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(Englisch für offener Zugang) umfasst den freien Zugang und die uneingeschränkte Nutzbarkeit wissenschaftlicher Literatur und anderer Materialien im Internet. Ein wissenschaftliches Dokument unter Open-Access-Bedingungen zu publizieren, gibt jedem die Erlaubnis, dieses Dokument zu lesen, herunterzuladen, zu speichern, es zu verlinken, zu drucken und damit kostenlos zu nutzen. Darüber hinaus sollen den Nutzern über freie Lizenzen weitere Nutzungsrechte eingeräumt werden, welche die freie Nach- und Weiternutzung, Vervielfältigung, Verbreitung oder auch Veränderung der Dokumente, auch zu kommerziellen Zwecken, ermöglichen können.MPDLS, Till Kreutzer: „Open Access means CC BY“: Max Planck Digital Library Services rät zu CC BY bei wissenschaftlichen Publikationen irights.info, 24. Oktober 2024, abgerufen am 24. Juni 2025. Diese in der Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen von 2003 formulierte Definition von Open Access hat sich weltweit etabliert.Beispiel: Members of OASPA acknowledge a common interpretation of Open Access publishing that includes the following components… :Science Europe: Open Access Publishing Policies in Science Europe Member Organisations Key Results from Science Europe and Global Research Council Surveys. Oktober 2016, S. 10. Abgerufen am 1. Dezember 2025.

Bei der wissenschaftlichen Fachliteratur kann es sich um frei zugängliche Beiträge in elektronischen Zeitschriften, um Open-Access-Bücher, um Preprints oder Online-Versionen von Beiträgen in Büchern und Zeitschriften (Postprints) handeln, die von den Wissenschaftlern auf den Servern freier elektronischer Zeitschriften, universitären oder institutionellen Dokumentenserver, fachbezogenen Servern oder auf ihren privaten Websites frei zur Verfügung gestellt werden. Open Access schließt auch das Zugänglichmachen von wissenschaftlichen Primär- und Metadaten, Quellentexten und von digitalen Reproduktionen ein.Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen: Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities. Max-Planck-Gesellschaft

In der Praxis haben sich unterschiedliche Open-Access-Strategien etabliert. Beim sogenannten Gold Open Access (auch: goldener Weg des Open Access) erscheinen wissenschaftliche Beiträge unmittelbar in Open-Access-Zeitschriften oder als Open-Access-Bücher (Erstveröffentlichung). Sie werden häufig über Publikationsgebühren (Article Processing Charges bzw. APC oder Book Processing Charges bzw. BPC) finanziert. Green Open Access (auch: grüner Weg des Open Access) bezeichnet die Zweitveröffentlichung von Artikeln oder Buchbeiträgen sowie Büchern in institutionellen oder fachlichen Repositorien, teilweise nach Ablauf einer Embargofrist. Hybrid-Modelle ermöglichen Open Access einzelner Artikel innerhalb ansonsten kostenpflichtiger Zeitschriften. Als alternatives Modell gilt Diamond Open Access, bei dem weder Autoren noch Leser Gebühren zahlen; die Finanzierung erfolgt institutionell oder gemeinschaftlich.

Open Access wird in der wissenschaftlichen Diskussion sowohl als Instrument zur Verbesserung des Zugangs zu wissenschaftlichem Wissen als auch kritisch betrachtet. Insbesondere publikationskostenbasierte (APC, BPC) Open‑Access‑Strategien stehen in der Kritik, da sie neue Zugangshürden auf Seiten der Autorinnen und Autoren schaffen können, indem für diese das Publizieren aufgrund hoher Kosten zur Hürde wird. Studien weisen darauf hin, dass Forschende ohne institutionelle Förderung oder aus ressourcenschwächeren Regionen dadurch benachteiligt werden könnten, was bestehende Ungleichheiten im Wissenschaftssystem potenziell verstärkt.

Wissenschaftliche Texte, die hinter einer Paywall verborgen bleiben und damit nicht unter Open-Access-Bedingungen publiziert werden, werden zur Abgrenzung von Open Access manchmal als Closed Access oder Toll Access bezeichnet.

