mini|Streckenplan von Abfahrt und Slalom mini|Blick vom Starthaus der Lauberhornabfahrt auf Eiger, Mönch, Jungfrau

Die Lauberhornrennen gehören zu den Klassikern des FIS Ski Weltcups. Sie bestehen aus der legendären Lauberhornabfahrt, dem spektakulären Slalom auf den steilen Pisten Jungfrau und Männlichen sowie dem schnellen Super-G.

Seit 1930 finden die Lauberhornrennen jedes Jahr im Berner Oberländer Skiort Wengen in der Schweiz statt. Benannt ist das Rennen nach dem 2472 Meter hohen Lauberhorn, auf dessen Schulter die Abfahrt beginnt. Zusammen mit den Hahnenkammrennen in Kitzbühel sind die Lauberhornrennen die prestigeträchtigsten und legendärsten Rennen. Die Lauberhornrennen bezeichnen sich im Hinblick auf das 100-Jahr-Jubiläum 2030 stolz als Home of Legends.Home of Legends - wie alles begann! In: lauberhorn.ch

Bekannt ist vor allem die Abfahrt. Sie ist mit rund 4,5 km Länge und mit Fahrzeiten um 2:30 Minuten die längste aller Abfahrten im Weltcup. Zudem erreichen die Athleten im Haneggschuss über 150 km/h - mehr als in jeder anderen Weltcupabfahrt.

Geschichte Überblick mini|links|Logo 75 Jahre Lauberhornrennen

Ernst Gertsch gründete 1930 die Lauberhornrennen. Rekordsieger ist der Wengener Karl Molitor, der zwischen 1939 und 1948 sechsmal die Abfahrt, dreimal die Kombination und zweimal den Slalom gewann. 1940 gewann er sogar alle drei Rennen in einem Jahr. Viermal in Serie (1955 bis 1958) hat Toni Sailer gewonnen. Den Slalom konnte Ivica Kostelić viermal gewinnen; Anderl Molterer, Guy Périllat, Ingemar Stenmark, Benjamin Raich und Henrik Kristoffersen je dreimal.

Die erfolgreichsten Nationen sind die Schweiz mit 77 Siegen (34 in der Abfahrt, 18 im Slalom, 2 im Super-G und 23 in der Kombination) und Österreich mit 74 Siegen (31 in der Abfahrt, 20 im Slalom und 23 in der Kombination). (Stand: 18. Januar 2026).

Auf Bestreben der Association Internationale des Journalistes de Ski (AIJS) und Karl Erb waren die Lauberhornrennen Anfang der 1960er-Jahre die ersten im alpinen Skizirkus mit einem Pressezentrum, das zunächst in einem Hotel, später in der Turnhalle der Schule eingerichtet wurde. Heute bieten die Veranstalter eine begrenzte Anzahl temporärer Arbeitsplätze direkt beim Zielstation in Innerwengen an.

1967: Erste Weltcupabfahrt der Geschichte Am 14. Januar 1967 fand am Lauberhorn die allererste Abfahrt des damals neu gegründeten alpinen Skiweltcups statt. Als erster konnte sich der Franzose Jean-Claude Killy in die legendäre Siegerliste eintragen. Fast 30 Jahre lang war der Italiener Kristian Ghedina Streckenrekordhalter. 1997 erreichte er das Ziel der längsten Weltcupabfahrt bereits nach 2:24,23 min. Er erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 106,33 km/h. Erst 2025 setzte Marco Odermatt mit 2:22,58 min eine neue Bestmarke. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 112,36 km/h.

Der Super-G ist seit 2022 fester Bestandteil des Programms. Damals übernahm Wengen den in Lake Louise und danach auch in Bormio abgesagten Super-G. Das Rennen ersetzte die bis dahin stattfindende Kombination. Es konnte derart überzeugen, dass die Veranstalter den Super-G seither jährlich durchführen.

Die Lauberhornrennen haben sich zu einem Grossereignis mit einem Millionenbudget entwickelt und ziehen jedes Jahr Tausende Zuschauer an. 2025 wurde mit 80'000 Zuschauern (davon 40'000 bei der Abfahrt) ein neuer Rekordwert erzielt.. In: skionline.ch. 16. Januar 2011. Eingebürgert hat sich als Attraktion jeweils eine Flugschau der Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe Patrouille Suisse.

