Cluedo [], meist jedoch eingedeutscht [] (Clue in den USA und Kanada) ist ein Brettspiel für zwei bis sechs Teilnehmer, bei dem durch Kombinieren von Hinweisen ein Mordfall aufgeklärt werden muss.
Geschichte mini|Grabstätte von Anthony Ernest Pratt 1943/1944 erdachten der britische Anwaltsgehilfe Anthony Ernest Pratt (1903–1994)Fotos von Anthony Pratts Grab bei theartofmurder.com (englisch) und seine Frau Elva (1913–1990) ein Spiel, das sie Murder! nannten. 1944 wurde ein Patent für das Spielkonzept und den Spielplan eingereicht, das dann 1947 erteilt wurde. 1945/46 erwarb Waddingtons die Rechte an dem Spiel, das aufgrund von Materialengpässen erst 1948/49 als Cluedo erschien. Das Spiel wurde an Parker Brothers für den nordamerikanischen Markt lizenziert, die das Spiel 1949 als Clue, The Sherlock Holmes GameSpielen in … USA (Teil I) bei reich-der-spiele.com veröffentlichten.Who Invented Clue? bei mysterygamecentral.com (englisch) Seitdem wurden jährlich weltweit etwa 3 Millionen Spiele hergestellt.
1959 brachte dann Schmidt Spiele das Spiel unter dem Titel Wer ist Meisterdetektiv? auf den deutschsprachigen Markt,Roland G. Hülsmann: Wer ist Meisterdetektiv bei rgh-soft.de doch erst die spätere Parkerversion konnte sich am Markt durchsetzen.
Parker Brothers und Waddingtons wurden 1991 bzw. 1994 vom US-amerikanischen Spielehersteller Hasbro übernommen, der das Spiel bis heute produziert.
Die Spielidee stammt möglicherweise vom Kartenspiel The King of Hearts Has Five Sons. bei thegamesjournal.com (englisch)
Name Das Wort Cluedo ist ein Kofferwort aus dem englischen Begriff Clue, was so viel wie Schlüssel oder Hinweis für den Handlungsfortschritt bedeutet, und Ludo. Tatsächlich muss man durch Kombinationsgabe, geschickte Fragetechnik und ein wenig Zufall (schließlich ist auch ein Würfel dabei) den Täter, die Tatwaffe und den Tatort herausfinden.
Spielverlauf thumb|Tatorte (Alte Version und Auflage v. 2015) Auf dem Spielplan ist der Grundriss eines Hauses mit neun Räumen und dem Flur dargestellt. In diesem Haus ist Dr. Schwarz (auch Graf Eutin) ermordet worden und alle Mitspieler übernehmen im Verlaufe des Spiels die Rolle eines Detektivs. Am Anfang wird von den Kartenstapeln der Verdächtigen, Mordwerkzeuge und Mordzimmer jeweils eine Karte verdeckt gezogen. Diese gilt es im Laufe des Spiels zu ermitteln. Alle übrigen Karten werden an die Mitspieler verteilt. Diese können nun durch geschickte kombinierte Verdächtigungen, die sie immer den anderen Mitspielern vortragen, erfahren, welche Karte diese besitzen. Dadurch muss jeder auf den korrekten Mörder, die Tatwaffe und den Tatort Rückschlüsse ziehen. Wer zuerst diese drei Fragen richtig beantworten kann, hat gewonnen. Wer allerdings eine falsche Anklage erhebt, scheidet aus. Es existieren mit sechs Verdächtigen, sechs Tatwaffen und neun Räumen insgesamt 324 verschiedene Lösungskombinationen.
Neuerungen in der Auflage von 2008 Verdächtige: Die Verdächtigen sind im Grunde gleich geblieben, haben aber teilweise andere Namen und veränderte Hintergrundgeschichten. Außerdem kommt der Winkelzug hinzu (siehe unten). Tatorte: Teilweise gibt es andere Tatorte (siehe unten). Tatwaffen: Statt vorher sechs Tatwaffen gibt es nun neun (siehe unten). Komplottkarten: Sie müssen oder dürfen in bestimmten Situationen gezogen werden und geben dem Spieler beispielsweise die Möglichkeit, einen weiteren Verdacht zu äußern, nochmals zu würfeln oder ähnliches. Uhrkarten: Der Spieler, der die achte Uhrkarte aus den Komplottkarten zieht, ist das nächste Opfer des Mörders und scheidet aus dem Spiel aus. Winkelzüge: Jeder der Spielcharaktere hat eine zusätzliche Eigenschaft, die einmal pro Spiel ausgespielt werden darf.
