League of Legends (kurz: LoL oder nur League) ist ein vom US-amerikanischen Riot Games entwickeltes und betriebenes Multiplayer-Online-Battle-Arena-Computerspiel (MOBA), das am 27. Oktober 2009 für Windows und am 1. März 2013 für macOS veröffentlicht wurde.
Das Spielprinzip ist von Defense of the Ancients inspiriert, einer Mod für Warcraft III. Im klassischen Spielmodus von League of Legends treten zwei Teams aus je fünf Spielern gegeneinander an. Jeder Spieler steuert eine Spielfigur aus der Vogelperspektive über das quadratische Spielfeld und versucht, die eigene Hälfte des Spielfelds zu verteidigen. Ziel des Spiels ist die Zerstörung des sogenannten Nexus innerhalb der gegnerischen Basis in der der eigenen Basis gegenüberliegenden Ecke des Spielfelds. Innerhalb eines etwa 20- bis 50-minütigen Spiels gewinnen die Spielfiguren stetig an Stärke und Ausrüstung dazu.
League of Legends ist eine beliebte Disziplin im E-Sport. Mit einer internationalen Fan- und Spielerszene sowie neun Dachligen und zahlreichen Regionalligen wird das Spiel regelmäßig als weltweit größter E-Sport bezeichnet. Turniere wie die jährlich stattfindende League of Legends World Championship wurden teilweise von über 100 Millionen Zuschauern verfolgt.
Gameplay Spielvorbereitung Vor Beginn einer Runde werden dem Spieler von einem Matchmaking-System vier Mit- und fünf Gegenspieler zugeteilt. Alternativ können Mitspieler manuell gesucht oder aus der Freundesliste eingeladen werden. Anschließend erfolgt die Champion-Auswahl. Hier wählt jeder Spieler einen aus mittlerweile über 160 Champions aus, eine Spielfigur mit individuellen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. Je nach Spielmodus wählen entweder alle Spieler gleichzeitig oder jeweils abwechselnd pro Team, wobei im Rahmen der abwechselnden Wahl beide Teams Champions sperren können, die in dem jeweiligen Spiel von keinem Team gewählt werden können. Unabhängig vom Champion wählt jeder Spieler zwei Beschwörerzauber und mehrere Championverbesserungen aus, die sogenannten Runen bzw. Fertigkeitsverbesserungen.
Spielfeld mini|Schematischer Aufbau des Spielfelds
Das quadratische Spielfeld ist diagonal in zwei annähernd symmetrische Hälften unterteilt, die je einem Team zugeordnet sind. Die Teams beginnen das Spiel an ihrem Nexus, dem Hauptgebäude, an zwei gegenüberliegenden Ecken des Spielfelds. Dazwischen gibt es klassischerweise drei Pfade, im Spieljargon Lanes, die die Basen miteinander verbinden. Entlang der Pfade befinden sich Türme (Towers) desjenigen Teams, auf dessen Spielfeldhälfte sie stehen. Im Gebiet zwischen den Basen und Pfaden, dem „Dschungel“, befinden sich an festen Standorten diverse Nicht-Spieler-Charaktere, die von den Spielern besiegt werden können und im Gegenzug dem Champion oder seinem Team – neben Erfahrungspunkten und Gold – zeitlich beschränkte oder unbeschränkte Verbesserungen gewähren. Das Spielfeld ist nur an Stellen einsehbar, in deren Nähe sich gerade eine verbündete Einheit befindet (vgl. Nebel des Krieges).
Spielablauf Zentrales Merkmal gegenüber anderen heldenbasierten Spielen (insbesondere MMORPGs) ist das Rundenprinzip im Hinblick auf den Spielfortschritt: Der gewählte Champion wird im Verlauf der Partie durch das Besiegen von gegnerischen Champions, Nicht-Spieler-Charakteren und gegnerischen Gebäude stärker, jedoch werden alle Fortschritte mit dem Ende einer Spielrunde bei Zerstörung des gegnerischen Nexus zurückgesetzt. Ein kontinuierliches Aufwerten des Champions über mehrere Spielrunden hinweg findet nicht statt. Ebenso ist es nicht möglich, Champions außerhalb einer Partie etwa durch Echtgeldkäufe aufzuwerten.
