Diese Liste nennt Kolonialdenkmäler die an die Kolonialgeschichte erinnern.
Hintergrund Kolonialdenkmäler wurden sowohl in den Kolonien als auch in den Kolonialmächten errichtet. Mit der Entkolonialisierung wurden viele Denkmäler in den bisherigen Kolonien beseitigt. Die erhaltenen Denkmäler in den Kolonialmächten sind Gegenstand einer Debatte bezüglich der Erinnerungskultur.
Deutsches Kolonialreich In Deutschland ergaben sich einige Besonderheiten durch den relativ späten Eintritt in eine Kolonialpolitik und vor allem durch den Verlust der Kolonien nach dem Ersten Weltkrieg. In den deutschen Kolonien wurden nach seinem Tod eine Reihe von Bismarckdenkmälern erbaut. Bismarck selbst war zwar kein großer Anhänger der Kolonialpolitik, in seiner Amtszeit wurde jedoch die Grundlage des Kolonialreiches gelegt. In der Weimarer Republik war der Verlust der Kolonien Anlass, Kolonialdenkmäler zu errichten, die einen Rückerwerb der Kolonien propagierten. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden erneut Denkmale errichtet, um das Kolonialthema propagandistisch zu nutzen.
Die Kolonialdenkmäler in den deutschen Kolonien wurden nach dem Ersten Weltkrieg von den Siegermächten überwiegend abgebaut. Ausnahmen waren Denkmale an entlegenen oder nicht exponierten Standorten und Denkmale, die von den Siegermächten als Grabdenkmale eingestuft wurden. Ausnahmefall war das ehemalige Deutsch-Südwestafrika, wo die Denkmale erhalten blieben.Zeller: Kolonialdenkmäler, S. 136 ff. Die Kolonialdenkmäler in Deutschland wurden teilweise im Zweiten Weltkrieg ihres Metalls beraubt und/oder durch Kriegseinwirkungen zerstört. Die verbleibenden Denkmäler in den deutschen Ostgebieten und der SBZ wurden vollständig zerstört. Die Denkmale in den Westzonen bleiben überwiegend erhalten. Im Rahmen der Entkolonialisierung wurde begonnen, einzelne Denkmale (zum Beispiel der Kolonialstein in Gladbeck) zu beseitigen. Ab 1961 gab es Forderungen aus der entstehenden Studentenbewegungen, Kolonialdenkmäler zu entfernen. In Hamburg und Göttingen kam es Ende der 1960er Jahre zu gewaltsamen Beschädigungen der dortigen Denkmale. Ab den 1980er Jahren setzte eine Diskussion um eine Umwidmung der Kolonialdenkmäler in Anti-Kolonialdenkmäler ein.Marianne Bechhaus-Gerst: Koloniale Spuren im städtischen Raum. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 69. Jg., 40–42/2019, S. 40–45 (online). Mehrere Denkmale wie das in Bremen und das in Berlin wurden in der Folge umgewidmet.Zeller: Kolonialdenkmäler, S. 201 ff.
Insgesamt sind 175 Denkmale für die deutsche Kolonialgeschichte bekannt. Davon befanden sich 107 in Deutschland, die anderen in den deutschen Kolonien. Von denen in Deutschland entstanden 14 in der Zwischenkriegszeit, alle anderen aus dem Kaiserreich. Daneben gab es mindestens 7 Initiativen für Kolonialdenkmäler in Deutschland, die nicht umgesetzt wurden.Zeller: Kolonialdenkmäler, S. 1431 ff., 303 ff.
Liste bestehender Kolonialdenkmäler