Neuerungen in der Auflage von 2015 Diese Neuauflage ähnelt mehr der ursprünglichen Auflage als der Neuauflage von 2008. Die Tatwaffen sind dieselben wie in der ursprünglichen Auflage, ebenso die Tatorte. Die Liste der Verdächtigen wurde leicht geändert. Frau Weiß gibt es nicht mehr, stattdessen gibt es nun eine Frau Dr. Orchidee. Die Neuerungen der Auflage von 2008 (Komplottkarten, Uhrkarten, Winkelzüge) gibt es in dieser neuesten Auflage nicht.
Verdächtige (Alte Version u. Auflage von 2015) Diese sechs Personen sind die Verdächtigen, die im Spiel vorkommen (in kursiv jeweils der Originalname): Oberst Günther von Gatow (gelb) (Colonel Mustard) Professor (Peter) Bloom (violett) (Professor Plum) (Herr) Direktor Grün oder Reverend Jakob Grün (grün) (Reverend Green) Baronin (Patrizia) von Porz (blau) (Mrs. Peacock) Fräulein Ming oder Fräulein Gloria Roth (rot) (Miss Scarlett), in der Auflage von 2015 nur als „Fräulein Gloria“ bezeichnet Frau (Elvira) Weiß (weiß) (Mrs. White), in der Auflage von 2015 durch Frau Dr. Orchidee (pink) (Dr. Orchid)time.com ersetzt
Verdächtige (Neuauflage von 2008) Name Leitsatz Winkelzug (einmal pro Spiel) Dennis Gatow „Habe ich schon erwähnt, wie viele Tore ich geschossen habe?“ Sie dürfen zweimal ziehen. Würfeln Sie, ziehen Sie und würfeln Sie noch einmal Felix Bloom „Ich bin der König der Schickeria.“ Sie dürfen im selben Zug zweimal einen Verdacht aussprechen. Tom Grün „Ich übernehme das für Sie. Was krieg ich als Gegenleistung?“ Sie dürfen einen Verdacht mit einem Raum aussprechen, in dem Sie nicht stehen. Der Gast des Verdachts wird in den genannten Raum gestellt. Klara Porz „Ich nehme die Dinge lieber selbst in die Hand.“ Sie dürfen sich eine Karte des Spielers ansehen, dem Sie gerade eine Ihrer Karten gezeigt haben. Gloria Roth „Wie bitte? Sie wissen nicht, wer ich bin?“ Sie dürfen sich eine Karte ansehen, die gerade ein anderer Spieler jemand anderem gezeigt hat. Diana Weiss „Ich habe es so satt, immer übersehen zu werden.“ Sie dürfen in einen beliebigen Raum ziehen, der keinen Geheimgang hat.
Tatwaffen (Alte Version u. Auflage v. 2015) Pistole (Revolver) Dolch (Dagger) Seil (Rope) Kerzenleuchter (Candlestick) Rohrzange (Wrench) Heizungsrohr (Lead Pipe) Tatwaffen (Neuauflage von 2008) Pistole Kerzenleuchter Seil Messer Keule Fortsetzung Axt Hantel Trophäe Gift
Tatorte (Alte Version und Auflage v. 2015) Küche (Kitchen) Musikzimmer (Ballroom) Wintergarten (Conservatory) Speisezimmer (Dining Room) Keller Billardzimmer (Billiard Room) Bibliothek (Library) Salon (Lounge) (Eingangs-)Halle (Hall) Arbeitszimmer (Study) Haus Neubrunn bzw. Schloss Eutin (orig. Tudor Hall): Der Keller ist kein Tatort, hier liegt das Mordkuvert. Tatorte (Neuauflage von 2008) Küche (1) Terrasse Wellnessraum (2) Speisezimmer Schwimmbad Heimkino Wohnzimmer Gästehaus (2) (Eingangs-)Halle Observatorium (1)
Das Schwimmbad ist kein Tatort, hier liegen die Tatwaffen, die restlichen Verdachtskarten und nur hier darf Anklage erhoben werden. Die mit Zahlen gekennzeichneten Räume sind per Geheimgang miteinander verbunden
Variationen Cluedo Video Ende der 1980er Jahre brachte die Firma Parker Brothers das Cluedo-Spiel in einer neuen Version heraus. Während des Spiels schauten sich die Spieler auf einer beigelegten Kassette die Handlung auf einem Videogerät an, um wichtige Tatsachen zu erfahren, machten sich Notizen über die Verdächtigen, die Räume und Tatwerkzeuge. Natürlich benötigte man dazu Fernsehgerät und Videorecorder. Diese Variation setzte sich jedoch nicht sehr lange durch, da die durchaus motivierenden Sequenzen des Bandes mit der Zeit durch die Wiederholung an Spielreiz verloren.
