Der Opel Manta ist ein von 1970 bis 1988 gebauter fünfsitziger Pkw der seinerzeit zum US-amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM) gehörenden Adam Opel AG. Einige Ausführungen waren nur viersitzig, zum Beispiel der Manta B GT/E. Der erste Manta (Manta A) kam im September 1970 auf den Markt. Der Wagen war die Coupé-Version der zwei Monate später vorgestellten Limousine Ascona A mit der gleichen Plattform. Mit diesem Coupé mit wassergekühltem Vierzylinder-Frontmotor und Hinterradantrieb konkurrierte Opel mit dem seit Ende 1968 gebauten Ford Capri.

Als im August 1988 der letzte Manta B vom Band lief, war seine Technik mit der aus dem Kadett B von 1967 stammenden Starrachse (Zentralgelenkachse) und den seit 1965 produzierten CIH-Motoren überholt, obwohl er in den letzten Baujahren schon mit ungeregeltem Katalysator und 5-Gang-Getriebe ausgerüstet wurde. Für Opel war der Manta ein Erfolg: Von beiden Modellreihen wurden zusammen 1.056.436 Wagen gebaut.

Modellgeschichte Unter dem Arbeitstitel „Projekt 1450“ wurde Ende der 1960er-Jahre bei Opel ein Konkurrenzmodell für den Ende 1968 eingeführten Ford Capri entwickelt. Daraus ging das im September 1970 in Timmendorfer Strand präsentierte Manta-Coupé hervor, dessen Limousinen-Version Ascona zwei Monate später in Turin (Italien) im November 1970 vorgestellt wurde.Bernd Tuchen: Opel der Zuverlässige. Drei Jahrzehnte Opel-Werbung. Heel Verlag GmbH, Königswinter 2005, ISBN 3-89880-426-7.

Die Entstehung und der Name Manta mini|Das Rochen-Emblem am vorderen Kotflügel eines Manta A

Ford begann mit dem Mustang in den USA die Ära der „Pony-Cars“: Das sind Coupés oder Cabrios auf Basis eines (für amerikanische Verhältnisse) kompakten und leichten Mittelklassefahrzeugs, das mit einem relativ leistungsstarken Motor ausgestattet wurde und daher entsprechende Fahrleistungen (insbesondere Beschleunigungswerte) ermöglichte.

Der kompakte und formschöne Mustang auf der Plattform des Falcon war nach seiner Einführung im Frühjahr 1964 in den USA sehr erfolgreich. Diesen Erfolg wollte Ford in Europa wiederholen und entwickelte auf Basis des britischen Cortina ein Coupé mit dem Namen Capri, das sich ab Anfang 1969 ebenfalls gut verkaufte.

Dem Erfolg des Mustangs und des Capri sah General Motors nicht tatenlos zu, und so wurde relativ kurzfristig der im Herbst 1966 vorgestellte Chevrolet Camaro als Antwort auf den Ford Mustang entworfen, während Opels Manta auf den Capri zielte.

Bereits im Herbst 1962 erhielt ein Modell der Chevrolet Corvette den Namen Stingray (Stechrochen). Entsprechend dazu wurde mutmaßlich beim Opel Manta der Mantarochen zum Namensgeber. Tatsächlich ließ sich der mit dem werksinternen Projekt „longnose coupé“ beauftragte Designer George Gallion dabei von Videoaufnahmen und Fotos inspirieren, die Jacques Cousteau im Roten Meer von einem Manta-Rochen gemacht hatte.

Wie die Videoaufnahmen von Cousteau deutlich machten, waren die Tiere mit ihrer vogelflugähnlichen Fortbewegung im Wasser sehr schnell und das Schwingenschlagen mutete kraftvoll-harmonisch an. Die Namensphilosophie schlug sich folglich auch im Opel-Pressetext nieder: „Schließlich tauchte sein Name auf: Manta – der Flügelrochen. In den Eigenschaften dieses Meerestieres sah man eine Verdeutlichung der Aufgabe dieses Opel-Modells im Automobilmarkt. Man erwartet viel vom Manta, dem Automobil, wie immer, wenn Deutschlands zweitgrößter Automobilproduzent einen neuen Wagen vorstellt!“

Und auch in den Prospekten war immer wieder von dieser Namensphilosophie zu lesen. Daher bekamen viele Mantas an den vorderen Kotflügeln ein kleines Manta-Emblem. Damit hatte Opel mit der Namenswahl und der ausführlichen Werbearbeit gleichzeitig Volksbildung betrieben: Der Rochen war populär geworden.

Zielgruppe Von Anfang an versuchte die Opel-Werbung, den technisch stark an die Ascona-Limousine angelehnten Manta zum sportlichen Männerauto zu stilisieren.

