Der FC Thun Berner Oberland ist ein Fussballverein aus der Stadt Thun im Kanton Bern. Der Club spielt in der Super League, der höchsten Schweizer Spielklasse. Als Aufsteiger gewann der FC Thun drei Runden vor Schluss die Schweizer Meisterschaft 2025/26.Thuner Meistermärchen. Andres Gerbers Mut lebten die Spieler mehr als nur nach Thun. In: SRF Sport. 3. Mai 2026. Thun war Schweizer Cupfinalist 1955 und 2019. Einen seiner bisher grössten Erfolge feierte der Club in der Saison 2005/06 mit der Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase.

Geschichte mini|Anteilschein des FC Thun vom 20. Juli 1936 mini|Altes Logo (bis 2011) Der am 1. Mai 1898 gegründete FC Thun spielte von 1946 bis 1950 sowie in der Saison 1953/54 in der zweithöchsten Schweizer Spielklasse, der Nationalliga B (heute Challenge League). Am Ende der Saison 1953/54 belegte der Verein den zweiten Platz hinter dem FC Lugano und stieg somit zur Saison 1954/55 erstmals in der Vereinsgeschichte in die erste Schweizer Liga, die damals noch als Nationalliga A bekannte Super League, auf. Dort konnte man sich jedoch nur eine Spielzeit halten und stieg nach einem Jahr als Tabellenvorletzter wieder in die Nationalliga B ab. 1955 erreichte der FC Thun den Final des Schweizer Cups 1954/55, der im Berner Stadion Wankdorf gegen La Chaux de Fonds mit 1:3 verloren wurde.

Von 1955 bis 1970 spielte der FC Thun durchgehend in der Nationalliga B, bevor er nach 17 Jahren Ligazugehörigkeit am Saisonende 1969/70 den Gang in die damals drittklassige 1. Liga antreten musste.

1995 wurde Andy Egli Trainer der Thuner. Die Saison 1995/96 schloss Thun mit dem Rang sechs in der 1. Liga ab. Eine Saison später stiegen sie erstmals seit 1970 wieder in die Nationalliga B auf. In der Saison 1997/98 mussten sie die Abstiegsrunde bestreiten, konnten sich dort aber den Klassenerhalt sichern. Andy Egli ging zum FC Luzern, neuer Trainer wurde Georges Bregy. Mit ihm schaffte Thun 1999/2000 die Teilnahme an der Auf-/Abstiegsrunde in die Nationalliga A, musste aber in der zweiten Liga verbleiben. Von Juli 2001 bis Dezember 2004 war Hanspeter Latour Trainer des FC Thun. Mit ihm gelang am Ende der Saison 2001/02 erstmals seit 47 Jahren wieder der Aufstieg in die Nationalliga A.

Latour wechselte Anfang 2005 zum Grasshopper Club Zürich; neuer Trainer wurde Urs Schönenberger. In der Saison 2004/05 wurde der FC Thun hinter dem FC Basel Vizemeister der ersten Schweizer Liga (mittlerweile in Super League umbenannt) und erreichte damit das beste Saisonergebnis der Vereinsgeschichte. Der zweite Platz in der Liga berechtigte zudem zur Teilnahme an den Qualifikationsspielen für die Champions League, in der sich der FC Thun gegen Dynamo Kiew und Malmö FF durchsetzen konnte. Mit der Qualifikation für die Champions League 2005/06 sorgte der Verein für eine riesige Überraschung und für den grössten Erfolg der Vereinsgeschichte. Dies wurde mit einem schmalen Kader und einem Budget von fünf Millionen Franken erreicht. In einer Gruppe mit Arsenal London, Ajax Amsterdam und Sparta Prag erreichte der FC Thun den 3. Platz und verpasste somit die Qualifikation für den Achtelfinal, war aber für die K.-o.-Runde des UEFA-Cups qualifiziert. Hier schied der Club trotz einem 1:0-Sieg im Hinspiel aufgrund der 0:2-Rückspielniederlage gegen den Hamburger SV aus. Trotz dem sportlichen Erfolg war Trainer Schönenberger aufgrund seiner Kompromisslosigkeit und seines Kommunikationsstils bei den Verantwortlichen des FC Thun nicht unumstritten. Am 13. Februar 2006 – drei Tage vor dem Hinspiel im UEFA-Cup-Sechzehntelfinal gegen den HSV – wurde er entlassen und durch den Österreicher Heinz Peischl ersetzt.