Geschichte Unter dem Druck der steigenden Preise für wissenschaftliche Publikationen bei gleichzeitig stagnierenden oder schrumpfenden Etats in den Bibliotheken während der Zeitschriftenkrise bildete sich seit Beginn der 1990er Jahre eine internationale Open-Access-Bewegung. Die zentrale Forderung dieser Bewegung ist, dass wissenschaftliche Publikationen als Ergebnisse der von der Öffentlichkeit geförderten Forschung dieser Öffentlichkeit wiederum kostenfrei zur Verfügung gestellt werden sollen. Zur Begründung wird angeführt, dass die bisherigen Publikationsstrukturen eine Privatisierung des von der Allgemeinheit finanzierten Wissens darstellten. Durch Open Access solle verhindert werden, dass dieses Wissen erneut von der Allgemeinheit finanziert von den Verlagen zurückgekauft werden müsse, die durch die Publikation die Nutzungsrechte erhalten haben. Die Open-Access-Bewegung verfolgt auch das Ziel, die digitale Kluft zu verringern. Unter anderem sollen so Wissenschaftler mit geringem Budget an wissenschaftliche Ergebnisse gelangen und am Diskurs teilnehmen können.Katja Mruck, Stefan Gradmann, Günter Mey: Open Access: Wissenschaft als Öffentliches Gut. In: Forum Qualitative Sozialforschung. Volume 5, Nummer 2, Mai 2004, , Artikel 14: „Die Initiativerklärung der BOAI ist zugleich eine Grundsatzerklärung gegen den Digital Divide, die digitale Kluft, da der beabsichtigte Abbau von Zugangsbeschränkungen zu wissenschaftlichen Publikationen zu verstärkter Diskussion und Kooperation ebenso beitragen soll wie zu wechselseitigem Lernen zwischen ‘information rich’ und ‘information poor’.“

Erst mit der Entwicklung des Internets, des elektronischen Publizierens und der damit schnellen und einfachen Verbreitung von Dokumenten wurde die Frage des freien Zugriffs auf wissenschaftliche Informationen aktuell. Zuvor waren die Voraussetzungen und die Realisierbarkeit durch die technischen Rahmenbedingungen eingeschränkt.Peter Schirmbacher: Open Access – ein historischer Abriss. In: Open Access – Chancen und Herausforderungen. (PDF; 2,9 MB), Deutsche UNESCO-Kommission 2007 In den 1990ern erschienen unter dem Begriff des elektronischen Publizierens (Online-Publishing) die ersten deutschsprachigen Ratgeber für das Publizieren im Internet für Wissenschaftler, welche u. a. die unterschiedlichen Dienste – E-Mail, News, Usenet – beschrieben.z. B. in: Jens Bleuel: Online Publizieren im Internet. Elektronische Zeitschriften und Bücher. Edition Ergon, Pfungstadt/Bensheim 1994, aktualisierte Auflage 2000 (PDF; 570 kB) Viele Fachverlage gingen ab Mitte der 1990er dazu über, ihre Zeitschriften parallel oder ausschließlich elektronisch zur Verfügung zu stellen. Studenten und Wissenschaftler können seitdem diese Artikel über die Bibliotheks- oder Institutsrechner lesen und ausdrucken, falls ihre Institutionen die Lizenzgebühren für diese Zeitschriften bezahlen.

Die Open-Access-Bewegung hat ihre Vorläufer in den Preprint- und Dissertationsservern der 1990er.Gerald Spindler (Hrsg.): Rechtliche Rahmenbedingungen von Open-Access-Publikationen. Universität Göttingen, März 2006, Universitätsverlag Göttingen, doi:10.17875/gup2006-115. Sie beruht auf der Einschätzung, dass Wissenschaftler in der übergroßen Zahl der Fälle nicht aus kommerziellen Interessen publizierten, sondern dass das Publizieren als Dokumentations- und Kommunikationsweg zu ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit dazugehöre.

