Der Bahnhof Limbach (Sachs) war ein Bahnhof in der westsächsischen Stadt Limbach-Oberfrohna. Er verfügte über ein Bahnsteiggleis. Der Bahnhof lag im Stadtteil Limbach und gehörte zeitweise Endpunkt der Strecke Limbach–Wittgensdorf.

Das Gebäude wurde von 1871 bis 1872 im preußisch-historischen Stil erbaut und im selben Jahr als Endbahnhof feierlich eröffnet. Mit der Eröffnung der Strecke Limbach-Wüstenbrand wuchs die Bedeutung des Bahnhofs und so musste die gesamte Anlage aufgrund des rasanten Anstieges des Verkehrsaufkommens erweitert und ausgebaut werden. Nachdem die Strecke Limbach–Wittgensdorf kurz nach der politischen Wende 1989/1990 stillgelegt wurde und auch der Güterverkehr immer mehr an Bedeutung verlor, wurde zeitgleich der Bahnhof aufgegeben und im Jahr 2000 endgültig für den Personenverkehr geschlossen. Das ehemalige Empfangsgebäude wurde danach unter Denkmalschutz gestellt. Es erfolgte jedoch keine Sanierung, sodass die verbliebenen Gebäude 2015 zum Teil und 2020 bzw. 2021 vollständig abgerissen wurden, wobei Teile der Bahnsteigüberdachung des Hausbahnsteiges erhalten blieben.

Lage Das Bahnhofsgebäude lag etwa in 700 Meter nordöstlicher Entfernung zur Limbacher Innenstadt. Das Areal befindet sich an der Straße Ostring, die in westlicher Richtung in die Burgstädter Straße mündet. In Richtung Osten kreuzt sich die Strecke mit der Hohensteiner Straße; das Bahnareal liegt etwa zwischen diesen beiden Hauptverkehrswegen. Der Bahnhofsvorplatz besteht im Großteil aus einem gepflasterten Bereich mit Parkmöglichkeiten und befindet sich vor dem ehemaligen Empfangstrakt, der im Jahr 2015 aufgrund von Verfallsschäden abgebrochen wurde. In westlicher Richtung grenzt eine Kleingartenanlage an die Anlagen, welche zwischen der Straße Ostring und der Gleise in Richtung Oberfrohna liegt. Unmittelbar vom Vorplatz des Bahnhofs, zwischen der Empfangshalle und der Gartenanlage gelangte man über mehrere Gleise zum Gebäude des Güterbahnhofs, der sich genau gegenüber dem Hauptgebäude befand.

In näherer Nachbarschaft liegt das Wohngebiet Am Tännigt. Es wurde in den 1930er Jahren erbaut und in den Folgejahren mehrfach erweitert. Die Straße, die in dieses Wohnviertel führt, kreuzt sich in östlicher Richtung mit der Straße Ostring und trägt den Namen Am Tännigt. Direkt nach der Einmündung quert sie die Bahnstrecke Limbach–Wittgensdorf unter zwei kleine Brücken. An das Wohngebiet grenzt wiederum eine größere Kleingartenanlage, die sich von der Straße Am Tännigt bis hin zum Bahnareal in Höhe des Güterbahnhofs erstreckt.Bahnhof Limbach (Sachs) bei Google Maps

Bahnstrecken Die Gebäude befanden sich an der Strecke Limbach–Wittgensdorf und war nach dem Oberfrohnaer Bahnhof die zweite bzw. vorletzte Station auf dieser Strecke. Im Stadtteil Oberfrohna begann die Trasse eingleisig und teilte sich etwa 150 Meter vor dem Bahnhofsgebäude in Limbach in mehrere Nebengleise auf. Diese Abschnitte wurden in den Jahren nach der Schließung nacheinander zurückgebaut. Etwa 400 Meter nach der Station teilte sich die Strecke in zwei Abschnitte auf: Die Hauptgleise führt weiter über Hartmannsdorf in östliche Richtung bis nach Wittgensdorf. Die zweite Gleise der nach Wüstenbrand führenden Nebenbahn zweigte südlich von der Hauptstrecke ab und verlief etwa 800 bis 900 Meter parallel zu dieser, ehe sie auf Höhe der Kreuzung der Straßen Ostring und Feldweg in südöstlicher Richtung nach Kändler abbog. Die Gleisanlage der Strecke Limbach–Wittgensdorf ist bis heute erhalten. Der Abschnitt der anderen Trasse nach Kändler und Röhrsdorf wurde inzwischen abgebaut.Der Verlauf der ehemaligen Strecken Limbach-Wittgensdorf und Limbach Wüstenbrand bei Google Maps

Geschichte Bahnhofsname Der Bahnhof trug während seiner Betriebszeit fünf unterschiedliche Bezeichnungen, im Einzelnen waren dies:

bis 30. September 1902: Limbach bis 30. April 1904: Limbach bei Chemnitz bis 30. Juni 1911: Limbach (Sachsen) bis 21. Dezember 1933: Limbach (Sa) ab 22. Dezember 1933: Limbach (Sachs)

