Die Stadt Pausa-Mühltroff liegt im sächsischen Vogtlandkreis. Das frühere Pausa/Vogtl. (Pausa/Vogtland) benannte sich nach der Eingliederung des Nachbarstädtchens Mühltroff zum 1. Januar 2013 in Pausa-Mühltroff um. Die etwa 4800 Einwohner zählende Stadt wirbt touristisch damit, am Mittelpunkt der Erde zu liegen. Dies geht zurück auf einen Eintrag in der Stadtchronik, danach liegt Pausa im geografischen Mittelpunkt des alten Vogtlands.

Zwischen 1952 und 1992 gehörten Pausa/Vogtl., Ebersgrün, Linda, Oberreichenau, Ranspach, Unterreichenau und Wallengrün zum Kreis Zeulenroda im Bezirk Gera bzw. ab 1990 im Freistaat Thüringen. Mühltroff, Langenbach und Thierbach gehörten zwischen 1952 und 1992 zum Kreis Schleiz im Bezirk Gera bzw. ab 1990 im Freistaat Thüringen. Durch einen Staatsvertrag kamen alle diese Orte am 1. April 1992 zum sächsischen Landkreis Plauen. Einzig der südlichste Ortsteil Kornbach gehörte im Gegensatz zu den anderen Ortsteilen immer zum sächsischen Landkreis Plauen, weshalb Kornbach der einzige Ortsteil von Pausa-Mühltroff mit „08“er Postleitzahl ist. Die anderen Ortsteile haben eine „07“er Postleitzahl.

Geographie alternativtext=Luftbild einer Kleinstadt|mini|Innenstadt des Stadtteils Pausa mit Michaeliskirche links, 2025

Geographische Lage mini|Rathaus der Stadt Pausa-Mühltroff im Ortsteil Pausa, 2025|alternativtext=Luftbild eines klassizistischen, zweistöckigen Gebäudes mit einer großen, gläsernen Weltkugel auf dem Dach

Im Hauptort Pausa befindet sich nach Angaben historischer Quellen der geographische Mittelpunkt des Vogtlands. Das Gebiet der Stadt Pausa-Mühltroff liegt heute im äußersten Nordwesten des Vogtlandkreises und im sächsischen Teil des historischen Vogtlands. Im Norden, Westen und Osten grenzt das Stadtgebiet an das thüringische Vogtland, zu dem alle Ortsteile außer Kornbach zwischen 1952 und 1992 gehörten. Bezüglich des Naturraums gehören die Ortsteile von Pausa-Mühltroff zum Südostthüringer Schiefergebirge (Naturraum Vogtland). Höchster Punkt ist der hohe Sandberg in der Gemarkung Thierbach.

Das Stadtgebiet besteht aus den zwei Hauptorten Pausa und Mühltroff, welche vormals eigene Städte waren, und neun umliegenden Dörfern. Mühltroff galt als westlichste Stadt Sachsens. Pausa, der Hauptort der Stadt Pausa-Mühltroff, befindet sich im östlichen Teil des Stadtgebiets auf einer Höhe von ungefähr 450 Meter über NN. Er liegt in einem Talkessel am Oberlauf der Weida, einem Zufluss der Weißen Elster. Im Einzugsgebiet der Weida befinden sich ebenfalls die östlichen Ortsteile Oberreichenau, Unterreichenau, Wallengrün, Ebersgrün, Ranspach und Linda. Die westlichen Ortsteile Langenbach und Mühltroff liegen im Einzugsgebiet der Wisenta, eines Zuflusser der Saale, die nördlich von Mühltroff als Talsperre Lössau aufgestaut ist. Durch den südlichsten Ortsteil Kornbach fließt der gleichnamige Kornbach, der über den Rosenbach in die Weiße Elster entwässert.

Auf dem Gebiet der Stadt Pausa-Mühltroff befinden sich mehrere große Waldgebiete, u. a. im Zentrum zwischen Ranspach und Mühltroff, südlich von Mühltroff und nördlich von Thierbach. Am Westrand bei Langenbach befindet sich der Schleizer Forst. Östlich von Pausa befindet sich die Pausaer Weide im Quellgebiet der Weida. Das größte Waldgebiet der Stadt befindet sich im nördlichsten Zipfel. Es ist von drei Seiten von Thüringen umgeben.

Pausa-Mühltroff gehört zum Einzugsgebiet von Plauen, das etwa zwölf Kilometer entfernt liegt. Es liegt in einer Ausbuchtung des Freistaats Sachsen, die fast das thüringische Zeulenroda-Triebes erreicht, welches etwa acht Kilometer entfernt ist. Die Grenze zum Freistaat Bayern befindet sich in ungefähr 17 Kilometern Entfernung.

