Fritz Schlegel, eigentlich Friedrich Adolf Edmund Schlegel (* 16. August 1901 in Coesfeld,Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8, S. 334. Anmerkung: Der Geburtsort wird dort mit der Schreibweise „Koesfeld“ angegeben. Als Todesdatum wird vermerkt: „gest. 1972“.Piet Hein Honig, Hanns-Georg Rodek: 100001. Die Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts. Showbiz-Data-Verlag, Villingen-Schwenningen 1992, , Seite 842 geben nur 1901 als Geburtsjahr an und auch nur Dezember 1971 für das Todesdatum. Deutschland; † Dezember 1971Fritz Schlegel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1973. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 81. Jg., Berlin 1973, S. 94 (Todesmeldung). Anmerkung: Ein genauer Todestag wird dort nicht genannt, nur der Monat Dezember 1971. in Kleve,Paul S. Ulrich: Biographisches Verzeichnis für Theater, Tanz und Musik. Berlin Verlag. Arno Spitz GmbH. 1997. S. 1647, ISBN 978-3-87061-479-9. Anmerkung: Ulrich gibt als Geburtsdatum „* um 1901“ an, und als Todesdatum „†Dezember“ 1971 mit der Ortsangabe Kleve. Niederrhein), war ein deutscher Schauspieler, Spielleiter und Regisseur.

Leben Fritz Schlegel entstammte einer alten Theaterfamilie, die in eigener Regie bis vor dem Zweiten Weltkrieg das Stadttheater in Kleve leitete. Er erhielt 1918 privaten Schauspielunterricht bei Carl Schneider. Bis Kriegsende hatte er unter anderem Engagements an Bühnen in Cottbus, Franzensbad, Würzburg und Danzig.

Schlegel begann seine Bühnenlaufbahn in der Spielzeit 1920/21 am Stadttheater Kleve.Fritz Schlegel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1921. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 32. Jg., Berlin 1921, S. 876 (Register). In der Spielzeit 1920/21 spielte er dort in einer seiner ersten Bühnenrollen den „paragraphenkollerigen“ Assessor Bömelburg in dem Schwank §§-Koller von Arthur Hoffmann.Aus Nah und Fern. Aufführungskritik. In: Niederrheinisches Tageblatt vom 11. April 1921, Seite 3. In der Spielzeit 1925/26 war er als Schauspieler und Sänger am Stadttheater Gelsenkirchen engagiert.Fritz Schlegel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1926. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 37. Jg., Berlin 1926, S. 350 und S. 769 (Register). Im Juni 1926 gastierte er im Naturtheater Schwarzenberg als Kriminalkommissar Reitmaier in Hermann Sudermanns Drama Stein unter Steinen.Konzerte, Theater, Vergnügungen: Schwarzenberg. Aufführungskritik. In: Erzgebirgischer Volksfreund vom 29. Juni 1926, Seite 6. Im Juli 1926 spielte er dort den „verschlagenen“ und „feigen“ Spiegelberg, den er als „übler Hetzer“ anlegte, in Die Räuber von Friedrich Schiller.Konzerte, Theater, Vergnügungen: Schwarzenberg. Aufführungskritik. In: Erzgebirgischer Volksfreund vom 8. Juli 1926, Seite 6. Im August 1926 trat er dort als Valentin in einer Faust-Inszenierung auf.Konzerte, Theater, Vergnügungen: Schwarzenberg. Aufführungskritik. In: Erzgebirgischer Volksfreund vom 26. August 1926, Seite 6. In der Spielzeit 1928/29 war er als Schauspieler und Spielleiter der Operette an der „Mitteldeutschen Volksbühne“ in Staßfurt-Leopoldshall verpflichtet.Fritz Schlegel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1929. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 40. Jg., Berlin 1929, S. 350 und S. 857 (Register). 1928 gastierte er bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall als Junker Tobias in der Shakespeare-Komödie Was ihr wollt.Hall: Was ihr wollt. Aufführungskritik. In: Schwäbischer Merkur vom 27. September 1928, Seite 4. 1929 folgte dort der Dranio in Komödie der Irrungen.Freilichtspiele in Schwäb. Hall. Aufführungskritik. In: Württemberger Zeitung vom 3. Juli 1929, Seite 7. 1933 wechselte Schlegel an die „Schlesische Landesbühne“ in Bunzlau.Fritz Schlegel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1938. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 49. Jg., Berlin 1938, S. 289 und S. 874 (Register). In der Spielzeit 1938/39 war er als Schauspieler und Regisseur am Stadttheater Eger (Sudetenland), anschließend in der Spielzeit 1939/40 am Stadttheater Cottbus verpflichtet.Fritz Schlegel. In: Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnenjahrbuch 1940. Theatergeschichtliches Jahr- und Adreßbuch. Theater – Film – Funk – Fernsehen. 51. Jg., Berlin 1940, S. 290 und S. 905 (Register). Die verbleibenden Kriegsjahre 1942–44 wirkte er an den „Städtischen Schauspielbühnen“ in Zoppot-Gotenhafen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er Engagements unter anderem in Gotha und Chemnitz. Von 1954 bis 1959 war er festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater in Berlin; danach war er freischaffend als Schauspieler tätig. In der Spielzeit 1955/56 wirkte er am Deutschen Theater unter der Regie von Ernst Kahler in der Inszenierung des Theaterstücks Sozialaristokraten von Arno Holz mit.Reichhardt, Hans J. (u. a.): 25 Jahre Theater in Berlin: Theaterpremieren 1945–1970. Spitzing Verlag, Berlin, 1972. Seite 133.