Bau der ersten Strecke Erste Überlegungen zum Bau einer Eisenbahntrasse nach Limbach gab es bereits im Jahr 1869. Jedoch entschied sich die Regierung in Dresden gegen den Bau einer Bahnstrecke nach Limbach, obwohl die Stadt damals doppelt so viele Einwohner wie Burgstädt hatte und es auch im topographischen Sinn größere Herausforderungen gab. So kam die Dresdner Regierung zu dem Entschluss, dass die Trasse trotz der vorhandenen Gegebenheiten von Chemnitz nach Burgstädt verlaufen sollte. Dass die Entscheidung mit großer Mehrheit auf Burgstädt fiel, war nicht zuletzt dem Burgstädter Abgeordneten Hahn zu verdanken, der sich für eine Bahnverbindung nach Chemnitz einsetzte.Stadtgeschichte – Die Eisenbahn von Limbach-Oberfrohna nach Chemnitz

Am 8. April 1872 wurde eine sogenannte „Sackbahn“, ausgehend von Wittgensdorf mit Bahnhof in Hartmannsdorf nach Limbach in Betrieb genommen. Dadurch erhielt die Stadt Limbach erstmals einen Bahnanschluss. Somit war es nun auch möglich, nach Chemnitz zu gelangen und weiter nach Leipzig zu fahren. Jedoch war ein Großteil der Einwohner nicht sehr zufrieden mit der vorhandenen Bahntrasse und so versuchte man, weitere Anschlussmöglichkeiten zu erreichen und den Streckenausbau auszuweiten. Die Stadt Limbach nahm zwischen 1890 und 1895 zahlreiche Versuche, Verbesserungen im Bahnverkehr vorzunehmen und die vorhandene Trasse auszubauen. So war eine elektrisch betriebene Bahn bis ins benachbarte Waldenburg geplant, welche die anliegenden Gemeinden selbst finanzieren wollten. Die Bahnstrecke, die von Limbach über Rußdorf, Falken, Langenchursdorf, Grumbach und Oberwinkel verlaufen sollte, wurde von der Dresdner Regierung aufgrund finanzieller Gründe und Uneinigkeiten zwischen den betroffenen Gemeinden nie gebaut.Die Eisenbahn nach Limbach-Oberfrohna

Erweiterung der Bahnhofsanlagen Gegen Ende der 1890er Jahre erweiterte man das Streckennetz nach Wüstenbrand, einem Ortsteil von Hohenstein-Ernstthal. Diese Trasse führte über ein Nebengleis, welches vom Limbacher Bahnhof abzweigte und nach Kändler über Röhrsdorf nach Rabenstein und weiter nach Grüna führte. In Wüstenbrand bei Hohenstein-Ernstthal befand sich der Endhaltepunkt. Somit war die Stadt auch an die Trasse der Kohlenbahn angeschlossen, die von Wüstenbrand über Lugau bis in das im Erzgebirge gelegene Oelsnitz führte. Am 1. Dezember 1897 wurde die Strecke eingeweiht. Mit der Eröffnung wurde daraufhin der Bahnhof in Limbach umfassend erweitert. Es wurde ein komplett neuer Bahnhofsteil für die Züge von und nach Wüstenbrand auf dem Bahnhofsvorplatz angelegt sowie ein großer hölzerner Anbau am Güterschuppen errichtet. Ebenso erhielt die Anlage eine Drehscheibe. Mit der Streckeneröffnung wurde in Limbach eine Lokstation des Bw Chemnitz Hbf eingerichtet. Es entstand ein zweiständiger Lokschuppen, ein Kohlenschuppen und eine Wasserstation, deren Bau sich jedoch nicht genau zeitlich einordnen lässt. Mit der Eröffnung der Strecke Limbach (Sa)–Oberfrohna 1912 wurde der Bahnhof erneut umgebaut und an das Verkehrsaufkommen angepasst.Stephan Häupel, Eberhard Schramm, Jürgen Viehweger: Nebenbahnen um Wüstenbrand. Verlag Kenning, Nordhorn 1998. mini|270x270px|Der Bahnhof um 1913 Mit der Unterbrechung des durchgehenden Betriebs auf der Strecke nach Wüstenbrand zum Jahreswechsel 1950/1951 verlor der Bahnhof Limbach (Sachs) kurzzeitig an betrieblicher Bedeutung, da auf dem verbliebenen Streckenstück bis Röhrsdorf nur noch in geringem Umfang Güterverkehr durchgeführt wurde. Diese Trasse wurde in den 1950er Jahren schrittweise zurückgebaut.

