehrerin tätig. So legt sie einen großen Wert auf die Bildung ihrer Kinder. In Kansas unterrichtet sie ihre Töchter Mary und Laura und lehrt sie dort das Alphabet. Als sich die Familie am Plum Creek niederlässt, bleibt sie auf der Farm und kümmert sich um den Haushalt. Um etwas zum Lebensunterhalt beitragen zu können, verkauft sie überschüssige Eier an die Olesons.

Als die örtliche Lehrerin eine Zeit lang ausfällt, unterrichtet Caroline an der Schule. Sie ist das Gegenstück zu Mrs. Oleson, mit der sie eine Antipathie verbindet. Caroline brachte insgesamt fünf Kinder auf die Welt, neben den Töchtern auch einen Sohn namens Charles, Jr., der aber noch im ersten Lebensjahr stirbt. Später werden noch ein Junge und ein Geschwisterpaar adoptiert. Als Grace geboren wird, ist Tochter Carrie alt genug für die Schule. Während diese die örtliche Schule besucht, arbeitet Caroline Ingalls halbtags als Köchin im Restaurant der Olesons.

Mary Amelia Ingalls Kendall Mary Ingalls ist die älteste Tochter von Charles und Caroline Ingalls. Sie ist schüchtern, zurückhaltend und hochintelligent. Sie stellt den Gegenpart zu Laura dar, die wild und vor allem aufgeschlossen ist, aber sich mit dem Lernen sehr schwer tut.

Als es der Familie wirtschaftlich schlecht geht, unterbricht Mary die Schule und arbeitet eine Zeit lang in Walnut Grove als Schneiderin. Sie ist eine sehr gute Schülerin, doch plötzlich brechen ihre sonst so guten Leistungen in der Schule ein. Durch Zufall findet Vater Charles heraus, dass seine älteste Tochter unter Kurzsichtigkeit leidet. In Mankato erhält sie eine Brille und kann wieder an ihre alten Leistungen anschließen.

Mary möchte wie ihre Mutter Lehrerin werden. Sie wird Zweite bei einem Mathematik-Landeswettbewerb und bei ihrer Heimkehr nach Walnut Grove wie ein Star gefeiert. Mit 15 Jahren unterrichtet sie aushilfsweise in einem entfernten Dorf und geht dort hoffnungslos unter. Man verdächtigt sie schließlich, mit dem Teufel im Bund zu stehen. Charles steht seiner Tochter bei, als sie die Wortführerin beim Gottesdienst herausfordert, eine Stelle aus der Bibel zu lesen. Es stellt sich heraus, dass die Erwachsenen im Ort nicht lesen und schreiben können und dass das intelligente Mädchen ihnen wegen seiner Jugend und Klugheit unheimlich ist.

Etwas später erblindet Mary aufgrund einer verschleppten Scharlacherkrankung. Sie muss die Schule in Walnut Grove abbrechen und nun eine Blindenschule im weit entfernten Iowa besuchen. Dort lernt sie Adam Kendall kennen, der sie unterrichtet. Beide verlieben sich ineinander und beschließen, im Ort Winoka in Dakota eine eigene Blindenschule zu errichten. Dort heiraten die beiden.

Nach der Schließung der Schule in Winoka siedeln sie nach Walnut Grove um. Dort errichten sie in einer leer stehenden Villa, die früher Mr. Hanson gehörte, ihre neue Blindenschule. Als Mary schwanger wird, ist sie einerseits überglücklich, aber sie hat auch Angst davor, da sie nicht weiß, ob sie sich gut um ein sehendes Kind kümmern könne. Sie erleidet jedoch eine Fehlgeburt und stürzt in eine Depression.

Eines Tages bemerkt Mary, dass sie wieder zwischen Hell und Dunkel unterscheiden kann. Ihr ebenfalls blinder Mann Adam hat nun Angst, Mary wieder an die sehende Welt zu verlieren. Da wird Mary erneut schwanger und bringt einen gesunden Sohn zur Welt. Dieser stirbt jedoch bei einem von Marys Adoptivbruder Albert verursachten Brand in der Blindenschule. Nach einem Unfall kann Adam Kendall wieder sehen. Er beginnt ein Jurastudium und macht sich in Walnut Grove als Rechtsanwalt selbstständig.

Mary und ihr Mann übersiedeln schließlich nach New York, wo Adam die Kanzlei seines verstorbenen Vaters übernimmt.

Laura Elizabeth Ingalls Wilder Laura Ingalls ist die zweite Tochter von Charles und Caroline. Von ihrem Vater erhält sie die Kosenamen „Spitz“ und „Dreikäsehoch“. Später wird sie von ihrem Mann Almanzo Wilder „Beth“ genannt, was eine Abkürzung ihres Zweitnamens Elizabeth ist. Laura stellt den Gegensatz zu ihrer großen Schwester dar, da sie ein „kleiner Wildfang“ ist und anfänglich große Schwierigkeiten mit dem schulischen Lernen hat. Dafür liebt sie Spiele wie Baseball und hat auch keine Probleme damit, sich ab und an mit Jungen zu prügeln. In ihrer Freizeit genießt sie die Zeit im Freien und geht gerne angeln.

Als ihr Bruder Charles Jr. geboren wird, fühlt sich Laura innerhalb der Familie als fünftes Rad am Wagen: Während sich ihre Geschwister über den Familienzuwachs freuen, hat sie das Gefühl, dass „ihr“ Pa nun keine Zeit mehr für sie hat. Nachdem Charles Jr. jedoch unerwartet stirbt, fühlt sich Laura für seinen Tod verantwortlich – hatte sie sich standhaft geweigert, für die Genesung ihres Bruders zu beten. So reißt sie aus, um mit Gott einen Handel zu machen: Sie würde in den Himmel gehen, wenn Gott ihrem Vater den Sohn wiedergäbe.