miniatur|Ingrid Hirschhofer gewann alle vier Staatsmeistertitel der Damen Die Österreichischen Meisterschaften im Grasskilauf 2010 fanden am 12. und 13. Juni in Rettenbach im Burgenland im Rahmen internationaler FIS-Rennen statt. Ausgetragen wurden ein Riesenslalom, ein Super-G, ein Slalom und eine Kombination, die sich aus den Ergebnissen des ersten Slalomdurchganges und des Super-Gs zusammensetzt. Neben den Österreichischen Staatsmeistern in der Allgemeinen Klasse (Jahrgang 1995 und älter) wurden auch die Österreichischen Juniorenmeister (Jahrgang 1990 bis 1995) ermittelt. An den Österreichischen Meisterschaften nahmen in der Allgemeinen Klasse neun Herren und vier Damen teil, von denen fünf Herren und drei Damen auch in der Juniorenklasse starteten. An den FIS-Rennen nahmen insgesamt 15 Damen und 33 Herren teil.
Österreichische Staatsmeisterin in allen vier Disziplinen wurde die Grande Dame des Grasskisports, Ingrid Hirschhofer, die damit ihre Zahl an nationalen Titeln auf insgesamt 90 erhöhte. Österreichischer Staatsmeister in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom und Kombination wurde Michael Stocker, der die letzten fünf Jahre alle vier Wettbewerbe gewonnen hatte. Der Staatsmeistertitel im Super-G ging an Marcus Peschek. Österreichische Juniorenmeisterin im Slalom und im Riesenslalom wurde die erst 14-jährige Daniela Krückel, während im Super-G und in der Kombination die 19-jährige Jacqueline Gerlach siegte. Österreichischer Juniorenmeister im Slalom und im Super-G wurde der 15-jährige Hannes Angerer, in den Disziplinen Riesenslalom und Kombination siegte der 19-jährige Daniel Gschwandtner.
Übersicht der Österreichischen Staats- und Juniorenmeister im Grasskilauf 2010 Slalom Riesenslalom Super-G Kombination Österreichischer Staatsmeister 2010 Michael Stocker Michael Stocker Marcus Peschek Michael Stocker Österreichische Staatsmeisterin 2010 Ingrid Hirschhofer Ingrid Hirschhofer Ingrid Hirschhofer Ingrid Hirschhofer Österreichischer Juniorenmeister 2010 Hannes Angerer Daniel Gschwandtner Hannes Angerer Daniel Gschwandtner Österreichische Juniorenmeisterin 2010 Daniela Krückel Daniela Krückel Jacqueline Gerlach Jacqueline Gerlach
Rennmodus und Streckendaten Die Österreichischen Staats- und Juniorenmeisterschaften wurden im Rahmen international besetzter FIS-Rennen ausgetragen, das heißt, die Platzierung der österreichischen Läufer in diesen FIS-Rennen wurde zur Reihung in den Meisterschaftswertungen herangezogen. Die Kombinationswertung wurde nur für die Österreichischen Meisterschaften erstellt, und nicht als FIS-Wettkampf gewertet. Neben den Österreichern nahmen Athleten aus Deutschland, Italien, Japan, Schweiz, der Slowakei und Tschechien an den FIS-Rennen teil.
Alle Wettbewerbe wurden auf der Grasskipiste Rettenbachschale (Koordinaten: ) des Schizentrums Rettenbach ausgetragen. Die Piste weist ein durchschnittliches Gefälle von 23,2 % auf, das minimale Gefälle beträgt 12,5 % und das Maximalgefälle im oberen Startbereich 31,4 %. Wie im Grasskisport üblich, fuhren Damen und Herren hintereinander denselben Kurs. Rennleiterin aller Wettbewerbe war die Österreicherin Gabriele Horvath, Technischer Delegierter der FIS der Tscheche Jiří Černý.
Riesenslalom Super-G Slalom Datum 12. Juni 12. Juni 13. Juni Startzeit 1. Lauf 10:00 Uhr 16:30 Uhr 10:15 Uhr Startzeit 2. Lauf 13:00 Uhr – 13:30 Uhr Seehöhe Start 577 m 590 m 547 m Seehöhe Ziel 463 m 463 m 463 m Höhendifferenz 114 m 127 m 84 m Streckenlänge 488 m 537 m 370 m Kurssetzer 1. Lauf Daniel Mačát (CZE) Clemens Caderas (SUI) Roberto Parisi (ITA) Kurssetzer 2. Lauf Erich Horvath (AUT) – Clemens Caderas (SUI) Tore/Richtungsänderungen 1. Lauf 22/20 18/13 28/27 Tore/Richtungsänderungen 2. Lauf 21/20 – 30/29 Wetter sonnig sonnig sonnig Temperatur 31 °C 35 °C 30 °Cminiatur|Grasskipiste „Rettenbachschale“:1 = Super-G-Start2 = Riesenslalomstart3 = Slalomstart4 = Ziel
Ergebnisse Herren Allgemeine Klasse Jeweils neun Österreicher starteten in der Allgemeinen Klasse.
