mini|Major der französischen Alpenjäger mit dem 1889 eingeführten, „Tarte“ genannten Barett Das Barett ist als schirmlose Kopfbedeckung weltweit Bestandteil vieler Uniformen, meist im militärischen oder polizeilichen Bereich, sowie von zivilen Organisationen.

Geschichte des Baretts als Uniformteil

links|mini|Ein Landsknecht mit rotem Barett, an den Rändern eingeschnitten und mit Federn dekoriert. Pieter Brueghel der Jüngere: Porträt eines Landsknechts, nach 1616, Montepellier, Musée Fabre.

Ab dem 16. Jahrhundert Im 16. Jahrhundert führten die Landsknechte und Ritter das Barett in die militärische Bekleidung ein. Form und Ausführung orientierten sich am Geschmack des Trägers, häufig kam Federschmuck zum Einsatz. Landsknechte wählten oft auffallende, weit ausladend gestaltete Baretts, manchmal mit geschlitztem Rand. Ein Sturmriemen unter dem Kinn machte es möglich, das Barett auf den Rücken herabzulassen.

19. Jahrhundert mini|Theodor Körner, Karl Friedrich Friesen und der Jurastudent Heinrich Hartmann als Lützower Jäger mit schwarzem Barett Während und nach den Befreiungskriegen erfuhr das Barett eine erste Wiedergeburt. So trug der Freiwilligenverband der Lützower Jäger, dem etliche patriotische und intellektuelle Größen ihrer Zeit angehörten, teilweise ein ausladendes, schwarzes Barett. In der Folge kam diese Kopfbedeckung im freiheitlich denkenden Bürgertum als politisch motiviertes Kleidungsstück in Mode. Es gehörte damals zur sogenannten Altdeutschen Tracht, die sich an die Zeit Martin Luthers anlehnen wollte. Diese Kleidermode galt nach dem Wiener Kongress bei den wiedererstarkten deutschen Fürsten und Königen als so provokativ und aufrührerisch, dass sie teilweise verboten wurde.

In Spanien erlangte mit der Baskenmütze eine Form des Barretts nationalpatriotische Bedeutung während des ersten Karlistenkriegs in den 1830er Jahren, als der aufständische General Tomás de Zumalacárregui rote Baskenmützen als Erkennungszeichen der navarrischen Bataillone einführte. Baldomero Espartero verbot daraufhin die Verwendung der Baskenmütze sowohl im zivilen als auch militären Bereich gegen Strafe.

1889 hielt das Barett bei den französischen Gebirgsjägern Einzug, zunächst in Form der traditionell ausladenden Baskenmütze aus dunkelblauem Wollstoff.Laurent Mirouze: Infanteristen des ersten Weltkriegs. Verlag Karl-Heinz Dissberger, Düsseldorf 1990, ISBN 3-924753-28-8, S. 28. Diese Form verschwand 1916 von den Schlachtfeldern. Als Ersatz wurde eine reduziertere Form für den Truppengebrauch eingeführt, wobei sich die ältere Form zu Paradezwecken bis heute hält.

20. Jahrhundert 1910 wurde in Deutschland eine neue Feldmütze ausgegeben, welche sich deutlich an historischen Barettformen orientierte, aber durch ihre handliche Größe zweckmäßiger war. Die Feldmütze M1910 bestand aus feldgrauem Stoff und besaß ein einfassendes Band in den Farben der jeweiligen Streitkräfte sowie zwei Kokarden in den Farben des Reiches und des jeweiligen Landes, aus dem der Soldat stammte.Laurent Mirouze: Infanteristen des ersten Weltkriegs. Verlag Karl-Heinz Dissberger, Düsseldorf 1990, ISBN 3-924753-28-8, S. 62. Da die meisten Soldaten während des Ersten Weltkriegs keinen Wert auf einen sachgemäßen Sitz der Feldmütze legten, ist ihre Konzeption als Barett anhand vieler Fotografien nicht gleich zu erkennen. Moderne Tragerekonstruktionen erleichtern dagegen die Zuordnung.Laurent Mirouze: Infanteristen des ersten Weltkriegs. Verlag Karl-Heinz Dissberger, Düsseldorf 1990, ISBN 3-924753-28-8, S. 63. 1917 versuchte man, die Feldmütze in einer dunkleren Version mit einem für alle Waffengattungen einheitlichen grünen umlaufenden Band einzuführen, was jedoch durch die schwierige Rohstofflage bis zuletzt nicht durchgehend gelang.

