Schneidlingen ist ein Dorf und Ortsteil der Stadt Hecklingen im Bundesland Sachsen-Anhalt mit etwa 1100 Einwohnern. Es liegt an der B 180, rund 25 Kilometer südlich von Magdeburg.
Seit dem 1. März 2004 gehört der Ortsteil gemeinsam mit Groß Börnecke und Cochstedt zur Stadt Hecklingen im Salzlandkreis. Der aktuelle Ortsbürgermeister ist Martin Zimmermann.
Geografie Zum Ortsteil Schneidlingen gehören neben dem Dorf Schneidlingen die Wohnplätze Grützmühle und Strohmühle.Ortsteilverzeichnis Land Sachsen-Anhalt (Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile), Gebietsstand Januar 2014, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2016
Geschichte Der Ortsname Schneidlingen ist vermutlich in der Zeit um oder kurz nach 600 entstanden. Schneidlingens Ersterwähnung datiert aus dem 12. Jahrhundert. Allerdings bezieht sich diese nicht auf den Ort Schneidlingen, sondern auf das Herrengeschlecht desselben. Zwischen 1126 und 1134 treten die Edelherren „von Snedlinge“ zum ersten Mal urkundlich auf. Der Sachsenspiegel zählt diese im Mittelalter bekannte Ritterfamilie zum Dynastengeschlecht. Im 13. Jahrhundert gehörte der Ort zur anhaltinischen Grafschaft Aschersleben. Anfang des 14. Jahrhunderts tritt Schneidlingen bei der Fehde des Bischofs Albrecht von Halberstadt mit den Anhaltinern um die Grafschaft von Aschersleben endgültig in das Licht der Geschichte. Nachdem in der nächsten Zeit einige Adlige als Vasallen des Bischofs im Ort die Herrschaft ausgeübt hatten, gelangte er 1490 in die Verwaltung des Halberstädter Domkapitels, wo er bis 1811 verblieb. Nach der Auflösung des Domkapitels 1811, wurde in Schneidlingen eine stattliche Domäne eingerichtet. Weiterhin beeinflusste in diesem Jahrhundert die, mit dem Bergbau einhergehende Industrialisierung, die Entwicklung des Ortes. Aus dieser Zeit stammt die sich im Nordwesten erstreckende Bergarbeitersiedlung. Die Industrialisierung fand ihren Ausdruck im Ort speziell durch den Bau einer Anschlussbahn und die Anbindung an das Eisenbahnnetz. Doch trotz der einsetzenden Industrialisierung und der damit unterschiedlichen Entwicklungsrichtungen hat der Ort bis heute hauptsächlich seinen landwirtschaftlichen Charakter beibehalten. Der älteste Bereich Schneidlingens, mit der im Mittelalter gewachsenen Struktur, prägt nach wie vor das Erscheinungsbild und Profil des Ortes.
Am 1. November 1928 wurde der Gutsbezirk Schneidlingen mit der Landgemeinde Schneidlingen vereinigt.
Politik
Amtmänner und Bürgermeister von Schneidlingen
Amtmänner 1589: Michel Heine ab 1604: Peter Gunter ab 1605: Balthasar Bernds/Behrens ab 1617: Hieronymus Werner ab 1619: Balthasar Berndes ab 1635: Georg Jahn um 1640: Otto von Lochow ab 1659: Johann Schrader ab 1666: Sebastian Wernecke um 1669: Georg Degen ab 1691: Alexander Scharwentzel um 1700: Christoph Ludwig Rust vor 1734: ... Schröter um 1745: Johan Julius Ferdinand Kirchhoff ab 1774: ? um 1785: ... Michaelis um 1795 Johann Müller
Bürgermeister um 1838: Friedrich Dannenberg ??? um 1920: Gustav Vogel um 1935: (Bitar) Schmidt ? ab 1933: Walter Heine ab 1941/42: ??? ca. 1950: Wilhelm Kühne ab 1961: Otto Klockmann um 1970: Werner Lier vor 1985: Erich Röder ab 1985: Margitta Harke ab 1990: Karl Walter Schmidt ab 1994: Ingrid Engelmann (FDP) seit 2019: Martin Zimmermann
Wappen
Sehenswürdigkeiten mini|Südansicht der Burg Schneidlingen
Burg Schneidlingen, aus dem späten 16. bis frühen 17. Jahrhundert Sankt-Sixti-Kirche Kriegerdenkmal nördlich der Kirche
Persönlichkeiten In Schneidlingen wurden geboren: Johann von Uthmann (1824–1897), Generalmajor Ludwig Hosch (1859–1930), Theologe Frank Emmelmann (* 1961), ehemaliger Leichtathlet
Verkehr Schneidlingen liegt an der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg, die allerdings nicht regelmäßig befahren wird und heutzutage nur noch bis Egeln befahren werden kann. Die Bahnstrecke Aschersleben–Nienhagen ist stillgelegt.
Siehe auch Goldarmring aus Schneidlingen
Einzelnachweise
Weblinks
Offizielle Website
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