Bemerkungen zu einzelnen Rennen 1930: Ende der 1920er-Jahre herrschte beim Schweizer Team eine Art Panikstimmung, denn die britischen Skiläufer schienen ihm den Rang abzulaufen. Die von Schweizer Trainern ausgebildeten Engländer hatten mehrere (wenn auch nicht immer bestbesetzte) Rennen gewonnen, weshalb die Schweizer Zeitungen voll mit Meldungen waren. Es ging demnach um den Lebensunterhalt vieler Schweizer Skilehrer, denn die Briten hatten angekündigt, künftig ihre Ferien am Arlberg verbringen zu wollen, weil sie in der Schweiz nichts mehr lernen könnten. Aus dieser Not heraus wurde eigentlich das Lauberhornrennen geschaffen: Christian Rubi und Ernst Gertsch nahmen fast heimlich das Training auf und wurden dann auch die ersten Sieger. Wenngleich Bill Bracken die Kombination gewann, war der englische Ansturm abgewiesen, ergo die Existenz der Skilehrer gesichert.Lauberhorn-Rennen in Wengen mit Franzosen, Schweden, Italienern und Schweizern. In: Sport. Nr. 4, 10. Januar 1947, S. 1. 1939: Karl Molitor feierte seinen Erfolg mit einer besonderen Taktik: Am Abend vor dem Rennen erklärte ihm der Schullehrer, dass er mit seinen Schülern für ihn zwischen zwei Toren eine Abkürzung stampfen würde. Wo die Piste eine Rechtskurve mache, führe die Abkürzung auf direktem Weg zum nächsten Tor. Molitors Privatpiste war aber nur eine Skilänge breit und daher konnte er kaum bremsen und wurde so schnell, dass er dort, wo er wieder auf die Piste kam, stürzte. Er fuhr trotzdem weiter und gewann mit neun Sekunden Vorsprung. 1945: Sechs Italiener, welche in Mürren als Flüchtlinge interniert waren, nahmen am Lauberhornrennen teil. Weil das niemand wissen durfte, starteten sie unter Pseudonymen wie «Blitz» und «Donner». 1946: Fast ähnlich wie 1930 gestaltete sich die Situation für das Schweizer Team vor diesen Rennen, denn zwei Wochen zuvor war es in Megève von den französischen Läufern vernichtend geschlagen worden. Wiederum gab es dementsprechendes Rauschen im Blätterwald und all die bangen Fragen. Es gelang den Schweizern erneut, eine Korrektur der zuvor erlittenen Schlappe zu bewerkstelligen. 1946 nahmen nur Läufer und Läuferinnen aus der Schweiz und aus Frankreich teil. Am 23. Februar wurden sowohl ein Langlauf von 16 Kilometern als auch Abfahrtsläufe für Damen und Herren veranstaltet. Edy Schild aus Kandersteg führte vor Niklaus Stump aus Wildhaus, Robert Zurbriggen aus Saas-Fee und Hans Schoch aus Urnäsch einen Vierfach-Sieg für die Schweiz an vor dem Franzosen Walter Jeandel aus Baragets. Die Abfahrt der Damen ging an die Französin Georgette Thiollière vor der Lokalmatadorin Hedy Schlunegger und Olivia Ausoni. Bei der Herren-Abfahrt wurde auch eine Juniorenklasse mit Alfred Stäger aus Mürren als Sieger gewertet. Der Franzose Jean Blanc (St. Bon Savote) gewann die allgemeine Klasse vor Karl Molitor und Edy Rominger aus St. Moritz.Am 24. Februar gab es nordische Wettbewerbe mit dem Skispringen und damit verbunden einer Nordischen Kombination: Niklaus Stump gewann beide Wettbewerbe: das Springen vor Hans Zurbriggen und James Couttet, die Kombination vor Walter Jeandel und Roger Bozon.Der Damenslalom endete mit einem französischen Doppelsieg durch Lucienne Schmidt vor Georgette Thiollière und Olivia Ausoni. Georgette Thiollière mit 0,26 Punkten vor Olivia Ausoni und Hedy Schlunegger lautete der Endstand in der Kombination.Bei den Herren gingen die Siege im Slalom und in der Kombination jeweils an die Schweiz vor Frankreich: nämlich Otto von Allmen aus Wengen vor James Couttet und Karl Molitor. Molitor holte den Kombinations-Sieg vor Jean Blanc und Edy Rominger.Es wird auch davon berichtet, dass die fünf Besten des Schweizer Herren-Slalomteams eine neue technische Errungenschaft, den sogenannten «Columbus-Vertikalzug», verwendet hatten, wodurch die Skiführung und -beherrschung wesentlich erleichtert werden sollte. Es handelte sich um einen um den Knöchel geschnallten Riemen, der mittels eines Hakens am Ski montiert wurde und eine sehr angenehme Vertikalzugswirkung verlieh.In: Sport. Nr. 23, 25. Februar 1946, S. 1–3. 