Die Form mit der niedrigen Gürtellinie, einer langen Motorhaube und kurzem Heck gaben dem Manta ein sportliches Aussehen. Der Wagen folgte damit dem Trend gegen Ende der 1960er-Jahre: Sportlich aufgemachte Fahrzeuge mit höheren Leistungen und entsprechendem Fahrverhalten. Autos mit höherem Komfort für Fahrer und Beifahrer. Individuelle Form, die sich von anderen Fahrzeugen abhob.

Speziell Renault und Fiat hatten schon vorher sportliche Modelle im Angebot, aber die Abarth- oder Gordini-Versionen für den Massenmarkt hatten keine eigenständigen Karosserien, sondern nur stärkere Motoren: Erst mit dem Renault Floride, dem Fiat 850 Coupé und dem Simca 1200 S Coupé wurden auch eigenständige Karosserien angeboten, ein Weg, dem Ford mit dem Capri und Opel mit dem Manta folgte. Anfangs wurde in der Anzeigenwerbung der Manta mit dem Slogan „Manta – entwickelt aus der europäischen Automobil-Tradition“ präsentiert. Später mit: „Opel Manta. Weil man was vom Fahren versteht", bzw. "Weil Sie was vom Fahren verstehen“ und „Opel Manta. Wenn Ihnen gewöhnliche Autos zu langweilig sind.“

Die Zielgruppe bestand primär aus jungen Menschen. Opel bot mit den anfangs drei Motorisierungen eine Alternative zu den traditionell gestalteten Modellen wie dem Rekord oder dem Ascona.

Die eher schwachen Motoren (insbesondere der ab 1972 für 8528 DM – was heute EUR entsprechen würde – angebotene Wagen mit dem 44 kW (60 PS) leistenden 1,2-Liter-Motor des Kadett B) konnten mit dem sportlichen Aussehen nicht Schritt halten. Verschiedene Tuner versuchten, dies durch den Einbau von Sechszylindermotoren der größeren Opel-Modelle oder mit Turboladern zu ändern. Lediglich der ab Frühjahr 1974 angebotene Manta GT/E mit 77 kW (105 PS) war in den Augen mancher Autotester gut motorisiert.

Manta A (1970–1975)

Allgemeines Der Manta A hatte eine selbsttragende Stahlkarosserie mit stoßnachgiebiger Heck- und Frontpartie. Ab September 1970 waren die Ausführungen Manta, Manta L und Manta SR erhältlich.

Die Vorderräder waren einzeln an ungleich langen Querlenkern mit Schraubenfedern, Teleskop-Stoßdämpfern und Drehstab-Stabilisator aufgehängt. Hinterachse war eine starre Deichselachse mit Schraubenfedern, Längslenkern und Panhardstab wie beim Kadett B von 1967. Sie wurde von Opel auch als Zentralgelenkachse bezeichnet. Der hintere Teil der Gelenkwelle ab dem Kardangelenk war in einem längsbeweglich gelagerten Stützrohr geführt, das starr mit dem Gehäuse des Differenzialgetriebes verbunden war.

Der Manta A wurde zunächst mit drei verschiedenen CIH-Motoren mit einer obenliegenden Nockenwelle angeboten: Zwei 1,6-Liter-Varianten mit 50 kW (68 PS) und 59 kW (80 PS) ergaben sich aus dem 1700er Rekord C-Motor durch Verringerung der Bohrung um 3 mm. Die dritte Variante war der 1,9-Liter-Motor des C-Rekords mit 66 kW (90 PS). 1972 kam ein 1,2-Liter-Motor mit seitlicher Nockenwelle aus dem Kadett mit 44 kW (60 PS) hinzu. Das vollsynchronisierte Viergang-Getriebe mit kurzem Schaltknüppel auf der Mittelkonsole wurde in der Werbung als Sportschaltung bezeichnet.

Der Opel Manta wurde in allen Versionen als fünfsitziges Sportcoupé geliefert. Besonders hervorstechend waren die langgezogene, vorne angeschlagene Motorhaube sowie die Heckpartie mit vier runden Rückleuchten, die breiten Türen mit rahmenlosen Fenstern und der schwarze Kühlergrill mit vier Rundscheinwerfern. Während Manta und Manta L noch mit Radkappen ausgeliefert wurden, hatte der Manta SR serienmäßig radkappenlose Stahl-Sporträder. Die Insassen des Manta saßen in einer Sicherheitszelle mit stoßabsorbierender Sicherheitslenksäule. Die Sitze waren stark ausgeformt und komfortabel. Gegen Aufpreis war ein Vinyldach lieferbar, das aber die Korrosion förderte, da sich unter der verklebten PVC-Folie Feuchtigkeit sammelte.

