mini|Jörg Demus 1997 „Konzert über den Wolken“ anlässlich des 200. Geburtstags von Franz Schubert. mini|Jörg Demus (links) mit seinem Konzertagenten Manfred Jahn und dem Komponisten Werner Bärtschi (2016) mini|Jörg Demus mit Manfred Jahn (2016) Jörg Demus (* 2. Dezember 1928 in St. Pölten, Niederösterreich; † 16. April 2019 in WienPianist Jörg Demus 90-jährig verstorben auf nachrichten.at (abgerufen am 24. April 2019).) war ein österreichischer Pianist und Komponist.
Leben
Jörg Demus war Sohn des Kunsthistorikers Otto Demus (1902–1990) und der Konzertviolinistin Erika Demus geb. Budik (1896–1975). Er erhielt im Alter von sechs Jahren den ersten Klavierunterricht und wurde mit elf Jahren zur Wiener Musikakademie zugelassen. Dort studierte er bis 1945 Orgel, Klavier, Komposition und Orchesterleitung. Seinen ersten Klavierabend gab er 1943 im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins.
1945 wurde er zum Militärdienst einberufen, konnte sich bei Kriegsende nach Oberösterreich durchschlagen und kam in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er nach rund sechs Wochen entlassen wurde.
1950 startete er in London seine internationale Karriere. 1951–1953 studierte er bei Yves Nat in Paris und anschließend bei Walter Gieseking in Saarbrücken. Im Jahr 1956 erhielt er eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Pianisten, den Ersten Preis des Internationalen Klavierwettbewerbs Ferruccio Busoni in Bozen. 1970 erhielt er den Jakob-Prandtauer-Preis für Wissenschaft und Kunst der Stadt St. Pölten.
Als Musiker und Lehrer genoss er weltweite Anerkennung. Demus machte sich besonders durch sein Engagement für die Renaissance der Hammerflügel verdient, die er trotz aller technischen Unzulänglichkeiten alter Originalinstrumente bei vielen Aufnahmen einsetzte und damit ein hohes Maß an Authentizität erreichte. Demus spielte häufig Werke der Romantik, er trat auch als Liedbegleiter (etwa von Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf, Elly Ameling oder Peter Schreier) und in Kammermusik-Ensembles auf (z. B. im Duett mit dem Pianisten Paul Badura-Skoda oder der Cellistin Maria Kliegel).
Demus lehrte an den Musikhochschulen in Stuttgart und Wien. Über längere Zeit arbeitete Jörg Demus an einer CD-Produktion Die Geschichte des Klaviers, welche am Ende 100 vollbespielte CDs umfassen sollte. Jahrzehntelanger örtlicher Mittelpunkt dieses Schaffens war das Museo Cristofori in Weyregg am Attersee (Schaffling 6), wo im Rahmen der Jörg-Demus-Foundation jeden Sommer ein Meisterkurs für Pianisten stattfand und ein von Demus eingerichtetes Klaviermuseum untergebracht war.Monika Jaros: . In: radioklassik.at, Stiftung Radio Stephansdom, Wien 2018, abgerufen am 26. August 2022.
Einspielungen (Auswahl) Claude Debussy: Complete Piano Works (5 CDs) Robert Schumann: The Complete Piano Works. Original Recordings, Nuova Era Internazionale 2007 (13 CDs, 317 Tracks, 14,3 Std.)
Eigene Kompositionen: Poetische Sonate in g-Moll, op. 8.Demus: Works for Cello and Piano. Marco Polo/Naxos Records 1998, MP 5036 auf naxos.com (abgerufen am 24. April 2019). Liebe op. 21 nach Verlaines Crimen Amoris. Sonate für Cello und Klavier in c-Moll, op. 35 „Il Tramonto“. Sonate sylvestre op. 48 (Sonate für Violine und Klavier), Gramola 2009. Nacht der Sterne, op. 14
Weblinks
Jörg Demus, Konzertagentur Jahn
Einzelnachweise
Kategorie:Klassischer Pianist Kategorie:Liedbegleiter Kategorie:Herausgeber (Musik) Kategorie:Historische Aufführungspraxis Kategorie:Musiker (Österreich) Kategorie:Jakob-Prandtauer-Preisträger Kategorie:Robert-Schumann-Preisträger Kategorie:Absolvent der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Kategorie:Österreichischer Kriegsgefangener der Briten Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2019 Kategorie:Mann