Eduard Lanz (* 23. April 1886 in Biel; † 19. November 1972 in Biel) war ein Schweizer Architekt.

Leben mini|Volkshaus in Biel, erbaut 1930–1932 Der Urenkel von Georg Friedrich Heilmann und Sohn eines Arztes durchlief von 1897 bis 1905 das Progymnasium und Gymnasium in Biel. Nach einem Praktikum als Zimmermann in Münchenbuchsee, studierte er von 1905 bis 1910 an der ETH Zürich. In Deutschland vertiefte er seine Studien 1908/1909 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Nach kurzer Mitarbeit bei Joss & Klauser in Bern war er 1911–1915 im Büro von Chessex und Chamorel mit der Bauleitung der Erweiterung des Hotel Palace in Lausanne-Ouchy betreut. 1916 ging er nach Berlin ins Büro von Bruno Möhring; 1917–1918 war er Meisterschüler bei German Bestelmeyer. Besuch der Berliner Kunstakademie und der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg. In Deutschland lernte er die Gartenstadtbewegung kennen und trat der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei. (1)

Nach der Rückkehr in die Schweiz 1919 erhielt er eine Anstellung im Baubüro der Schweizerischen Bundesbahnen in Basel, wo er unter anderem mit der Planung und Realisierung der Lokomotivremise in Biel beschäftigt war. Eduard Lanz heiratete 1921 Dora Paula Grütter (1889–1982) aus Burgdorf, zog nach Nidau und wurde Vater von 3 Kindern. (1)

Ab 1924 war er selbständiger Architekt in Biel. Dort trat er ebenfalls der Sozialdemokratischen Partei bei und unterstützte sie bei ihrem Anliegen, ein eigenes Volkshaus zu bauen. Sein soziales Engagement machte ihn in Biel und Umgebung in Zeiten der Wohnungsnot zum Pionier und Wegbereiter des gemeinnützigen Wohnungsbaus. (1)

Sein Interesse historische Bauten zu erhalten, untermauerte er mit der Restaurationen mehrere Kirchen, wobei sein aufwändigstes Projekt die Stadtkirche Biel war. 1935/36 gab er durch die Sanierungsmassnahmen der BIWO der Bieler Altstadt wieder ein schönes Aussehen. Als Architekt und Historiker beschäftigte er sich 1937 bis 1939 mit archäologischen Ausgrabearbeiten in Petinesca.

Seine Erfahrungen als Architekt gab er als Lehrer am Bieler Technikum weiter. 1953 setzte er sich für das Stimm- und Wahlrecht für Frauen im Kanton Bern ein.Die Familie Lanz auf www.altstadt-biel-bienne.ch

Mitgliedschaften (Auswahl) Präsident der Sektion Bern im Schweizerischen Verband für Wohnwesen 1926/1927: Vorstandsmitglied der Eisenbahnerbaugenossenschaft Biel 1928: Mitglied im Bund Schweizer Architekten (BSA), Sektion Bern 1929: Mitglied im Historischen Verein des Kantons Bern Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Urgeschichte Mitglied der Bieler Museumskommission Mitglied der Kommission für die Prüfung der Erwerbung von Gemälden aus dem Nachlass des Malers Robert, Mitglied der Schweizerischen Vereinigung zur Erhaltung der Burgen und Ruinen. 1938: Gründungsmitglied im Seeländischen Verein für Heimatforschung 1939–1947: Präsident vom Altstadtleist Biel Mitglied und Obmann des Schweizer und Berner Heimatschutzes, Gründer der Sektion Biel

Auszeichnungen 1966: Auszeichnung mit dem Kulturpreis der Stadt Biel (wegen seines Engagements für die Verbreitung des „Modernen Bauens“ in Verbindung mit sozialem Engagement)

