Und täglich grüßt das Murmeltier (Originaltitel Groundhog Day) ist eine US-amerikanische Filmkomödie des Regisseurs Harold Ramis aus dem Jahr 1993. Bill Murray spielt den egozentrischen und sarkastischen Wetteransager Phil Connors, der in einer Zeitschleife festsitzt und ein und denselben Tag immer wieder erlebt, bis er als geläuterter Mann sein Leben fortsetzen kann.

Und täglich grüßt das Murmeltier gilt als einer der besten Filme der 1990er Jahre und als eine der besten Filmkomödien überhaupt. Er hat seit seiner Veröffentlichung einen bedeutenden Einfluss auf die Popkultur: Der Filmtitel, der eine monotone, unangenehme und sich wiederholende Situation bezeichnet, ist sowohl Teil des englischen als auch des deutschen Sprachgebrauchs geworden. Buddhistische, christliche und jüdische Gelehrte interpretieren den Film als eine religiöse Allegorie. Im Jahr 2006 wählte die United States Library of Congress ihn für die Aufnahme in das National Film Registry aus.

Handlung Phil Connors ist ein ehrgeiziger, zynischer TV-Wetteransager aus Pittsburgh, der auf einen Job bei einem anderen Sender hofft und dem es davor graut, zum vierten Mal in Folge vom Tag des Murmeltiers am 2. Februar in der Kleinstadt Punxsutawney in Pennsylvania zu berichten. Gemeinsam mit seiner neuen Aufnahmeleiterin Rita und dem Kameramann Larry kommt er dort am Vortag schon entsprechend schlecht gestimmt an. Tags darauf ist seine Laune nicht besser, er behandelt alle herablassend, routiniert rasselt er die Reportage herunter und möchte möglichst schnell wieder weg. Weil aber der Highway wegen eines von Connors nicht vorhergesagten und daher überraschend heraufgezogenen Schneesturms sowie eines querstehenden Lastkraftwagens gesperrt wird, ist das Drehteam gezwungen, noch einmal in Punxsutawney zu übernachten.

Als der Radiowecker morgens wiederum den Song I Got You Babe von Sonny and Cher spielt, glaubt Phil zunächst, der Sender spiele versehentlich das Band von gestern ab. Nachdem jedoch dieselben Leute ihn mit denselben Worten wie am vorherigen Tag grüßen und die Menschen außerdem wieder zum Festplatz strömen, erkennt er, dass er den Murmeltiertag erneut erlebt. Verwirrt erledigt er erneut seinen Job, aber auch diesmal kann er danach die Stadt nicht verlassen. Der Tag wiederholt sich für ihn immer wieder, ohne irgendeine Erklärung oder einen Ausweg. Vertraut er den anderen sein Problem an, empfehlen diese ihm nur ärztliche Hilfe. Der örtliche Neurologe findet jedoch keine organische Ursache, und der sichtlich überforderte Psychotherapeut bietet ihm einen Termin am nächsten Tag an, was unter den gegebenen Umständen auch nicht sehr hilfreich ist. Phil bleibt also nichts anderes übrig, als sich mit dem seltsamen Phänomen zu arrangieren.

Wie sich zeigt, ist der Ablauf des Tages keineswegs starr festgelegt. Phil kann ohne weiteres verändernd in das Geschehen eingreifen, nur haben die Veränderungen höchstens bis zum folgenden Morgen Bestand, dann beginnt alles wieder von vorn, und alle anderen Menschen erleben den Tag zum ersten Mal. Als Einziger schon zu wissen, was kommen wird, und zudem keine dauerhaften Konsequenzen mehr fürchten zu müssen, eröffnet allerdings verlockende Möglichkeiten. Phil gibt der Versuchung nach und erlaubt sich nun ohne Rücksicht auf Moral und Gesetz alle erdenklichen Ausschweifungen, oder vielmehr: was in so einem Städtchen und innerhalb eines Tages eben machbar ist. Seine tugendhafte Kollegin Rita zu verführen, gehört aber offensichtlich nicht dazu: Sooft Phil auch Anlauf nimmt und unter schamloser Ausnutzung der Zeitschleife durch Versuch und Irrtum an seiner Taktik feilt – es endet immer mit einer Ohrfeige.