Im März 2007 wurde Peischl wegen anhaltender Erfolglosigkeit entlassen; der bisherige Assistenztrainer Jeff Saibene übernahm sein Amt. Dieser musste es auf die Saison 2007/08 abgeben, da er nicht die benötigten Lizenzen (UEFA-Pro) besass. Seinen Posten übernahm der Niederländer René Van Eck. Allerdings war auch er nicht lange im Amt, da man in der Saison 2007/08 den Klassenerhalt verpasste und der FC Thun als Tabellenletzter der Super League den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste. Zur Saison 2008/09 übernahm der vormalige U-21-Mannschaftstrainer Hansruedi Baumann die Mannschaft. Dieser wurde dann gegen Ende der Saison wegen schlechter Resultate entlassen, interimistisch durch Andres Gerber ersetzt und im Juni 2009 von Murat Yakin abgelöst. Dieser gewann mit dem FC Thun am Saisonende 2009/10 die Meisterschaft in der Challenge League; somit gelang nach zwei Jahren Absenz der Wiederaufstieg in die Super League. In der Folgesaison führte Yakin den Liganeuling auf Platz fünf und damit auf einen Europapokalplatz, wanderte zur Saison 2011/12 jedoch zum FC Luzern ab und wurde daraufhin durch Bernard Challandes ersetzt. Unter Challandes konnte sich der FC Thun in der ersten Qualifikationsrunde für die Europa League 2012/13 gegen den albanischen Klub Vllaznia Shkodra durchsetzen. In der zweiten Runde gewann das Team gegen US Palermo, verlor jedoch im finalen Play-off deutlich gegen Stoke City und verpasste somit die Qualifikation für die Gruppenphase des Turniers.

In der Winterpause der Saison 2012/13 wurde Challandes durch den ehemaligen FC-Zürich-Coach Urs Fischer ersetzt. Die Saison 2012/13 schloss der FC Thun erneut auf Tabellenplatz fünf ab und war somit zur Teilnahme an den Qualifikationsspielen zur Europa League 2013/14 berechtigt. Durch Siege gegen Tschichura Satschchere (Georgien), BK Häcken (Schweden) und Partizan Belgrad (Serbien) qualifizierte sich die Mannschaft für die Gruppenphase, in der sie auf Rapid Wien, Dynamo Kiew sowie den KRC Genk traf. Von den sechs Spielen der Gruppenphase konnte Thun jedoch nur eines gewinnen (1:0 gegen Rapid Wien), die übrigen fünf Spiele gingen verloren, und Thun schied in der Folge als Tabellenletzter aus dem Wettbewerb aus.

Kurz vor Saisonbeginn 2015/16 wurde Urs Fischer vom FC Basel abgeworben. Als neuer Trainer wurde Ciriaco Sforza verpflichtet, von dem man sich am 30. September 2015 aber wieder trennte. Der darauffolgende Trainer war Jeff Saibene. Bereits zum Start der Rückrunde 2016/17 wurde die Trennung von Saibene zum Ende der Saison bekannt gegeben, als Nachfolger wurde Marc Schneider ernannt. Als sich die Arminia Bielefeld nach einem neuen Trainer umsah, wurden Verhandlungen mit Jeff Saibene geführt, welcher sich daraufhin am 19. März vorzeitig vom FC Thun verabschiedete und die Mannschaft aus Bielefeld übernahm. Als Interimstrainer wurde Mauro Lustrinelli ernannt, weil der designierte Trainer für die nächste Saison, Marc Schneider, noch nicht über die benötigte Lizenz (UEFA-Pro) verfügte.

Im Jahr 2019 erreichte der FC Thun zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Final des Schweizer Cups, musste sich jedoch dem FC Basel mit 1:2 geschlagen geben. Die Saison 2019/20 beendete der Verein als Tabellenvorletzter und musste somit die Relegationsspiele gegen den Zweitplatzierten der Challenge League, den FC Vaduz, antreten. Vaduz gewann das Hinspiel mit 2:0, sodass der knappe 4:3-Sieg der Thuner im Rückspiel nicht für den Gesamtsieg reichte. Der FC Thun stieg somit in die Challenge League ab. In der Folgesaison erreichte der FC Thun den zweiten Platz in der Challenge League und spielte somit erneut in der Relegation, musste sich dort allerdings dem FC Sion geschlagen geben. Ende der Saison 2023/24 war der FC Thun wieder auf dem 2. Platz der Challenge League klassiert und für die Barrage gegen den Zweitletzten der Super League, den Grasshopper Club Zürich, qualifiziert. Das Hinspiel in Zürich endete 1:1, das Rückspiel gewannen die Zürcher dank einem Penalty in der Nachspielzeit mit 2:1. Die Thuner mussten eine weitere Saison in der zweithöchsten Spielklasse verbleiben. In der Saison 2024/25 gelang es dem FC Thun, drei Runden vor Schluss mit einem Heimsieg gegen den Tabellenzweiten FC Aarau vorzeitig die Meisterschaft der Challenge League und damit nach fünf Jahren den Wiederaufstieg in die Super League zu sichern.

Thun spielt seit der Saison 2025/26 wieder in der höchsten Schweizer Spielklasse, der Schweizer Super League. Der Verein sorgte in der Saison 2025/26 für grosses Aufsehen, da er als Aufsteiger lange Zeit die Tabelle anführte und am Saisonende die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte feierte. Zuvor gelang es nur den Grasshoppers Zürich 1952, als Aufsteiger Meister zu werden.

