Sir John Arthur „Jack“ Brabham, AO, OBE (* 2. April 1926 in Hurstville, New South Wales; † 19. Mai 2014 in Gold Coast, Queensland)Frank Litsky: Jack Brabham, 88, Who Raced and Built Formula One Winners, Dies. Nachruf in The New York Times vom 19. Mai 2014 (englisch, abgerufen am 20. Mai 2014). war ein australischer Rennfahrer, der dreimal die Fahrerweltmeisterschaft der Formel 1 gewann. Von seinen Kollegen und der Presse wurde er wegen seiner schwarzen Haare auch „Black Jack“ genannt.

Leben und Karriere Brabham war von 1944 bis 1946 als Mechaniker bei der Royal Australian Air ForceBrabham, Nye: The Jack Brabham Story. 2004, S. 22 ff. und begann 1947, eigene Sportwagen zu konstruieren. Auch in seiner späteren Profi-Karriere konstruierte er seine Autos teilweise selbst.

Von 1955 bis 1970 fuhr er in der Formel 1 insgesamt 126 Rennen für die Teams Cooper, Maserati, Lotus und für das von ihm selbst gegründete Team Brabham. Er gewann 14 Rennen und wurde dreimal Formel-1-Weltmeister (1959, 1960, 1966).

mini|links|Jack Brabham beim Großen Preis von Deutschland 1965 mini|links|Jack Brabham (l.) und Stirling Moss 2004 beim Goodwood Revival meeting Beim letzten Rennen der Saison 1959 ging Brabham als Führendem der Weltmeisterschaftswertung mehrere hundert Meter vor der Ziellinie überraschend der Sprit aus. Er schaffte es jedoch, seinen Wagen noch auf dem vierten Platz über die Ziellinie zu schieben. Da in der Saison nur die besten fünf Resultate eines Fahrers in die Wertung eingingen, hätte er im Falle eines Sieges von Tony Brooks oder Stirling Moss in diesem Rennen Zweiter werden müssen, um mehr Punkte als seine Titelkontrahenten zu haben. Da Brooks aber nur Dritter wurde und Moss ausfiel, entschied Brabham seine erste Weltmeisterschaft trotz des Spritmangels noch für sich.

Von 1961 bis 1965 war der Hubraum in der Formel 1 auf 1500 cm³ begrenzt. Brabham gewann in dieser Zeit keinen Weltmeisterschaftslauf, entschied aber 1963 das Formel-1-Rennen auf der Solitude, das nicht zur Weltmeisterschaft zählte, für sich. Dies war auch der Debüt-Sieg für sein eigenes Team. 1966 wurde der Hubraum auf drei Liter verdoppelt, worauf kein Team vorbereitet war. Brabham ließ von Repco einen verhältnismäßig einfachen, auf Großserienkomponenten basierenden V8-Motor bauen, mit dem er aufgrund dessen Zuverlässigkeit die Fahrerweltmeisterschaft 1966 gewann. Dies war gleichzeitig das erste und bisher einzige Mal, dass ein Fahrer in einem selbst konstruierten Wagen Weltmeister wurde.

Als er sich 1970 im Alter von 44 Jahren vom aktiven Rennsport zurückzog, war die Fachpresse überrascht, dass der bis dahin als wortkarger Interviewpartner geltende Australier eine blendende und amüsante Rede hielt. Hintergrund seiner sonst kurzen Antworten war seine Schwerhörigkeit, die er auf den hohen Geräuschpegel der direkt hinter dem Fahrer eingebauten Mittelmotoren zurückführte.

1998, im Alter von 72 Jahren, fuhr er auf der Nürburgring-Nordschleife im VLN-6-Stunden-Rennen einen VW New Beetle.

1979 wurde Brabham von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen. 2008 wurde ihm der Titel Officer des Order of Australia für seine Verdienste für den Motorsport als Botschafter, Mentor und Promotor von Sicherheit und für die Allgemeinheit durch die Unterstützung von Wohltätigkeitsorganisationen verliehen. Zuletzt lebte er in Surfers Paradise, Australien. Er starb nach langer Krankheit im Mai 2014 im Alter von 88 Jahren in seinem heimatlichen Haus. Brabham hatte drei Söhne, die alle ebenfalls Rennfahrer wurden: Geoff, Gary und David Brabham. Auch Geoff Brabhams Sohn Matthew ist im Rennsport aktiv.

Formel 2 In den Jahren 1958 und 1966 war Brabham britischer Formel-2-Meister. In der Formel-2-Saison 1965 fuhr er mit dem Brabham-Honda BT16 in fünf Rennen auf je einen zweiten und neunten Platz sowie in zwei Rennen die schnellste Runde. In der Saison 1966 fuhr er zusammen mit seinem Teamkollegen Denis Hulme im Brabham-Honda BT18. Er gewann diese Formel-2-Meisterschaft mit 36 Punkten und zehn Siegen in zwölf Rennen vor Hulme mit 28 Punkten.

