alt=|rechts|211x211px|Logo Spenger Cup

Der Spengler Cup (, ) gilt als das älteste internationale Eishockeyturnier für Vereinsmannschaften, das noch heute ausgetragen wird. Die gleichnamige Siegertrophäe wurde 1923 das erste Mal vergeben. Die teilnehmenden Mannschaften aus der ganzen Welt werden vom Gastgeber HC Davos eingeladen. Seit 1984 spielt auch das Team Canada in einer Formation mit, die nicht der üblichen kanadischen Nationalmannschaft entspricht, sondern kanadische Spieler aus europäischen Klubs umfasst. Das Turnier findet jährlich zwischen dem Stephanstag und Silvester im Eisstadion von Davos in der Schweiz statt.

Geschichte Mit der Stiftung des Wanderpreises ging es laut Stiftungsurkunde darum, «die Jugend der durch den Ersten Weltkrieg verfeindeten Nationen in sportlichen Kontakten wieder zusammenzuführen». Das gegenseitige Verständnis und Vertrauen sollte in fairem, freundschaftlichem Kräftemessen gefunden und gefördert werden.Davoser Revue. Dezember 2003.

Der Name des Turniers geht auf den eishockeybegeisterten Stifter des ersten Wanderbechers Carl Spengler zurück, den Sohn von Alexander Spengler, der Davos als Kurort bekannt machte. Spengler hatte die Idee zusammen mit Paul Müller, dem Gründer des Eishockeyclubs Davos, vorangetrieben.Der Spengler Cup – ein Anlass verbindet Menschen seit 1923. Geschichte auf der Website des Spengler Cups.Fast erfror der betrunkene Finne im Davoser Schnee. In: Tages-Anzeiger. 25. Dezember 2023.

Bei der ersten Durchführung des Turniers trafen mit den Mannschaften von Oxford, Cambridge, dem Berliner SC und dem Wiener EV Mannschaften aus Kriegsgegner-Nationen aufeinander.

In den Jahren 1939, 1940 fand aufgrund des Zweiten Weltkrieges der Coupe de Davos mit nur Schweizer Teams statt. 1949 (Beginn des Kalten Krieges) und 1956 (wirtschaftliche Gründe) fand das Turnier nicht statt. Auch 2020 und 2021 musste das Turnier wegen der Coronapandemie abgesagt werden. So fand 2023, am 100. Geburtstag des Spengler Cups, die 95. Turnieraustragung statt.

Seit 1979 wird nicht mehr auf einem Ausseneis, sondern im Eisstadion Davos gespielt.

Das Turnier wird in vielen Ländern live im Fernsehen übertragen, unter anderem auf dem kanadischen Sender TSN. Zwischen 150 und 200 Medienschaffende sind jeweils akkreditiert. Der Spengler Cup ist einer der grössten jährlich stattfindenden Schweizer Sportanlässe. Er hat ein Budget von circa 11 Millionen Schweizer Franken (Stand 2023), davon sind 30 Prozent Sponsoringanteil. Der Hauptsponsor des Turniers ist seit 1985 die UBS.

Dank einem meistens ausverkauften Stadion erreicht der Spengler Cup in diesen sechs Tagen mehr als 100'000 Besucher.100'000 Besucher jährlich… auf spenglercup.ch.

Der Spengler Cup Davos ist Mitglied der Organisationen von Swiss Top Events und Swisstopsport.

Teilnehmer Jedes Jahr nehmen sechs Mannschaften am Turnier teil. Gesetzt sind der Gastgeber HC Davos sowie seit 1984 das Team Canada – ein All-Star-Team, bestehend aus in Europa tätigen kanadischen Spielern. Zu den beiden Mannschaften kommen vier in der Regel von Jahr zu Jahr unterschiedliche Teams hinzu. Seit der Erweiterung des Teilnehmerfelds auf sechs Mannschaften im Jahr 2010 waren dies jeweils ein Schweizer Team sowie drei ausländische. mini|Der Spengler Cup ausgestellt in der Hockey Hall of Fame

Modus mini|Fredi Pargätzi (links) organisierte 26 Jahre lang den Spengler Cup, seit 2016 hat Marc Gianola (rechts) das Amt des OK-Präsidenten inne Traditionell wurde bis 2009 eine einfache Runde mit fünf Mannschaften gespielt, das heisst, jede Mannschaft spielte einmal gegen jede andere Mannschaft. Ab 1986 traten die beiden bestplatzierten Teams der Qualifikationsrunde zu einem Finalspiel gegeneinander an, um den Turniersieger zu ermitteln.

Um das fünftägige Turnier auch bis zum letzten Vorrundentag spannend halten zu können, wurde der Modus im Jahr 2010 modifiziert. Das Turnier wurde auf sechs Mannschaften erweitert und dabei um eine zweite Schweizer Mannschaft ergänzt. Die Teams werden in zwei Gruppen à drei Mannschaften aufgeteilt. Nach der Vorrunde sind die Gruppenersten für den Halbfinal qualifiziert, die Mannschaften auf den Plätzen zwei und drei spielen über Kreuz die weiteren Halbfinalisten aus. In: topsport.com. 28. Dezember 2009. Die beiden Halbfinalsieger ermitteln schliesslich den Turniersieger. Der Final wird weiterhin – wie seit seiner Einführung im Jahr 1986 – traditionell am 31. Dezember um 12:00 Uhr angepfiffen.

