mini|Ortsbild von Saalstadt Saalstadt ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die fünftkleinste Ortsgemeinde ist.
Geographie Lage Saalstadt liegt auf der Sickinger Höhe. Im Westen befindet sich Wallhalben, im Norden Hettenhausen (Pfalz) und östlich liegt der Weselberger Ortsteil Harsberg, im Südosten Schauerberg sowie im Südwesten Herschberg. Zu Saalstadt gehört der Wohnplatz Erlenmühle.
Gewässer Durch den Nordwesten der Gemarkung fließt der Arnbach, der linke Quellfluss der Wallhalb. Im Südosten entspringt der Odenbach. Der Schauerbach bildet während seiner ersten hundert Meter die Gemarkungsgrenze zu Weselberg.
Geschichte Der Ort ist am 10. August 1411 als Salstat erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte lange – bis Ende des 18. Jahrhunderts – zur Herrschaft von Leiningen-Dagsburg.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Saalstadt in den Kanton Waldfischbach sowie ins Département Donnersberg eingegliedert und unterstand der Mairie Herschberg . 1815 wurde der Ort zunächst Österreich zugeschlagen. Ein Jahr später wechselte er in das Königreich Bayern und war dem Rheinkreis zugeordnet. Von 1818 bis 1862 war der Ort Bestandteil des Landkommissariat Pirmasens, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.
1828 hatte das Dorf mit der Erlenmühle insgesamt 260 Einwohner, davon waren 247 Protestanten, 9 Katholiken und 4 Juden.Geographisch-statistisches Handbuch von Rheinbaiern. Ritter, Zweibrücken 1828, S. 138 (). 1882 hatte Saalstadt mit 383 Einwohnern die historisch bis heute höchste Bevölkerungszahl erreicht.
1939 wurde Wallhalben in den Landkreis Pirmasens eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des 1946 neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.
Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform gab Saalstadt Zuständigkeiten an die neu geschaffene Verbandsgemeinde Wallhalben ab und die Volksschule im Ort wurde geschlossen. Seit 2014 ist die Gemeinde Bestandteil der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, die durch Zusammenlegung der Verbandsgemeinden Thaleischweiler-Fröschen und Wallhalben entstand.
Bevölkerung Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Saalstadt; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 260 1835 258 1871 342 1905 345 1939 336 1950 382 1961 369 Jahr Einwohner 1970 352 1987 327 1997 379 2005 367 2011 312 2017 322
Religion Ende 2014 waren 54,1 Prozent der Einwohner evangelisch und 30,6 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.Ortsgemeinde Saalstadt (AGS 0734009041). Ältere Statistikdaten vor der Gebietsreform. In: Gemeindestatistik KommWis. Abgerufen am 16. Mai 2022 (Stand: 31. Dezember 2014). Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz. Die im Ort lebenden Juden wurden in Herschberg beigesetzt. Am 22. Oktober 1940 wurden die in Saalstadt lebenden Juden im Zuge der Wagner-Bürckel-Aktion deportiert.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Saalstadt besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Gerd Kiefer wurde am 26. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Saalstadt. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 82,76 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 83,5 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.
Kiefers Vorgänger war Horst Höh (SPD), der das Amt elf Jahre ausübte.
Wappen
Kultur Kulturdenkmäler Drei Objekte in Saalstadt stehen unter Denkmalschutz. Das sind das Friedhofstor, bezeichnet mit der Jahreszahl 1805, eine Hofanlage und ein Waschbrunnen, bestehend aus vier Sandsteintrögen, der 1887 errichtet wurde.
Natur Einziges Naturdenkmal innerhalb der Gemeindegemarkung sind zwei Eichen am Friedhof. Das Landschaftsschutzgebiet Wallhalbtal – Schauerbachtal erstreckt sich teilweise über die Gemarkung von Saalstadt.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Durch Saalstadt führt die Landesstraße 473. Die Kreisstraße 18 führt nach Herschberg. Über die nahe gelegene Auffahrt Weselberg der A 62 besteht Anschluss an den Fernverkehr. Der Öffentliche Personennahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert. Der Nahverkehr war ab 2000 im Westpfalz-Verkehrsverbund (WVV) organisiert, der seit Sommer 2006 vollständig in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert ist.
Tourismus Durch Saalstadt verläuft mit der Südwestpfalz-Tour ein Radweg. Des Weiteren führt durch das Gemeindegebiet ein Wanderweg, der mit einem blauen Punkt markiert ist und eine Verbindung mit Hauptstuhl sowie Leimen herstellt.
Söhne und Töchter der Gemeinde Karl Heintz (1897–1978), Kriegsfreiwilliger der Bayerischen Armee im Ersten Weltkrieg, rettete verschütteten Kameraden das Leben und erhielt dafür die Bayerische Tapferkeitsmedaille, den höchsten Kriegsorden für Nicht-Offiziere. Anita Schäfer (* 1951), Politikerin (CDU)
Weblinks
Saalstadt. Geschichtlicher Überblick auf der Website der Verbandsgemeinde Ortsgemeinde Saalstadt auf den Seiten der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Südwestpfalz Kategorie:Sickinger Höhe Kategorie:Ersterwähnung 1411