250px|mini|Type O Negative (2007) Type O Negative [] war eine amerikanische Rock- bzw. Metalband. Sie wurde 1989 von den aus Brooklyn, New York stammenden Musikern Peter Steele (mit bürgerlichem Namen Peter Ratajczyk, * 4. Januar 1962; † 14. April 2010), Sal Abruscato (* 18. Juli 1970), Kenny Hickey (* 22. Mai 1966) und Josh Silver (* 14. November 1962) gegründet.J. Bennett: In: Decibel Magazine. April 2007. Zuweilen wurde die Band dem Doom Metal bzw. wegen ihres größten Hits (Black No. 1) dem Gothic Metal zugeordnet.Siehe hierzu Josh Silver auf Blasting-Zone.com.

Der Bandname ist die englische Bezeichnung der Blutgruppe Null-Negativ, gleichzeitig aber auch eine Anspielung auf die typisch depressive Stimmung in Musik und Texten der Band, die sich mitunter auch selbst Drab Four nannte (ein Wortspiel mit Fab Four, drab steht in der englischen Sprache für „eintönig“ oder „düster“). Das Symbol der Band war ein in grün (neben schwarz die charakteristische Farbe der Band) gehaltener Kreis, in dessen Mitte sich ein Minuszeichen befindet. Alle Bandmitglieder trugen dieses Symbol als Tätowierung auf dem Oberarm.

Geschichte Carnivore und die Anfänge Über einen Instrumentenhersteller lernte Sal Abruscato Louie Beato kennen, den damaligen Schlagzeuger von Carnivore. Beato brachte Abruscato die Grundlagen der Perkussion bei und spielte ihm Musik der Schlagzeuger John Bonham (Led Zeppelin) und Bill Ward (Black Sabbath) vor.

Über Beato lernte Abruscato auch Peter Steele kennen, den damaligen Sänger und Bassisten von Carnivore. Als Carnivore sich auflösten, fragte Abruscato Steele, ob dieser nicht etwas Neues anfangen wolle. Steele arbeitete zu der damaligen Zeit für das Parkamt des Staates New York und ließ sich, obwohl er an seinem gegenwärtigen Beruf durchaus Gefallen fand, dann doch zur Gründung einer neuen Band überreden. Mit Kenny Hickey und Josh Silver, der zuvor schon mit Steele in den Bands Aggression und Fallout gespielt hatte, war die Besetzung komplett.

Gegen den ursprünglich beabsichtigten Bandnamen Repulsion sprach, dass bereits eine andere Band diesen Namen trug. Gleiches galt für die gewählte Alternative Sub-Zero. Schließlich fiel die Wahl auf den Namen Type O Negative, angeblich wegen eines zufällig zu der Zeit im Radio spielenden Aufrufs, die entsprechende Blutgruppe zu spenden.

Steele und Silver schickten die ersten Demoaufnahmen (zu denen Steele die Lieder angeblich in trunkenem Zustand in nur vier Stunden geschrieben hatte) an verschiedene Plattenfirmen, mit der Idee, der meistbietenden Firma den Zuschlag zu geben und das Album selber aufzunehmen. Schließlich wurde nach acht Monate langen Verhandlungen ein Vertrag auch mit RoadRacer – dem Label von Carnivore – abgeschlossen und von Peter Steele mit eigenem Blut unterzeichnet. Allerdings wurde der zur Produktion vorgestreckte Zuschuss anderweitig durchgebracht und am 11. Juni 1991 die Demobänder schließlich als erstes Studio-Album Slow, Deep and Hard herausgebracht.

Slow, Deep and Hard und Kontroversen Der generelle Stil auf Slow, Deep and Hard ist eine Mischung aus aggressiven Rhythmen, Grabesgesängen und Rock-Elementen. Musikalisch dominierten Steeles extrem tiefer Bass und Silvers ans epische grenzende Keyboard-Arrangements. Thematisch werden Frustration über soziale Verhältnisse, Probleme mit Frauen und selbstzerstörerische Tendenzen aufbereitet. Ein für die Band typisches Kuriosum ist das eine Minute lange Stück The Misinterpretation of Silence and Its Disastrous Consequences, welches nur Stille beinhaltet. Wie auch die späteren Alben mit Beteiligung der Band am Produktionsprozess war es in Silvers eigenem Studio in Brooklyn, Systems II, aufgenommen und abgemischt worden. Dasselbe gilt für Peter Steeles maßgebliche Beteiligung an der künstlerischen Aufmachung des Produkts. Das Cover von Slow, Deep and Hard zeigt eine grün eingefärbte, grobkörnige Nahaufnahme einer vaginalen Penetration.

