Der Landkreis Schaumburg ist ein Landkreis im mittleren Niedersachsen, westlich von Hannover. Die Kreisstadt ist Stadthagen. Der Landkreis wurde 1977 im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen aus den ehemaligen Landkreisen Schaumburg-Lippe und Grafschaft Schaumburg sowie einigen Gemeinden des ehemaligen Landkreises Springe gebildet.

Der Landkreis Schaumburg ist Mitglied der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Geographie Topografie Der Nordteil umfasst die Samtgemeinden Sachsenhagen, Niedernwöhren, Lindhorst, Nenndorf Der Mittelteil umfasst die Städte Bückeburg, Stadthagen, Obernkirchen und die Samtgemeinden Rodenberg und Nienstädt. Der Südteil umfasst die Stadt Rinteln, die Samtgemeinde Eilsen und die Gemeinde Auetal.

Nordteil Der Nordteil befindet sich im Norddeutschen Tiefland bis auf die Rehburger Berge mit einer Höhe bis zu 160 m über dem Meeresspiegel. Außerdem befindet sich in Hagenburg die tiefste Stelle des Landkreises (Hagenburg 38 m über dem Meeresspiegel). Im Südwesten der Gemeinde Nenndorf erheben sich die Ausläufer des Deisters. Im Norden grenzt der Landkreis an das Steinhuder Meer, das seit der Gebietsreform 1974 zum Landkreis (jetzt Region) Hannover gehört.

Mittelteil Hier befinden sich Mittelgebirge bis zu etwa 400 m Höhe (Deister, Bückeberg, Süntel). Bückeburg wird im Südosten vom Harrl begrenzt. Die Kreisstadt Stadthagen liegt in der Schaumburger Börde südöstlich des Schaumburger Waldes. Die Samtgemeinde Rodenberg liegt im Tal der Rodenberger Aue und ist von den genannten Bergen umgeben.

Südteil Im Norden erstreckt sich die Wesergebirgskette von der Porta Westfalica nach Osten, und im Süden ragt das Lipper Bergland in das Kreisgebiet hinein. In der Mitte durchfließt die Weser im Wesertal das Land von Osten nach Westen.

Hydrografie mini|Einzugsgebiet der Weser

Der Landkreis Schaumburg gehört zum Einzugsgebiet der Weser, alle Flüsse münden früher oder später in die Weser. Im Norden befindet sich das Steinhuder Meer. Fluss Linke Nebenflüsse Rechte Nebenflüsse Länge Einzugsgebiet Rodenberger Aue Pohler Bach, Meinser Bach, Hülseder Bach, Riesbach, Salzbach, Rieper Flahbach Schlierbach, Flöttenbach, Eimbeckhäuser Dorfbach, Walterbach, Altenhäger Bach, Blumenhäger Bach, Schlierbach, Ackersbeeke. Rodebach 28 km 174,09 km² Bückeburger Aue Schlossbach Hühnerbach 39 km 173,04 km²

Die Weser fließt durch Rinteln im Süden des Landkreises. In Bad Nenndorf gibt es eine Karstquelle.

Lage Im Süden ist die Landschaft vom Weserbergland (Harrl, Süntel, Bückeberg, Deister und Wesergebirge) geprägt. Im Norden, wo die Norddeutsche Tiefebene beginnt, liegt der Schaumburger Wald und der Naturpark Steinhuder Meer. Im Westen an der Weser liegt, nur wenige Kilometer von der Kreis- und Landesgrenze entfernt, die zum Nachbarkreis Minden-Lübbecke gehörende Porta Westfalica. Im Osten profitiert Schaumburg von der Nähe zur Landesmetropole Hannover.

Nachbarkreise Der Landkreis Schaumburg grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Landkreis Nienburg/Weser, an die Region Hannover und an den Landkreis Hameln-Pyrmont (alle in Niedersachsen) sowie an die Kreise Lippe und Minden-Lübbecke (beide in Nordrhein-Westfalen).

Naturschutzgebiete Im Landkreis Schaumburg gibt es 20 Naturschutzgebiete.Landkreis Schaumburg beim NLWKNNeue Naturschutzgebiete ab 2009 Das größte (Kamm des Wesergebirges) hat eine Fläche von 452 ha, das kleinste (Im Bergkamp) eine Fläche von 2 ha.Naturschutzgebiet „Im Bergkamp“, Kennzeichen: NSG HA 130.

Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Schaumburg Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Schaumburg Liste der Naturdenkmale im Landkreis Schaumburg Liste der geschützten Landschaftsbestandteile im Landkreis Schaumburg

Geschichte Der Landkreis Schaumburg wurde im Rahmen der niedersächsischen Kreisreform am 1. August 1977 aus den beiden ehemaligen Landkreisen Schaumburg-Lippe und Grafschaft Schaumburg sowie einem Teil des Landkreises Springe gebildet, wobei die Stadt Hessisch Oldendorf dem Landkreis Hameln-Pyrmont zugeordnet wurde. Die Gemeinden Großenheidorn, Idensermoor-Niengraben und Steinhude wurden bereits am 1. März 1974 nach Wunstorf eingemeindet und wechselten damit in den Landkreis Hannover, gleichzeitig kam der Flecken Wiedensahl vom Landkreis Nienburg/Weser hinzu und wurde der Samtgemeinde Niedernwöhren eingegliedert. Der Landkreis Schaumburg vereinigt seither wieder in etwa das historische mittelalterliche Territorium der Grafschaft Schaumburg. Dieses war 1647 unter den Landgrafen von Hessen-Kassel, der Nebenlinie Alverdissen der Grafen zur Lippe und den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg aufgeteilt worden. Die Grafschaft Schaumburg hessischen Anteils wurde zunächst von Kassel aus in Personalunion regiert, dann ab 1822 als Kreis der Provinz Niederhessen im Kurfürstentum Hessen geführt und kam mit diesem 1866 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau als Kreis Rinteln, 1905 umbenannt in Kreis Grafschaft Schaumburg. Dieser wurde schließlich im Rahmen einer Verwaltungsreform von 1932 innerhalb Preußens der Provinz Hannover zugeordnet.

Der lippische Teil der Grafschaft Schaumburg nannte sich nach 1647 Grafschaft Schaumburg-Lippe, welches 1807 zum Fürstentum aufstieg, 1918 Freistaat wurde und bis 1946 noch ein eigenständiges Land blieb, das dann im neuen Bundesland Niedersachsen aufging. Das Land Schaumburg-Lippe bestand aus den beiden Landkreisen Bückeburg und Stadthagen, welche 1948 zum Landkreis Schaumburg-Lippe vereinigt wurden.

Einwohnerentwicklung

mini|400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Schaumburg (Datenquelle: Zensus 2011.)

mini|400px|Einwohnerentwicklung von 1980 bis 2016 nach nebenstehender Tabelle

Jahr Einwohner Quelle 1980 152.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981 1985 151.600 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1986 1990 154.584 1995 162.439 2000 166.020 2005 165.557 2010 160.636 2015 156.206 2016 157.616 2017 157.791 2020 158.406

Konfessionsstatistik Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung sinkt. Gemäß dem Zensus 2022 waren 47,0 % der Einwohner evangelisch, 9,1 % katholisch, und 43,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 25. Januar 2026

Politik Kreistag Am 12. September 2021 wurde ein neuer Kreistag gewählt:

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent2021 Sitze2021 Prozent2016 Sitze2016 Prozent2011 Sitze2011 Prozent2006 Sitze2006 Prozent2001Amtliches Endergebnis der Kreiswahlen am 10. September 2006 mit Vergleich zu den Wahlen von 2001 Sitze2001 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands33,451836,882043,092446,122545,6926 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands31,211730,131731,601735,671937,4121 Grüne Bündnis 90/Die Grünen13,3379,44511,4465,3235,253 WGS Wählergemeinschaft Schaumburg (WGS)6,7847,5457,1145,8536,323 AfD Alternative für Deutschland5,2539,565------ FDP Freie Demokratische Partei4,7032,2911,6714,0023,461 Linke Die Linke2,1911,7612,201---- FW Freie Wähler2,031-------- RI Wählerbündnis Rintelner Interessen in Schaumburg0,520-------- WRI Wählerinitiative Rodenberger Interessen Landkreis Schaumburg0,360-------- WIR Wählergruppen in der Region für Schaumburg--2,3512,1912,101-- WGL Wählergemeinschaft Lindhorst----0,901---- BfB Bürger für Bückeburg/Wählervereinigung Schaumburg----0,300---- AD Aktive Demokraten----0,250---- REP Die Republikaner--------1,380 Sonstige Sonstige Wählergruppe--------0,480 EB Einzelbewerber0,170--0,100----Gesamt1005410054100541005410054Wahlbeteiligung in Prozent56,9955,9550,3752,5058,23

Wählergruppen, da sich das Ergebnis von 2001 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lässt. Neben den gewählten Kreistagsabgeordneten gehört der Landrat dem Kreistag an.