1954: Bei der Abfahrt am 9. Januar fielen von 63 gestarteten Läufern 18 durch Sturz bzw. Disqualifikation aus, und 18 weitere gemeldete Fahrer starteten nicht; die Formulierung Österreicherloch wurde geboren, weil im Seilersboden gleich sieben Österreicher (darunter Toni Sailer, Walter Schuster und Anderl Molterer) stürzten. Trotzdem gab es einen dreifachen Sieg der österreichischen Fahrer, wobei Sieger Christian Pravda, der die Startnummer 6 trug, in 3:23,2 um exakt elf Sekunden schneller war als der Zweitplatzierte Martin Strolz.Sturzreiche Lauberhornabfahrt wie noch nie. Drei Oesterreicher mit dem überlegenen Sieger Pravda in Front. Martin Julen (ex-aequo mit Spieß) auf dem dritten Platz. In: Die Tat. 11. Januar 1954, S. 6.Marcel W. Perren: . In: Blick. 12. Januar 2010, aktualisiert am 2. Januar 2012.Christian Wagner: Triumph und Tod auf dem Lauberhorn. In: ORF.at. 15. Januar 2011. 1958: Die Abfahrt fand auf einer verkürzten Strecke statt, da es nicht möglich gewesen war, die gesamte Strecke zu präparieren. Die Siegerzeit von Toni Sailer betrug somit nur 2:25,2 Minuten.28. Lauberhornrennen in Wengen. Abfahrt auf verkürzter Strecke – Slalom am Dorfhang. In: Der Bund. 11. Januar 1958, S. 13.Toni Sailer erneut Abfahrtssieger. Der Amerikaner «Bud» Werner und der Schweizer Willy Forrer auf den Ehrenplätzen. In: Der Bund. 13. Januar 1958, Morgenausgabe, S. 5. 1959: Lange war fraglich, ob die Schweizer mit dem besten Aufgebot antreten würden, denn Roger Staub und zwei weitere Teammitglieder waren wegen einer offensichtlichen zivilen Angelegenheit, die sich im Dezember 1958 ereignet hatte (genannt «Zürcher Kino-Affäre»), vom Verband gesperrt worden, worauf 13 Team-Mitglieder unter deren Captain Georges Schneider aus Solidarität eine Nichtteilnahme angekündigt hatten.Starten die Schweizer überhaupt? In: Der Bund. 9. Januar 1959, Freitagabend/Samstagausgabe, S. 5. Letztlich stellte sich heraus, dass der Verband die Sperre voreilig bzw. zu Unrecht ausgesprochen hatte, weshalb sie noch vor der Abfahrt aufgehoben wurde.Böse Nachklänge eines Fondue-Essens. In: Oberländer Tagblatt. 10. Januar 1959, S. 5.Warum Staub & Co. doch starteten. In: Sport. Nr. 4, 12. Januar 1959, S. 1. 1960: Trotz zwei Startverschiebungen wegen dichten Nebels und einer Streckenverkürzung waren die ersten Starter stark benachteiligt. Von der Favoritengruppe der ersten 15 Fahrer kamen nur zwei Mann unter die ersten zehn, von den nächsten 15 Fahrern dann sieben. Sieger wurde Willi Bogner, der mit Startnummer 25 gestartet war.Sensation in der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen. Der 17jährige Willy Bogner schlägt alpine Ski-Elite. In: Bieler Tagblatt. 11. Januar 1960, S. 9.30. Lauberhornrennen in Wengen kein vollgültiger vorolympischer Test sowie Nebel und Schnee verfälschten das Abfahrtsrennen. In: Sport. 11. Januar 1960, S. 1 und 2. Zudem wurde erstmals eine offizielle Trainingsfahrt durchgeführt, die damals unter der Bezeichnung «Probeabfahrtsrennen» lief und einen Tag vor der eigentlichen Abfahrt gefahren wurde. Diese Trainingsfahrt war von der FIS auf deren 22. Kongress im Juni 1959 in Stockholm beschlossen worden.Erstmals in der Skigeschichte: ein Probeabfahrtsrennen. In: Sport. 11. Januar 1960, S. 2. 1962: Aufgrund der Witterungsverhältnisse mussten das Abfahrts- und zwei Riesenslalom-Rennen (jenes vom 13. Januar hätte für die Kombination gezählt) abgesagt werden. Es wurde nur am 14. Januar ein Slalom ausgetragen.Aenderung des Lauberhornprogrammes. Zwei Riesenslaloms statt Abfahrt. In: Der Bund. 9. Januar 1962, Morgenausgabe, S. 6.Nochmals Programmänderung am Lauberhorn Freitags-Riesenslalom fällt aus. In: Der Bund. 11. Januar 1962, Abendausgabe, S. 12.Lauberhornrennen in Wengen. Schweizer Sieg in Wengen – Sturm und Regen verhindern Abfahrt und Riesenslalom. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. Januar 1962, Morgenausgabe, S. 29.