mini|Gesamtansicht des Palastes um 1830 mini|Khanpalast von Bachtschyssaraj Der Khanpalast von Bachtschyssaraj (, ) war der Sitz der Herrscher über das Khanat der Krim und stammt in seinen ältesten Bestandteilen aus dem 16. Jahrhundert. Heute befindet sich in dem nationalen Heiligtum der Krimtataren ein Museum. Der Name „Bachtschyssaraj“ (krimtatarisch Bağçasaray, ukrainisch und russisch Бахчисарай) kommt aus dem Türkischen und bedeutet „Gartenpalast“. Dieser Name bezeichnete ursprünglich alleine den Khanpalast, ging später jedoch auf die gesamte Stadt über.CBIT [ed.]: Der Khanpalast. Simferopol 2009, S. 5
Geschichte Der Baubeginn des Palastes geht auf Khan Sahib I. Giray zurück, der bis zu seinem Tod 1551 einen Gebäudekomplex errichten ließ,Kerstin S. Jobst: Geschichte der Krim. Iphigenie und Putin auf Tauris. De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2020, S. 144–145. welcher einen weitaus größeren Umfang hatte als die heute erhaltenen Teile des Palastes. Nachdem ein Brand im Jahr 1736 viel von der ursprünglichen Bausubstanz zerstört hatte, leitete Khan Selamet II. Giray (1737–1743) den Wiederaufbau ein. Unter Khan Qirim Giray (1758–1769) wurden weitere wesentliche Elemente hinzugefügt.Artur Grossman: Die Krim – mit Lemberg, Kiew und Odessa. Bielefeld 2009, S. 216f. Seit 1917 ist der Palast ein staatliches Museum.CBIT [ed.]: Der Khanpalast. Simferopol 2009, S. 3
Gebäude Der Palastkomplex gliedert sich in Haupthof, Wirtschaftshof und Khansfriedhof und besteht heute hauptsächlich aus dem Hauptgebäude mit Diwanssaal, Goldenem Kabinett, Brunnenhof und Kleiner Palastmoschee, der Großen Khan-Dzhami-Moschee, dem Harem, dem Palais Katharinas II., dem Sary-Giuzel-Bad und dem Mausoleum der Diliara Bikech.Artur Grossman: Die Krim – mit Lemberg, Kiew und Odessa. Bielefeld 2009, S. 217ff.
Der „Tränenbrunnen“ mini|hochkant|Tränenbrunnen im Khanpalast in Bachtschyssaraj Im Brunnenhof befindet sich der „Tränenbrunnen“, der aus einem einzigen Marmorblock gemeißelt wurde und ursprünglich am Mausoleum der Diliara Bikech stand. Der Brunnen ist ein Andenken des Khans Qirim Giray an seine verstorbene Frau Diliara Bikech. Er wurde vom Hofkünstler Omer um 1764 gefertigt. Die Tropfen des Wassers fallen noch heute rhythmisch auf zwei auf einem Vorsprung liegende Rosen. Viele Dichter und Maler haben sich von dem Brunnen inspirieren lassen, so etwa Alexander Puschkin („Der Brunnen von Bachtschissaraj“) oder Adam Mickiewicz.CBIT [ed.]: Der Khanpalast. Simferopol 2009, S. 13
Rezeption 1846 schuf der Maler Wilhelm Kiesewetter das Modell „Der Palast der Tartar-Chane in der Krim“, das zum Bestand des Museums Europäischer Kulturen zählt.
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Einzelnachweise
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