Jan Fridegård (* 14. Juni 1897 im Kirchspiel Enköpings-Näs, Gemeinde Enköping, als Johan Fridolf "Fride" Johansson; † 8. September 1968 in Uppsala) war ein schwedischer „proletarischer“ Schriftsteller. Den Untergrund seiner erzählenden Prosa bildete das ärmliche und drückende Landarbeitermilieu, aus dem er kam. Er fand zu einer kargen Sprache, „die Gröbstes und Zartes in sachlich expressiver Kraft klar und lebendig erfaßt“.Kindlers Neues Literaturlexikon in der Ausgabe München 1988

thumb|Jan Fridegård (um 1943)

Leben

Der Sohn eines noch halb leibeigenen StatarsErläuterungen gibt Sabine, abgerufen am 27. Juli 2011 absolviert die Volksschule, entweicht der Kinderfronarbeit mit 18 für drei Jahre zur berittenen Armee, wird gleich nach seiner Demobilisierung wegen Diebstahls zu acht Monaten Haft verurteilt. Während die Soldatenzeit Jahre später in den Roman Äran och hjältarna von 1938 eingeht, behandelt Fridegård die Gefängniserfahrung in seiner Trilogie um den Helden mit dem sprechenden Namen (deutsch) Lars Hart, erschienen 1935/36.Landarbeitersohn Lars Hård träumt von höherer Bestimmung, liegt unterdessen seinen Eltern auf der Tasche, hurt und lässt sich sogar zu einem Mordversuch hinreißen, der ihn ins Zuchthaus bringt. Nach Arbeitslosigkeit und weiterer Demütigung in Stockholm erfüllt er die Bitte seiner todkranken Mutter nach Heimkehr. Sie wird meist als sein Hauptwerk begriffen.

In den entbehrungsreichen Jahren nach der Haftentlassung (1919) hält sich Fridegård unter anderem als Fabrikarbeiter, Hausierer, Antiquariatsbuchhändler über Wasser. Streckenweise haust er auf einem Schrottplatz am Stadtrand von Stockholm in einem Autowrack. Er liest bewundernd Tschechow, Gorki, Jack London und Upton Sinclair.bookrags, abgerufen am 27. Juli 2011 Als er 1931 mit einem Gedichtband debütiert, hat er bereits Artikel für die linke Zeitschrift Feuer geschrieben. Sein erster Roman erscheint zwei Jahre darauf. Da ihn das anfänglich geringe oder erboste Echoauf Fridegårds Parteinahme fürs Proletariat, Unverblümtheit in sexuellen Dingen, deftige umgangssprachliche Wendungen, ironisch bis zynischen Zug nicht entmutigt, kann er sich im Lauf der Jahre eine stetig wachsende Leserschaft erschreiben. Dazu tragen auch seine Begabung für dichte Naturschilderungen und seine Meisterschaft im Genre der Kurzgeschichte bei. , abgerufen am 27. Juli 2011 Seit der Schule hatte er ein großes Interesse an der WikingerzeitJan Fridegård, Trägudars land, im Vorwort zur zweiten Auflage, FiB-pocket 1944.. Mit Trägudars land (1940) macht er sich erstmals die Form des Historischen Romans zunutze (Wikingerzeit, Sklaverei). Zudem gewinnen seine Romane einen spirituellen, seinem Interesse am Übersinnlichen geschuldeten Zug. Mehrere Werke Fridegårds, darunter Lars Hård (1948), werden verfilmt. Mit 71 stirbt er (1968) in Uppsala, wo er auch begraben liegt.

Fridegård zog öfter um, blieb dabei aber überwiegend im mittelschwedischen Uppland. Dort sind einige Straßen oder Einrichtungen nach ihm benannt, so eine Schule in Håbo bei Bålsta. , abgerufen am 27. Juli 2011 In Övergran (Enköping) findet sich ein kleines Fridegård Museum.

Auszeichnungen

De Nios stora pris litteraturåret, 1947 Litteraturfrämjandets stora pris litteraturåret, 1967 Doblougska priset litteraturåret, 1968

Werke

1931 – Den svarta lutan (Die schwarze Laute, Gedichte) 1933 – En natt i juli (Eine Nacht im Juli, Roman)Während eines Landarbeiterstreiks (Uppland 1925) geschieht ein Mord 1935 – Jag Lars Hård (Band I der Trilogie, deutsch Ich, Lars Hård, Ostberlin 1972) 1936 – Tack för himlastegen (II, Dank für die Himmelsleiter) 1936 – Barmhärtighet (III, Barmherzigkeit) 1937 – Offer 1938 – Äran och hjältarna (Helden und Ehre) 1939 – Statister 1940 – Trägudars land (deutsch Land der hölzernen Götter Kulturgeschichtlicher Roman, Prisma-Verlag Zenner und Gürchott, Leipzig 1980) 1941 – Torntuppen 1942 – Här är min hand (Hier ist meine Hand, Fortsetzung der Hård-Romane) 1944 – Gryningsfolket 1944 – Kvarnbudet 1947 – Fäderna: stenåldern 1948 – Johan From, Lars Hård och andra 1949 – Offerrök (deutsch Opferrauch: historische Romantrilogie, Leipzig 1990) 1950 – Kvinnoträdet 1951 – Lars Hård går vidare (Lars Hård geht weiter) 1952 – Johan Vallareman och andra sagor 1952 – Porten kallas trång 1953 – Vägen heter smal 1954 – Sommarorgel 1955 – Larsmässa 1955 – Lyktgubbarna 1956 – Flyttfåglarna 1956 – From och Hård 1957 – Arvtagarna 1958 – En bland eder 1959 – Muren 1959 – Svensk soldat 1960 – Soldathustrun 1961 – Mot öster - soldat! 1962 – Soldatens kärlek 1963 – Hemkomsten 1963 – Den gåtfulla vägen 1964 – På oxens horn (autobiografisch) 1965 – Lättingen 1965 – Noveller 1966 – Det kortaste strået 1967 – Tre stigar posthum erschienen 1968 – Hallonflickan 1971 – Den blå dragonen. Självbiografiska berättelser 1973 – Ängslyckan och andra berättelser

Literatur

Knut Jaensson: Lars Hård, in: ders.: Essayer, Stockholm 1946, Seite 79–115. Artur Lundkvist und Lars Forssell: Jan Fridegård, Stockholm 1949 Arne Robert Häggqvist: Blandat sällskap, Stockholm 1954, Seite 123 ff Sten Kindlundh: „Lars Hård“, världen och evigheten, in: Svensk litteraturtidskrift, 1970, Nr. 4, Seite 13–24. Peter Graves: Jan Fridegård: „Lars Hård“, Hull (GB) 1977 Ebbe Schön: Jan Fridegård. Proletärdiktaren och folkkulturen, Stockholm 1978

Siehe auch Schwedische Literatur#Die Zeit der beiden Weltkriege und dazwischen (1914–1945)

Weblinks

Ein Theaterstück über Fridegård, UA Sommer 2010

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Schwedisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Schwede Kategorie:Geboren 1897 Kategorie:Gestorben 1968 Kategorie:Mann