mini|hochkant=1.8|Berlin ist Handlungs- und Drehort vieler deutscher und internationaler Filmproduktionen

Die Liste von Filmen mit Bezug zu Berlin enthält herausragende Filme mit deutlichem Bezug zu Berlin, also Filme, die in dieser Stadt spielen, die Berlin zu einer bestimmten Epoche zeigen oder das politische, wirtschaftliche oder kulturelle Leben Berlins zum Thema haben. Die Filme sind nach ihrem Handlungszeitraum sortiert, nicht nach dem Produktionsjahr.

Dokumentationen über Berlin

In Berlin handelnde Spielfilme

Von der Stadtgründung bis zum Kaiserreich (1600–1918)

Dieser Abschnitt behandelt Berlin-Filme, die in der Zeit von der Gründung im Mittelalter (erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1237) bis zum Ende des Ersten Weltkriegs spielen. Chirurgus Johann Paul Schroth (Deutschland, 1981), Filmporträt des Mediziners zu Beginn der Charité. Andreas Schlüter (Deutschland, 1942) porträtiert die Arbeit des Architekten Andreas Schlüter in Berlin zwischen 1694 und 1713. Während dieser Zeit arbeitete der Baumeister im Auftrag von Friedrich I. insbesondere am Reiterstandbild des Großen Kurfürsten, am Berliner Stadtschloss sowie am Münzturm, der wegen statischer Probleme nicht vollendet werden konnte. Die Unbesiegbaren (Deutschland, 1953) schildert den Kampf der Arbeiterklasse sowie der SAP gegen das Sozialistengesetz im deutschen Kaiserreich zwischen 1889 und 1890. Während Abgeordnete wie August Bebel und Wilhelm Liebknecht im Reichstag gegen das Gesetz kämpfen, müssen im Untergrund agitierende Arbeiter bei Borsig Denunziationen, Hausdurchsuchungen und Verhaftungen über sich ergehen lassen. Die Entlassung (Deutschland, 1942) des Reichskanzlers Otto von Bismarck durch Kaiser Wilhelm II. im März 1890 in Berlin wird in dem zur Zeit des Nationalsozialismus entstandenen Film nicht nur als Ergebnis der Entfremdung zwischen den beiden Politikern, sondern auch als Folge der Intrigen von Friedrich August von Holstein im Auswärtigen Amt dargestellt. Die Gebrüder Skladanowsky (Deutschland, 1995) ist eine Hommage an Max Skladanowsky und seinen Bruder Emil, die im Jahr 1895 mit dem in ihrer Pankower Werkstatt entwickelten Bioskop erste Filme im Lokal Feldschlößchen sowie im Varieté Wintergarten vorführten und damit zu Pionieren des Kinos wurden. Der letzte Mann (Deutschland, 1924) ist ein wegweisender Film von Friedrich Wilhelm Murnau, der in Berlin um 1900 spielt. Der Portier im exklusiven Atlantic-Hotel wird wegen Altersschwäche zum Toilettendienst degradiert und muss seine Livree abgeben. Daraufhin entwendet er abends die Uniform, um seinen sozialen Abstieg vor Nachbarn und Verwandten zu verheimlichen. Die letzte Droschke von Berlin (Deutschland, 1925/1926) behandelt den Wandel vom Pferdewagen zum Automobil. Der Hauptmann von Köpenick (Deutschland, 1956) thematisiert tragikomisch die auf einem tatsächlichen Ereignis beruhende Übertölpelung der Behörden im deutschen Kaiserreich, mit der der ehemalige Zuchthäusler Wilhelm Voigt während der Zeit des Wilhelminismus im Oktober 1906 die sklavische Befolgung preußischer Tugenden wie Gehorsam, Disziplin und Unterordnung lächerlich machte. Die Handlung ist in Berlin, Potsdam und der damals noch selbstständigen Stadt Köpenick angelegt, gedreht wurde jedoch in Hamburg. Der gleichnamige Film Der Hauptmann von Köpenick (Deutschland, 1997) erzählt die gleiche Geschichte und entstand in Wolfenbüttel und am Rathaus Köpenick. Das Adlon. Eine Familiensaga (Deutschland, 2013) verknüpft die Geschichte des Hotel Adlon am Pariser Platz und die der Familie seines Gründers Lorenz Adlon mit der Geschichte einer fiktiven Investorenfamilie. Eingebettet sind Einweihung, Erfolg, Niedergang und Wiedereröffnung des Luxushotels in die Berliner Stadtgeschichte zwischen 1907 und 1997. Ein Mann will nach oben (Deutschland, 1978) beruht auf dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada und zeigt die Bemühungen eines jungen Mannes, ab 1909 ein Unternehmen zur Gepäckbeförderung zwischen den Berliner Kopfbahnhöfen aufzubauen. Danach ist das entbehrungsreiche Leben in Berlin während des Ersten Weltkrieges und der Inflation zu sehen. Angesiedelt ist die Handlung überwiegend am Stettiner Bahnhof, im Wedding und in Grunewald; einige Aufnahmen entstanden am Chamissoplatz, in Rudow sowie in Charlottenburg. Solange Leben in mir ist (Deutschland, 1965) und Trotz alledem! (Deutschland, 1972) befassen sich mit der Arbeit des Sozialisten Karl Liebknecht in Berlin zwischen 1914 und 1919. Wichtige Stationen sind Liebknechts Reden im Reichstag gegen den Ersten Weltkrieg, die Gründung des Spartakusbundes, die Novemberrevolution mit der Ausrufung der Republik, die Weihnachtskämpfe, die Gründung der KPD und der Spartakusaufstand mit Liebknechts Ermordung im Tiergarten. Urlaub auf Ehrenwort (Deutschland, 1938). Berlin im November 1918: Eine Gruppe von Frontsoldaten, die auf dem Weg zurück zur Westfront sind, bekommen von einem jungen und unerfahrenen Offizier während eines mehrstündigen Aufenthalts in Berlin freien Ausgang. Die Soldaten, zumeist Berliner, verbringen ihre freien Stunden vor der Weiterfahrt in den unterschiedlichsten Berliner Milieus.