(FIS = Platzierung im FIS-Rennen)
Slalom Platz FIS Name Verein Jahrgang Zeit 1. Zeit 2. Gesamtzeit 1 4 Michael Stocker SC Neudörfl 1983 26,31 s 27,81 s 54,12 s 2 13 Hannes Angerer Innsbrucker SV 1994 27,91 s 29,33 s 57,24 s 3 16 Roland Zorzi SC Elsbethen 1985 28,55 s 29,70 s 58,25 s 4 21 Daniel Gschwandtner SC Bad Tatzmannsdorf 1990 27,42 s 38,10 s 1:05,52 min 5 22 Andreas Guttmann SC Bad Tatzmannsdorf 1993 28,71 s 43,25 s 1:11,96 min Ausgeschieden im 1. Durchgang: Philipp Gschwandtner Ausgeschieden im 2. Durchgang: Nico Balek, Christoph Schranz Disqualifiziert im 2. Durchgang: Marcus Peschek
Michael Stocker eröffnete mit Startnummer 21 das Rennen. Seine Zeit von 26,31 Sekunden blieb im ersten Durchgang die beste eines Österreichers und wurde im FIS-Rennen nur von dem Tschechen Jan Němec und dem aufgrund seiner fehlenden FIS-Punkte erst als Vorletzter gestarteten Italiener Fausto Cerentin unterboten. Als zweiter Österreicher ging Daniel Gschwandtner mit Startnummer 28 ins Rennen. Mit 27,42 Sekunden wurde er im ersten Lauf drittbester Österreicher hinter Stocker und Marcus Peschek, der mit Nummer 34 startete und im ersten Durchgang die fünftschnellste Zeit aller Läufer erzielte. Philipp Gschwandtner startete mit Nummer 36 und schied wie schon im Riesenslalom im ersten Durchgang aus. Die nächsten Österreicher, Nico Balek und Hannes Angerer, lagen am Ende des ersten Durchganges auf Platz 20 und 19, Roland Zorzi fuhr auf Rang 23 und Christoph Schranz auf Rang 26. Unmittelbar vor ihm reihte sich der als letzter Österreicher mit Nummer 48 gestartete Andreas Guttmann ein. Schranz startete somit als erster Österreicher im zweiten Durchgang, kam aber nicht ins Ziel. Guttmann konnte zwar das Rennen beenden, fiel aber im zweiten Durchgang weit zurück und wurde Letzter. Roland Zorzi konnte sich von Rang 23 auf Rang 16 verbessern und erzielte somit den dritten Platz in der Staatsmeisterschaft. Der nach dem ersten Lauf auf Rang 20 gelegene Nico Balek schied im zweiten Durchgang aus, während sich Hannes Angerer mit der zwölften Laufzeit im zweiten Durchgang von Rang 19 auf Platz 13 verbesserte und damit Vizestaatsmeister wurde. Daniel Gschwandtner hingegen fiel vom 15. Zwischenrang auf den 21. und vorletzten Platz zurück. Der nach dem ersten Durchgang als zweitbester Österreicher auf Platz fünf gelegene Marcus Peschek wurde im zweiten Lauf nach einem Torfehler disqualifiziert. Michael Stocker verlor im zweiten Durchgang seinen dritten Platz an Jan Gardavský, wurde Vierter im FIS-Rennen und damit zum sechsten Mal in Folge Österreichischer Staatsmeister im Slalom. Das FIS-Rennen gewann Jan Němec vor dem Halbzeitführenden Fausto Cerentin.miniatur|Siegerehrung Slalom Herren (von links nach rechts): Hannes Angerer, Michael Stocker und Roland Zorzi
Riesenslalom Platz FIS Name Verein Jahrgang Zeit 1. Zeit 2. Gesamtzeit 1 2 Michael Stocker SC Neudörfl 1983 30,93 s 30,87 s 1:01,80 min 2 4 Marcus Peschek BBSV Wien 1967 31,24 s 30,93 s 1:02,17 min 3 12 Daniel Gschwandtner SC Bad Tatzmannsdorf 1990 32,07 s 32,14 s 1:04,21 min 4 17 Christoph Schranz USV Krispl-Gaißau 1993 32,83 s 32,52 s 1:05,35 min 4 17 Roland Zorzi SC Elsbethen 1985 32,50 s 32,85 s 1:05,35 min 6 19 Andreas Guttmann SC Bad Tatzmannsdorf 1993 32,71 s 32,82 s 1:05,53 min 7 20 Hannes Angerer Innsbrucker SV 1994 33,08 s 32,84 s 1:05,92 min 8 27 Nico Balek WSV Traisen 1992 41,19 s 33,37 s 1:14,56 min Ausgeschieden im 1. Durchgang: Philipp Gschwandtner
