Die 26. Infanterie-Division (26. ID), ab 17. September 1944 26. Volksgrenadier-Division, war ein Großverband des Heeres der deutschen Wehrmacht.

Divisionsgeschichte Aufstellung Die 26. ID wurde am 1. April 1936 in Köln im Wehrkreis VI hauptsächlich aus Westfalen und Rheinländern aufgestellt und war während der Mobilmachung im August 1939 Teil der 1. Aufstellungswelle. Wegen ihres Divisionsabzeichens wurde sie Dom-Division genannt.

Westwall Beim Überfall auf Polen war die Einheit nicht beteiligt. Die Division verblieb im Westen als Teil der Sicherung gegen mögliche Angriffe aus Frankreich.

Westfeldzug Die Division war zwar am Westfeldzug 1940 beteiligt, wurde jedoch bei den Angriffsoperationen im französisch-belgisch Grenzgebiet kaum in die Kampfhandlungen bei der Besetzung Luxemburgs und in der Aisne/Champagne-Region verwickelt. Es folgten im Mai 1941 die Verlegung nach Polen.

Unternehmen Barbarossa An der Ostfront war sie 1941 am Vorstoß auf Moskau und Leningrad beteiligt, als Teil der 9. Armee gemeinsam mit der 206. Infanterie-Division in der Schlacht von Rschew und wurde massiv während der Winteroffensive 1941/42 eingesetzt. 1942 erfolgte der Einsatz im zentralen Sektor der zurückweichenden deutschen Verteidigungslinien.

Unternehmen Zitadelle Die Division nahm 1943 am Unternehmen Zitadelle teil und erlitt empfindliche Verluste. In der Folge kam es zur Umgliederung in eine Division mit drei Regimentern, zu je zwei Bataillonen.

Die Division kämpfte 1943 bei Orel und bei Smolensk. Während der sowjetischen Sommeroffensive 1944 bei Kowel in der Ukraine; Ende Juli noch durch die 174. Reserve-Division aufgefrischt; konnte die Division der Vernichtung entgehen, wurde dann aber an der ostpreußischen Grenze im September 1944 überrannt und musste von der Front zurückgezogen werden.

Auflösung Die Reste wurden in die 253. Infanterie-Division eingegliedert.

26. Volksgrenadier-Division Die Aufstellung der 26. Volksgrenadier-Division erfolgte im September/Oktober 1944 auf dem Truppenübungsplatz Warthelager bei Posen aus dem Stab der 26. Infanterie-Division und Truppenteilen der kurz vorher aufgestellten 582. Volks-Grenadier-Division unter Umbau auf zwei Bataillone je Regiment heraus. Die Truppen bestand hauptsächlich aus Marine- und Luftwaffenpersonal. Die Division wurde im November 1944 an der Westfront im Bereich von Luxemburg eingesetzt.

Ardennenoffensive Es folgte der Einsatz bei der Ardennenoffensive mit der Belagerung von Bastogne. Während der Kampfhandlungen sank die Stärke der Division auf eine Kampfstärke von rund 1780 Mann. Doch verblieb der Verband im Kampfgebiet bei Prüm im Februar 1945 im Einsatz. Mitte April 1945 erfolgte noch mal eine Auffrischung mit Personal aus der Auflösung der Infanterie-Division Donau.

Kapitulation Die Reste der Division kamen, zurückgezogen von der Westfront, in der Harzregion im Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft.

Unterstellung +Unterstellung der 26. ID während des Zweiten Weltkriegs Datum Korps Armee Heeresgruppe Schauplatz September 1939 z. Vfg. 5. ArmeeCEifel (Trier) Oktober 1939XXIII6. ArmeeB Dezember 1939 bis Januar 1940 VII16. ArmeeA Mai 1940 z. Vfg. Luxemburg, Somme Juni 1940 XVII12. ArmeeAisne, Champagne Juli 1940 XXIII 9. ArmeeBelgien, Frankreich August 1940 XXXVIII 16. Armee September 1940 bis April 1941 9. Armee Mai 194115. ArmeeD Juni bis September 1941VI 9. Armee MittePolozk, Düna Oktober 1941Panzer-Gruppe 3Bely November bis Dezember 1941 9. Armee Kalinin Januar bis Juli 1942 Rshew August bis Oktober 1942 LIII2. PanzerarmeeBolchow, Orel November bis Dezember 1942 XXXV Januar 1943 z. Vfg. 8. italienische ArmeeB Donbogen Februar 1943 2. ArmeeKursk März 1943 XIIIMitte April bis Juli 1943 VII August 1943 LIII 2. Panzerarmee Orel September 1943 XII 9. Armee Oktober 19434. ArmeeSmolensk (Gorki) November 1943 bis Januar 1944 XXXIX Februar bis April 1944 XXVII Mai 1944 LVI 2. Armee Kowel Juni bis August 1944 4. PanzerarmeeNordukraine