Punktevergabe In der Vorrunde erhält der Sieger einer Partie jeweils drei Punkte, der Verlierer keinen. Falls das Spiel nach 60 Spielminuten unentschieden ausgeht, wird eine Verlängerung von fünf Minuten Länge gespielt. Seit dem Spengler Cup 2015 spielt man in der Verlängerung 3 gegen 3. Ist das Spiel danach immer noch unentschieden, wird der Sieger durch ein Penaltyschiessen ermittelt. In diesem Fall erhält das unterlegene Team noch einen Punkt, ebenso wenn es in der fünfminütigen Verlängerung verliert.

Siegerliste Rekordsieger ist der HC Davos mit 17 Erfolgen.

Jahr Sieger Finalgegner 1923 1924 HC Davos 1925 HC Davos 1926 HC Davos 1927 HC Davos 1928 1929 LTC Prag HC Davos 1930 LTC Prag HC Davos 1931 1932 LTC Prag (im Final 0:0 n. V.) 1933 HC Davos Rapides de Paris 1934 1935 HC Davos 1936 HC Davos LTC Prag 1937 LTC Prag HC Davos 1938 HC Davos LTC Prag 1939 nicht ausgetragen 1940 nicht ausgetragen 1941 HC Davos 1942 HC Davos 1943 HC Davos 1944 Montchoisi Lausanne 1945 HC Davos 1946 LTC Prag HC Davos 1947 LTC Prag HC Davos 1948 LTC Prag HC Davos 1949 nicht ausgetragen 1950 1951 HC Davos Preussen Krefeld 1952 EV Füssen 1953 HC Davos 1954 EV Füssen 1955 HC Davos 1956 nicht ausgetragen 1957 HC Davos 1958 1959 EV Füssen 1960 HC Davos 1961 EV Füssen 1962 EV Füssen 1963 1964 EV Füssen 1965 Västerås IK 1966 1967 HK Lokomotive Moskau Kingston Aces 1968 Rögle BK 1969 HK Lokomotive Moskau 1970 1971 1972 1973 HK Traktor Tscheljabinsk 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 HK Spartak Moskau HC Vítkovice 1981 HK Spartak Moskau HC Davos 1982 HK Spartak Moskau 1983 HK Dynamo Moskau 1984 1985 HK Spartak Moskau 1986 Sokol Kiew 1987 1988 1989 HK Spartak Moskau Färjestad BK 1990 HK Spartak Moskau 1991 HK ZSKA Moskau HC Lugano 1992 Färjestad BK 1993 Färjestad BK HC Davos 1994 Färjestad BK HC Davos 1995 HK Lada Toljatti 1996 HC Davos 1997 Färjestad BK 1998 HC Davos 1999 Kölner Haie HK Metallurg Magnitogorsk 2000 HC Davos 2001 HC Davos 2002 HC Davos 2003 HC Davos 2004 HC Davos HC Sparta Prag 2005 HK Metallurg Magnitogorsk 2006 HC Davos 2007 Salawat Julajew Ufa 2008 HK Dynamo Moskau 2009 HK Dinamo Minsk HC Davos 2010 SKA Sankt Petersburg 2011 HC Davos Dinamo Riga 2012 HC Davos 2013 Genève-Servette HC HK ZSKA Moskau 2014 Genève-Servette HC Salawat Julajew Ufa 2015 HC Lugano 2016 HC Lugano 2017 Schweiz 2018 KalPa Kuopio 2019 HC Oceláři Třinec 2020 nicht ausgetragen 2021 2022 HC Ambrì-Piotta HC Sparta Prag 2023 HC Davos HC Dynamo Pardubice 2024 Fribourg-Gottéron Straubing Tigers 2025 HC Davos US Collegiate Selects

Rekordsieger 1923: Oxford University 1 Sieg 1924: Oxford University und Berliner SC je 1 Sieg 1925: Oxford University 2 Siege 1926/27: Oxford University und Berliner SC je 2 Siege 1928–1930: Berliner SC 3 Siege 1931: Oxford University und Berliner SC je 3 Siege 1932–1936: Oxford University 4 Siege 1937: Oxford University und LTC Prag je 4 Siege 1938–1940: Oxford University, LTC Prag und HC Davos je 4 Siege 1941–1947: HC Davos 5-7 Siege 1948–1950: HC Davos und LTC Prag 7 Siege 1951–2016: HC Davos 8-15 Siege 2017–2018: HC Davos und Team Canada je 15 Siege 2019–2023: Team Canada 16 Siege 2023–2025: HC Davos und Team Canada je 16 Siege Seit 2025: HC Davos 17 Siege

Literatur Daniel Derungs: HCD 1921–2021. Die Geschichte des Hockey Clubs Davos: Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Perspektiven. Chronos Verlag 2021, ISBN 978-3-0340-1614-8 (online).

Weblinks

Website des Spengler Cups

Einzelnachweise

Kategorie:Eishockeyturnier in der Schweiz