Die New York Rangers (IPA: ) sind ein US-amerikanisches Eishockeyfranchise der National Hockey League aus New York City. Gegründet am 15. Mai 1926, nahm das Team zum Beginn der Saison 1926/27 den Spielbetrieb auf. Aufgrund ihrer Teamfarben Blau, Rot und Weiß und ihrer Herkunft sind sie auch als Broadway Blueshirts bekannt.

Die Rangers tragen ihre Heimspiele im Madison Square Garden aus und waren neben den Boston Bruins, Chicago Black Hawks und Detroit Cougars eines der ersten NHL-Teams in den Vereinigten Staaten. Bereits in den ersten 14 Jahren der Ligazugehörigkeit gewannen sie dreimal den prestigeträchtigen Stanley Cup, ehe sie in der Zeit der Original Six und auch danach schwere Zeiten durchlebten. Erst 1994, 54 Jahre nach dem letzten Titelgewinn, konnten sie zum vierten Mal die Trophäe erringen.

Laut dem Forbes Magazine sind die New York Rangers mit einem Gesamtwert von 2,65 Milliarden US-Dollar das zweit-wertvollste Franchise der NHL nach den Toronto Maple Leafs (Stand: Dezember 2023).

Geschichte Frühe Jahre (1926 bis 1941) Tex Rickard, der Leiter des Madison Square Garden war überrascht vom großen Erfolg der New York Americans, die 1925 der National Hockey League beigetreten waren. Trotz des Versprechens, dass die Americans das einzige Team sein sollten, das im Garden spielte, bemühte sich Rickard um ein eigenes NHL-Team. Die NHL entsprach seinem Wunsch schon zur Saison 1926/27. Rickard wollte das Team New York Giants nennen, doch von der Presse hatte es schnell den Spitznamen Tex’s Rangers bekommen. Als General Manager hatte er Conn Smythe engagiert, der sich auf die Suche nach Spielern für das Team machte. Rickard war jedoch mit seiner Auswahl nicht zufrieden und nach Streitigkeiten entließ er ihn noch vor dem ersten Spiel. Smythe erhielt 2.500 Dollar als Abfindung. Als Nachfolger holte er Lester Patrick. Die von Smythe zusammengestellte Mannschaft bewies, dass sie eine gute Rolle in der NHL spielen konnte. Während die beiden anderen neuen Teams, die Chicago Black Hawks und die Detroit Red Wings das Tabellenende bildeten, konnten die Rangers ihre erste Saison auf Platz 1 der American Division abschließen. In den Playoffs scheiterten sie dann jedoch an den Boston Bruins.

miniatur|Lester Patrick vertrat als Manager seinen verletzten Torwart und führte die Rangers 1928 zum Finalsieg

Bereits in der zweiten Spielzeit, der Saison 1927/28, konnte das Team zum ersten Mal den Stanley Cup gewinnen. Im Team waren neben dem Torwart Lorne Chabot noch zahlreiche weitere zukünftige Mitglieder der Hockey Hall of Fame wie Ching Johnson, Bill Cook, Bun Cook und Frank Boucher. In den Playoffs musste jedoch ein anderer in die Bresche springen. Torwart Chabot war verletzt, und auf einen Ersatzmann hatte der Trainerstab im Vorfeld verzichtet. Nach längerer Diskussion stellte sich der 44-jährige General Manager und Cheftrainer Lester Patrick, der bisher nur als Feldspieler aktiv gewesen war, selbst ins Tor und führte sein Team zum Finalsieg über die Montreal Maroons.

Im folgenden Jahr erreichte das Team noch einmal die Finalserie, musste sich dort jedoch den Boston Bruins geschlagen geben. Nach weniger erfolgreichen Jahren stand das Team zum Ende der Saison 1931/32 erneut im Finale, doch die Toronto Maple Leafs waren ein nicht bezwingbarer Gegner. Schon im Jahr darauf wendete sich das Blatt und das Team, das noch immer von Cook und Boucher angeführt wurde, in dem nun aber auch Babe Siebert und Earl Seibert spielten, konnte die Maple Leafs in den Finalspielen des Jahres 1933 besiegen und zum zweiten Mal den Stanley Cup nach New York holen. Die Rangers hatten durchschnittliche Erfolge bis zum Ende der 1930er Jahre, nur 1937 erreichten sie zum wiederholten Male das Finale.