Deutlich zeigten sich auch noch die früheren Einflüsse von Carnivore, die auf Konzerten des Öfteren das Publikum mit Körperteilen und Blut von Tieren aus einer Schlachterei beworfen hatten und auch einschlägig für Texte bekannt gewesen waren, in denen Eigenschaften der Geschlechter und ihrer Gegensätze sowie politische und soziale Themen bis ins Apokalyptische hochstilisiert wurden. Relativ schnell wurde Type O Negative (vor allem während der ersten Tourneen in Europa) wegen angeblich frauenfeindlicher und rechtsradikaler Tendenzen angefeindet, die zum Beispiel an den Songs Unsuccessfully Coping with the Natural Beauty of Infidelity und Der Untermensch festgemacht wurden.

Zitat aus dem Liedtext zu Unsuccessfully Coping with the Natural Beauty of Infidelity – auch bekannt unter dem Namen I Know You’re Fucking Someone Else: you had cock on your mind and cum on your breath inserted that diaphragm before you left practicing freelance gynecology where there’s a womb there’s a way with you it’s for free slut whore cunt

Zitat aus dem Liedtext zu Der Untermensch: hey you on public assistance why don’t you get a job sell some dope and buy some pride it’s the only thing you couldn’t rob […] been doing some thinking and I have an answer to arrest the spreading cancer send you back from where you’re from get the fuck rid of you (sub)human scum

Infolgedessen kam es zu mehreren gewalttätigen Zwischenfällen bei Konzerten. Type O Negative haben sich mehrfach von den Vorwürfen distanziert, unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass ein Mitglied, Josh Silver, Jude sei und seine Mitgliedschaft schwerlich mit einer rechtsradikalen oder nazistischen Einstellung der Band vereinbar gedacht werden könne.

Die nie ganz geklärten Kontroversen sollten auch später noch Gegenstand der Auseinandersetzung in der Musik und den Texten von Type O Negative sein, auch wenn sie sich in der Folgezeit bewusst weniger konkret politischen Inhalten widmeten.

Origin of the Feces mini|Vorlage für das Cover zur zweiten Veröffentlichung von Origin of the Feces 1992 sollte die Band auf Anraten von Roadrunner ein Live-Album einspielen. Tatsächlich wurde The Origin of the Feces (not live at Brighton Beach) stattdessen ein weiteres Studio-Album, größtenteils mit (bereits melodischeren) Varianten von Songs vom ersten Album. Mit der Hilfe von grölenden Freunden aus der Nachbarschaft und etwas Technik wurden die Aufnahmen danach einfach auf live getrimmt. Dabei wurden auch zahlreiche Anspielungen auf das verhasste Image der Band gemacht: So wird das „Konzert“ durch ein Bombenentschärfungskommando unterbrochen, und erstmals tauchen auf einem Tonträger die „You suck!“-Chöre der Fans auf, die später in einer Art traditionellem Ritus kurz vor den Auftritten von Type O Negative intoniert wurden. Das Cover des Albums zeigte bei der ersten Veröffentlichung (vom 30. Juni des Jahres) eine schwarzweiße Großaufnahme von Steeles gespreiztem Hinterteil. Die zweite Veröffentlichung am 17. Mai 1994 (dem eine Coverversion von Black Sabbaths Paranoid hinzugefügt wurde) hatte stattdessen eine grün gefärbte Darstellung eines Totentanzes auf dem Cover vorzuweisen (welche man sowohl Michael Wolgemut als auch Hans Holbein dem Jüngeren zuschreibt). Im Booklet bedankte sich die Band bei der „Radikalen Linken“ dafür, dass diese sie berühmt gemacht habe („And a very special thanks to the radical left for making us so famous“).

Bloody Kisses und der Durchbruch

Das Album Bloody Kisses vom 17. August 1993 bedeutete den großen Wurf für die Band: Während das Vorgängerwerk noch recht sperrig gewesen war, präsentierten Type O Negative auf Bloody Kisses einen opulenten orchestralen Sound mit Choralgesängen und mehreren Orgeleinlagen. Hardcore- und noiselastige Stücke gerieten eher in den Hintergrund. Das Album erhielt von der RIAA im Dezember 2000 eine Platin-Auszeichnung.

