Anthracotherium ist eine ausgestorbene Gattung aus der Ordnung der Paarhufer (Artiodactyla), die vom frühen Oligozän bis zum unteren Miozän lebte. Der Name ist angelehnt an die Entdeckung seiner fossilen Überreste in AnthrazitkohleGideon Algernon Mantell: The Wonders of Geology. General Books LLC, 2009, ISBN 978-0-559-91898-8, S. 243. und ist der Namensgeber für die Gruppe der Anthracotheriidae.
Merkmale
Äußerlich wirkte Anthracotherium wie ein Flusspferd und erreichte auch dessen Proportionen. Obwohl der Kopf schweineartig war, ist Anthracotherium nicht einmal entfernt mit Schweinen verwandt. Die Gliedmaßen waren kurz und eigneten sich nicht zum schnellen Laufen. Der Schädel war im Verhältnis zum Körper sehr groß.
Lebensweise Eventuell lebte Anthracotherium halb-aquatisch. Es besaß keine Verteidigungsmöglichkeiten und war daher eine relativ leichte Beute für Fleischfresser. Wie es sich ernährte, ist nicht genau belegt, doch man vermutet eine herbivore Ernährung.
Systematik mini|Eckzahn von Anthracotherium
Anthracotherium wurde 1822 von Georges Cuvier mit der Typusart Anthracotherium magnum erstbeschrieben.Georges Cuvier: Recherches sur les ossemens fossiles. Novelle édition, Tome III, 1822, S. 396–398, Tome IV, 1823, S. 500–502. Jüngere Synonyme sind Bugtitherium Pilgrim, 1908 und Anthracothema Pilgrim, 1928. Ducrocq, 1999 ordnete die 6 Arten aus den in China gefundenen Gattungen Heothema Tang, 1978 und Huananometha Tang, 1978 in die Gattung Anthracotherium ein. Man unterscheidet zurzeit 15 Arten:
Anthracotherium alsaticum Cuvier, 1822 Anthracotherium bimonsvialensemagnum Colpe-Posse, 1971 Anthracotherium bugtiense Pilgrim, 1907 Anthracotherium bumbachense Stehlin, 1910 Anthracotherium chaimanei Ducrocq, 1999 Anthracotherium cuvieri Gadry, 1873 Anthracotherium crassum Pilgrim & Cotter, 1916 Anthracotherium hippoideum Rütimeyer, 1857 Anthracotherium illyricum Teller, 1886 Anthracotherium magnum Cuvier, 1822 Anthracotherium monsvialense De Zigno, 1888 Anthracotherium kwablianicum Gabunia, 1964 Anthracotherium seckbachense Kinkelin, 1884 Anthracotherium pangan Pilgrim & Cotter, 1916 Anthracotherium valdense Kowalevski, 1876
Quellen
Literatur
Franz Spillmann: Ein neues Anthracotherium aus den oberoligozänen Linzer Sanden (Anthracotherium frehi n. sp.). In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Linz 1974, S. 179–198 (). Donald R. Prothero, Scott E. Foss (Hrsg.): The Evolution of Artiodactyls. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2007, ISBN 978-0-8018-8735-2.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Paarhufer Kategorie:Artiodactyla Kategorie:Ausgestorbener Paarhufer