Delbert McClinton (* 4. November 1940 in Lubbock, Texas) ist ein US-amerikanischer Rhythm-and-Blues-, Soul- und Country-Sänger, Mundharmonikaspieler und vierfacher Grammy-Preisträger. Mit der Verbindung von Country-Musik, Blues, Soul und Rock ’n’ Roll gelang ihm ein eigener Sound und Stil, der ihn zwar zu einem Liebling der Kritiker machte, ihn jedoch nie zu einem der ganz großen Stars werden ließ, obwohl sich seine musikalische Karriere von den späten 1950er Jahren bis in die Gegenwart erstreckt.[ Biographie von Steve Huey All Music Guide] In deren Verlauf entwickelte sich in den USA die Americana Music, als einer deren Protagonisten er gilt.
Leben Delbert McClinton wuchs in Fort Worth auf und entdeckte in seinen Teenagerjahren den Blues. Seine Mutter war Kosmetikerin und sein Vater arbeitete als Weichensteller bei der „Rock Island Railroad“, die von vielen texanischen Musikern besungen wurde.Artist Page Alligator Records Nachdem er zum ersten Mal mit dem Blues in Berührung gekommen war, gründete er seine erste Band „The Mellow Fellows“, eine Gruppe von begeisterten, aber wenig talentierten Teenagern.Artist Page Alligator Records Seine ersten musikalischen Erfahrungen sammelte er an der Mundharmonika.
Später wurde er Mitglied der Band „The Straitjackets“, die Hausband eines Bluesclubs, die durchreisende Bluesgrößen wie etwa Howlin’ Wolf, Jimmy Reed, Sonny Boy Williamson II. und Bobby Blue Bland begleitete. McClinton spielte auch Harmonika auf dem Hit Bruce Channels Hey Baby!. Ihn begleitete er auf einer Englandtournee. Hier entstand die Legende, dass er dem jungen John Lennon Mundharmonika beigebracht habe, was aber nicht stimmt, da Lennon bereits Mundharmonika spielte. Richtig jedoch ist, dass sich die beiden kennenlernten und Lennon sich einige Feinheiten zum Spielen dieses Instruments von McClinton zeigen ließBear Family Records - Delbert McClinton. Nachdem er in die USA zurückgekehrt war, gründete er die Band „Rondells“, mit denen er 1965 einen kleineren Hit hatte.
1972 ging er nach Los Angeles, wo er mit Glen Clark das Duo „Delbert & Glen“ gründete, das auch zwei Alben aufnahm. Nachdem er 1974 nach Texas zurückging, widmete er sich dem Songschreiben, unter anderen Two More Bottles of Wine, das für Emmylou Harris ein Tophit wurde und B Movie Boxcar Blues, das die Blues Brothers John Belushi und Dan Aykroyd in ihr Repertoire aufnahmen. Auch eigene Platten nahm er für ABC und Muscle Shoals Sound Studio auf. Nachdem diese Firma aber in Konkurs gegangen war, nahm er Anfang der 1980er-Jahre eine Auszeit. Im Jahr 1986 kehrte er als Sänger auf Roy Buchanans Dancing on the Edge zurück. Sein nächstes eigenes – und von seinem Saxophonisten Don Wise co-produziertes – Album, Live from Austin, brachte ihm seine erste Grammy-Nominierung ein (Best Contemporary Blues Album). Er spielte 1989 als Teil der Allstar-Band mit einem guten Dutzend Superstars des R&B, unter anderem Albert Collins, Dr. John, Billy Preston, Willie Dixon, Percy Sledge, Carla Thomas, Bo Diddley und Stevie Ray Vaughan, auf dem Inaugural-Concert zur Präsidentschaftswahl von George H. W. Bush.A Celebration Of Blues And Soul: The 1989 Presidential Inaugural Concert
1990 ging er nach Nashville, wo er ein gesuchter Songwriter (oft mit seinem Partner Gary Nicholson) wurde. Auf dem Feld zeitgenössischer Countrymusik schrieb er Material unter anderen für Wynonna Judd, Vince Gill, Lee Roy Parnell und Martina McBride. Sein großer Durchbruch kam aber erst, als er 1991 das Duett Good Man, Good Woman mit Bonnie Raitt aufnahm. Es erschien auf Luck of the Draw und erhielt den Grammy (Best Rock Vocal, Duo or Group). 1993 nahm er den Titelsong Weatherman für die Komödie „Groundhog Day“ (Und täglich grüßt das Murmeltier) auf.