Ziel des Spiels ist das Beenden der Partie durch die Zerstörung des gegnerischen Nexus. Dieser wird vom gegnerischen Team sowie von computergesteuerten Einheiten, den Vasallen (Minions) und Türmen, verteidigt. Die Vasallen werden vom eigenen Nexus in Richtung des gegnerischen Hauptgebäudes entsandt und folgen einem der drei Pfade. Auf ihrem Weg greifen sie jede gegnerische Einheit und jedes gegnerische Gebäude an. Um einen zu schnellen Spielfortschritt zu verhindern, kann der Nexus vom gegnerischen Team erst angegriffen werden, wenn auf mindestens einem Pfad alle gegnerischen Türme sowie der unmittelbar vor dem Nexus auf jeder Lane befindliche Inhibitor zerstört werden. Anschließend lassen sich die beiden Nexustürme angreifen und nach deren Zerstörung der Nexus. Die Mindestanzahl der zerstörten Gebäude vor der ersten Beschädigung des Nexus beträgt demnach sechs (drei Lane-Türme, ein Inhibitor, zwei Nexus-Türme).
Durch das Töten von Vasallen, Monstern, gegnerischen Champions und das Zerstören von gegnerischen Türmen gewinnt der eigene Champion Erfahrungspunkte, die im Stufenaufstieg resultieren. Die höchste erreichbare Stufe innerhalb einer Runde ist Stufe 18. Mit höheren Stufen werden sowohl die Grundstärke des gewählten Champions verbessert als auch weitere Champion-spezifische Fähigkeiten freigeschaltet oder aufgewertet. Zusätzlich gibt es Goldmünzen für den Spieler, der den tödlichen Schlag gegen eine feindliche Einheit landet. Um für einen Ausgleich zwischen beiden Teams zu sorgen, wird auf Spieler, die viele Tötungen und Unterstützungen erzielt haben, ohne in der Zwischenzeit zu sterben, ein Kopfgeld ausgesetzt. Dieses gewährt bei dessen Tod dem erlegenden Spieler zusätzliches Gold. Zudem bekommen alle Spieler permanent geringe Mengen Gold zugeschrieben. Mit Gold können in der eigenen Basis Gegenstände vom Händler gekauft werden, die die Offensivwerte (Angriffsschaden, Angriffstempo, Fähigkeitsstärke usw.) sowie Defensivwerte (Rüstung, Magieresistenz, Leben usw.) des Champions verbessern und ihn so für den weiteren Spielverlauf stärken.
Ein Spiel dauert – je nach Spielmodus, Karte und Spieleranzahl – ca. 20 bis 55 Minuten, wobei eine Partie auch vorzeitig durch Kapitulation beendet werden kann. Nach 15 Minuten Spielzeit ist eine Kapitulation durch Zustimmung aller Teammitglieder möglich. Nach 20 Minuten Spielzeit reicht eine Zustimmung von vier der fünf Teammitglieder. Gelingt es einem Spieler nicht, sich zu Beginn der Runde mit dem Spielserver zu verbinden, ist ein Abbruch der Partie vor der dritten Minute möglich, wobei dies der einzige Fall ist, in welchem ein Spiel mit einem Unentschieden enden kann.
Spielmodi League of Legends kann in verschiedenen Spielmodi gespielt werden, wobei das Grundspielprinzip stets identisch ist, die verwendeten Karten und andere Details, etwa die spielbaren Champions oder im Verlauf einer Runde erlangte Verbesserungen, variieren. In kooperativen Spielen kann der Spieler entweder allein oder als Teil einer Gruppe gegen ein computergesteuertes Team antreten. Bei freien Spielen können manuell individuelle Spielesitzungen erstellt werden, denen andere Spieler über eine Spielliste beitreten können. Der Übungsmodus ermöglicht dem Spieler, seine Fähigkeiten gegen den Computer zu verbessern und Strategien und Bewegungsabläufe der Champions zu testen.
Neben der klassischen 5-gegen-5-Karte Kluft der Beschwörer (englisch Summoner's Rift), wurden nach Veröffentlichung des Spiels weitere alternative Karten ergänzt. Beim Spielmodus ARAM (All Random All Mid) in der Heulenden Schlucht wird jedem Spieler ein zufälliger Champion zugewiesen. Anders als in Kluft der Beschwörer gibt es hier nur eine Lane, die durch die Mitte des Spielfelds verläuft. Jeder Spieler beginnt auf Charakterstufe 3, so dass mehr Fähigkeiten ab Spielbeginn zur Verfügung stehen.
Neben diesen Varianten gibt es gelegentlich weitere, temporär verfügbare Spielmodi.
Wertungssysteme Im Wettbewerbsmodus, den Ranglistenspielen, können Spieler gegen ähnlich starke Kontrahenten antreten, wobei die Siege und Niederlagen im Ranglistensystem aufgezeichnet werden. Siege lassen den Spieler in der Rangliste bestehend aus verschiedenen Stufen von Eisen bis Herausforderer aufsteigen, Niederlagen führen zum Verlust von Ranglistenplätzen. Die Teilnahme an Ranglistenspielen setzt eine Account-Stufe von 30 sowie eine Mindestanzahl von 20 freigeschalteten Champions voraus.
