Bleialf ist eine Ortsgemeinde in der Schneifel im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz, unweit von Prüm. Sie gehört der Verbandsgemeinde Prüm an. Bleialf ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und wird nach der Landesplanung als Grundzentrum eingestuft.

300x300px|mini|Bleialf, Ortskern von Süden

Geographie Lage und Gliederung Bleialf liegt im Naturpark Nordeifel. Durch den Ort fließt der Alfbach.

Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Bahnhof Bleialf, Jüstenschlag, Pannenbrett und Wippelsbach sowie der Großteil des Weilers Hamburg-Mühlenberg und der Weiler Richelberg.

Nachbarorte sind die Ortsgemeinden Oberlascheid im Nordosten, Buchet im Osten, Brandscheid im Südosten, Großlangenfeld und Winterscheid im Südwesten, sowie Mützenich und der bereits zur belgischen Großgemeinde Sankt Vith gehörende Gemeindeteil Schönberg im Nordwesten.

Geologie In Bleialf befindet sich der Zugang zu einer der drei Bleierz-Lagerstätten in der Eifel.

Geschichte Ortsgeschichte Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 893 im Prümer Urbar. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Bleialf zum kurtrierischen Amt Prüm und war Sitz einer Schultheißerei. Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs. Bleialf wurde Sitz einer Mairie im Arrondissement Prüm des Saardépartements. Nach der Niederlage Napoleons kam Bleialf aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen und gehörte nun zum Kreis Prüm des Regierungsbezirks Trier, der 1822 Teil der neu gebildeten preußischen Rheinprovinz wurde. Aus der Mairie wurde die Bürgermeisterei (ab 1927 das Amt) Bleialf.

Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bleialf innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Seit 1970 gehört es der Verbandsgemeinde Prüm an, die eine Außenstelle im Ort unterhält.

Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg 246x246px|mini|Skizze des US-Militärs nach dem Kriegsverbrechen im Dezember 1944 mit Angabe der Leichenfunde der erschossenen US-Soldaten nördlich von Bleialf Als im Zuge der Ardennenoffensive, des im Spätherbst 1944 letzten Versuchs der deutschen Wehrmacht den von Westen gegen Deutschland vorgehenden alliierten Streitkräfte militärisch entgegenzutreten, die Front zwischen der US-Armee und den deutschen Truppen wechselte, gerieten auch der US-Staff Sergeant Kurt R. Simons und der US-Technician Fifth Grade Murray Zappler am 19. Dezember 1944 bei Bleialf in Gefangenschaft. Beide waren aus Deutschland in die USA geflohen. Jacobs war 1909 in Berlin als Kurt Jacobsohn geboren worden, studierte Jura und war als Textilkaufmann tätig. 1936 floh er in die USA, um als Jude der Verfolgung durch die in Deutschland herrschenden Nationalsozialisten zu entgehen. Der 1924 geborene Murray Zappler war ebenfalls jüdischen Glaubens und kam 1938 in die USA. Beide konnten als vor einigen Jahren in die USA eingewanderte Deutsch sprechen und waren als US-Soldaten ausgebildete Vernehmer deutscher Kriegsgefangener. Am 19. und 20. Dezember 1944 konnten deutsche Truppen die US-Stellungen überrennen, 600 bis 700 US-Soldaten gefangen nehmen und etwa 30 deutsche Soldaten „befreien“, die von den US-Truppen gefangen genommen waren. Einer dieser deutschen Soldaten denunzierte Jacobs und Zappler als „Juden aus Berlin“. Beide US-Soldaten wurden noch am Tag ihrer Gefangennahme „auf einem kleinen Hügel in der Nachbarschaft“ von Bleialf erschossen, „nicht in einem Feuergefecht, sondern als Gefangene“. Zwei Monate nach dieser Tötung wurden ihre Leichen nördlich von Bleialf von der US-Regimental Graves Registration identifiziert. Als Befehlsgeber wurde der Hauptmann Curt Bruns von einem US-Militärgericht wegen dieses Kriegsverbrechens zum Tode verurteilt und am 14. Juni 1945 in der Nähe von Braunschweig erschossen.Martin Dahms: Justiz in Zeiten des Krieges. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. Beilage Wochenende. Ein Magazin des RedaktionsNetzwerkes Deutschland, 12. April 2025, S. 4f.

Bevölkerung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bleialf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 365 1835 408 1871 959 1905 687 1939 835 1950 868 1961 841 Jahr Einwohner 1970 850 1987 977 1997 1.160 2005 1.186 2011 1.196 2017 1.217

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Bleialf besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FDP FWG WGVB aktiv WGR Gesamt 2024 – – – 7 9 – – 16 Sitze 2019 3 4 2 7 – – – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2014 4 9 – – – – 3 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2009 3 7 – – – 4 2 16 Sitze 2004 2 7 – – – 3 4 16 Sitze

Bürgermeister Ernst Gilles wurde am 6. Mai 2026 Ortsbürgermeister von Bleialf. Bei der parallel zur Landtagswahl am 22. März 2026 stattgefundenen Direktwahl war er als einziger Bewerber mit 91,1 % der gültigen Stimmen gewählt worden.

Sein Vorgänger Richard Heinz (FWG) hatte das Amt am 12. August 2019 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 58,43 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Heinz ohne Gegenkandidat mit 63,0 % der Stimmen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Mit Wirkung zum 30. November 2025 legte Heinz jedoch das Ehrenamt vorzeitig nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde. Bis zur Amtseinführung des neuen Bürgermeisters wurden die Amtsgeschäfte von der Ersten Beigeordneten Edith Baur (CDU) ausgeübt, die von 2004 bis 2019 selbst Ortsbürgermeisterin von Bleialf war.

Wappen Blasonierung: Wappen von Blau und Silber gespalten. Rechts ein silberner Zinnenturm und links auf grünem Dreiberg ein grüner Hirsch mit goldenen Hufen, goldener Zunge und goldenem Geweih.Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 705 Nummer 849, Wappen der Ortsgemeinde Bleialf, Landkreis Bitburg-Prüm, 1973.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Bleialf Katholische Kirche Sankt-Mariä-Himmelfahrt Bleibergwerk Mühlenberger Stollen (Besucherbergwerk)Homepage Besucherbergwerk Sender Bleialf Jährliches Oldtimertreffen am letzten Sonntag im August. Veranstalter ist der Motorsportclub „Schneifel“ Bleialf e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Bleialf ist über die Landesstraßen 1, 12 und 17 an das überörtliche Straßennetz angebunden. Außerdem besteht die Anschlussstelle Bleialf an der A 60. An den öffentlichen Personennahverkehr ist der Ort durch die Linie 465 (Gerolstein – Prüm – Sankt Vith) des VRT sowie einige Schul- und Rufbuslinien angeschlossen. Der Bahnhof Bleialf an der Westeifelbahn ist seit 1966 ohne Personenverkehr, 1987 wurde der Güterverkehr eingestellt. Auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft heute ein Fahrradweg, der hier den Bleialfer Tunnel durchquert.

Infrastruktur Es gibt eine Grund- und eine Realschule im Ort. Als Grundzentrum besitzt Bleialf ebenfalls Läden des täglichen Bedarfs.

Persönlichkeiten August Biebricher (1878–1932), deutscher Architekt

Weblinks

Website der Ortsgemeinde Bleialf Ortsgemeinde Bleialf auf den Seiten der Verbandsgemeinde Prüm Ortsporträt Bleialf

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Eifelkreis Bitburg-Prüm Kategorie:Ersterwähnung 893 Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Rheinland-Pfalz