Wettin-Löbejün ist eine Stadt im Saalekreis im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt.
Geografie Lage Wettin-Löbejün ist die nördlichste Gemeinde und Stadt im Saalekreis, sie liegt ca. 60 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Magdeburg und 15 Kilometer nördlich der Stadt Halle (Saale). Nach Dessau-Roßlau sind es in Richtung Nordosten rund 35 Kilometer. Das Stadtgebiet wird im Südwesten fast durchgehend von der Saale begrenzt, nur ein Landzipfel um Zaschwitz am anderen Saaleufer gehört noch zur Stadt. Im Nordosten begrenzt der westliche Teil der Fuhne das Stadtgebiet. Im Stadtgebiet entspringen auch kleine Bäche, die in Fuhne und Saale abfließen. Die höchste Erhebung in Wettin-Löbejün ist der 180 Meter über dem Meeresspiegel liegende Haltberg bei Löbejün, die tiefste Stelle liegt im Saaletal bei Rothenburg mit einer Höhe von ca. 68 Meter über dem Meeresspiegel. Teile des Stadtgebietes liegen im Naturpark Unteres Saaletal.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind Könnern (Salzlandkreis) und Südliches Anhalt (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) im Norden, Petersberg im Osten, die Stadt Halle (Saale) und Salzatal im Süden und Gerbstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) im Westen.
Ortschaften/Ortsteile Ortschaft EinwohnerSiehe Ortsteilartikel. Die Ortschaften von Wettin-Löbejün (anklickbare Karte) Brachwitz (mit Friedrichsschwerz) ca. 923 Döblitz ca. 178 Domnitz (mit Dornitz und Dalena) ca. 719 Gimritz (mit Raunitz) ca. 331 Löbejün (mit Gottgau und Schlettau) ca. 2185 Nauendorf ca. 1689 Neutz-Lettewitz (mit Deutleben, Görbitz, Lettewitz und Neutz) ca. 620 Plötz (mit Oberplötz, Kösseln und Unterplötz) ca. 642 Rothenburg ca. 784 Wettin ca. 2021
Geschichte Die Stadt ging am 1. Januar 2011 aus dem Zusammenschluss der Städte Löbejün und Wettin sowie den Gemeinden Brachwitz, Döblitz, Domnitz, Gimritz, Nauendorf, Neutz-Lettewitz, Plötz und Rothenburg hervor, die zuvor bereits in der Verwaltungsgemeinschaft Saalkreis Nord zusammengeschlossen waren.
Der Zusammenschluss erfolgte vor dem Hintergrund der Gemeindegebietsreform in Sachsen-Anhalt. Nachdem es in der von der Landesregierung angesetzten freiwilligen Phase zu keiner Bildung einer Einheitsgemeinde gekommen war, beschloss der Landtag von Sachsen-Anhalt am 18. Juni 2010 mit den Stimmen der Regierungskoalition eine gesetzliche Neugliederung (GemNeuglG SK).
Ursprünglich lautete der Name der neu gebildeten Stadt „Löbejün-Wettin“. Die konstituierende Sitzung des Stadtrates legte als Stadtnamen „Wettin-Löbejün“ fest, der seit dem 7. April 2011 gilt.Streit beendet: Doppelstadt heißt Wettin-Löbejün In: Mitteldeutsche Zeitung vom 27. Januar 2011
Eingemeindungen Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Brachwitz 1. Januar 2011 Dalena 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Domnitz Deutleben 1. Oktober 1938 Eingemeindung nach Neutz Dobis 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Dößel Döblitz 1. Januar 2011 Domnitz 1. Januar 2011 Dornitz 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Domnitz Dößel 20. Juli 2008 Eingemeindung nach Wettin Friedrichsschwerz 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Brachwitz Gimritz 1. Januar 2011 Görbitz 1. Oktober 1938 Eingemeindung nach Lettewitz Kösseln 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Plötz Lettewitz 1. Oktober 1965 Zusammenschluss mit Neutz zu Neutz-Lettewitz Löbejün 1. Januar 2011 Merbitz 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Nauendorf Mücheln 30. September 1928 Eingemeindung nach Wettin Nauendorf 1. Januar 2011 Neutz 1. Oktober 1965 Zusammenschluss mit Lettewitz zu Neutz-Lettewitz Neutz-Lettewitz 1. Januar 2011 Plötz 1. Januar 2011 Priester 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Nauendorf Raunitz 1. April 1938 Eingemeindung nach Gimritz Rothenburg 1. Januar 2011 Schlettau 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Löbejün Wettin 1. Januar 2011 Zaschwitz 20. Juli 1950 Eingemeindung nach Wettin