Statistik Statistik in der Automobil-Weltmeisterschaft Grand-Prix-Siege 1959 (Monte Carlo) 1959 (Aintree) 1960 (Zandvoort) 1960 (Spa-Francorchamps) 1960 (Reims) 1960 (Silverstone) 1960 (Porto) 1966 (Reims) 1966 (Brands Hatch) 1966 (Zandvoort) 1966 (Nürburg) 1967 (Le Mans) 1967 (Bowmanville) 1970 (Kyalami)

Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos. 1955 Cooper Car Company Cooper T40 Bristol 2.0 L6 1 − − − − − − NC 1956 Jack Brabham Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1 − − − − − − NC1957 Cooper Car Company Cooper T43 Climax 2.0 L4 2 − − − − −−NCRob Walker Racing Team 2 − − − − − Climax 1.5 L4 1 − − − − −1958Cooper Car CompanyCooper T45 Climax 2.0 L4 7 − − − − −318. Climax 1.5 L4 2 − − − − − 1959 Cooper T51 Climax 2.5 L4 8 2 1 2 1 1 31 (34) 1.1960 1 − − − − −43 1. Cooper T53 7 5 − − 3 31961 Cooper T55 5 − − − − −411. Cooper T58 Climax 1.5 V8 3 − − − 1 11962Brabham Racing Organisation Lotus 24Climax 1.5 V8 5 − − − − −99. Brabham BT3 3 − − − − −1963 Lotus 25Climax 1.5 V8 1 − − − − −147. Brabham BT3 2 − − − − − Brabham BT7 7 − 1 − − −1964 Brabham BT7Climax 1.5 V8 6 − − 2 − 1118. Brabham BT11 4 − − − − − 1965 Brabham BT11 Climax 1.5 V8 6 − − 1 − − 9 10.1966 Brabham BT19Repco 3.0 V8 7 4 − − 2 142 (45) 1. Brabham BT20 2 − 1 − 1 −1967 Brabham BT20Repco 3.0 V8 1 − − − 1 −46 (48)2. Brabham BT19 2 − 1 − 1 − Brabham BT24 8 2 3 − − −1968 Brabham BT24Repco 3.0 V8 1 − − − − −223. Brabham BT26 10 − − − − − 1969 Motor Racing Developments Ltd. Brabham BT26A Ford Cosworth 3.0 V8 8 − 1 1 2 1 14 10. 1970 Brabham BT33 13 1 2 1 1 4 25 5. Gesamt 126 14 10 7 13 12 261

Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 131955 DNF1956 DNF1957 6 7 DNF DNF 71958 4 8 DNF 6 6 DNF 7 DNF 111959 1 2 3 1 DNF DNF 3 41960 DNF DSQ 1 1 1 1 1 41961 DNF 6 DNF DNF 4 DNF DNF DNF1962 DNF 8 6 DNF 5 DNF 4 41963 9 DNF DNF 4 DNF 7 5 4 2 131964 DNF DNF 3 3 4 12 9 14 DNF 151965 8 DNF 4 DNS 5 3 DNF1966 DNF 4 1 1 1 1 DNF DNF 21967 6 DNF 2 DNF 1 4 2 1 2 5 21968 DNF DNS DNF DNF DNF DNF DNF 5 DNF DNF DNF 101969 DNF DNF DNF 6 DNF 2 4 31970 1 DNF 2 DNF 11 3 2 DNF 13 DNF DNF 10 DNF

Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1957 Cooper Car Company Cooper T39 Ian Raby Rang 15 1958 David Brown Racing Development Aston Martin DBR1/300 Stirling Moss Ausfall Pleuelstange 1970 Equipe Matra Simca Matra MS650 François Cevert Ausfall Motorschaden

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 1955 O’Shea Racing Cooper T39 DNF 1957 Cooper Cooper T39 15 1958 Aston Martin Aston Martin DBR1 1 DNF 2 1959 John Coombs Racing Organisation Cooper T49 DNF 1963 Brabham DNF 1964 Brabham 10 1967 Sid Taylor Racing Lola T70 DNF 1970 Matra Matra MS650 10 12 5 DNF 1981 Eminence T.R. Ford Capri III 3.0S 21 1984 Porsche Porsche 956 DNF

Trivia Im November 2025 wurde der Asteroid (26647) Brabham nach ihm benannt.

Literatur Jack Brabham, Doug Nye: The Jack Brabham Story. Pavilion Books, London 2004, ISBN 1-86205-651-X. Karl Kling, Günther Molter: Jack Brabham. Jagd nach dem Sieg – Ein Rennfahrer erzählt. Büchert, Stuttgart 1954.

Weblinks

Offizielle Website (englisch)

Einzelnachweise

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