Zur Saison 1939/40 übernahm Frank Boucher den Posten des Cheftrainers von Lester Patrick. Er führte das Team, in dem nun Lesters Söhne Lynn und Muzz Patrick sowie Babe Pratt spielten, zum dritten Stanley-Cup-Sieg. Mit Bryan Hextall stand einer der besten Torjäger seiner Zeit im Kader. Im letzten Jahr der Americans konnten die Rangers zum letzten Mal für lange Zeit die reguläre Saison als Erster abschließen.

„Original Six“ (1941 bis 1967) Die Ära der „Original Six“ wurde mit dem Rückzug der Americans aus der Liga eingeleitet, doch alleine in New York waren auch die glorreichen Zeiten der Rangers vorbei. Bis zum Ende der 1940er Jahre belegte das Team fünf Mal den letzten Platz. Dieser Absturz war auf mehrere Gründe zurückzuführen. Lester Patrick hatte im Umgang mit den Rookies des Teams kein glückliches Händchen. So kamen zu wenige junge Spieler ins Team. Auch Gordie Howe, der am Trainingslager der Rangers teilgenommen hatte, wurde vergrault. Bei den Vertragsverhandlungen mit erfahrenen Spielern war Patrick hart und so verließen einige Routiniers das Team. Der Zweite Weltkrieg traf kein Team so schwer wie die Rangers. Muzz Patrick, Art Coulter sowie die Brüder Neil und Mac Colville waren nur einige der vielen Spieler, die ihr Rangers-Trikot gegen eine Militäruniform eintauschten. Die Torhüter, die als Ersatz verpflichtet wurden, waren die größten Fehlgriffe. Steve Buzinski stand für neun Spiele in der Saison 1942/43 im Tor der Rangers. Lester Patrick bezeichnete den schmächtigen Mann als den schwächsten Torhüter, den er je gesehen hatte. Die kurze Zeit reichte für einen Spitznamen, „the Puck Goes Inski“. In der darauffolgenden Saison setzte das Team auf Ken McCauley. Nach 15 Sekunden kassierte er sein erstes Gegentor. Am Ende der Saison hatte McCauley, der in allen 50 Spielen im Tor stand, 310 Gegentore zu verzeichnen. Erst als die California Golden Seals in der Saison 1970/71 in 78 Spielen 320 hinnehmen mussten, wurde diese Marke übertroffen. Doch es war keineswegs nur McCauley, der Schuld am schwachen Abschneiden hatte. Die Rangers setzten in diesem Jahr 32 Spieler ein, von denen 14 nicht einmal zwölf Spiele bestritten. Auch Trainer Frank Boucher kehrte fünf Jahre nachdem er seine Karriere beendet hatte, aufs Eis zurück und lag trotz nur 15 Spielen in der Scorerliste vor vielen anderen. Ein Lichtblick war Buddy O’Connor, der aus Montréal geholt worden war. Bei den Rangers konnte er aus dem Schatten von Elmer Lach tauchen. In der Saison 1948/49 verfehlte er den Titel des Topscorers nur um einen Punkt.

miniatur|hochkant|Gump Worsley, bei den Rangers zwischen 1952 und 1963 Der oft schwach besetzte Kader in den 1940er Jahren bot jungen Spielern immer wieder die Gelegenheit, sich in den Vordergrund zu spielen. So wurde in diesen Jahren viermal ein Spieler der Rangers als bester Rookie der Saison mit der Calder Memorial Trophy ausgezeichnet. Unter ihnen waren Edgar Laprade 1946 und mit Pentti Lund 1949 auch der erste in Finnland geborene NHL-Spieler. Lund war allerdings schon im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern nach Kanada übergesiedelt. Lund setzte sich als bester Rookie gegen seinen Teamkameraden Allan Stanley durch.

1950 schaffte es das Team einmal wieder in die Playoffs und erreichte sogar das Finale, doch die Detroit Red Wings um Gordie Howe gewannen die Serie in sieben Spielen. Da man nicht mit der Finalteilnahme gerechnet hatte, war der Madison Square Garden an einen Zirkus vermietet worden und so konnten die Heimspiele in der Finalserie nicht in New York ausgetragen werden, sondern das Team musste nach Toronto ausweichen. In dieser Zeit wurde auch James E. Norris, der Besitzer der Detroit Red Wings zum größten Aktionär des Madison Square Garden.