Bei der DEFA war Schlegel als Charakterdarsteller in zahlreichen Filmen zu sehen, insbesondere in Märchenfilmen. Dabei spielte er, aufgrund seiner Leibesfülle, häufig Rollen wie Köche oder Wirte. Mehrfach wirkte er in den humoristischen Kurzfilmen aus der Stacheltier-Reihe mit. Ende der 60er Jahre stand er zuletzt vor der Kamera.

Fritz Schlegel starb im Dezember 1971.

Premieren am Deutschen Theater Berlin 1954: William Shakespeare: Viel Lärm um nichts. Rolle: Eine Wache. Regie: Rudolf Wessely 1955: Alfred Matusche: Die Dorfstraße (UA). Rolle: Der Wirt. Regie: Hannes Fischer 1955: Arno Holz: Sozialaristokraten. Rolle: Senger. Regie: Ernst Kahler 1955: Gerhart Hauptmann: Vor Sonnenuntergang. Rolle: Stadtverordneter. Regie: Wolfgang Heinz 1955: Hedda Zinner: Lützower (UA). Rolle: Fleischer. Regie: Wolfgang Langhoff 1956: Heinar Kipphardt: Der Aufstieg des Alois Piontek (UA). Rolle: Vertreter der örtlichen Unternehmerschaft. Regie: Heinar Kipphardt 1956: Peter Hacks: Die Schlacht bei Lobositz (UA). Rolle: Hauptmann. Regie: Wolfgang Langhoff 1957: Johann Nestroy: Einen Jux will er sich machen. Rolle: Ein Wächter. Regie: Otto Tausig

Filmografie (Auswahl) 1953: Das Stacheltier: Bitte nicht stören 1954: Das geheimnisvolle Wrack 1954: Carola Lamberti – Eine vom Zirkus 1954: Das Stacheltier: Die Studienreise 1955: Hotelboy Ed Martin 1955: Das Stacheltier: Der Fischer un sine Fru 1955: 52 Wochen sind ein Jahr 1955: Das Stacheltier: Der Treppenwitz 1956: Zar und Zimmermann 1956: Der Hauptmann von Köln 1956: Das Stacheltier: Das Stimmungsbarometer 1957: Spielbank-Affäre 1958: Sonnensucher 1959: Das Feuerzeug 1959: Das Haus voller Leichen (Fernsehfilm) 1959: Der Ritter vom Mirakel (Fernsehfilm) 1959: Weimarer Pitaval: Der Fall Harry Domela (Fernsehreihe) 1960: Fernsehpitaval: Der Fall Haarmann (Fernsehreihe) 1960: Fernsehpitaval: Der Fall Dibelius – Schnoor 1961: Der Fremde 1961: Schneewittchen 1961: Moabiter Miniaturen: Rebellion der Besengten (Fernsehfilm) 1962: Die Entdeckung des Julian Böll 1962: Fernsehpitaval: Auf der Flucht erschossen 1962: Das Stacheltier: Mann ist Mann 1963: Das Stacheltier: Unglaublich 1963: Von einem der auszog, das Gruseln zu lernen (Fernsehfilm) 1964: Die goldene Gans 1965: Entlassen auf Bewährung 1965: Ohne Paß in fremden Betten 1966: Irrlicht und Feuer (Fernsehfilm, Zweiteiler) 1968: Tod im Preis inbegriffen (Fernsehfilm)

Hörspiele 1956: Rolf Schneider: Das Gefängnis von Pont L'Eveque – Regie: Helmut Hellstorff (Rundfunk der DDR) 1960: Rolf Schneider: Der dritte Kreuzzug oder Die wundersame Geschichte des Ritters Kunifried von Raupenbiel und seine Aventiuren – Regie: Wolfgang Brunecker (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1960: Joachim Knauth: Die sterblichen Götter (Balbus) – Regie: Joachim Witte (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1962: Anton Tschechow: Perpetuum Mobile (Pferdeknecht) – Regie: Peter Brang (Hörspiel – Rundfunk der DDR)

Literatur Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8, S. 334.

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