Nach dem Aufstieg 2026 präsentierte der FC Thun den bisherigen Trainer der U20-Nationalmannschaft Gian-Luca Privitelli als neuen Chefcoach für den zum 1. FC Union Berlin wechselnden Mauro Lustrinelli.Zuvor U20-Nationalcoach. Lustrinelli-Nachfolger: Privitelli wird Trainer von Meister Thun. In: SRF Sport. 4. Juni 2026.

Platzierungen (seit Einführung der Super League 2003/04) mini|500px|Diagramm: Platzierungen des FC Thun Saison Liga Platz Tore Punkte Schweizer Cup 2003/04 Super League 6 51:57 49 Viertelfinal 2004/05 Super League 2 69:42 60 Viertelfinal 2005/06 Super League 5 50:53 49 Achtelfinal 2006/07 Super League 7 30:58 37 Achtelfinal 2007/08 Super League 10 30:70 27 Halbfinal 2008/09 Challenge League 9 54:65 38 Achtelfinal 2009/10 Challenge League 1 70:36 60 Viertelfinal 2010/11 Super League 5 48:43 49 Viertelfinal 2011/12 Super League 5 38:41 43 2. Runde 2012/13 Super League 5 44:46 48 Viertelfinal 2013/14 Super League 6 57:53 48 Halbfinal 2014/15 Super League 4 47:45 52 Achtelfinal 2015/16 Super League 6 45:54 41 Viertelfinal 2016/17 Super League 6 58:63 45 1. Runde 2017/18 Super League 7 53:68 42 Viertelfinal 2018/19 Super League 4 57:58 46 Final 2019/20 Super League 9 45:67 38 Achtelfinal 2020/21 Challenge League 2 57:46 64 2. Runde 2021/22 Challenge League 5 62:57 56 Viertelfinal 2022/23 Challenge League 6 62:55 49 Viertelfinal 2023/24 Challenge League 2 73:38 76 2. Runde 2024/25 Challenge League 1 70:39 72 2. Runde 2025/26 Super League 1 80:52 75 1. Runde

Erfolge Schweizer Meister: 2025/26 Qualifikation Champions-League-Gruppenphase: 2005/06

Die 1. Mannschaft Saison 2026/27 Stand: 2. September 2026.Kontingentsliste auf der Website der Swiss Football League (PDF; 655 kB).Kaderliste auf der Website des FC Thun. Profispieler des FC Thun, die an einen anderen Club ausgeliehen sind, werden nicht aufgeführt. Nr. Nat. Spieler Im Team seit Letzter Verein Torhüter 1 Niklas Steffen 2024 FC Rapperswil-Jona 22 Dario Wälti 2026 SC Kriens 25 Tim Spycher 2024 FC Basel 34 Leo Stucki 2026 eigene Jugend (seit 2019) Verteidigung 2 Olivier Mambwa 2026 BSC Young Boys 4 Genís Montolio 2024 FC Wil 5 Nicolas Bürgy 2026 Odense BK 17 Ashvin Balaruban 2024 Neuchâtel Xamax 19 Jan Bamert 2022 FC Sion 23 Marco Bürki 2021 FC Luzern 24 Mats Seiler 2026 BSC Young Boys 37 Lucien Dähler 2022 eigene Jugend (seit 2017) 47 Fabio Fehr 2024 FC Vaduz 54 Louis Passavant 2026 FC Basel Mittelfeld 8 Fabio Saiz 2026 FC Yverdon-Sport 13 Nassim Zoukit 2026 FC Aarau 14 Mattias Käit 2025 Rapid Bukarest 15 Patrik Kristal 2026 1. FC Köln 16 Justin Roth 2021 eigene Jugend (seit 2018) 18 Tom Strannegård 2026 IK Start 21 Dorian Derbaci 2026 FC Aarau 30 Nico Maier 2026 FC Blau-Weiß Linz 52 Adam Ilic 2026 FC Aarau 58 Amir Maaroufi 2026 eigene Jugend (seit 2024) 70 Nils Reichmuth 2024 FC Zürich 72 Leon Grando 2026 FC Zürich Stürmer 9 Furkan Dursun 2026 SK Rapid 20 Riccardo Braschi 2026 AC Florenz 26 Noah Christoffersson 2026 Örgryte IS 33 Marc Gutbub 2024 eigene Jugend (seit 2018) 80 Simon Lengen 2026 eigene Jugend (seit 2023) 96 Brighton Labeau 2025 EA Guingamp

Stadion Der Verein bestreitet seit der Saison 2011/12 seine Heimspiele in der neuen und hochmodernen Stockhorn Arena (ehemals Arena Thun genannt), welche über eine Gesamtkapazität von 10'000 Plätzen verfügt. Zuvor spielte der FC Thun im Stadion Lachen, welches den Anforderungen der höchsten Liga eigentlich nicht mehr genügte, doch da die neue Spielstätte bereits in Planung war, wurde dem FC Thun eine Sonderbewilligung erteilt.