Mit Gründung der Reichswehr verschwand das kaiserzeitliche Barett bei der Truppe. Stattdessen führte man 1919 die bis dahin nur für die Offiziere typische Schirmmütze auch bei den Mannschaften ein.mini|Der deutsche Panzerkommandant Oskar Munzel mit der Panzerschutzmütze, ca. 1943/44Im Zuge der Aufstellung der deutschen Panzertruppe während der 1930er Jahre wurde die sogenannte Panzerschutzmütze eingeführt. Diese war als ausladendes, schwarzes Barett gestaltet, das in seinem Inneren mehrere dicke, stoßabweisende Einlagen besaß. Auf der Vorderseite befand sich das Hoheitsabzeichen mit Eichenlaub und Kokarde. Auch die Panzerabteilung der Legion Condor war mit schwarzen Baretts ausgestattet,Manfred Merkes: Die deutsche Politik im spanischen Bürgerkrieg. 1936–1939. Bonner historische Forschungen, Bd. 18, Röhrscheid, Bonn 1969, S. 56. die jedoch nicht die ausladende Form der Panzerschutzmützen und kein Innenfutter besaßen. Die Einsatzbedingungen zeigten, dass die Panzerschutzmütze für die Besatzungen der Panzer eher hinderlich war. Daher wurde die Mütze bereits zu Beginn des Jahres 1940 durch ein schwarzes Schiffchen M 1938 ersetzt.

Damit wurde während des Zweiten Weltkriegs das Barett ein ausschließliches Kennzeichen britischer Streitkräfte. Dieses bestand aus khakifarbenem Wollstoff. 1944 wurden die ersten bordeaux-roten Barette als Kennzeichen für die britischen Fallschirmjäger ausgegeben.

Bei den US-Streitkräfte waren es zunächst Fallschirmjäger des 509. US-Fallschirmjägerregiments der 82. US-Luftlandedivision, die erstmals mit Baretten aus den Beständen der britischen Fallschirmjäger ausgestattet waren. Im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren es dann hauptsächlich amerikanische Spezialeinheiten, die für das Tragen dieser Kopfbedeckung bekannt wurden.

In der Nationalen Volksarmee der DDR waren Baretts kaum üblich. Lediglich die NVA-Fallschirmjäger trugen ein graues Barett zur Dienstuniform und ein rotes, später ein oranges Barett zur Ausgehuniform.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört das Barett weltweit zu zahlreichen Uniformen und Amtstrachten. Darüber hinaus tragen es bis heute einige Studentenverbindungen sowie seit den 1920er Jahren einige internationale Pfadfinderbünde.

Militär Deutschland

Das Barett ist eine der Kopfbedeckungen der deutschen Bundeswehr. Fast alle Heeresuniformträger, aber auch einigen Soldaten der Luftwaffe und Marine tragen das Barett als Kopfbedeckung. In vielen Truppenteilen der Bundeswehr ist das Barett die gewöhnliche Kopfbedeckung. Seine Farbe und das am Barett über der linken Schläfe angesteckte Truppengattungsabzeichen erlauben die Zuordnung des Soldaten zu einer Truppengattung, Dienstbereich, Verwendungsreihe oder einem multinationalen Großverband.

Österreich miniatur|200px|Grünes Barett (Infanteristen des österreichischen Bundesheeres)

Ähnlich wie bei der deutschen Bundeswehr gilt auch im österreichischen Bundesheer, dass sich Rekruten ihr Barett „verdienen“ müssen. Es wird ihnen zwar bereits mit der Einkleidung ausgehändigt, darf aber in der Regel erst nach Ende der 2. Woche der Grundausbildung getragen werden. Bis dahin ist die Feldmütze zu tragen. Darüber hinaus ist es vom jeweiligen Truppenkörper abhängig, ob anstatt des Baretts nach der Grundausbildung nicht auch weiterhin die Feldmütze getragen wird. Generell gilt jedoch, dass bei Panzerverbänden stets das Barett bevorzugt wird – auch im Rahmen des Gefechtsdiensts.

Barettfarben

Schwarz – Panzertruppe, Panzergrenadiertruppe Scharlachrot – Garde Korallenrot – Militärpolizei Gelbgrün – Soldaten des Heeres-Sportzentrums Signalgrau – Angehörige der Militärakademie und der Sicherheitsschule Hechtgrau – Soldaten der ABC-Abwehrschule und der Einheit „Austrian Forces Disaster Relief Unit“. Rostbraun – Soldaten der Führungsunterstützungsschule sowie der Führungsunterstützungsbataillone 1 und 2. Grün – Infanterie, Jägertruppe, alle Waffengattungen ohne eigener Barettfarbe Stahlgrün - Pioniere Beige - 7. Jägerbrigade/Jagdkampf Oliv – Soldaten des Jagdkommando Dunkelblau – Heereslogistikschule und Angehörige der Streitkräftebasis UN-blau – Soldaten im internationalen Einsatz der Vereinten Nationen