Ein weiterer Ausgangspunkt für die Forderung nach neuen Publikationsstrukturen war außerdem die Zeitschriftenkrise. Mit diesem Begriff wird eine Entwicklung bezeichnet, die vor allem im STM-Bereich (Science, Technology, Medicine) stattfand. Der Anteil der den Lesern zur Verfügung stehenden Literatur wurde laufend kleiner, bei steigendem Publikationsaufkommen. Als Folge der Zeitschriftenkrise wurden Open-Access-Verlage wie JMIR Publications (1999), BioMed Central (2000), PLoS (Anfang 2001) und Copernicus Publications (2001) gegründet.

2001 gründeten, initiiert durch eine vom Open Society Institute organisierte Konferenz in Budapest im November 2001, eine Reihe bekannter Wissenschaftler, unter ihnen Michael Eisen (Public Library of Science) und Rick Johnson (Scholarly Publishing and Academic Resources Coalition, SPARC), die Budapest Open Access Initiative (BOAI) und verabschiedeten am 14. Februar 2002 eine Erklärung,. in der es u. a. heißt: „Frei zugänglich im Internet sollte all jene Literatur sein, die Wissenschaftler ohne Erwartung, hierfür bezahlt zu werden, veröffentlichen.“Katja Mruck, Gradmann & Mey, 2004, Absatz 5; oder Diese Konferenz und die daraus entstandene BOAI wird als ein Startpunkt der Open-Access-Bewegung angesehen,Jean-Claude Guédon: The “Green” and “Gold” Roads to Open Access: The Case for Mixing and Matching. In: Serials Review. Volume 30, Issue 4, 2004, S. 315–328, . weil hier zum ersten Mal die verschiedenen Personen und bereits existierenden Initiativen zusammengeführt wurden. Der Aufruf bezieht sich jedoch nur auf die Gewährleistung des freien Zugriffs auf Zeitschriftenartikel, für die die Autoren kein Entgelt erhalten haben, die zuvor einen Peer-Review-Prozess durchlaufen haben und die anschließend parallel im Netz zur freien Verfügung gestellt werden sollten.

Am 11. April 2003 wurde in Bethesda, Maryland über die Möglichkeiten einer besseren Einbindung der Beteiligten am Publikationsprozess beraten und im Juni dazu das Bethesda Statement on Open Access Publishing veröffentlicht.

Die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen vom Oktober 2003 ist eine Deklaration, die die Inhalte der Budapester Erklärung und der Bethesda-Erklärung aufgreift und die Ziele der Open-Access-Bewegung erweitert definiert. Von allen wichtigen deutschen Forschungsinstitutionen wurde die Erklärung unterschrieben, wie z. B. der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Hochschulrektorenkonferenz, der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) und dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, das mit DiPP eine eigene Initiative gegründet hatte. Außerdem haben auch internationale Organisationen unterschrieben wie z. B. Open Source Initiative (OSI), SPARC oder Europäische Organisation für Kernforschung CERN. Die Berliner Erklärung geht über die Forderungen der Erklärung der Budapest Open Access Initiative deutlich hinaus. Sie wird als Abschluss der Zielformulierungen der Bewegung und als Startpunkt in technischer und organisatorischer Hinsicht angesehen. Seit der Berliner Konferenz gibt es im jährlichen Abstand Folgekonferenzen.

Der Schweizerische Nationalfonds verlangt seit Januar 2023, dass alle geförderten wissenschaftlichen Publikationen sofort (ohne Embargofrist) für die Öffentlichkeit frei verfügbar sein müssen.

Open-Access-Strategien Die beiden wichtigsten Publikationswege des Open Access werden auch als „Goldener“ und „Grüner Weg“ bezeichnet. Sie werden manchmal als konkurrierende, meistens aber einander ergänzende Modelle angesehen: die Primärveröffentlichung und die Parallelveröffentlichung. Diese beiden Strategien wurden auf der Budapester Konferenz 2002 entworfen.Frank Scholze: Goldene und grüne Strategie des Open Access – Übersicht und Vergleich. In: 95. Deutscher Bibliothekartag in Dresden 2006. Klostermann, Frankfurt. Die Bezeichnungen „Goldener“ und „Grüner Weg“ gehen auf den Kognitionswissenschaftler Stevan Harnad zurück.Stevan Harnad: Comments on Open Access FAQ of Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. 2011 (vgl. auch und ).

Goldener Weg