Zeit der Weimarer Republik (1918–1933)

Dieser Abschnitt behandelt Berlin-Filme, die in der Zeit der Weimarer Republik spielen. Der Mord, der nie verjährt (Deutschland, 1968), Justizfilm über Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Der Bankkrach Unter den Linden (Deutschland, 1925), das Bankenmilieu der Goldenen 20er Jahre. Durchs Brandenburger Tor (Deutschland, 1929) ist ein Stummfilm aus dem Schwarzmarktmilieu nach dem Ersten Weltkrieg. Kai aus der Kiste (Deutschland, 1988) spielt während der Hyperinflation 1923 in Berlin. Um Geld für ihre Familien zu verdienen, organisieren ein Junge und seine Freunde eine Werbekampagne für eine amerikanische Kaugummimarke und nutzen dazu einfallsreich die Möglichkeiten der Großstadt. Fernsehpitaval: Der Fall Hoefle (Deutschland, 1960) Justizfilm des Deutschen Fernsehfunks über die Todesumstände des Ministers 1925. Berlin – Alexanderplatz (Deutschland, 1931) erste Verfilmung des Romans Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin durch Piel Jutzi. Geschildert wird der Versuch der Hauptfigur Franz Biberkopf, nach seiner Haftentlassung im Arbeitermilieu Berlins der 1920er Jahre „ein guter Mensch“ zu werden.Die gleichnamige Fernsehverfilmung Berlin Alexanderplatz (Deutschland, 1980) ist eine 14-teilige Literaturverfilmung des gleichen Romans durch Rainer Werner Fassbinder. Gedreht wurde die Fernsehfassung überwiegend in den Bavaria-Filmstudios München. Was nützt die Liebe in Gedanken (Deutschland, 2004) handelt von der Steglitzer Schülertragödie im Juni 1927, während der zwei entwurzelte Jugendliche sich auferlegten, aus dem Leben zu scheiden, wenn sie keine Liebe mehr empfänden. Einer der beiden erfüllte den Pakt später in der Wohnung seiner Eltern in der Steglitzer Albrechtstraße 72c durch die Ermordung eines Freundes mit anschließendem Suizid. Zuflucht (Deutschland, 1928) schildert die Erlebnisse eines Arbeiters, der nach vielen Jahren aus dem Exil nach Berlin zurückkehrt, sich in eine Marktfrau verliebt, beim Bau der Nord-Süd-U-Bahn mitarbeitet, schließlich aber einer Krankheit erliegt. Mutter Krausens Fahrt ins Glück (Deutschland, 1929) ist ein proletarischer Stummfilm mit Zwischentiteln im Berliner Dialekt, der auf einer Idee des Berliner Zeichners Heinrich Zille basiert und im ärmsten proletarischen Milieu vom Wedding spielt. Eine alte Mutter sieht angesichts ihrer verzweifelten finanziellen Lage keinen Ausweg mehr als den Suizid, während immer mehr junge Menschen Zuflucht im Kommunismus suchen. Sass (Deutschland, 2001) beschäftigt sich mit dem Leben der in ärmlichen Verhältnissen in Moabit aufgewachsenen Brüder Sass, die durch eine Serie spektakulärer Bankeinbrüche und das anschließende offene Zeigen ihres Reichtums zu Volkshelden wurden. Menschen am Sonntag (Deutschland, 1930) schildert halbdokumentarisch das Leben junger Menschen in Berlin. Historisch bemerkenswert ist der von Amateuren erstellte Independent-Film durch seine authentischen Stadtbilder. Emil und die Detektive (Deutschland, 1931) ist die erste Verfilmung des Romans von Erich Kästner, der das Berliner Stadtleben aus Kindersicht darstellt. Gedreht wurde an Originalschauplätzen und im Filmstudio Babelsberg. M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Deutschland, 1931) von Fritz Lang lässt eine ganze Stadt einen Serienmörder jagen. Obwohl der Name des Handlungsortes nicht genannt wird, zeigt der Film rund zehn