Auch in den 2000er-Jahren kam er mit neuen Aufnahmen auf den Markt. Das Album aus dem Jahr 2001 Nothing Personal hielt sich monatelang in den Billboard Charts, brachte ihm nationale Fernsehauftritte und ließ ihn nach 40 Jahren einen Höhepunkt in seiner Karriere erreichen. 2004 war er Juror bei den 4. Independent Music Awards. 2006 wurde sein Album The Cost of Living als (Best Contemporary Blues Album) mit dem Grammy ausgezeichnet.
McClinton ist auch der Star des 1998 entstandenen Dokumentarfilms Rocking the Boat: A Musical Conversation and Journey von Jay Curlee. Die Dokumentation enthält Interviews und Auftritte von McClinton, Marcia Ball, Rodney Crowell, Stephen Bruton, Wayne Toups, Jimmy Hall, Paul Thorn, Jeffrey Steele, Mel Fitzmundson und Teresa James. 2008 wurde der Film auf DVD veröffentlicht.
Diskografie Alben
Weitere Alben 1972: Delbert & Glen (Koch Records) 1973: Subject to Change (Koch Records) 1975: Victim of Life’s Circumstances (ABC) 1976: Genuine Cowhide (ABC) 1978: Second Wind (Mercury) 1987: Honky Tonkin’ (Universal Special Products) 1990: I’m with You (Curb) 1993: Feelin’ Alright (Quicksilver) 1993: Delbert McClinton (Curb) 1994: Shot from the Saddle (Special Music) 1994: Honky Tonk ’n Blues (MCA Records) 1995: Let the Good Times Roll (Universal Special Products) 2007: Prick of the Litter (Hot Shot) 2019: Tall, Dark & Handsome (Hot Shot)
Livealben
Weitere Livealben 1989: Live from Austin TX (Alligator) 2006: Live from Austin TX (New West Records, Inc.)
Kompilationen 1978: Very Early Delbert McClinton Volume 1 1978: Very Early Delbert McClinton Volume 2 1989: The Best of Delbert McClinton 1994: Classics, Vol. 1: The Jealous Kind 1994: Classics, Vol. 2: Plain from the Heart 1995: Great Songs: Come Together 1999: Crazy Cajun Recordings 1999: The Ultimate Collection 2000: Don’t Let Go: The Collection 2000: Genuine Rhythm & the Blues 2003: The Best of Delbert McClinton, 20th Century Masters, Millennium Collection 2006: The Definitive Collection
Singles
Weitere Singles 1990: I’m with You 1992: Every Time I Roll the Dice 1995: Come Together 2001: When Rita Leaves 2002: Same Kind of Crazy 2002: Lone Star Blues 2005: One of the Fortunate Few 2005: I Had a Real Good Time 2006: Midnight Communion 2009: Mama’s Little Baby 2009: Starting a Rumor 2019: Mr. Smith
Gastbeiträge
Videoalben 2006: Live from Austin TX RED Distribution 2008: Rocking the Boat - A Musical Conversation & Journey Burnside Distribution Corporation Diskographie All Music Guide, CD Universe 2014: A Celebration of Blues and Soul: The 1989 Presidential Inaugural Concert
Auszeichnungen Grammy AwardsDelbert McClinton in der Grammy-Datenbank, abgerufen am 4. Februar 2020 1992: Beste Darbietung eines Duos oder einer Gruppe mit Gesang – Rock für Good Man, Good Woman (mit Bonnie Raitt) 2002: Bestes zeitgenössisches Bluesalbum für Nothing Personal 2006: Bestes zeitgenössisches Bluesalbum für Cost of Living 2020: Bestes traditionelles Bluesalbum für Tall, Dark & Handsome (Delbert McClinton & Self-Made Men)
Weblinks Biographie auf der offiziellen Homepage delbert.com Delbert McClinton’s quest Delbert McClinton 1989 LIVE in der TV-Show Ohne Filter extra des Südwestfunk Baden-Baden (SWF)
Einzelnachweise
Kategorie:R&B-Sänger Kategorie:Blues-Musiker Kategorie:Blues-Sänger Kategorie:Songwriter Kategorie:Mundharmonikaspieler Kategorie:Country-Musiker Kategorie:Grammy-Preisträger Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Mann