Cascais ist eine Stadt (Vila) in Portugal. Die Stadt liegt an einer sandigen Bucht des Atlantiks, etwa 25 Kilometer westlich von Lissabon.

Cascais kann von Lissabon aus per Autobahn oder mit der Eisenbahn erreicht werden. Beide Verkehrslinien enden hier. Außerdem verfügt Cascais über einen Yachthafen mit etwa 600 Liegeplätzen.

Am 29. September 2013 wurden die Gemeinden Cascais und Estoril zur neuen Gemeinde União das Freguesias de Cascais e Estoril zusammengeschlossen. Cascais ist Sitz dieser neu gebildeten Gemeinde.Veröffentlichung der administrativen Neuordnung (PDF; 2,3 MB) im Gesetzesblatt Diário da República, 28. Januar 2013; abgerufen am 1. Oktober 2014

Geschichte Die Gegend von Cascais war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, wie Ausgrabungen bewiesen. Die Nekropole von Alapraia besteht aus vier Felskuppelgräbern, die teilweise unter den Häusern an einem Brunnenplatz im namengebenden Ort östlich von Cascais liegen. Aus der römischen Zeit im ersten Jahrhundert sind mehrere Villen nachzuweisen. u. a. die Villa romana de Freiria gut 9 km nordwestlich von Cascais. Die arabische Zeit hinterließ verschiedene Ortsnamen in der Gegend. Der arabische Dichter Ibn Mukan, geboren in Alcabideche, war der erste, der Windmühlen in Europa erwähnte.

Im Jahre 1153 eroberte der erste portugiesische König, Alfons I. die Gegend zurück. Die Ortschaft Cascais wurde 1159 urkundlich erwähnt und gehörte damals zu Sintra.

Cascais bekam die Stadtrechte am 7. Juni 1364 von König Peter I. Etwa um diese Zeit muss auch die Burg gebaut worden sein, die der König an Gomes Lourenço de Avelar übergab.

König Johann II. ordnete 1488 den Bau eines Verteidigungsturms an. In der Zeit der portugiesischen Entdeckungsfahrten, etwa um 1537, bekam Cascais einen der ersten Leuchttürme des Landes. Heute steht an dieser Stelle der Leuchtturm Farol Guia, der 1810 errichtet wurde. Es handelt sich dabei um einen achteckigen Turm von 27 Metern Höhe.

Ab 1870 verbrachte die königliche Familie regelmäßig den Sommer in Cascais, wodurch der Ort auch den Adel und gehobene Bürgerschichten anzog.

1888 fand in Cascais das erste offizielle Fußballspiel Portugals statt. Am 30. September 1889 wurde die Eisenbahnlinie von Lissabon eröffnet.

Ab den 1930er Jahren wurde Cascais, zusammen mit dem an der Bucht gegenüberliegenden Estoril, der Sammelpunkt der portugiesischen Oberschicht und vieler vermögenden Reisenden aus dem Ausland.

Kreis Cascais Cascais ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises (Concelho de Cascais) und gehört zum Distrikt Lissabon. Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Sintra und Oeiras. Im Westen und Süden hat der Kreis Cascais Anteil an der Atlantikküste.

Mit der Gebietsreform im September 2013 wurden mehrere Gemeinden zu neuen Gemeinden zusammengefasst, sodass sich die Zahl der Gemeinden von zuvor sechs auf vier verringerte.Veröffentlichung der administrativen Neuordnung (PDF; 2,3 MB) im Gesetzesblatt Diário da República vom 28. Januar 2013, abgerufen am 16. März 2014

Die folgenden Gemeinden liegen im Kreis Cascais: mini|hochkant=1.3|Kreis Cascais

+ Einwohnerentwicklung des Kreises Cascais (1801–2011) Jahr 1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2008 2011 Einwohner 6052 5679 9463 22.932 59.617 141.498 153.294 170.683 188.244 205.117

Nahverkehr Über die Vorortzüge der Linha de Cascais entlang der Küste ist Cascais mit Lissabon (Estação Cais do Sodré) und der östlichen Nachbargemeinde Estoril verbunden. Die Fahrzeit ab dem Bahnhof Cascais beträgt zwischen 33 und 40 Minuten.