Ab dem 1. Januar 1976 erforderte das Benzinbleigesetz Kraftstoff mit geringerem Bleigehalt. Opel passte daraufhin seine Motoren den gesetzlichen Vorgaben an. Die Leistungen reduzierten sich dadurch beim 1,6-Liter-N von 50 kW (68 PS) auf 44 kW (60 PS), beim 1,6-Liter-S von 59 kW (80 PS) auf 55 kW (75 PS), und der 1,9-Liter-Motor hatte statt 66 kW (90 PS) nur noch 65 kW (88 PS). Der 1,2-Liter-Motor mit 44 kW (60 PS) blieb unverändert. Ab Juni 1975 wurde jedoch die Leistung des 1,9-Liter-Motors mit dem Fallstrom-Registervergaser Zenith INAT 35/40 wieder auf 66 kW (90 PS) gesteigert. Vom Manta A wurden insgesamt 498.553 Stück hergestellt; der günstigste Manta kostete ca. 8300 DM.

Manta L Beim Manta L stand das L für Luxus. Zur L-Ausstattung gehören verchromte Armaturen, Handschuhkasten-, Motorraum- und Kofferraumleuchten, Schwenkfenster für die Passagiere auf der Rücksitzbank, Radzierringe, eine elektrische Uhr, diverse Armaturenbeleuchtungen, Aschenbecher, Zigarettenanzünder, Sicherheits-Innenspiegel, verchromtes Auspuffendrohr und mehr.

Zur Motorenauswahl gehörten die obengenannten mit Schalt- und Automatikgetriebe (für den 1,2-Liter-S-Motor gab es nur das Schaltgetriebe).

Manta SR Der Manta SR war die Rallyeversion des Manta L für die sportlich orientierte Kundschaft. Er unterscheidet sich von den anderen Versionen durch andere Räder mit breiteren Felgen (5½ J × 13) und Niederquerschnitts-Gürtelreifen, eine mattschwarze Motorhaube sowie schwarze Seitenstreifen (Rallye-Streifen). Zur Instrumentierung gehören ein Drehzahlmesser sowie eine zusätzliche Konsole mit Uhr, Amperemeter und Öldruckmesser; die Beifahrer-Sonnenblende des SR hat keinen Schminkspiegel. Der SR wurde nur mit 59-kW-(80-PS-) und 66-kW-(90-PS)-Motor angeboten; bei letzterem führt eine kürzere Gesamtübersetzung zu verbesserten Beschleunigungswerten und erhöhter Bergsteigefähigkeit. Für die SR-Ausstattung wurde das Automatikgetriebe nicht angeboten.

Manta GT/E Im März 1974 ergänzte der Manta GT/E die Modellreihe. Sein 1,9-Liter-Motor leistete dank elektronisch geregelter Saugrohreinspritzung (Bosch L-Jetronic) 77 kW (105 PS), was dem GT/E eine Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h (nach Werksangaben) verlieh. Gegenüber dem Manta SR hat der GT/E breitere schwarze Seitenstreifen, schwarze Fensterumrandungen, die man auf dem unten stehenden Foto nicht erkennen kann, spezielle GT/E-Schriftzüge, einen Frontspoiler und eine etwas tiefergelegte Karosserie. Wegen der nur einjährigen Bauzeit wurden vom GT/E lediglich 5252 Stück verkauft – für 12.500 DM (umgerechnet auf heute EUR) –, die letzten Exemplare liefen als Manta Black Magic mit schwarzer Lackierung und gelb/roten Streifen an Frontspoiler und Seitenlinie vom Band.

Der Manta A in den USA Von Oktober 1970 bis Juli 1975 wurden Ascona und Manta unter der Bezeichnung „Opel 1900“ und „Opel 1900 Sport Coupé“ (Modelljahre 1971/72), ab Modelljahr 1973 als „Opel Manta“ auch in den USA verkauft. Im Angebot standen das Sport-Coupé genannte Basismodell, der Rallye als sportlich aufgemachte Variante und ab Herbst 1973 der Luxus mit mehr Ausstattung, Cordstoffbezügen und Vierspeichen-Stahlsporträdern. Alle Modelle wurden von Opels 1,9-Liter-Vierzylindermotor angetrieben, der bei einer Verdichtung von 7,6:1 hier 56 kW (76 PS) leistete; zum Modelljahr 1975 erhielt er eine Bosch-Einspritzung und kam damit auf 60 kW (82 PS). Von der 1900-Serie (Ascona und Manta) wurden in den USA rund 170.000 Stück abgesetzt.

Besondere Manta A

Manta mit 2,8-Liter-Motor mini|Opel Manta A TE 2800 mit 2,8 Liter Commodore-Vergasermotor