Das Ranglistensystem wurde seit der Veröffentlichung des Spiels sowohl hinsichtlich der zu erreichenden Ränge als auch hinsichtlich etwaiger Teilnahmebeschränkungen mehrfach überarbeitet: Ursprünglich existierten sechs Rangstufen (Bronze, Silber, Gold, Platin, Diamant, Herausforderer), wobei die Zugehörigkeit zunächst durch ein Elo-System ermittelt wurde: Eine für die Spieler nicht sichtbare Wertungszahl stieg bei einem Sieg und sank bei einer Niederlage. Bei Überschreiten der rangspezifischen Grenzwerte wurden die Spieler automatisch in die jeweils zutreffende Rangstufe einsortiert (etwa in Gold beim Erreichen von 1500 Wertungspunkten oder in Platin bei Erreichen von 1850 Wertungspunkten), wobei neue Spieler mit 1000 Wertungspunkten stets in Bronze starteten. Mittlerweile wurde die Anzahl der Rangstufen auch aufgrund der massiv gestiegenen Spielerzahl auf zehn erhöht (Eisen, Bronze, Silber, Gold, Platin, Smaragd, Diamant, Meister, Großmeister, Herausforderer) und die Stufen von Eisen bis Diamant sind wiederum in vier Ligen unterteilt (Eisen 4, Eisen 3, Eisen 2, Eisen 1, Bronze 4 usw.).
Champions Um im Spiel ausgewählt und gespielt werden zu können, müssen Champions zuvor außerhalb einer Runde erworben werden. Regelmäßig werden Champions zum Spiel hinzugefügt, was mehr Abwechslung ins Spiel bringen soll. Jeder Champion besitzt fünf Fähigkeiten. Eine davon, die passive Fähigkeit, ist von Spielbeginn an verfügbar und wirkt während des gesamten Spiels. Die anderen vier Fähigkeiten können durch Stufenaufstieg erlernt und verbessert werden. Drei der fünf Fähigkeiten können fünfmal aufgebessert werden, die vierte sogenannte ultimative Fähigkeit dreimal. Einzelne Champions bilden Ausnahmen.
Champions werden ihren individuellen Stärken und Schwächen entsprechend eingesetzt, wodurch sich gewisse Rollen im Team ergeben. Alle Attribute können durch Gegenstände und einige durch Runen verbessert werden. Da es im Spiel grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Schaden – physischen und magischen Schaden – gibt, beinhaltet ein ausbalanciertes Team eine entsprechende Champion-Auswahl zur Abdeckung beider Schadensarten. Zudem können einige Champions aus der Entfernung angreifen, andere nur im Nahkampf. Während der Championauswahl kann zu einer Spielfigur ein zuvor erworbener Skin gewählt werden. Dadurch können neben dem Aussehen auch die Animationen und Soundeffekte des Champions angepasst werden, jedoch keine spielerischen Vorteile erlangt werden.
Entwicklung League of Legends erschien am 27. Oktober 2009 für Microsoft Windows. Es wurde vom Warcraft-III-Mod Defense of the Ancients (DotA) inspiriert. Der Administrator des ehemaligen DotA-Allstars-Forums Steve „Pendragon“ Mescon und der frühere Entwickler von Allstars Steve Feak wurden von Riot Games eingestellt und wirkten an League of Legends mit.
Während Vorbild DotA auf der Basis von Warcraft III als Mod gespielt wurde, gibt es für League of Legends einen eigenen Client. Dies ermöglicht, dass die Spielergebnisse zentral gespeichert werden und entsprechende Statistiken für Spieler einsehbar sind. Der Spielclient setzt unter anderem auf HTML5 und DirectX. Aufgrund diverser Limitierungen ist der Spielclient in mehrere Teilprogramme unterteilt:
Ein Hintergrunddienst, der für die Kommunikation zwischen den einzelnen Programmteilen sorgt und für den Spieler nicht sichtbar agiert. Der LeagueClient dient zur Verwaltung des eigenen Beschwörerprofils, als primäre Spieloberfläche außerhalb einzelner Spielrunden, für den Start und die Organisation einzelner Spielrunden und ist für Aktualisierungen zuständig. Der eigentliche Spielclient kann nicht direkt aufgerufen werden und ist für den eigentlichen Spielablauf und dessen Präsentation innerhalb einer Spielrunde verantwortlich.