Bevölkerung Jahr Einwohner 2011 10.482 2015 9.955 2020 9.821 Jahr Einwohner 2021 9.794 2022 9.706 2023 9.669 2024 9.554 2025 9.447
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Stadtrat Die Stadtrat von Wettin-Löbejün besteht aus 20 Mitgliedern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Stadtratswahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 67,8 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 AfD 13,3 % 3 23,1 % 5 Freiwillige Feuerwehr Wettin-Löbejün . . 15,9 % 3 CDU 17,6 % 4 15,3 % 3 Wählergruppe Initiative zur Unterstützung der Stadtentwicklung und desehrenamtlichen Engagements in Wettin-Löbejün (WISE) . . 12,8 % 3 Freie und Unabhängige Bürgervereinigung Wettin-Löbejün (FUBV) . . 11,5 % 2 FDP 15,2 % 3 5,7 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 9,4 % 2 4,5 % 1 Die Linke 11,1 % 2 4,0 % 1 Einzelbewerber Paul Deparade . 1 3,1 % 1 SPD 8,3 % 2 2,3 % – Einzelbewerber Matthias Ahrens – – 1,9 % – Insgesamt 100 % 20 100 % 20
mini|hochkant=0.6|Rathaus Wettin Bürgermeister 2011–2024: Antje Klecar seit 2024: Jens Franke
Franke wurde in der Stichwahl am 10. November 2024 mit 51,6 Prozent der gültigen Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,5 Prozent.Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses der Stichwahl zur Wahl der hauptamtlichen Bürgermeisterin/des hauptamtlichen Bürgermeisters der Stadt Wettin-Löbejün am 10. November 2024 (PDF)
Wappen Das Wappen wurde am 11. Juni 2012 durch den Landrat des Saalekreises genehmigt. Da der Text der Blasonierung auf dem Wappenbrief mehrfach falsch abgeschrieben war (geviertelt statt geviert, Stockacker statt Stockanker) wurde der Vorgang der Ausstellung des Wappenbriefes wiederholt. Der nachgereichte Wappenbrief stammt vom 9. November 2012.
Flagge Die Flagge ist grün-weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.3. Änderungssatzung zur Hauptsatzung der Stadt Wettin-Löbejün (PDF; 11 kB)
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Verkehr Bahnverkehr Wettin-Löbejün liegt mit den Haltepunkten Nauendorf (Saalkr) und Domnitz (Saalkr) an der Bahnstrecke Halle–Vienenburg.Die Bahnstrecke Wallwitz–Wettin mit den ehemaligen Halten Gimritz und Wettin (Saale) und die Bahnstrecke Nauendorf–Gerlebogk mit den ehemaligen Halten Nauendorf (Saalkr) Nord, Domnitz (Saalkr) Kautzenberg, Löbejün (Saalkr) und Gottgau ist hingegen stillgelegt.
Wichtige Straßen Die Bundesautobahn 14, die von Dresden über Leipzig und Halle nach Magdeburg führt, und die noch nach Schwerin verlängert wird, führt auch durch das Stadtgebiet, in ihm liegt jedoch nur der Abzweig Löbejün. Die Trasse im Stadtgebiet wurde in zwei Etappen freigegeben, zwischen den Abzweigen Löbejün und Könnern im Norden im Jahr 1996 und zwischen Löbejün und Halle-Peißen im Osten im Jahr 2000. Älter war die Bundesstraße 6, die parallel zur Bundesautobahn verlief, und die Orte Domnitz und Dornitz durchquerte. Nach Freigabe der Autobahn 14 wurde sie zur Landesstraße 50 herabgestuft. Der Weiterbau der Bundesautobahn 143, die zurzeit nur bis nach Bennstedt geht und als Westumfahrung für Halle geplant wurde, wurde vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 17. Januar 2007 vorerst untersagt.Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Januar 2007
Folgende Landesstraßen verlaufen in Wettin-Löbejün (nur der Verlauf im Stadtgebiet, bzw. der erste Ort außerhalb, ist genannt, wenn die Straßen weitergehen steht […] geschrieben) 50 ([…] – Garsena – Dornitz – Domnitz – Beidersee – […]) 144 ([…] – Hohenedlau – Schlettau – Löbejün – Plötz – Kösseln – Abzweig bei Kösseln) 147 (Abzweig bei Nauendorf – Nauendorf – Merbitz – Löbejün – Cattau – […]) 156 (Garsena – Dößel – Schachtberg – Wettin – Zaschwitz – Fienstedt – […]) 157 (bei Zaschwitz – Trebitz – […]) 161 (Wettin – Mücheln – Lettewitz – Abzweig bei Lettewitz) 162 (Abzweig bei Lettewitz – Görbitz – Gimritz – Brachwitz – Neuragoczy – […])
Persönlichkeiten
Weblinks
Website der Stadt Wettin-Löbejün
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 2011 Kategorie:Stadt in Sachsen-Anhalt