Als erster der neun Österreicher ging Michael Stocker mit Startnummer 26 – also als sechster Starter – in den ersten Lauf. Er setzte sich hinter Jan Němec und Martin Štěpánek an die vorläufig dritte Position und blieb während des ersten Durchganges bester Österreicher. Mit Startnummer 29 trat der Routinier Marcus Peschek an, der sich zunächst hinter Stocker an vierter Position einreihte. Mit den Nummern 32 und 37 starteten die Brüder Philipp und Daniel Gschwandtner. Während Philipp Gschwandtner nicht ins Ziel kam, erzielte Daniel Gschwandtner die drittbeste Zeit der Österreicher. Nico Balek – er ging mit Startnummer 39 ins Rennen – verlor nach einem Fehler viele Sekunden und belegte dadurch nur den letzten Platz im ersten Durchgang. Die weiteren Österreicher, Roland Zorzi (Startnummer 43), Andreas Guttmann (44), Christoph Schranz (47) und Hannes Angerer (48) erreichten im ersten Durchgang die Plätze 18, 20, 21 und 23. Den zweiten Durchgang eröffnete Nico Balek, der diesmal zwar ohne größeren Fehler blieb, aber dennoch nicht mehr vom letzten Platz weg kam. Als nächste Österreicher folgten Angerer, Schranz, Guttmann und Zorzi, die im Endklassement des FIS-Rennens hintereinander die Plätze 17 bis 20 und damit in der Staatsmeisterschaft die Ränge vier bis sieben belegten. Der nach dem ersten Durchgang als drittbester Österreicher auf Rang 15 gelegene Daniel Gschwandtner übernahm nach seinem zweiten Lauf kurzzeitig die Zwischenführung, wurde aber gleich vom nach ihm startenden Tschechen Jan Gardavský auf Platz zwei verdrängt. Im Endklassement blieb Gschwandtner als Zwölfter drittbester Österreicher. Um den Staatsmeistertitel kämpften Marcus Peschek, der zwischen 1987 und 2004 bereits neunmal Staatsmeister im Riesenslalom war, und Michael Stocker, der in den letzten fünf Jahren den Titel gewonnen hatte. Peschek lag nach dem ersten Durchgang auf Platz acht im FIS-Rennen und übernahm mit der Gesamtzeit von 1:02,17 Minuten die Zwischenführung, bis ihn der Tscheche Daniel Mrna, der sein erstes internationales Rennen seit sechs Jahren bestritt und Sechster im ersten Durchgang war, überholte. Nach ihm startete Michael Stocker, der mit 24 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Mrna die Führung im FIS-Rennen übernahm und sich damit zum sechsten Mal in Folge den Staatsmeistertitel im Riesenslalom sicherte. Nachdem der Halbzeitführende Jan Němec einen Ski verlor und ausfiel und der zweitplatzierte Martin Štěpánek auf Rang fünf zurückfiel, gewann der Dritte nach dem ersten Durchgang, der Italiener Edoardo Frau, das FIS-Rennen vor Stocker.miniatur|Siegerehrung Riesenslalom Herren (von links nach rechts): Marcus Peschek, Michael Stocker und Daniel Gschwandtner
Super-G Platz FIS Name Verein Jahrgang Zeit 1 2 Marcus Peschek BBSV Wien 1967 32,58 s 2 3 Michael Stocker SC Neudörfl 1983 32,68 s 3 10 Philipp Gschwandtner SC Bad Tatzmannsdorf 1989 33,12 s 4 15 Hannes Angerer Innsbrucker SV 1994 34,02 s 5 18 Daniel Gschwandtner SC Bad Tatzmannsdorf 1990 34,28 s 6 20 Nico Balek WSV Traisen 1992 34,52 s 7 21 Roland Zorzi SC Elsbethen 1985 34,72 s Ausgeschieden: Christoph Schranz, Andreas Guttmann
Philipp Gschwandtner eröffnete mit Startnummer 21 als erster Starter das Rennen. Während die nächsten drei Läufer hinter ihm blieben, erzielte der als Fünfter gestartete Tscheche Jan Němec mit 31,97 Sekunden eine neue Bestzeit, an die niemand mehr herankam. Gschwandtners Zeit reichte schließlich für den zehnten Platz im FIS-Rennen und Rang drei in der Staatsmeisterschaft. Nach Němec gingen die Österreicher Michael Stocker und Marcus Peschek ins Rennen. Stocker platzierte sich mit 71 Hundertstelsekunden Rückstand auf Němec an zweiter Stelle, wurde anschließend aber von Peschek um eine Zehntelsekunde geschlagen. Peschek wurde damit Zweiter im FIS-Rennen, gewann seinen insgesamt 30. Staatsmeistertitel und seinen ersten seit 2004. Stocker, der die letzten fünf Jahre Staatsmeister im Super-G war, wurde Dritter im FIS-Rennen und somit Vizestaatsmeister. Die weiteren Österreicher hatten mit der Entscheidung nichts mehr zu tun. Daniel Gschwandtner (Startnummer 34) wurde 18., Nico Balek (Nr. 36) wurde 20., Hannes Angerer (Nr. 43) wurde als jüngster Österreicher 15. im FIS-Rennen und Roland Zorzi (Nr. 45) wurde 21. Nicht ins Ziel kamen Christoph Schranz (Startnummer 39) und Andreas Guttmann (Startnummer 41).miniatur|Siegerehrung Super-G Herren (von links nach rechts): Michael Stocker, Marcus Peschek und Philipp Gschwandtner
Kombination