deutliche Hinweise auf Berlin, beispielsweise mehrere Stadtpläne. Cabaret (USA, 1972) zeigt das Berlin des Jahres 1931 kurz vor der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten. Protagonisten sind der britische Schriftsteller Brian Roberts und die amerikanische Sängerin Sally Bowles. Pointiert zeigt der Film den zunehmenden Einfluss des Nationalsozialismus und der politisch motivierten Gewalt auf das deutsche Alltagsleben. Christopher und Heinz – Eine Liebe in Berlin (Großbritannien, 2011) handelt vom Leben des schwulen britischen Autors Christopher Isherwood, der 1931 nach Berlin kommt und die Zeit des Nationalsozialismus durchlebt. Eine BBC-Produktion. Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt? (Deutschland, 1932) porträtiert das Leben der Berliner Arbeiterklasse zwischen der Weltwirtschaftskrise und der nationalsozialistischen Machtergreifung, das von Arbeitslosigkeit, Selbstmord, Wohnungsverlust, Beziehungsproblemen und Arbeitersport bestimmt wird. Menschen im Hotel (USA, 1932) ist eine Verfilmung des Romans Menschen im Hotel und spielt gegen Ende der Weimarer Republik im luxuriösen Grand Hotel in Berlin. Die illustren Gäste, die sich dort begegnen, haben Probleme mit Langeweile, Geldsorgen, Weltschmerz, Krankheit, Diebstählen und geschäftlichen Misserfolgen. Der Film erhielt 1932 einen Oscar in der Kategorie Bester Film. Comedian Harmonists (Österreich/Deutschland, 1997) erzählt die Geschichte des 1927 in Berlin-Friedenau gegründeten Vokal-Ensembles Comedian Harmonists, das erfolgreich im In- und Ausland gastiert, bis seine jüdischen Mitglieder 1934 von der Reichsmusikkammer Auftrittsverbot erhalten. Der Film zeigt das letzte kulturelle Aufblühen Berlins und ganz Deutschlands vor der systematischen Ausgrenzung jüdischer Künstler und Geschäftsleute, die mit der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ einsetzte. Babylon Berlin (Deutschland, 2017, 2020) spielt als Fernseh-Dramaserie im Berlin der Goldenen Zwanziger Jahre. Der Protagonist Kommissar Gereon Rath ermittelt im Rahmen eines Erpressungsfalls. Im Berliner Polizeipräsidium beginnt er zusammen mit seinem Berliner Kollegen Bruno Wolter die Ermittlungen, wobei er in den ersten beiden Staffeln mit Drogen, Politik, Mord und Extremismus in Berührung kommt. In der dritten Staffel werden Rath und seine Kollegen mit einer Mordserie während der Dreharbeiten zu einem Revuefilm in den Filmstudios Babelsberg konfrontiert. Marlene (Deutschland, 2000) erzählt das Leben der deutschen Leinwanddiva Marlene Dietrich von 1929 bis zum Kriegsende 1945. Das erste Drittel des Films handelt vor allem von den Dreharbeiten des Films Der Blaue Engel, der Marlene Dietrich zum Weltstar machte. Er beschreibt außerdem ihr Leben als Hausfrau und Partygirl in der Berliner Schwulenszene in der Weimarer Republik. In Außenaufnahmen ist in einer turbulenten Straßenszene unter anderem der Bebelplatz mit den umliegenden preußischen Repräsentationsbauten und der St.-Hedwigs-Kathedrale zu sehen. Fabian oder Der Gang vor die Hunde (Deutschland 2021), Filmdrama von Dominik Graf nach dem Roman Fabian. Die Geschichte eines Moralisten von Erich Kästner. Die Geschichte spielt in Berlin Anfang der 1930er Jahre. Der Film wurde mit der Silbernen Lola ausgezeichnet.

Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)

Dieser Abschnitt behandelt Berlin-Filme, die in der Zeit des Nationalsozialismus spielen.