Die Probleme auf der Torhüterposition, die in der Vergangenheit bestanden hatten, waren gelöst. Mit Chuck Rayner hatte man um 1950 einen der besten Torhüter der NHL. Ein weiterer Top-Rookie, Gump Worsley, brachte eine weitere gute Alternative. Für Aufsehen sorgte in der Saison 1953/54 das Comeback von Doug Bentley, der noch einmal gemeinsam mit seinem Bruder Max versuchte, die Rangers in die Playoffs zu führen. Am Ende der Saison fehlten vier Punkte und die Bentleys beendeten ihre Karriere.

Gleichzeitig mit den fehlenden Erfolgen des Teams, wurden immer wieder Spieler der Rangers mit der Lady Byng Memorial Trophy ausgezeichnet, die für besonders sportliches Verhalten vergeben wird. Nachdem Edgar Laprade diese Auszeichnung 1950 erhalten hatte, belegten in den folgenden fünf Jahren drei Spieler der Rangers den zweiten Platz bei der Wahl für diese Trophäe. 1957 und 1958 waren dann mit Camille Henry, der 1954 auch bester Rookie war, und Andy Hebenton wieder zwei Spieler aus New York Preisträger. Dieses sportliche Verhalten war oft ein Hemmnis für den Erfolg. In der Saison 1958/59 waren die Rangers auf klarem Playoff-Kurs. In der Schlussphase der Spielzeit unterlag das Team bei den Boston Bruins, die einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatten. Trotz Drängen des Trainers Phil Watson, verzichtete John Reed Kilpatrick auf einen Protest und bezeichnete sein Verhalten als das eines Gentlemans. Nach sieben Niederlagen in den letzten acht Spielen verdrängten die Toronto Maple Leafs das Team aus New York um einen Punkt aus den Playoffs. Für Watson war der Begriff Gentleman fortan negativ belegt und bald verließ er die Rangers. Mit Andy Bathgate hatten die Rangers einen der besten Spieler dieser Zeit in ihren Reihen. Zu den Publikumslieblingen in den späten 1950er Jahren zählte auch Eddie Shack. Das „Enfant terrible“ war jedoch beim Trainer nicht sehr beliebt und die beiden gerieten oft aneinander.

mini|Doug Harvey, Spielertrainer Anfang der 1960er Jahre 1961 verpflichteten die Rangers mit Doug Harvey den besten Verteidiger der Liga als Spielertrainer. Der aus Montréal gekommene Harvey war der erste Spieler der Rangers, der mit der James Norris Memorial Trophy als bester Verteidiger ausgezeichnet wurde, doch die Doppelrolle als Spieler und Trainer behagte ihm nicht. Ebenfalls aus Montréal holte das Team Torhüter Jacques Plante, der im Tausch für Gump Worsley verpflichtet wurde. Neben Stürmerstar Andy Bathgate konnte sich mit Rod Gilbert ein neuer Spieler etablieren.

Einen vollkommenen neuen Weg beschritten die Rangers mit der Verpflichtung von Ulf Sterner. Schon viele in Europa geborene Spieler hatten in der NHL gespielt, doch alle waren als Kinder nach Nordamerika gekommen und hatten dort das Eishockeyspielen erlernt. Sterner, der am Saison 1964/65 sein Debüt in der NHL gab, war der Erste, der als in Europa ausgebildeter Spieler versuchte, den Sprung in die NHL zu schaffen. Nach vier Spielen, in denen ihm kein Scorerpunkt gelang, wurde er zurück ins Farmteam geschickt.

Die Rangers versuchten mit einem weiteren ehemaligen Star der Canadiens die Playoffs in der Saison 1965/66 zu erreichen. Sie konnten Bernie Geoffrion zu einem Comeback überreden. Mit ihm gelang nach 1962 endlich wieder der erhoffte Einzug in die Endrunde. Einen großen Anteil am guten Abschneiden hatte auch der junge Torhüter Eddie Giacomin.

Erneuerung der Rangers (1968 bis 1989)