Irgendwann ist Phil des Lotterlebens überdrüssig und beginnt zu verzweifeln. Sogar Selbstmorde erweisen sich als wirkungslos, egal auf welche Weise. Punkt 6 Uhr findet er sich stets unversehrt in seinem Pensionsbett wieder, während der Wecker den vermaledeiten Song dudelt. Fast hält er sich schon für ein höheres Wesen, aber außer der wundersamen Suizid-Resistenz sind ihm keine übernatürlichen Fähigkeiten verliehen. Einen alten Obdachlosen beispielsweise, dem es anscheinend bestimmt ist, in dieser Nacht zu sterben, vermag er trotz allen Bemühens nicht zu retten. Das Einzige, was für Phil jetzt noch Reiz hat, ist Rita, die Unerreichbare. Um ihr zu gefallen, muss er jedoch ungewohnte Wege beschreiten, nämlich sein Ego bezwingen und den Gutmenschen nicht nur als Rolle heucheln, sondern ehrlichen Herzens als Lebensentwurf für sich annehmen.

Nach zahllosen weiteren Durchläufen ist aus Phil schließlich nahezu ein Supermann geworden. Er kennt die Stadtbewohner und ihre Sorgen und Wünsche, hat virtuos Piano spielen gelernt, kann französische Lyrik rezitieren und sogar Eisskulpturen schnitzen. Den ganzen Tag über vollbringt er jetzt ein wahres Feuerwerk an guten Taten, sodass er auf der abendlichen Murmeltierparty schon jedermanns Held und Liebling ist und selbst Rita sich einigermaßen beeindruckt zeigt. Den letzten Anstoß gibt schließlich die Junggesellenversteigerung, bei der sich die Damen so enthusiastisch um Phil bemühen, dass auch Ritas Ehrgeiz angestachelt wird. Für 339 Dollar und 88 Cent „gehört“ er ihr, und am Ende des in perfekter Harmonie ausklingenden Abends hat er ihre Zuneigung so weit gewonnen, dass sie die Nacht über bei ihm bleibt.

Am nächsten Morgen, nach einer letzten Schrecksekunde mit Sonny and Cher, verraten die leeren Straßen und frischgefallener Schnee, dass tatsächlich ein neuer Tag begonnen hat. Überglücklich bricht Phil alle Brücken zu seinem früheren Dasein ab und schlägt Rita vor, ihr künftiges Leben miteinander in Punxsutawney zu verbringen, nur ein klitzekleines Hintertürchen lässt er sich noch offen: „Zuerst mieten wir uns was.“

Entstehung und Veröffentlichung Dreharbeiten mini|Das Woodstock Opera House, im Film das Hotel von Punxsutawney mini|Im Film trifft Phil an dieser Ecke auf seinen Ex-Schulkameraden Ned mini|Das mittlerweile privat genutzte Haus 344 Fremont Street, Ecke Madison Street war im Film die Pension, in der Phils Tag immer wieder von Neuem begann Die Dreharbeiten fanden nicht in Punxsutawney, sondern in der rund 970 Kilometer entfernten Stadt Woodstock in Illinois statt. Der abweichende Drehort wurde hauptsächlich gewählt, da das Festival in Punxsutawney auf einer Waldlichtung, etwa einen Kilometer außerhalb der Stadt, abgehalten wird. Woodstock schien den Produzenten des Films „einfach einen passenden Eindruck“ zu machen. Regisseur Ramis ist in einem kurzen Auftritt als Neurologe zu sehen, der Phil die Röntgenbilder seines Kopfes erklärt, auf denen keine krankhaften Veränderungen zu erkennen sind.

Die Dreharbeiten dauerten von Januar bis April 1992. Die Außenaufnahmen wurden hauptsächlich im historischen Stadtkern rund um den zentralen Woodstock Square aufgenommen. Die Pension, in der Phil Connors wohnte, ist ein Wohnhaus, das einige hundert Meter von der Stadtmitte am südlichen Ende der Madison Street liegt. Als es bei einigen Szenen im Freien sehr kalt war, brachten Menschen aus der Stadt der Filmmannschaft Heizgeräte.

Konflikt zwischen Hauptdarsteller und Regisseur Hauptdarsteller Murray und Regisseur Ramis waren uneinig über den Grundton des Films, den Murray eher melancholisch-philosophisch anzulegen wünschte, während Ramis auch die komischen Aspekte betonen wollte. Der Regisseur setzte sich durch; doch die heftigen Auseinandersetzungen am Set beendeten die fast zwanzigjährige Freundschaft zwischen ihm und Murray, der sich erst kurz vor Ramis’ Tod im Jahr 2014 wieder mit ihm versöhnte.