Etwa zwei Monate nach dem ersten Erscheinen des Albums verließ Schlagzeuger Sal Abruscato Type O Negative, um bei Life of Agony mitzuspielen, da zunächst für Type O Negative keine Tourneen geplant waren, Abruscato aber unbedingt auf Tournee gehen und live spielen wollte. Ein ehemaliger Roadie der Band, Johnny Kelly (* 9. März 1968), nahm dafür seinen Platz ein. Kelly hatte bis dato unter anderem den Tourbus gefahren und technische Arbeiten am Schlagzeug durchgeführt. Nachdem er sein Talent als Schlagzeuger bei Type O Negative unter Beweis stellen konnte, spielte er in dieser Funktion unter anderem auch bei Pist*On, in einer Led-Zeppelin-Coverband namens Earl’s Court und seit 2002 bei den Live-Auftritten von Danzig mit.

1995 ließ sich Peter Steele für das Magazin Playgirl nackt (und, für die Fotomodelle des Magazins eigentlich ungewöhnlich, mit erigiertem Penis) ablichten, ein Schritt, zu dem er sich wegen erhoffter Publicity für die Band (nach Absprache mit dieser und deren Management) entschloss, den er aber später nach eigenen Angaben bereut haben soll. Die damit zusammenhängenden Erfahrungen (vermehrte sexuelle Angebote an Steele seitens der (überwiegend) männlichen Leserschaft von Playgirl) inspirierten dann den Song I Like Goils (zu Deutsch etwa: „Ich steh’ auf Mädels“) auf dem sechsten Album Life Is Killing Me.Gail Worley: In: Ink 19. Oktober 2003.Brian McQueen: In: The Gazette. 28. Januar 1997.

October Rust und After Dark

mini|links|Peter Steele bei einer Autogrammstunde in London, ca. 1991 Am 20. August 1996 erschien das wahrscheinlich kommerziellste Album von Type O Negative, October Rust. Tod, Depressionen, Drogen und Sex gehörten immer noch zu Themenkreis und Stimmung, doch der Gothic-Stil war aufgegeben worden zugunsten paganistisch anmutender Elemente und eines allgemein ruhigeren aber auch poppigeren Tempos mit vielen gleichzeitig komplexeren, aber auch den Gesamteindruck glättenden Tonspuren. Auch der zuvor noch deutlich vernehmbare Hass auf die Welt war auf diesem Album stärker betonten Selbstzweifeln und einem Grundthema der Verzweiflung gewichen. Das Lied Red Water (Christmas Mourning) spiegelte Steeles Erfahrung wider, der im Februar 1995 seinen Vater verloren hatte (nach eigenen Angaben wurde der Song daher auch nie live gespielt). Obwohl October Rust am 20. Juli 2000 Gold erhielt und ganze vier Singles ausgekoppelt wurden, musste es dennoch Kritik einstecken, die diesmal in etwa formulierte, die Band hätte sich mit dieser Veröffentlichung zu sehr an ein größeres Publikum angebiedert. Beinahe unbeachtet blieb dabei das Zwischenstück The Glorious Liberation of the People’s Technocratic Republic of Vinnland by the Combined Forces of the United Territories of Europa, eine Anspielung auf die Idee von Amerika als Vinland, einen Begriff, den unter anderem US-Neonazis verwenden.

1996 traten Type O Negative zum ersten Mal auf dem With Full Force Festival (22. Juni), dem Roskilde-Festival (28. Juni), dem Graspop-Festival (30. Juni) und dem Monsters-of-Rock-Festival (18. Oktober) auf. In der Folgezeit tourte die Band auch weiter vermehrt. 1997 begleiteten sie die Ozzfest Tournee, 1999 traten sie im Rahmen ihrer Summer Breeze Europe Tour auf dem Doomsday Festival (21. August) und dem Bizarre-Festival (22. August) auf.

Am 24. März 1998 veröffentlichte die Band ein VHS-Video namens After Dark, auf dem neben den Musikvideos zu den Songs Black No. 1 (Little Miss Scare-All), Christian Woman (zwei Versionen), My Girlfriend’s Girlfriend, Love You to Death und Cinnamon Girl auch zahlreiche Backstage- und Homevideoaufnahmen zu sehen sind. Von After Dark erschien am 18. September 2000 eine erweiterte DVD-Fassung. Im Oktober 2006 erhielt das Video von der RIAA den Status Gold.

World Coming Down