Feilbingert ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach an.

Geographische Lage Der Ort liegt am Rande des Nordpfälzer Berglandes inmitten von Weinbergen und Wäldern. Der Name bezeichnet zwei ehemals getrennte Orte „Feil“ und „Bingert“.

Geschichte Im Jahr 1071 wird Bingert erstmals im Codex Laureshamensis, dem Urkundenbuch der ehemaligen Fürstabtei Lorsch als „Binegarten“ schriftlich genannt. Feil fand im Jahre 1237 zum ersten Mal schriftliche Erwähnung. Der nahe gelegene Lemberg war vom 15. Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine überregional sehr bedeutsame Quelle für Quecksilber-Erze, siehe auch Liste von Bergwerken in der Pfalz und Besucherbergwerk Schmittenstollen. Der Deutsche Kaiser Wilhelm I. nächtigte von einem Unwetter an der Durchreise gehindert in einer Feilbingerter Gaststätte.

Nach dem Wiener Kongress gehörte Feilbingert als pfälzischer Ort zu Bayern, wo es bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verblieb. Bei der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort vom Landkreis Rockenhausen in den Landkreis Bad Kreuznach umgegliedert. Kirchlich gehört Feilbingert weiterhin zur Evangelischen Kirche der Pfalz und zum Bistum Speyer.

Statistik zur Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Feilbingert, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 709 1835 1.154 1871 1.144 1905 1.263 1939 1.170 1950 1.287 Jahr Einwohner 1961 1.295 1970 1.516 1987 1.473 2005 1.741 2017 1.5492022 1.488

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Feilbingert besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat: Wahl SPD CDU FDP FW Gesamt 2024 5 7 3 1 16 Sitze 2019 6 7 3 – 16 Sitze 2014 6 7 3 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2009 5 7 4 – 16 Sitze 2004 6 7 3 – 16 Sitze Bürgermeister Ortsbürgermeisterin ist Andrea Silvestri (CDU). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 72,48 % und am 9. Juni 2024 als einzige Bewerberin mit 66,4 % jeweils für weitere fünf Jahre in ihrem Amt bestätigt.

Wirtschaft und Infrastruktur Weinbau Feilbingert gehört zum „Weinbaubereich Nahetal“ im Anbaugebiet Nahe. Im Ort sind drei Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 20 Hektar. Etwa 71 Prozent des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2007). Im Jahre 1979 waren noch 46 Betriebe tätig, die damalige Rebfläche war mit 53 Hektar mehr als doppelt so groß.

Tourismus Seit 2006 gibt es einen Panoramaweg rund um Feilbingert. Das nahe gelegene Besucherbergwerk Schmittenstollen erläutert die montanhistorische Vergangenheit des Ortes.

Kirchengemeinden Protestantische Kirchengemeinde Katholische Kirchengemeinde St. Michael

In Feilbingert geboren Johann Carl Hahn (1824–1896), Bergrat und Landtagsabgeordneter (NLP) Heinrich Bohner (1842–1905), evangelischer Missionar in Afrika Albert Reinhard (1916–2015), Verwaltungsjurist und Politiker, Landtagsabgeordneter und Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Feilbingert Liste der Naturdenkmale in Feilbingert

Weblinks

Internetseiten der Gemeinde Feilbingert Kurzporträt über Feilbingert bei SWR Fernsehen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bad Kreuznach Kategorie:Weinort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Ersterwähnung 1071