+Unterstellung der 26. Volksgrenadier-Division während des Zweiten Weltkriegs Datum Korps Armee Heeresgruppe Schauplatz September/Oktober 1944 BdE Posen November 1944 z. Vfg. 7. ArmeeBEifelDezember 1944LXVIJanuar 1945XXXiX5. PanzerarmeeArdennenFebruar 1945LXVIIEifelMärz 1945BotschRheinApril 1945stellv. IX.11. ArmeeOberbefehlshaber WestHarz

Gliederung +Veränderungen in der Gliederung der 26. ID von 1939 bis 1944 1939 1942 1943–1944 Infanterie-Regiment 39 (Düsseldorf) Füsilier-Regiment 39 Infanterie-Regiment 77 (Bonn) Grenadier-Regiment 77 Infanterie-Regiment 78 (Aachen) Grenadier-Regiment 78 – Füsilier-Bataillon 26 Aufklärungs-Abteilung 26 (Düsseldorf) Radfahr-Abteilung 26 – Artillerie-Regiment 26 I./Artillerie-Regiment 62 Pionier-Bataillon 26 Panzerabwehr-Abteilung 26 Panzerjäger-Abteilung 26 Nachrichten-Abteilung 26 Feldersatz-Bataillon 26 (ab 1940 zur 196. Infanterie-Division) Kommandeur der Infanterie-Divisions-Nachschubtruppen 26

Das Artillerie-Regiment 26 unterteilte sich in die Abteilungen I bis III und hatte zusätzlich die I. Abtlg./AR 62 in der Unterstellung.

Aufstellung Ende 1944 als 26. Volksgrenadier-Division

Füsilier-Regiment 39 aus dem Grenadier-Regiment 1206 Grenadier-Regiment 77 aus dem Grenadier-Regiment 1207 Grenadier-Regiment 78 aus dem Grenadier-Regiment 1208 Artillerie-Regiment 26 aus dem Artillerie-Regiment 1582 Divisions-Füsilier-Kompanie 26 aus Divisions-Füsilier-Kompanie 1582 (ab November 1944 als Bataillon) Panzer-Jäger-Abteilung 26 mit Sturmgeschütz-Abteilung 1026

Divisionskommandeure + Divisionskommandeure der 26. ID/26. VGD Dienstzeit Dienstgrad Name 1. April 1936 bis 31. Oktober 1938 Generalleutnant Fritz Kühne 10. November 1938 bis 15. Januar 1941 Generalleutnant Sigismund von Förster 15. Januar 1941 bis 15. April 1942 GeneralmajorWalter Weiß 15. April 1942 bis 5. August 1943 Oberst/Generalmajor/Generalleutnant Friedrich Wiese 5. August 1943 bis Juli 1944 Oberst/Generalmajor/Generalleutnant Johann de BoerJuli 1944 bis 10. August 1944OberstHans Frommberger 10. August bis zur Auflösung Oberst/Generalmajor Heinz Kokott

Bekannte Divisionsangehörige Franz Eccard von Bentivegni (1896–1958), war ein verurteilter Kriegsverbrecher Wilhelm Ehm (1918–2009), war als Admiral, von 1959 bis 1987 Chef der Volksmarine der DDR Paul Herrmann (1898–1980), war als Generalmajor des Heeres der Bundeswehr, Befehlshaber im Wehrbereich IV Hans Dietrich Schumann (1911–2001) war ein Chirurg, Urologe und Hochschullehrer

Auszeichnungen Insgesamt erhielten 16 Angehörige der 26. ID das Ritterkreuz und 100 wurden mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

Weblinks

26. Infanterie-Division / 26.Volks-Grenadier-Division auf EHRI-Portal aus dem Bundesarchiv

Literatur

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945, Band 4: Die Landstreitkräfte. Nr. 15–30. 2. Auflage Osnabrück 1976, ISBN 3-7648-1083-1, VI, 300 S.

Einzelnachweise

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