Alexander Hegarth (* 26. Juli 1923 in Dresden als Carl Alexander Hunger; † 14. November 1984 in Gummersbach) war ein deutscher Schauspieler.

Leben Hegarth war der Sohn des damaligen Musik-Studenten Hilmar Richard Hunger und der Marie Louise geb. Recknagel (* 1896 New York City). Die 1922 geschlossene Ehe wurde 1926 geschieden. Der Vater wurde später Opernsänger unter seinem Künstlernamen Hilmar Hegarth.

Nach Schauspielunterricht bei Rudolf Vogel debütierte Hegarth in der Spielzeit 1947/48 am Stadttheater von Konstanz an der Seite von René Deltgen und Inge Conradi. Anschließend war er bis 1952 in Baden-Baden verpflichtet, wo er auch als Sprecher beim Südwestfunk wirkte. Es folgte ein zweijähriges Engagement an die Städtischen Bühnen von Gelsenkirchen und schließlich im Herbst 1955 eine weitere Verpflichtung nach Lübeck, wo er erstmals auch als Regisseur arbeiten durfte. Dort inszenierte er beispielsweise Arthur Watkyns Stück In guten und in schlechten Tagen. 1958 holte man ihn an die Berliner Volksbühne. Nebenbei nahm er auch an den Theaterfestspielen in Wunsiedel teil und spielte an kleinen Provinzbühnen Kabarett. Zu seinen späten Bühnenstationen zählen unter anderem die Münchner Kammerspiele unter der Leitung von August Everding und die Vereinigten Städtischen Bühnen von Krefeld-Mönchengladbach.

Ab 1966 freischaffend, erhielt der passionierte Hobbykoch zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen. Hegarths Rollenfach war meist der elegante Mann von Welt; stets wie aus dem Ei gepellt und leicht snobistisch in Attitude und Habitus. Demzufolge war er die ideale Besetzung für jede Form von Bonvivants und Lebemänner in Boulevardkomödien, die er sowohl im Fernsehen als auch auf der Bühne spielte. Hegarth wurde aber auch mehrfach in Krimis (wie der Dreiteiler Der Tod läuft hinterher, die Reihe Tatort und die Serie Der Alte) als leicht undurchsichtiger und längst nicht immer sympathischer, blasierter Geschäftsmann und arroganter Vertreter des Großbürgertums besetzt.

Neben dieser überwiegend leichten Fernsehkost überzeugte Hegarth aber auch in einer beträchtlichen Anzahl von ambitionierten TV-Produktionen mit zeithistorischem Hintergrund (sog. Dokumentarspiele): Maximilian von Mexiko, Der Tod des Engelbert Dollfuß, Der Röhm-Putsch, Der Polizeiminister, Bericht einer Offensive, Trotzki – Tod im Exil und Die rote Kapelle. Darüber hinaus wirkte er auch in für das Fernsehen aufbereiteten Literaturadaptionen (Othello, Tartuffe oder Der Betrüger) mit.

Hegarth starb während einer Theatertournee in seinem Hotelzimmer an Herzversagen.

Filmografie 1954: Bitte Fräulein, schreiben Sie 1957: Der Weiberheld 1958: Meine Frau macht Musik 1958: Der Prozeß wird vertagt 1958: Liebesmahl eines Wucherers 1959: Weimarer Pitaval: Der Fall Harry Domela (Fernsehreihe) 1959: Der Ritter vom Mirakel 1959: Der Marquis von Keith 1963: Im Schatten des Krieges 1963: Den Tod in der Hand 1964: Die fünfte Kolonne – Treffpunkt Wien 1965: Die fünfte Kolonne – Tivoli 1966: Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion 1966: Die fünfte Kolonne – Die ägyptische Katze 1966: Die fünfte Kolonne – Ein Auftrag für … 1966: Begründung eines Urteils (Fernsehfilm) 1966: Gewagtes Spiel – Drei Giraffen (Fernsehserie) 1966: Geld kennt keine Grenzen 1967: Der Diamantenprinz (Jack of Diamonds) 1967: Der Tod läuft hinterher (TV-Dreiteiler) 1967: Flucht ohne Ausweg (TV-Dreiteiler) 1967: Sieben Wochen auf dem Eis (TV-Zweiteiler) 1968: Sherlock Holmes – Das Beryll Diadem 1969: Bitte recht freundlich, es wird geschossen 1970: Der Polizeiminister 1970: Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger 1972: Pater Brown – Vaudreys Verschwinden (Fernsehserie) 1972: Die rote Kapelle (Fernsehserie) 1972: Tatort: Die Samtfalle 1973: Die Zwillinge vom Immenhof 1973: Der Bastian 1973: Der Vorgang 1973: Okay S.I.R. – Aus der Traum (Fernsehserie) 1973: Steig ein und stirb 1974: Tatort: Playback oder die Show geht weiter 1974: Der Scheingemahl 1975: Unter einem Dach – Brillanten 1976: Notarztwagen 7 1977: Generale – Anatomie der Marneschlacht 1978: Schwarz und weiß wie Tage und Nächte 1979: Der Alte – Der Abgrund (Fernsehserie) 1979: Was wären wir ohne uns 1980: Musik auf dem Lande 1980: Der Alte – Der Detektiv (Fernsehserie) 1983: Monaco Franze – Der ewige Stenz (Fernsehserie) 1984: Der Alte – Die Tote im Schloßpark (Fernsehserie) 1984: Ein Fall für zwei – Die verlorene Nacht (Fernsehserie)

Theater 1956: Jean-Paul Sartre: Nekrassow (Nekrassow) – Regie: Fritz Wisten (Volksbühne Berlin) 1957: Franz und Paul von Schönthan: Der Raub der Sabinerinnen (Dr. Neumeister) – Regie: Rochus Gliese (Volksbühne Berlin) 1983: Peter Podehl: Das späte Fräulein Pimpernell (Komödie im Marquardt Stuttgart) 1984: Judith Ross – Eine fast vollkommene Frau (Tournee)

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Einzelnachweise

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