Landrat Landrat ist seit dem 1. März 2011 Jörg Farr (SPD), der als parteiloser Kandidat für die SPD angetreten war. Seit Dezember 2011 ist er Mitglied der SPD.Landrat Jörg Farr in die SPD eingetreten In: schaumburger-zeitung.de, 29. Dezember 2011 Er löste den seit dem 1. Oktober 1998 amtierenden Heinz-Gerhard Schöttelndreier (SPD) ab, der wegen Erreichen der Altersgrenze vor Ablauf der Wahlperiode ausscheiden musste. Bei der vorzeitigen Wahl des Landrats am 31. Oktober 2010 wurde Farr mit 60,4 % der gültigen Stimmen gewählt. Am 9. September 2018 wurde Farr als einziger Kandidat mit 84,66 Prozent der Stimmen erneut als Landrat gewählt.

Öffentliche Finanzen Das Haushaltsvolumen für 2013 beträgt 271,6 Millionen Euro. Zur Finanzierung ist eine Neuverschuldung in Höhe von 10,1 Millionen Euro vorgesehen. Der Schuldenstand wird sich dadurch bis zum Jahresende 2013 auf ~ 191 Millionen Euro erhöhen.

Kooperationen Zum 1. Januar 2013 wurden die Aufgaben des Rechnungsprüfungsamtes auf den Landkreis Nienburg übertragen. Seit dem 4. April 2013 ist die integrierte Rettungsleitstelle Nienburg/Schaumburg mit Sitz in Stadthagen in Betrieb. Sie ist für die Koordination der Einsätze von Feuerwehren und Rettungsdiensten in beiden Landkreisen zuständig.

Wappen rahmenlos|140px

Blasonierung: „In rotem Feld mit blauem Saum ein silbernes Nesselblatt.“ Das silberne Nesselblatt kommt ebenfalls im Wappen Schleswig-Holsteins vor.

(Das Wahrzeichen des Landkreises, die Schaumburg, im Mittelalter der Stammsitz der Schaumburger Grafen, steht auf dem Nesselberg im Ortsteil Schaumburg der Stadt Rinteln.)

Gemeindepartnerschaften Eine Gemeindepartnerschaft besteht (über den Vorgänger Landkreis Schaumburg-Lippe) seit 1969 mit der Stadt Soissons in Frankreich.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Kreisgebiet hat der Dienstleistungssektor den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Daneben spielt, wegen der Landschaft und der historischen Bebauung, der Tourismus eine große Rolle. Überregional bekannte Unternehmen der Möbelindustrie, Glasproduktion, dem Gesteinsabbau u. a., sowie der Bäderbetrieb der Kurorte, konnten sich in den letzten wirtschaftlich schwierigen Jahren nur teilweise behaupten.

Im Zukunftsatlas 2019 belegte der Landkreis Schaumburg Platz 266 von 401 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.

Verkehr Durch das Kreisgebiet verlaufen die Weser und der Mittellandkanal. Die BAB 2 durchquert den Landkreis in Nordost-Richtung mit den Anschlussstellen Bad Eilsen (Datei:AB-AS-blau.svg 35), Rehren (Datei:AB-AS-blau.svg 36), Lauenau (Datei:AB-AS-blau.svg 37) und Bad Nenndorf (Datei:AB-AS-blau.svg 38). Die B 65 führt von Minden kommend über Bückeburg und Stadthagen nach Bad Nenndorf und von dort aus weiter nach Hannover. Die B 83 mündet von Hameln kommend westlich von Bückeburg in die B 65. Die B 238 verläuft in Nord-Süd-Richtung von Steinbergen (Stadtteil von Rinteln) über Rinteln nach Lemgo und Detmold und die B 442 von Neustadt am Rübenberge aus über Wunstorf, Bad Nenndorf und Lauenau nach Eimbeckhausen.

Der Landkreis ist über die Bahnstrecke Hannover–Minden und Deisterbahn mit den Linien S1 (Haste–Hannover–Minden) und S2 (Haste–Hannover–Nienburg/Weser) an die S-Bahn Hannover angebunden. Darüber hinaus verkehren die RE-Linien Braunschweig–Hannover–Minden mit Weiterfahrt nach Bielefeld bzw. Osnabrück und Rheine. Ferner durchquert im Süden die Bahnstrecke Elze–Löhne von Bünde/Löhne über Bad Oeynhausen Süd–Rinteln–Hameln nach Hildesheim bzw. Bodenburg das Kreisgebiet. Dort verkehrt die RB 77 Weser-Bahn. Auch die Bahnstrecke Rinteln–Stadthagen und die im Bereich Rinteln stillgelegte Extertalbahn führen durch das Kreisgebiet.

Gesundheitswesen