Aribert Alwin Franz Hermann Grimmer (* 24. September 1900 in Gröbzig, Kreis Köthen; † 11. Februar 1963 in West-Berlin) war ein deutscher Schauspieler, eine vielbeschäftigte Charaktercharge im Film des Dritten Reichs und der frühen DEFA-Zeit.

Leben Aribert Grimmer hat nach dem Ersten Weltkrieg rund ein Jahrzehnt in den verschiedensten Berufen, darunter Schlosser und Seemann gearbeitet, ehe er nach einer Schauspielausbildung in Leipzig auf die Bühne trat. Sein erstes festes Engagement führte ihn 1928 ans Landestheater Kaiserslautern. Im Jahr darauf ging er nach Koblenz. 1932 wechselte Grimmer zum „Wallner-Theater“ in Berlin, zwei Jahre darauf gab er sein Filmdebüt.

Bis 1941 war Grimmer eine viel beschäftigte Filmcharge. Er spielte Klein- bis Kleinstrollen in Unterhaltungsfilmen unterschiedlicher Couleur, darunter auch mehrere Tendenzstoffe wie Friesennot (1935), Menschen ohne Vaterland (1937) und Ohm Krüger (1941). Man sah ihn unter anderem als Gendarm in Robert und Bertram, als Möbelpacker in Paradies der Junggesellen, als Schmied in Der Kleinstadtpoet, als Vorarbeiter in Verdacht auf Ursula und als Autofahrer in Was geschah in dieser Nacht?.

Zeitgleich blieb er den Berliner Bühnen „Komödie“, „Theater am Kurfürstendamm“ und „Theater der Jugend“ treu. Seine bis dahin eher glanzlos verlaufende Karriere bekam einen Schub, als man ihm 1940 die Intendanz des Stadttheaters der deutsch besetzten polnischen Stadt Lublin anbot. Bis zur Befreiung durch die Rote Armee 1944 blieb Grimmer in der ostpolnischen Stadt, dann setzte er sich ins Reich ab.

Bei Kriegsende in Berlin fand Grimmer mit der Rolle des Altbauern Melzig in der Bodenreform-Propaganda Freies Land schnell wieder Anschluss ans Filmgeschehen. 1946 wurde er zum Intendanten des „Kurtheaters“ von Bad Freienwalde (Oder) berufen. Weitere Verpflichtungen führten ihn als Schauspieler an Berlins „Volksbühne“ und an das „Deutsche Theater“. Ebenso wie Grimmer einst beim NS-Film in politisch eingefärbten Rollen wirkte, sah man ihn bei der DEFA nunmehr als Kleindarsteller in zum Teil massiv tendenziösen Produktionen. Zuletzt blieb der im Westen Berlins im Bezirk Wilmersdorf ansässige Grimmer ohne Arbeit.

Filmografie 1934: Nur nicht weich werden, Susanne! 1935: Friesennot 1935: Ich war Jack Mortimer 1935: Mazurka 1935: Die lustigen Weiber 1936: Der Abenteurer von Paris 1936: Moral 1936: Ritt in die Freiheit 1936: Die Nacht mit dem Kaiser 1936: Pan 1936: Sein bester Freund 1937: Condottieri 1937: Der Mann, der Sherlock Holmes war 1937: Menschen ohne Vaterland 1937: Frau Sylvelin 1937: Der Maulkorb 1937: Ein Volksfeind 1938: Schüsse in Kabine 7 1938: Urlaub auf Ehrenwort 1938: Kautschuk 1938: Fracht von Baltimore 1938: Pour le Mérite 1938: Im Namen des Volkes 1938: Der grüne Kaiser 1939: Robert und Bertram 1939: Paradies der Junggesellen 1939: Ein hoffnungsloser Fall 1939: Flucht ins Dunkel 1939: Kennwort Machin 1939: Verdacht auf Ursula 1939: Das Lied der Wüste 1939: Wir tanzen um die Welt 1940: Frau nach Maß 1940: Der Kleinstadtpoet 1941: Ohm Krüger 1941: Was geschah in dieser Nacht? 1946: Freies Land 1948: Grube Morgenrot 1949: Die Brücke 1950: Bürgermeister Anna 1950: Der Auftrag Höglers 1950: Die Jungen vom Kranichsee 1950: Saure Wochen – frohe Feste 1951: Die Sonnenbrucks 1951: Corinna Schmidt 1952: Schatten über den Inseln 1952: Das verurteilte Dorf 1952: Jacke wie Hose 1953: Anna Susanna 1953: Die Störenfriede 1954: Das geheimnisvolle Wrack 1954: Der Fall Dr. Wagner 1954: Stärker als die Nacht 1954: Pole Poppenspäler 1954: Hexen 1954: Der Teufel vom Mühlenberg 1955: 52 Wochen sind ein Jahr 1955: Thomas Müntzer – Ein Film deutscher Geschichte 1955: Ein Polterabend 1957: Die Hexen von Salem 1957: Spur in die Nacht

Theater 1951: Juri Burjakowski: Julius Fucik (Eisenbahner Jelinek) – Regie: Wolfgang Langhoff (Deutsches Theater Berlin)

Hörspiele 1952: Friedrich Karl Kaul/Günther Cwojdrak: Chicago 1886 – Regie: Gottfried Herrmann (Berliner Rundfunk) 1954: Johannes R. Becher: Die Winterschlacht – Regie: Hedda Zinner (Rundfunk der DDR) 1955: Anna Seghers: Das siebte Kreuz (Hermann) – Regie:Hedda Zinner (Rundfunk der DDR) 1957: Bernhard Seeger: Wo die Nebel weichen – Regie: Lothar Dutombé (Rundfunk der DDR)

Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 226. Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, , S. 542. F.-B. Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7, S. 211.

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