Farbe des Bundesadlers

Altsilber: Rekruten und Chargen Silber: Unteroffiziere Gold: Offiziere

Schweiz miniatur|Panzersoldat der Schweizer Armee, Béret nach links mit Emblem rechts

Das Barett wird in der Schweizer Armee Béret genannt. Ab 1. Januar 1990 wurde das Béret an alle Auszugseinheiten ausgegeben. Seit 1. Januar 1991 ist es auch bei allen übrigen Einheiten vorgeschrieben.Jürg Burlet: Geschichte der eidgenössischen Militäruniformen 1852 bis 1992. Textaid DTP, Egg 1992, ISBN 3-9520350-0-9, S. 160. Im Gegensatz zu Deutschland und Österreich sind nur die Farben Ausdruck für die jeweilige Truppengattung. Das Emblem am Béret steht für die Haupteinheit, zu der der Träger gehört. Die Embleme der höheren Unteroffiziere (ab Stufe Feldweibel) und Offiziere (siehe Dienstgrade der Schweizer Armee) sind mit einem goldenen Eichenkranz versehen. In der Schweizer Armee wird im Gegensatz zu den meisten anderen Organisationen und Armeen das Béretemblem rechts getragen.

schwarz: Generalstabsdienst, Territorialdienst, Panzer, Genie, Rettung, Übermittlung/Führungsunterstützung, ABC-Abwehr, Militärischer Nachrichtendienst, Militärjustiz, Armeeseelsorge, Bereitschaftsdienst, Sport grün: Infanterie, Militärmusik rot: Artillerie dunkelblau: Luftwaffe blau: Sanitätstruppen, Rotkreuzdienst bordeauxrot: Logistiktruppen (Versorgung, Material, Transporte, Veterinäre) grau: Militärische Sicherheit hellblau: Friedensförderungseinsatz für die UNO beige: Kommando Spezialkräfte (KSK)

Vereinigten Staaten miniatur|Barett der Army Special Forces (Green Beret)

Das Tragen des Barett in den Streitkräften der Vereinigten Staaten geht auf den Zweiten Weltkrieg zurück. Seit dieser Zeit haben die Teilstreitkräfte der US-Streitkräfte das Tragen vom Barett unterschiedlich gehandhabt. Seit 2001 ist das Barett die angeordnete militärische Kopfbedeckung in der Army für den Dienstanzug, nachdem es vorher auf besondere Truppenteile wie Spezialkräfte oder Fallschirmtruppe () beschränkt gewesen war. In der Air Force wird das Barett weiterhin nur von Soldaten mit besonderer Verwendung getragen, während die Space Force, Marine, Marineinfanterie und Küstenwache kein Barett tragen.

United States Army olivgrün: 1st Special Forces Command (Airborne) sandfarben: United States Army Rangers bordeauxrot: Fallschirmtruppe braun: Security Force Assistance Command schwarz: alle anderen Soldaten

United States Air Force schwarz: Tactical Air Control Party bordeauxrot: Fallschirmrettungspersonal und Combat Rescue Officer rot: Combat Controller und Special Tactics Officer grau: Spezialaufklärung dunkelblau: Sicherungstruppe, Ausbilder an der United States Air Force Academy grün: SERE Ausbilder braun: Combat Aviation Advisors

Polizei Deutschland Bereitschaftspolizei miniatur|Barett der Bayerischen Bereitschaftspolizei (grün)

Vor allem bei der Bereitschaftspolizei und bei Fußstreifen, insbesondere in Fußgängerzonen oder in ländlichen Gebieten, gehört zum Einsatzanzug bzw. zur Uniform auch ein Barett, das seit Einführung der neuen bundeseinheitlichen „Oestergaard-Polizeiuniform“ im Jahr 1976 getragen wird. Teilweise sind auch Hundeführer der Polizei im Einsatzanzug mit dieser Kopfbedeckung ausgestattet.

grün bzw. blau: Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei ehemals grün: Bereitschaftspolizeikomponente der Bundespolizei vor Einführung des blauen Einsatzanzuges schwarz: Bayerisches Unterstützungskommando (USK)/geschlossene Einheiten der Berliner Polizei bordeauxrot: Baden-Württembergisches und Bayerisches Spezialeinsatzkommando (SEK) weiß: Motorradstaffel bzw. Motorradfahrer des Streifen- und Eskortendienstes

Bundesgrenzschutz, heute Bundespolizei