Verlängerung der Strecke nach Oberfrohna Im Jahr 1899 gab es Bemühungen, die Bahnstrecke Limbach-Wittgensdorf weiter auszubauen. Zu dieser Zeit gingen viele Petitionen nach Dresden ein. Diese Petitionen wurden an die Regierung der eingereicht, mit dem Ziel, weitere Streckenführungen zu realisieren. So sollte unter anderem eine Trasse um Oberfrohna herum gebaut werden. Zahlreiche Kaufleute und Fabrikbesitzer begrüßten die Pläne der vorgeschlagenen Streckenverläufe, denn sie versprachen sich von einer Erweiterung klare Vorzüge. So auch der Kaufmann Rittberger, der in der Karlstraße eine Fabrikgebäude besaß und die Planungen einer Anbindung in Waldenburg an die Strecke Glauchau-Wurzen unterstützte. 1908 verhandelte der Landtag in Dresden über die Streckenerweiterung. Die neue Trasse sollte vom Endhaltepunkt in Oberfrohna weiter bis nach Niederfrohna, Mühlau, Tauscha verlängert werden und in Penig an die Nebenbahn der Strecke Glauchau–Wurzen anschließen. Auch wäre ein Anschluss bis nach Leipzig denkbar gewesen. Der damalige Bürgermeister von Oberfrohna, Willy Böhme, unterstützte dieses Vorhaben und war auch an deren Planung beteiligt. Jedoch hätte dieser das Gelände für den künftigen Streckenverlauf kaufen und der Eisenbahnverwaltung dieses kostenlos zur Verfügung stellen müssen.Bahnstrecke Limbach–Wittgensdorf – Bemühungen um einen Anschluss nach Leipzig

Am 30. Juni 1913 wurde die Streckenverlängerung nach Oberfrohna mit einem Zug und zwei Lokomotiven um 10:45 Uhr feierlich eröffnet. Das Viadukt an der Kellerwiese war ein Jahr vorher in Stampfbetonbauweise errichtet und eingeweiht worden.

Nach Beginn des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 konnten keine weiteren Pläne um eine geplante Verlängerung der Strecke bis nach Penig umgesetzt werden. Der Stadt Limbach fehlte es an Geld, um den Ausbau zu finanzieren. Zudem wurde der Zugverkehr durch das wachsende Aufkommen des Kraftwagens immer unrentabler. Im Zweiten Weltkrieg kam der Bahnverkehr fast vollständig zum Erliegen, da Tageszüge ausfielen und die Strecke keine hohe Bedeutung für den Transport von Munitionsmaterial hatte.

Deutsche Demokratische Republik, Wende und Niedergang Nach der Gründung der DDR am 7. Oktober 1949 wurde die Anlage zum Trennungsbahnhof. Nach dem Beitritt zahlreicher Betriebe zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VEB) stiegen die Güterverkehrszahlen im Bahnhof Limbach wieder an. Die Züge transportierten über 30 Jahre Textilware, Maschinenteile, Kohle und andere zahlreiche Waren vom Endhaltepunkt Oberfrohna und Limbach über Hartmannsdorf und Wittgensdorf bis nach Chemnitz.

Im Zuge der politischen Wende 1989/1990 und den damit einhergehenden Stilllegungen der einzelnen Betriebe sanken die Zahlen des Güterverkehrs drastisch. Die Schließung der zahlreichen Industriebetriebe in Limbach-Oberfrohna und der näheren Umgebung zu Beginn der 1990er-Jahre hatte auch auf den Güterverkehr negative Auswirkungen. In der Folgezeit wurden immer weniger Waren transportiert und auch die Passagierzahlen sanken drastisch. Am 1. Januar 1996 wurde der Güterverkehr schließlich eingestellt; der Personenverkehr blieb um vier weitere Jahre bestehen. Am 24. Februar 2000 erteilte das Eisenbahnbundesamt (EBA) die Genehmigung, den Abschnitt von Oberfrohna nach Limbach stillzulegen. Dies markierte das Ende des Personenverkehrs, der am 28. Mai 2000 vollständig eingestellt wurde. Der Bereich zwischen Limbach und Wittgensdorf wurde erst über ein Jahr später am 11. Dezember 2001 für den Zugverkehr eingestellt. Fortan verkehrten Züge nur noch auf dem Teilstück zwischen Hartmannsdorf und Wittgensdorf. Am 11. Dezember 2005 wurde der Abschnitt bis zum Anschluss am Tanklager in Hartmannsdorf in ein Nebengleis des Bahnhofs Wittgensdorf umgewandelt.

Entwicklung ab 2000 Die Jahre nach der Schließung Nach Einstellung des Personenverkehrs am 28. Mai 2000 wurden die Gebäude endgültig für die Öffentlichkeit geschlossen und dementsprechend gesichert. In den Folgejahren der Schließung war das Betreten der Anlage strikt untersagt. Warnschilder, die man an verschiedenen Stellen anbrachte, sollten darauf hinweisen. Lediglich der Bahnhofsvorplatz konnte als Parkmöglichkeit weiterhin genutzt werden.