Filmmusik (in der Reihenfolge des Filmlaufs) Weatherman (Komponisten: George Fenton und Harold Ramis; Interpret: Delbert McClinton) Klaviersonate Nr. 16 (KV 545), 1. Satz (Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart) I Got You Babe (von Sonny and Cher, Komponist: Sonny Bono) – tönt im Film stets morgens um 6 Uhr aus dem Radiowecker Pennsylvania Polka (Komponist: Lester Lee und Zeke Manners) Take Me Round Again (Komponist: George Fenton; Interpret: Susie Stevens-Logan) You Don’t Know Me (Komponisten: Eddy Arnold und Cindy Walker; Interpret: Ray Charles) 18. Variation aus der Rhapsodie über ein Thema von Paganini (Komponist: Sergei Rachmaninow) Phil’s Piano Solo (Komponist: Terry Fryer) Almost Like Being in Love (Komponisten: Alan Jay Lerner und Frederick Loewe; Interpret: Nat King Cole) La bourrée du célibataire (Komponist: Jacques Brel)

Zitate im Film Das Klavierstück, das Phil während der Zeitschleife erlernt, ist ein Ausschnitt aus Rachmaninows Rhapsodie über ein Thema von Paganini, das laut Abspann aus dem Film Ein tödlicher Traum (1980) stammt. Das Zitat „Der Winter, der im Freien schlummert […]“, das Phil dem Mann im Flur der Pension vorträgt, stammt aus dem Gedicht Work Without Hope von Samuel Taylor Coleridge.Zitat im Film imdb.com abgerufen am 25. Jan. 2011; Gedicht Work without Hope auf Wikisource (englisch). Der französische Text, den Phil im Restaurant rezitiert, stammt aus dem Lied La bourrée du célibataire von Jacques Brel und bedeutet frei übersetzt: „Das Mädchen, das ich lieben werde, wird wie ein ausgezeichneter Wein sein, der jeden Morgen ein bisschen besser schmeckt.“Trivia zum Film auf The Internet Movie Database; abgerufen am 30. Januar 2011 (englisch).

Deutsche Fassung Die deutsche Synchronisation entstand 1993 unter der Dialogregie von Arne Elsholtz durch die Synchronfirma Film- & Fernseh-Synchron GmbH in München. Elsholtz schrieb auch das Dialogbuch.Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 371.

Rolle Darsteller Synchronsprecher Phil Connors, Wetteransager Bill Murray Arne Elsholtz Rita, Phils Produzentin Andie MacDowell Ulrike Möckel Larry, Kameramann Chris Elliott Axel Malzacher Ned Ryerson, Phils alter Bekannter Stephen Tobolowsky Ivar Combrinck Buster Green, Vorsitzender des Murmeltiertages Brian Doyle-Murray Walter Reichelt Mrs. Lancaster, Pensionswirtin Angela Paton Inge Solbrig Nancy Taylor, Phils Date im Restaurant Marita Geraghty Simone Brahmann Gus, Mitfahrer bei Phil Rick Ducommun Ekkehardt Belle Neurologe Harold Ramis Fritz von Hardenberg Psychiater David Pasquesi Udo Wachtveitl Kenny, Phils Assistent Willie Garson Frank Röth

Im Jahr 2014 ließ der Sender Arte für seine Fernsehausstrahlung eine deutschsprachige Audiodeskription produzieren. Die Bildbeschreibungen werden von Daniela Mohr gesprochen.Abspann der Hörfilmfassung.

Kinostart Der Film startete am 12. Februar 1993 in den US-Kinos. Gegenüber einem geschätzten Budget von nur 14,6 Mio. US-Dollar spielte er dort rund 70,9 Mio. US-Dollar ein.Groundhog Day (englisch). Inflationsbereinigt entspricht dies inzwischen Einnahmen von etwa  Mio. US-Dollar.

Rezeption Kritiken

Und täglich grüßt das Murmeltier gilt als Meisterwerk, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes fast ausschließlich positive Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Wohlwollend“ aus.

Auszeichnungen und Bestenlisten mini|Fußumriss von Bill Murray British Comedy Awards 1993 British Comedy Award in der Kategorie Beste Komödie

MTV Movie Awards 1993 MTV Movie Award in der Kategorie Bester Darsteller in einer Komödie für Bill Murray

Saturn Award 1994 Saturn Award in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Andie MacDowell Nominiert in der Kategorie Bester Fantasy-Film Nominiert in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für Bill Murray Nominiert in der Kategorie Bestes Kostüm für Jennifer Butler Nominiert in der Kategorie Beste Regie für Harold Ramis Nominiert in der Kategorie Bestes Drehbuch für Danny Rubin, Harold Ramis

BAFTA Awards 1994 BAFTA Award in der Kategorie Bestes Drehbuch für Danny Rubin, Harold Ramis

BMI Film & TV Awards 1994