mini|hochkant|Diego von Bergen, um 1935.Motiv, In: Stuttgarter NS-Kurier. Nr. 8, Abend-Ausgabe, Stuttgart, den 5. Januar 1935, S. 5. Carl-Ludwig Diego von Bergen (* 30. Oktober 1872 in Bangkok; † 7. Oktober 1944 in Wiesbaden) war ein deutscher Diplomat. Er war von 1920 bis 1943 Botschafter des Deutschen Reichs beim Heiligen Stuhl.

mini|hochkant|Das Grab von Diego von Bergen und seiner Ehefrau Vera, geborene von Dirksen, im Familiengrab auf dem Nordfriedhof (Wiesbaden).

Leben Diego von Bergen war der Sohn des damaligen deutschen Konsuls in Siam, Werner von Bergen, und der Spanierin Isabel geb. de Alcalá. Er führte als Exlibris, in Fertigung von Adolf Matthias Hildebrandt, das Wappen eines Familienmitglieds des brandenburgischen Adelsgeschlechts Berg.Vgl. Er gehörte der evangelischen Konfession an. Seine Großeltern waren preußischen Regierungsrats Adolph von Bergen und Auguste Amalie geb. Wartmann.

Die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte er in Bangkok, Saigon und Guatemala, bis er 1881 an die Klosterschule Roßleben kam. Nach dem Abitur 1888 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität zu Berlin. Er wurde 1895 zum Dr. iur. promoviert und trat im selben Jahr in den diplomatischen Dienst, seine erste Position war Attaché in Guatemala. Nach Beendigung des Vorbereitungsdienstes wurde er 1898 Legationssekretär. Im Jahr darauf wurde er als zweiter Sekretär der Gesandtschaft in Peking eingesetzt, 1901 nach Brüssel, 1905 nach Madrid versetzt.

1906 wurde er Gesandter des Königreichs Preußen beim Vatikan. Nach seiner Rückkehr war er von 1911 bis 1919 Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes und wurde 1914 zum Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister ernannt sowie 1915 zum Wirklichen Legationsrat und Vortragenden Rat. Zuletzt war von 1917 bis 1919 Ministerialdirigent in der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes. Im Ersten Weltkrieg war von Bergen damit beauftragt, Lenin im Auftrag der OHL durch Deutschland nach Russland zu schleusen.

Im Mai 1919 wurde er dann zunächst wieder Gesandter beim Vatikan und war dann von 1920 bis 1943 erster Botschafter des Deutschen Reichs beim Heiligen Stuhl. Von 1930 bis 1943 war er der Doyen des Diplomatischen Corps der beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschafter.

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges kam es zunehmend zu Spannungen zwischen dem Deutschen Reich und dem Vatikan. Nach der Weihnachtsansprache von Papst Pius XII. 1942 befahl Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop Bergen dem Vatikan als Reaktion auf die Weihnachtsansprache 1942 mit Vergeltungsmaßnahmen zu drohen. Botschafter Bergen, der dem Auftrag seines Berliner Vorgesetzten nachkam, berichtete, dass der Papst ihm zunächst schweigend zugehört habe. Dann habe er in aller Ruhe gesagt, ihn bekümmere nicht, was ihm zustoßen werde. Doch käme es zu einem Konflikt zwischen der Kirche und dem deutschen Staat, so würde der Staat den Kürzeren ziehen.

Von Bergen, der am 30. Oktober 1939 die Aufnahme in die NSDAP beantragt hatte und zum 1. November desselben Jahres aufgenommen wurde (Mitgliedsnummer 7.232.700),Bundesarchiv (BArch), R 9361-IX KARTEI/2481307. wurde auf diesem Posten Mitte 1943 vom bisherigen Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Ernst von Weizsäcker, abgelöst.Apostolische-Nachfolge.de: Das Diplomatische Korps beim Heiligen Stuhl. Stand 1. September 2019.

Familie Diego von Bergen hatte mit Ellen-Vera von Dirksen, verw. Gräfin von Wedel,Lebensdaten siehe Grabstätten-Bildnis. zwei Kinder. Sie war die Tochter der Ella Schnitzler aus Köln und des Willibald von Dirksen, SchwesterGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser 1908. Jg. 2. Justus Perthes, Gotha 1907–11, S. 214 f. des Herbert von Dirksen. In erster Ehe war Ellen-Vera mit Graf Wilhelm (Wilhelm August) von Wedel (1882–1915) verheiratet, der war Rittmeister in den Potsdamer` Elite-Regimenter der Gardes du Corps respektive des 1. Garde-Regiments zu Fuß und fiel an der Westfront. Aus dieser Ehe stammt die 1913 in Potsdam geborene Tochter Elka, die Anfang der 1940er Jahre als Auslandsreferentin der Reichsjugendführung tätig warGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1942. Jg. 115. Justus Perthes, Gotha 1941–11, S. 625. und später als Buchhändlerin und Geschäftsführerin in Wiesbaden tätig war. In Wiesbaden lebte auch ihre Mutter Ellen-Vera von Bergen als Witwe.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1962. Band IV, Band 28 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1962, S. 527.

Literatur Gregor Wand: Stillsitzen auf verlassenem Posten? Der deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl Diego von Bergen (1920–1943). In: Michael Matheus, Stefan Heid (Hrsg.): Orte der Zuflucht und personeller Netzwerke. Der Campo Santo Teutonico und der Vatikan 1933–1955. Herder, Freiburg 2015, S. 199–221.

Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Hrsg. Auswärtiges Amt, Historischer Dienst. Band 1: Johannes Hürter: A–F. Schöningh, Paderborn u. a. 2000, ISBN 3-506-71840-1, S. 118. Adalbert Erler: Bergen, Diego von. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 78. Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Bergen. Carl-Lud. Diego v. , In: Degeners Wer ist`s?, X. Ausgabe, Selbstverlag, Berlin 1935, S. 98.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

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