Oberheßbach (fränkisch: Äjba-heschbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 149. Dort folgendermaßen transkribiert: „ęibərheschba“.) ist ein Gemeindeteil der Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Oberheßbach liegt in der Gemarkung Heßbach.

Geografie Der Weiler liegt an der Fränkischen Rezat. Unmittelbar nördlich davon mündet der Klingengraben als rechter Zufluss in die Rezat. 1,5 km nordöstlich erhebt sich der Heßberg (), 0,5 km westlich grenzt das Waldgebiet Hag an. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt an der Rohrmühle vorbei zur Staatsstraße 2253 (1,5 km nördlich) bzw. zu einer anderen Gemeindeverbindungsstraße (0,2 km südwestlich), die zur Bundesstraße 13 (0,2 km nordwestlich) bzw. nach Unterheßbach verläuft (0,4 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde 1345 als „Obern Hesspach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet am Bach des Hesso. Mit dem Bach ist die Rezat gemeint, an der die Siedlung angelegt wurde, der Personenname Hesso verweist vermutlich auf den Gründer der Siedlung.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 149.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Oberheßbach mit Unterheßbach eine Realgemeinde. In Oberheßbach gab es 9 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das eichstättische Vogtamt Lehrberg. Grundherren waren das eichstättische Propsteiamt Herrieden (6 Halbhöfe, 1 Söldengut) und das Rittergut Wiedersbach der Herren von Eyb (2 Halbhöfe).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 896. Es gab zu dieser Zeit 7 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 175: „Oberhespach, im Fraischbezirke des Oberamts Ansbach zwar gelegener, sonst aber ganz Eichstättischer, mit der Gemeindsherrlichkeit, dem Hirtenstabe und all seinen 7 Unterthanen zum Ober- und Vogtamte Wahrberg-Lehrberg gehöriger, auch nach Lehrberg gepfarrter und eine kleine Stunde nördlich oberhalb Lehrberg unweit der fränkischen Retzat gelegener Weiler, welcher mit dem nur einen Büchsenschuß weit davon entfernten Weiler Unterhespach eine Gemeind- und Hirtschaft ausmacht, auch eine gute Gemeindholzordnung hat.“ Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 995.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Oberheßbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gräfenbuch und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Gräfenbuch zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 13. September 1827 wurde die Bildung der Ruralgemeinde Heßbach genehmigt, zu der Oberheßbach zählte.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 948. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden zwei Anwesen von 1822 bis 1836 dem Patrimonialgericht FrohnhofM. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 971 und 995.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Heßbach am 1. Januar 1972 nach Lehrberg eingemeindet.

Baudenkmal Haus Nr. 4. Eingeschossiges Wohnstallhaus, Krüppelwalm, größtenteils Fachwerk, 18. Jahrhundert

Einwohnerentwicklung Jahr 1807 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008Einwohner 46 53 54 54 64 56 50 33 57 43 36 29 27HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. In den Jahren 1807 und 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 9 9 8 11 9 11 9 9 8 Quelle

Religion Oberheßbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Margaretha (Lehrberg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1345 Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat