Der Einfarb-Ameisenpitta (Grallaria rufula) ist eine Vogelart aus der Familie der Ameisenpittas (Grallariidae). Die Art gilt seit der Taxonomischen Evaluation von Isler et al. (2020) als monotypisch.IOC World bird list Antthrushes, antpittas, gnateaters, tapaculos, crescentchests Als neuen englischen Namen vergaben Isler et al. Muisca Antpitta, in Anlehnung an die Muisca Zivilisation, die die Hochebene und die Hänge der östlichen Anden bewohnte.

Der abnehmende Bestand wird von der IUCN, unter anderem wegen des extrem großen Verbreitungsgebietes, als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Allerdings gibt die IUCN das Verbreitungsgebiet unzutreffend bis Ecuador, Peru und Bolivien an.IUCN

Merkmale Der Einfarb-Ameisenpitta erreicht eine Körperlänge von etwa 14 Zentimetern bei einem Gewicht von ca. 38 Gramm. Seine Oberseite einschließlich Steuerfedern, Schwingen (Handschwingen an den Rändern heller), Oberkopf und Ohrdecken ist typischerweise rotbraun, jedoch variabel oft heller gelblich-rot im Süden und brauner im Norden. Die Unterseite ist gelblich rotbraun, im südlichen Verbreitungsgebiet wird die Färbung zur Bauchmitte und den Unterschwanzdecken etwas heller. Zur Wangenregion geht die Färbung in die Farbe der Unterseite über. Um das Auge verläuft ein heller Ring.

Verbreitung und Lebensraum Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das das östliche zentrale Kolumbien vom Departamento de Norte de Santander üver das Departamento de Cundinamarca und das westliche Gebiet des Departamento del Meta und das südwestliche Venezuela mit dem Bundesstaat Táchira umfasst.

Als Typenfundort gab Lafresnaye schlicht Kolumbien an, es ist höchst wahrscheinlich, dass das Typusexemplar in den Ostanden, in der Umgebung von Bogotá gesammelt wurde.

Die Art bewohnt Höhen von 1850 bis 3800 Metern. Der Vogel kommt im Gestrüpp und am Boden von feuchten, moosüberwachsenen Bergwäldern vor. Hier sieht man ihn auch in dichtem Bambus. Oft kann man ihn in der Nähe von Fließgewässern entdecken.

Verhalten Die Vögel springen ähnlich wie andere Ameisenpittas auf dem Boden herum und suchen nach Nahrung. Insbesondere bei Störungen ziehen sie sich auf Äste und in Büsche in Höhen bis zu ca. 2 Metern über dem Boden zurück. Dabei sind sie sowohl einzeln oder in Paaren zu beobachten. Insbesondere unmittelbar vor der Morgendämmerung suchen sie auch offenes Gelände auf. Die kelchförmigen Nester bestehen aus Gras, die sie in Hohlräume in ca. 75 Zentimeter Höhe bauen. Dabei legen sie meist nur ein türkisfarbenes Ei.

Unterarten Lange gab es sieben Unterarten zur Nominatform Grallaria rufula rufula , 1843.Frédéric de Lafresnaye (1843), S. 99.

In einem Artikel von Morton Lee Isler, Robert Terry Chesser, Mark Blair Robbins, Andres Mauricio Cuervo Maya, Carlos Daniel Cadena Ordoñez und Peter Andrew Hosner aus dem Jahr 2020 wurden jedoch 16 unterschiedliche Arten identifiziert.Morton Lee Isler u. a. (2020), S. 1–74. Früher waren diese Unterarten anerkannt. Grallaria rufula spatiator , 1898. Bangs beschrieb diese Unterart zunächst als eigene Art Grallaria spatiatorOutram Bangs (1898), S. 177.. Sie hat einen wesentlich kürzeren Schnabel, dafür feingliederige Füße als die Nominatform. Dazu ist sie etwas dunkler mit einem matteren Braun. Das Kinn ist weiß. Die Flanken sind umbrafarben, der Bauch schmutzigweiß. Grallaria rufula saltuensis , 1946Alexander Wetmore (1946), S. 4.. Ähnelt der Subspezies spatiator, ist aber eher olivfarben denn rotbraun auf der Oberseite. Ist etwas heller an Kehle und Bauch. Die Seiten und Schwanzdecken sind ebenfalls etwas heller. Aufgrund der deutlich unterschiedlichen Färbung könnte es sich hierbei laut einigen Autoren auch um eine eigene Art handeln. Grallaria rufula cajamarcae , 1927Frank Michler Chapman (1927), S. 2.. Generell etwas heller als obscura. Die Oberseite eher ocker- bis lohfarben und weniger zimtbraun. Grallaria rufula obscura & , 1896Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch u. a. (1896), S. 385.. Die Farbe des Oberkörpers mehr olivfarben und weniger rötlich als bei der Nominatform. Dieser Unterschied zeigt sich am deutlichsten an der Stirn und den Seiten des Kopfes. Die Flügel und der Schwanz sind etwas länger. Grallaria rufula occabambae , 1923Frank Michler Chapman (1923), S. 8.. Wurde von Chapman unter dem Namen Oropezus cajamarcae beschrieben. Am nächsten der Unterart obscura, aber auf der Unterseite etwas blasser. Auf der Oberseite brauner und weniger zimtbraun. Grallaria rufula cochabambae & , 1940James Bond u. a. (1940), S. 3.. Die Oberseite ist abgestumpft olivfarben, während die Unterseite lohfarben ist.

Literatur

Weblinks

A birding blog by Gunnar Engblom Grallaria rufula obscura (engl.) Bild Flickr Grallaria rufula spatiator-Rufous Antpitta-RNA El Dorado Bild Flickr Grallaria rufula spatiator-Rufous Antpitta-RNA El Dorado Bild Flickr Grallaria rufula spatiator-Rufous Antpitta-RNA El Dorado Bild Flickr Rufous Antpitta - Grallaria rufula obscura Bild Flickr Rufous Antpitta Bild Flickr Rufous Antpitta - Grallaria rufula occabambae Bild

Einzelnachweise

Kategorie:Ameisenpittas