Nachbargemeinden

Stadtgliederung Zur Stadt Pausa-Mühltroff gehören die Ortsteile Ebersgrün, Kornbach, Langenbach, Linda, Mühltroff, Pausa/Vogtl. (mit Oberreichenau), Ranspach, Thierbach, Unterreichenau und Wallengrün.

Geschichte Vermutlich im 6./7. Jahrhundert siedelten sich slawische Stämme in der Umgebung an.

Bereits im 10. bis 11. Jahrhundert wurde die Burg Mühltroff vermutlich zur Festigung der Herrschaft deutscher Kaiser, die Ritter zum Schutz gegen die Angriffe der Sorben mit ihren Befestigungen belehnten, gegründet. Die als Angerdorf angelegte Siedlung Muldorf wurde erstmals 1274 erwähnt. Seit 1367 ist Mühltroff als Stadt bezeugt. Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Pausa als Pussen datiert von 1263 in einer Urkunde über einen Kauf zwischen dem Deutschherren-Ordenshaus Plauen und dem Kloster Mildenfurth bei Weida (heute Ortsteil von Wünschendorf/Elster). Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt stammt aus dem Jahr 1393, die ältesten Stadtstatuten aus dem Jahr 1449. Die neun Dörfer auf dem heutigen Stadtgebiet von Pausa-Mühltroff wurden bis auf Unterreichenau (Ersterwähnung 1281) erstmals im 14. bzw. 15. Jahrhundert erwähnt. Neben der Burg Mühltroff gab es in Oberreichenau, Unterreichenau und Thierbach Herrensitze.

Bezüglich der Verwaltung war das Gebiet der heutigen Stadt Pausa-Mühltroff bis ins 19. Jahrhundert geteilt. Die Stadt Pausa war Sitz des kleinen vogtländischen Amts Pausa, das später mit dem Amt Plauen vereinigt wurde. Zu ihm gehörten neben der Stadt Pausa die Orte Ebersgrün, Linda, Oberreichenau, Unterreichenau und Unterpirk (heute Ortsteil der Gemeinde Rosenbach/Vogtl.). Die Stadt Mühltroff und die Dörfer Langenbach, Ranspach, Thierbach und Wallengrün unterstanden der Gerichtsbarkeit des Ritterguts Mühltroff, die auch als Herrschaft Mühltroff bezeichnet wurde und der Verwaltung des vogtländischen Amts Plauen unterstand. Die Grundherrschaft über Kornbach war zwischen dem Amt Plauen und dem Rittergutsanteil (1549 Rittergut Rodau, 1606 Rittergut Lauterbach und 1764 Rittergut Leubnitz) geteilt.

In Mühltroff wurde bereits im 15. Jahrhundert die erste Textilmanufaktur in der Herrenstraße erwähnt. Die Textilindustrie bildet bis heute ein festes Standbein in Mühltroff. Im Schloss befindet sich heute auch ein Textilmuseum. In Pausa begann die Entwicklung von einem reinen landwirtschaftlich geprägten Gebiet zu industriellem Gewerbe im 17. Jahrhundert. Vom 18. Jahrhundert an prägten Textilbetriebe (Stickerei, Weberei, Strumpfwirkerei) das Stadtbild Pausas. Eine Besonderheit in Pausa war im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts die Herstellung von Schiffsflaggen.Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Erste Lieferung, den Zwickauer Directionsbezirk enthaltend. Leipzig 1839, S. 13 (Digitalisat). Im Jahr 1883 wurde der Abschnitt Mehltheuer–Weida der Bahnstrecke Werdau–Mehltheuer eröffnet, an der Pausa eine Bahnstation erhielt. In der Folge wurden etliche Fabriken gebaut, die die Industrialisierung fortschreiten und Pausa zu einem prosperierenden Industriestädtchen werden ließen. Mühltroff erhielt im Jahr 1887 mit der Eröffnung der Bahnstrecke Schönberg–Schleiz einen Bahnhof.

Die elf Orte der heutigen Stadt Pausa-Mühltroff gehörten bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Plauen mit Pausa.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 76 f. Im Jahr 1856 wurden sie dem Gerichtsamt Pausa und 1875 der Amtshauptmannschaft Plauen angegliedert.

Durch die zweite Kreisreform in der DDR wurde das Gebiet der heutigen Stadt Pausa-Mühltroff dreigeteilt. Die Stadt Pausa/Vogtl. wurde gemeinsam mit seinen Nachbarorten Ebersgrün, Linda, Oberreichenau, Ranspach, Unterreichenau und Wallengrün im Jahr 1952 dem Kreis Zeulenroda im Bezirk Gera angegliedert. Die Stadt Mühltroff wurde gemeinsam mit seinen Nachbarorten Langenbach, Thierbach, Langenbuch und Dröswein im Jahr 1952 dem Kreis Schleiz im Bezirk Gera angegliedert. Somit wurden diese sächsischen Orte aus ihren historischen Verwaltungsbezirken herausgelöst und mit bisher thüringischen Kommunen in neuen Verwaltungseinheiten zusammengefasst. Einzig die Gemeinde Kornbach wurde im Jahr 1952 dem Kreis Plauen-Land im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt) angegliedert, welcher jedoch deutlich kleiner als sein historischer Vorgänger war.