Städtepartnerschaften Partnerstädte von Cascais sind:Encontro Internacional de Geminações reúne 19 delegações estrangeiras em Cascais - „Internationales Treffen zu Städtepartnerschaften versammelt 19 internationale Delegationen in Cascais“, Artikel vom 27. Juli 2012 auf der Website der Stadt Cascais, abgerufen am 5. Januar 2018, Website der Stadt Cascais, abgerufen am 5. Januar 2018 StadtLandseitTypAtami 15px1990PartnerstadtBenguela 15px1998Biarritz 15px1988PartnerstadtBubaque, Bolama2010Butscha 15px2022PartnerstadtCampinas 15px2012PartnerstadtEssaouira2022PartnerstadtGaza 15px2000PartnerstadtGuarujá 15px2001PartnerstadtHarbin 2015in AnbahnungCascais e Harbin (China) querem ser irmãs - „Cascais und Harbin wollen Schwestern werden“, Artikel vom 16. April 2015 auf der Website der Stadt Cascais, abgerufen am 5. Januar 2018Irpin 15px2022PartnerstadtKarşıyaka2012PartnerstadtLavrio2023PartnerstadtMiami Beach 15px2019PartnerstadtPampilhosa da Serra 15px2018PartnerstadtRacconigi2003KooperationsvertragSal1993PartnerstadtSantana1986PartnerstadtSausalito2012PartnerstadtVisita da Mayor de Sausalito a Cascais - „Besuch der Bürgermeisterin von Sausalito in Cascais“, Artikel vom 18. Juli 2016 auf der Website der Stadt Cascais, abgerufen am 5. Januar 2018Sinaia 15px2018PartnerstadtUngheni 15px2012PartnerstadtViseu 15px2023PartnerstadtVitória 15px1986PartnerstadtWuxi1993PartnerstadtXai-Xai2000Partnerstadt

Sehenswürdigkeiten Der Leuchtturm Farol de Guia liegt am westlichen Stadtrand von Cascais an der N247 (Avenida Nossa Senhora do Cabo). Neben dem Leuchtturm bietet auch die dortige Steilküste am Atlantik einen beeindruckenden Anblick. Die Boca do Inferno ist eine vom Meer unterspülte Steilküste; sie liegt etwa zwei Kilometer westlich von Cascais und ist zu Fuß oder mit dem Stadtbus zu erreichen. Neben dem Jachthafen von Cascais befindet sich das Farol Museu de Santa Marta, ein zu einem Museum umfunktionierter Leuchtturm. Das Condes de Castro Guimarães ist ein ehemaliges Herrschaftshaus mit großer Bibliothek. Das in einem weitläufigen Park gelegene Gebäude kann mittlerweile besichtigt werden. Im Jahr 2009 wurde ein dem Werk der Malerin Paula Rego gewidmetes Museum eröffnet, das auf Wunsch der Künstlerin von dem bekannten portugiesischen Architekten Eduardo Souto de Moura entworfen wurde, die Casa das Histórias Paula Rego.

Sport Zwei Golfplätze stehen den Golfern nahe der meeresseitigen Hauptstraße, drei und vier Kilometer westlich von Cascais, zur Verfügung.

Im Oktober 2021 wird hier mit dem Ironman Portugal der erste Langdistanz-Triathlon der Rennserie in Portugal ausgetragen.

Galerie

Söhne und Töchter der Stadt José de Freitas Ribeiro (1868–1929), Fregattenkapitän und Politiker, 1915 Premierminister, 1917–1919 Gouverneur von Portugiesisch-Indien Paulo de Melo Sampaio (1926–1968), Architekt, wirkte vor allem in Mosambik A. H. de Oliveira Marques (1933–2007), Historiker, Hochschullehrer und Autor João Morais (1935–2010), Fußballspieler und -trainer José Luis Encarnação (* 1941), Informatiker, Autor bedeutender Entwicklung im Bereich Computergrafik Ricardo Salgado (* 1944), Bankier und Ökonom Manuel Mello-Breyner (* 1953), Autorennfahrer und Motorsportfunktionär António Augusto da Ascensão Mendonça (* 1954), Professor und Politiker José António Bargiela (1957–2005), Fußballspieler Fernando Fragata (* 1969), Filmregisseur Paulo Raimundo (* 1976), kommunistischer Politiker Paulo Ferreira (* 1979), Fußballspieler Ricardo Martins (* 1982), Radrennfahrer Fernando Varela (* 1987), kapverdischer Fußballspieler Daniel Carriço (* 1988), Fußballspieler Bernardo Gaspar Lopes (* 1993), portugiesisch-gibraltarischer Fußballspieler Domingos Duarte (* 1995), Fußballspieler Camilla Kemp (* 1996), deutsche Surferin Felipe Cunha e Silva (* 1997), Tennisspieler Duarte Vale (* 1999), Tennisspieler Francisco Mascarenhas (* 2000), Fußballspieler Andreia Jacinto (* 2002), Fußballspielerin

Weblinks

Cascais: Tipps & Sehenswürdigkeiten (deutsch) Cascais und Umgebung. Portugal-Reiseinfo (deutsch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Freguesia in Portugal