Computerspiel (1999) Diese CD-Version für Windows-PCs erschien 1999 bei Hasbro und bietet zwei Spielvarianten. Die Variante „klassisch“ ist eine originalgetreue Umsetzung des Brettspiels, bei der Variante „ohne Würfel“ wird nicht gewürfelt, sondern jedem Spieler stehen pro Zug neun Punkte zur Verfügung, die er für Aktionen verbrauchen kann. Ein Schritt kostet dabei einen Punkt, eine Verdächtigung oder die Anklage drei Punkte. Wahlweise bewegt man sich in einer 3D-Ansicht des Hauses oder auf dem zweidimensionalen Spielbrett. Ausgesprochene Verdächtigungen werden durch kurze Videosequenzen animiert. Der Computer kann beliebig viele menschliche Mitspieler ersetzen (und auch gegen sich selbst spielen). Außerdem kann das Spiel im Netzwerk gespielt werden.
Cluedo DVD Wie beim Cluedo-Video (siehe oben) wird ein Medium, in diesem Falle eine DVD, verwendet, um das Spiel mit Videos zu erweitern. Der Unterschied besteht nur darin, dass in dieser Variationen kein Mord geklärt wird, sondern ein Diebstahl. Bei den DVD-Fällen (ein Hauptfall plus zehn Spezialfälle) gibt es insgesamt zehn Figuren, von denen nur fünf Figuren (drei bis fünf Spieler) gleichzeitig bespielt werden. Diese sind festgelegt und werden vor Beginn des Spiels in einer genauen Spielanleitung angegeben. Neben den alten Figuren Oberst von Gatow (gelb) Professor Bloom (violett) Reverend Grün (grün) Baronin von Porz (blau) Fräulein Gloria (rot) Frau Weiß (weiß)
gibt es vier neue Figuren: Sir Albert (ocker) Konrad (orange) Frau Wiesental (türkis) Madame Monique (violett)
Dazu kommen noch der Kommissar und ein Butler, die dabei helfen, den Fall zu lösen. Der Butler gibt bei den Spezialfällen Tipps über seine eigenen Beobachtungen in den verschiedenen Zimmern. Der Kommissar gibt Anweisungen und leistet Hilfestellungen.
Der Würfel entfällt komplett, da nur von Raum zu Raum gegangen werden kann. Mit der Zeit werden immer mehr Hilfestellungen auf der DVD freigeschaltet und sie können in jeder Runde genutzt werden, anstatt einen Verdacht zu äußern. Zum Beispiel Sonderaktionen im Geheimgang oder Suchbilder in einzelnen Räumen.rmashop.de
Das Spiel wurde 2005 von Parker und Hasbro herausgebracht.
Super Cluedo Hierbei handelt es sich um eine erweiterte Version des klassischen Cluedo-Spiels. Es gibt mehr Tatorte (darunter einen Garten und Stallungen), Tatwaffen und Verdächtige, wodurch eine größere Menge an Kombinationen möglich ist. Die Anzahl der Mitspieler ist auf bis zu zehn erhöht worden. Auch neu sind lupenförmige Spezialfelder, die im Flur verteilt sind. Wer über ein solches Feld zieht, darf eine Handkarte eines Gegners einsehen. Ansonsten stimmen die Regeln jedoch mit denen des Originals überein.
Cluedo – Das Kartenspiel Der Spieleautor Philip Orbanes brachte im Verlag Winning Moves 2002 eine Kartenversion des Spieles heraus, die ein Jahr später auch auf Deutsch erschien. Es gibt Detektivkarten, Verdachtskarten, Fahndungskarten, Heiße-Spur-Karten und Geheimtipp-Karten. Die Spieler können Verdächtigungen bezüglich des Täters, des Fluchtfahrzeugs und der Stadt aussprechen, die die Mitspieler je nach den Karten auf ihrer Hand beantworten können.
Cluedo – The Simpsons Ebenfalls 2006 erschien bei Parker (Hasbro) eine Cluedo-Variante mit Charakteren, Tatorten und Tatwaffen aus der Fernsehserie Die Simpsons. Das Spielprinzip ist zum Originalspiel identisch, ist aber bereits ab zwei Personen spielbar. Die Charaktere der Serie schlüpfen in die Rollen des Originalspiels, so spielen mit: Krusty der Clown als Oberst von Gatow, Bart Simpson als Professor Bloom, Homer Simpson als Reverend Grün, Marge Simpson als Baronin von Porz, Lisa Simpson als Fräulein Gloria sowie Waylon Smithers als Frau Weiß. Mögliche Tatwaffen sind ein giftiger Donut, ein Boxarm, eine Halskette, eine Schleuder, ein Brennstab und ein Saxophon. Die Tatorte entstammen ebenfalls der Serie und sind Barney’s Bowl-A-Rama, die Krustylu Filmstudios, das Atomkraftwerk, das Simpson-Haus, der Frying Dutchman, der Kwik-E-Mart, das Burns-Anwesen, das Springfield Altersheim und das Android’s Dungeon.
Cluedo – Harry Potter Edition