Während der Zeit der DDR gab es in Pausa eine ganze Reihe Betriebe von überregionaler Bedeutung, beispielsweise VEB Pametall (Alleinhersteller von Aluminiumgeschirr), VEB Miederwerk (Produzent von Miederwaren wie BHs, Hüfthalter; Export zu den Versandhäusern Neckermann und Quelle), VEB Dekostoffe Mülsen, Werk Pausa (Stoffservietten), VEB Drahtweberei Pausa (Herstellung von Streckmetall für die Grenzzäune der DDR und von grobmaschigen Industriesieben), VEB Wäscheunion Elsterberg Werk A Pausa (Bettwäsche; Export zu den Versandhäusern Neckermann und Quelle), VEB Rotpunkt Gummiwarenfabrik (Arbeits- und OP-Handschuhe aus Gummi) und VEB Elektroinstallation Pausa (Elektro-Sicherungen/Schmelzeinsätze aus Hartporzellan).

Darüber hinaus gab es noch zahlreiche kleinere Industriebetriebe. Alle zusammen machten Pausa zu einer Industriestadt mit einer weit höheren Bedeutung als es die Größe der Stadt vermuten ließ. Im Gefolge der Wiedervereinigung kam es zu einem weitgehenden Niedergang der Pausaer Industrie. Nur wenige Betriebe überlebten, wurden privatisiert und erfreuten sich einer positiven Entwicklung. Durch Abwanderung sank die Bevölkerungszahl erheblich, was nur durch Eingemeindungen ausgeglichen wurde. Die ersten Eingemeindungen in die Stadt Pausa/Vogtl. erfolgten mit Oberreichenau am 1. Juli 1961 und mit Linda am 1. Januar 1974. Wallengrün wurde am 22. März 1970 nach Unterreichenau eingemeindet.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurden die zum Bezirk Gera gehörigen Kreise Zeulenroda und Schleiz als Landkreis Zeulenroda und Landkreis Schleiz mit ihren zugehörigen Orten dem Freistaat Thüringen zugeordnet. Der Kreis Plauen-Land kam als Landkreis Plauen zum Freistaat Sachsen. In den bis 1952 zum sächsischen Vogtland gehörigen Orten der thüringischen Landkreise Zeulenroda und Schleiz wurde immer deutlicher der Wunsch geäußert, in den Freistaat Sachsen zurückgegliedert zu werden. Auf Grundlage des Staatsvertrages zwischen Thüringen und Sachsen wechselten am 1. April 1992 die Stadt Pausa/Vogtl. (mit Oberreichenau und Linda) und die Gemeinden Ebersgrün, Ranspach und Unterreichenau (mit Wallengrün) vom thüringischen Landkreis Zeulenroda in den sächsischen Landkreis Plauen. Vom thüringischen Landkreis Schleiz wechselten die Stadt Mühltroff und die Gemeinden Langenbach und Thierbach in den sächsischen Landkreis Plauen.Entscheidung für Sachsen. Grenzkreise und -kommunen bei der Bildung des Freistaats Sachsen 1989-1994. Hannah-Arendt-Institut, S. 132 Einzig die einst sächsische Gemeinde Langenbuch mit Dröswein verblieb beim thüringischen Landkreis Schleiz; sie gehört aber bis heute zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.Webseite der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Thierbach-Ranspach-Langenbuch Die einstige Zugehörigkeit von zehn der elf Orte Pausa-Mühltroffs zu Thüringen ist bis heute an der Zugehörigkeit zum „thüringischen“ Postleitzahlgebiet „07“ erkennbar, während das immer zu Sachsen gehörige Kornbach zum „sächsischen“ Postleitzahlgebiet „08“ gehört. Somit ergibt sich für die heutige Stadt Pausa-Mühltroff das Kuriosum, zu zwei Postleitzahlgebieten zu gehören und drei Postleitzahlen zu besitzen.

Gleichfalls fanden in den 1990er Jahren Ortseingliederungen statt, die Pausa zu einem Unterzentrum werden ließen. Dies war zuerst am 1. April 1993 die Gemeinde Unterreichenau mit ihrem Ortsteil Wallengrün, dem am 1. Januar 1994 die Orte Ebersgrün, Ranspach und Thierbach folgten. Am 1. März 2011 wurden Oberreichenau und Bad Linda als Gemeindeteile gestrichen. In die Stadt Mühltroff wurden Kornbach am 1. Januar 1993 und Langenbach am 1. Januar 1994 eingemeindet.