Bauten und Entwürfe (Auswahl) 1919–1923: Lokomotivremise in Biel 1923: Ferienhaus des Arbeitervereins Kinderfreunde Biel in Magglingen 1924: Fabrikgebäude der Fahrradfabrik Cosmos in Biel 1926–1945: Genossenschaftliche Siedlungen Rennweg, Falbringen, Möösli, Champagne und Linde, Biel & Siedlung Hofmatten, Nidau 1927: Wohnhaus für Emil Schibli in Lengnau 1929: Kinderferienheim Bärgsunne der Ferienversorgung Nidau in Schwanden 1929: Umbau des Ernst-Möschler-Hauses in Nidau 1931: Umbau des alten Schulhauses in Nidau (heute Gemeindehaus) 1932: Volkshaus in Biel 1933: Eigenheim (Zweifamilienwohnhaus) für Lanz in Biel 1934: Dreifamilienwohnhaus für Lanz und DeLuca in Biel 1935: Umbau des Clubhauses des Schweizerischen Frauenalpenklubs (SFAC) in Les Prés d’Orvin 1936: Weekend-Haus für Hugor Renfer am Thunersee 1937: Weekend-Haus für Walter Roth am Neuenburgersee 1939: Zofingerhaus Bern 1940: Holzlagerschopf der Burgergemeinde in Biel (1) 1940: Wyttenbach-Haus (evang.-ref. Kirchgemeindehaus) in Biel (Ausmalung im Grossen Saal durch Walter Clénin) 1946: Restaurierung des Venner-Haas-Turms in Biel 1947: Erweiterungsbauten des Bezirksspitals in Biel 1950: Schwesternhaus in Bellelay 1950: Restaurierung der Kirche in Vinelz 1952: Verbindungstrakt am Stadttheater in Biel (1) 1959: Umbau der Kapelle in Magglingen 1960–1961: Uhrenfabrik Milus in Biel 1962–1963: Restaurierung der Kirche in Ligerz 1967: Studentenfoyer «Römerquelle» in Biel 1969–1971: Sanierung und Restaurierung der Stadtkirche St. Benedikt in Biel sowie weitere Wohnbauten, Weekend-Häuser, Ferienhäuser der Naturfreunde, Sanierungen und Restaurierungen

Archivalien Archivbestand zu Eduard Lanz (1910–1972). ISIL: CH-001538-7 0004 Eduard Lanz. Archives de la construction moderne der EPFL, Lausanne, Schweiz.

Literatur Alexandra Ecclesia: Zofingerhaus Bern. «Schlicht und unaufdringlich hat es seinen Zweck zu erfüllen». In: 200 Jahre Zofingia Bern. Bern 2019, S. 33–45. Christian Hunziker, Sylvain Malfroy: Eduard Lanz et la miniature architecturale. In: Matières, cahier annuel de l'Institut de Théorie et d'Histoire de l'Architecture (ITHA) du Département d'Architecture de l'Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne, Band 1 (1997), S. 77–87. Sylvain Malfroy: Lanz, Eduard. In: Isabelle Rucki, Dorothee Huber (Hrsg.): Architektenlexikon der Schweiz. 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2, S. 334 f. Sylvain Malfroy: Des alvéoles d’intimité dans un environnement communautaire. In: Bieler Jahrbuch 1995, S. 52–67. Nathalie Ritter: eduard lanz. die genossenschaftlichen siedlungsbauten. Lizentiatsarbeit, Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern, 2005. Nathalie Ritter: Eduard Lanz 1886–1972. Rot und schwarz. Lokale Architektenkarriere und internationales Selbstverständnis. Dissertation, Universität Bern, 2011. Gunther Schärer: Eduard Lanz (1886-1972). In: Bieler Jahrbuch 1972, S. 85–93.

Weblinks

Ein Vorläufer der Moderne von Eduard Lanz. Das Haus Schibli in Lengnau (BE), erbaut 1927 auf www.bauforschungonline.ch Eduard Lanz auf www.memreg.ch Die Familie Lanz auf www.altstadt-biel-bienne.ch

Einzelnachweise

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